{"id":10668,"date":"2022-01-01T15:55:38","date_gmt":"2022-01-01T15:55:38","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress.hard-boiled-movies.de\/?p=10668"},"modified":"2022-01-01T16:02:56","modified_gmt":"2022-01-01T16:02:56","slug":"the-green-knight","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hard-boiled-movies.de\/?p=10668","title":{"rendered":"The Green Knight"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Inhalt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>K\u00f6nig Arthur hat seine Ritter der Tafelrunde zu einer rauschenden Weihnachtsfeier eingeladen, zu der sich nat\u00fcrlich auch sein Neffe Gawain nicht lange bitten l\u00e4sst. Als dann pl\u00f6tzlich ein mysteri\u00f6ser gr\u00fcner Ritter auftaucht und den besten K\u00e4mpfer des Herrschers zum Duell auffordert, ergreift Gawain zum ersten Mal die Initiative&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Beste kommt bekanntlich oft zum Schluss und so \u00e4hnlich war es auch hier. Das Kinojahr 2021 war recht durchwachsen und zum Silvesterabend gab es &#8211; ganz ohne Erwartungen &#8211; diesen Streifen und die letzten Stunden schwelge ich ihn wohlige und noch immer leicht verwirrte Erinnerung daran.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;The Green Knight&#8221; will viel und schafft auch viel. Er pr\u00e4sentiert uns eine interessante Pr\u00e4misse, von der ich selbst nach einer Nacht Schlaf nicht genau wei\u00df, was sie eigentlich von uns wollte. Er war dieser Fremde und warum bot er ein solch merkw\u00fcrdiges Abkommen? Stand er f\u00fcr eine der vielen Metaphern, mit denen der Film nahezu \u00fcberh\u00e4uft war oder bin ich einfach nicht genug mit der Arthus-Saga vertraut? Egal, denn was uns Regisseur David Lowery hier offerierte, war schon sagenhafte Kost, die auch ohne vertiefte Kenntnisse rund um die Legenden der Tafelrunde funktionierte.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Kern bildet die Handlung eine klassische &#8220;Heldenreise&#8221; ab. Ein junger Mann, bis dato ohne Ritter-Status, macht sich auf einen langen, beschwerlichen Tripp &#8211; auf dem er langsam an sich selbst w\u00e4chst und irgendwo auch zu sich selbst findet. Er wird vor Herausforderungen und Versuchungen gestellt, um an Ende sein bisheriges Leben vor seinen Augen Revue passieren zu lassen. Mit langen Kameraeinstellungen, gef\u00fchlt minutenlang am St\u00fcck und ohne Dialog gedreht, l\u00e4sst man uns an seinem Schicksal teilhaben.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bild vom Mittelalter ist trostlos und wenig einladend. Statt Glanz und Krone regiert hier Dreck und D\u00fcsternis. Das Setting wirkt rau und wahrscheinlich auch deshalb recht authentisch. Keiner der Figuren scheint strahlend und elegant &#8211; die Ritter der Tafelrunde sind satt und wenig zu neuen Abenteuern motiviert. Selbst  Gawain ist kein typischer Held und mit Lasten \u00fcberladen. Die Identifikation &#8211; zumindest in seine Lage &#8211; f\u00e4llt hierdurch nicht schwer.