{"id":12109,"date":"2022-05-02T17:12:25","date_gmt":"2022-05-02T17:12:25","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress.hard-boiled-movies.de\/?p=12109"},"modified":"2022-05-02T17:12:25","modified_gmt":"2022-05-02T17:12:25","slug":"the-card-counter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hard-boiled-movies.de\/?p=12109","title":{"rendered":"The Card Counter"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Inhalt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nach seiner Haftentlassung zieht William Tell von Casino zu Casino und erspielt sich seinen Lebensunterhalt. Im Knast hat er das Z\u00e4hlen von Karten erlernt, bleibt dabei aber unauff\u00e4llig und greift bewusst nie zu gro\u00dfe Gewinne ab. Eines Tages lernt er auf seinen Touren einen jungen Begleiter kennen, der vorgibt seine wahre Identit\u00e4t und den Grund f\u00fcr seinen Haftaufenthalt bestens zu kennen\u2026<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mit &#8220;The Card Counter&#8221; liefert uns Paul Schrader einen speziellen, aber keineswegs schlechten Film ab. Die Gangart ist \u00e4u\u00dferst ruhig und die Bilder fast schon hypnotisch aufgebaut. Die Geschichte schreitet langsam, aber umso intensiver voran. Lange Zeit verkommt der Zuschauer zu einem simplen Beobachter, der kaum Ansatzpunkte f\u00fcr das Vorausahnen der n\u00e4chsten Schritte in den H\u00e4nden h\u00e4lt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Titel gibt sich \u00fcber weite Teile sehr bedeckt, verr\u00e4t kaum etwas \u00fcber seine Figuren und wirft uns lediglich undefinierbare Brocken in Form von schnell geschnittenen R\u00fcckblenden und schriller Musik zu. Also quasi das totale Gegenteil von der restlichen Inszenierung und ein extremer Kontrast von zu seiner \u00fcberwiegend \u00e4u\u00dferst beh\u00e4bigen Machart.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Handlung an sich l\u00e4sst sich nicht ganz klar in ein Fach einordnen. Zwar stellt das Gl\u00fcckspiel sicherlich schon ein zentrales Thema, doch irgendwie ist dies alles nur Mittel zum Zweck. Hinter der kleinlauten Fassade steckt ein d\u00fcsterer Rachethriller &#8211; der wiederum auch gar nicht so eindeutig und offensichtlich zum Vorschein kam und erst sp\u00e4t N\u00e4geln mit K\u00f6pfen machte. Vielmehr geht es n\u00e4mlich eigentlich um Schuld und S\u00fchne, um Gerechtigkeit und dem Aufzeigen, wie manche Menschen scheinbar immer wieder auf die F\u00fc\u00dfe fallen &#8211; w\u00e4hrend andere f\u00fcr ihre Taten b\u00fc\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bisher habe ich Oscar Isaac schon f\u00fcr einen ordentlichen Darsteller gehalten, doch hier hat er sich endg\u00fcltig in mein Herz gespielt. Er lieferte eine erstklassige Darstellung ab, bei der seine k\u00fchle Mimik wie die ber\u00fchmte Faust aufs Auge gepasst hat. Er gab seiner Figur damit ironischerweise ordentlich Kontur und unterstrich den mysteri\u00f6sen Charakter, der lange im Dunkeln blieb. Man konnte sein Verhalten mit laufender Spielzeit immer besser verstehen. Er war kein Kind von Trauer &#8211; doch irgendwann war die Sympathie viel zu gro\u00df, um ihm ernsthaft b\u00f6se zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Mal abgesehen vom viel zu kurzen Gastauftritt von Willem Dafoe habe ich bei &#8220;The Card Counter&#8221; nur wenig zu Meckern. Seine eigenwillige Erz\u00e4hlweise mag sicherlich nicht jeden Geschmack treffen, doch mich hat das kleinlaute Treiben \u00fcberraschenderweise prima abgeholt. Zwar mag der &#8220;Wiederschau&#8221;-Wert letztlich sehr niedrig ausfallen, doch f\u00fcr eine packende Sichtung gibt es auf jeden Fall eine verdient-hohe Bewertung. Ein spannender, interessanter und unerwartet bet\u00f6render Thriller mit einem tollen Hauptdarsteller.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-larger-font-size\"><strong>8\/10<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Fotocopyright: Weltkino Filmverleih GmbH (Vertrieb LEONINE)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Inhalt Nach seiner Haftentlassung zieht William Tell von Casino zu Casino und erspielt sich seinen Lebensunterhalt. Im Knast hat er das Z\u00e4hlen von Karten erlernt, bleibt dabei aber unauff\u00e4llig und greift bewusst nie zu gro\u00dfe Gewinne ab. Eines Tages lernt er auf seinen Touren