<\/p>\n\n\n\n<p>Manche Werke wollen mit aller Gewalt anders sein und hierdurch um Aufmerksamkeit buhlen. Ehrlich gesagt habe ich bei diesem Titel anfangs \u00e4hnlich gedacht und stand manchen extravaganten Einlagen ziemlich kritisch gegen\u00fcber. Ich hatte sogar dein Eindruck, dass die Effekte etwas billig erschienen und wurde dann mit laufender Spielzeit zum Gl\u00fcck eines besseren belehrt. Man setzt auf eine schlichte Eleganz und auf den zweiten Blick waren grade die vom Computer unterst\u00fctzten Szenen gar nicht mal so \u00fcbel. Allein der h\u00fcbsch animierte Fuchs sorgte immer wieder f\u00fcr Schmutzler &#8211; andere Highlights m\u00f6chte ich hier nicht spoilern.<\/p>\n\n\n\n<p>Eher selten oder zumindest mit kurzen Halbs\u00e4tzen fertige ich sonst die musikalische Begleitung von Filmen ab. Ich achte eher selten auf den Soundtrack und lebe nach dem Motto &#8220;wenns nicht gest\u00f6rt hat, war es wohl nicht schlecht&#8221;. Bei &#8220;The Green Knight&#8221; jedoch, spielt die Audiokomponente eine extrem wichtige und deutlich sp\u00fcrbare Rolle. Die orchestralen Kl\u00e4nge sorgen nicht selten f\u00fcr G\u00e4nsehaut und tragen ihren ganz eigenen Charme zum Abtauchen im Geschehen bei. Sie pr\u00e4sentieren quasi auch die Gef\u00fchlslage unserer Hauptfigur, mal ruhig, mal treibend und jederzeit extrem eing\u00e4ngig. Audiovisuell ist der Streifen ein Genu\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>In letzter Zeit hat mich kein Film im Nachgang so besch\u00e4ftigt wie dieser. Nicht etwas weil ich von den Bildern verst\u00f6rt wurde, vielmehr weil ich versuche die zahlreichen Eindr\u00fccke zu ordnen und die ganzen gefilterten Botschaften herauszulesen. Die Reise hatte zwar kleinere L\u00e4ngen, die ich keineswegs verleugnen m\u00f6chte &#8211; doch trotzdem glaube ich, dass ich sie sp\u00e4testens beim zweiten Durchgang noch einmal kr\u00e4ftig auf mich wirken lassen m\u00f6chte und die stillen Momente zum Gr\u00fcbeln verwenden will. Wer sich auch nur ansatzweise f\u00fcr experimentelle Werke begeistern kann und ungew\u00f6hnliches Kino zu sch\u00e4tzen wei\u00df, sollte hier definitiv mal einen Blick riskieren. &#8220;The Green Knight&#8221; bietet alles, was das Herz des echten Cineasten auflodern l\u00e4sst und Einem nicht jeden Tag begegnet. Ich liebe diese gewisse Sperrigkeit, die mich wohl die n\u00e4chste Zeit angenehm besch\u00e4ftigen wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-larger-font-size\"><strong>8,5\/10<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Fotocopyright: EuroVideo Medien GmbH<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Inhalt K\u00f6nig Arthur hat seine Ritter der Tafelrunde zu einer rauschenden Weihnachtsfeier eingeladen, zu der sich nat\u00fcrlich auch sein Neffe Gawain nicht lange bitten l\u00e4sst. Als dann pl\u00f6tzlich ein mysteri\u00f6ser gr\u00fcner Ritter auftaucht und den besten K\u00e4mpfer des Herrschers zum Duell auffordert, ergreift Gawain zum ersten Mal die Initiative&#8230; Fazit Das Beste kommt bekanntlich oft zum Schluss und so \u00e4hnlich war es auch hier. Das Kinojahr 2021 war recht durchwachsen und zum Silvesterabend gab es &#8211; ganz ohne Erwartungen &#8211; diesen Streifen und die letzten Stunden schwelge ich ihn wohlige und noch immer leicht verwirrte Erinnerung daran. &#8220;The Green Knight&#8221; will viel und schafft auch viel. Er pr\u00e4sentiert uns eine interessante Pr\u00e4misse, von der ich selbst nach einer Nacht Schlaf nicht genau wei\u00df, was sie eigentlich von uns wollte. Er war dieser Fremde und warum bot er ein solch merkw\u00fcrdiges Abkommen? Stand er f\u00fcr eine der vielen Metaphern, mit denen der Film nahezu \u00fcberh\u00e4uft war oder bin ich einfach nicht genug mit der Arthus-Saga vertraut? Egal, denn was uns Regisseur David Lowery hier offerierte, war schon sagenhafte Kost, die auch ohne vertiefte Kenntnisse rund um die Legenden der Tafelrunde funktionierte. Im Kern bildet die Handlung eine klassische &#8220;Heldenreise&#8221; ab. Ein junger Mann, bis dato ohne Ritter-Status, macht sich auf einen langen, beschwerlichen Tripp &#8211; auf dem er langsam an sich selbst w\u00e4chst und irgendwo auch zu sich selbst findet. Er wird vor Herausforderungen und Versuchungen gestellt, um an Ende sein bisheriges Leben vor seinen Augen Revue passieren zu lassen. Mit langen Kameraeinstellungen, gef\u00fchlt minutenlang am St\u00fcck und ohne Dialog gedreht, l\u00e4sst man uns an seinem Schicksal teilhaben. Das Bild vom Mittelalter ist trostlos und wenig einladend. Statt Glanz und Krone regiert hier Dreck und D\u00fcsternis. Das Setting wirkt rau und wahrscheinlich auch deshalb recht authentisch. Keiner der Figuren scheint strahlend und elegant &#8211; die Ritter der Tafelrunde sind satt und wenig zu neuen Abenteuern motiviert. Selbst Gawain ist kein typischer Held und mit Lasten \u00fcberladen. Die Identifikation &#8211; zumindest in seine Lage &#8211; f\u00e4llt hierdurch nicht schwer. Manche Werke wollen mit aller Gewalt anders sein und hierdurch um Aufmerksamkeit buhlen. Ehrlich gesagt habe ich bei diesem Titel anfangs \u00e4hnlich gedacht und stand manchen extravaganten Einlagen ziemlich kritisch gegen\u00fcber. Ich hatte sogar dein Eindruck, dass die Effekte etwas billig erschienen und wurde dann mit laufender Spielzeit zum Gl\u00fcck eines besseren belehrt. Man setzt auf eine schlichte Eleganz und auf den zweiten Blick waren grade die vom Computer unterst\u00fctzten Szenen gar nicht mal so \u00fcbel. Allein der h\u00fcbsch animierte Fuchs sorgte immer wieder f\u00fcr Schmutzler &#8211; andere Highlights m\u00f6chte ich hier nicht spoilern. Eher selten oder zumindest mit kurzen Halbs\u00e4tzen fertige ich sonst die musikalische Begleitung von Filmen ab. Ich achte eher selten auf den Soundtrack und lebe nach dem Motto &#8220;wenns nicht gest\u00f6rt hat, war es wohl nicht schlecht&#8221;. Bei &#8220;The Green Knight&#8221; jedoch, spielt die Audiokomponente eine extrem wichtige und deutlich sp\u00fcrbare Rolle. Die orchestralen Kl\u00e4nge sorgen nicht selten f\u00fcr G\u00e4nsehaut und tragen ihren ganz eigenen Charme zum Abtauchen im Geschehen bei. Sie pr\u00e4sentieren quasi auch die Gef\u00fchlslage unserer Hauptfigur, mal ruhig, mal treibend und jederzeit extrem eing\u00e4ngig. Audiovisuell ist der Streifen ein Genu\u00df. In letzter Zeit hat mich kein Film im Nachgang so besch\u00e4ftigt wie dieser. Nicht etwas weil ich von den Bildern verst\u00f6rt wurde, vielmehr weil ich versuche die zahlreichen Eindr\u00fccke zu ordnen und die ganzen gefilterten Botschaften herauszulesen. Die Reise hatte zwar kleinere L\u00e4ngen, die ich keineswegs verleugnen m\u00f6chte &#8211; doch trotzdem glaube ich, dass ich sie sp\u00e4testens beim zweiten Durchgang noch einmal kr\u00e4ftig auf mich wirken lassen m\u00f6chte und die stillen Momente zum Gr\u00fcbeln verwenden will. 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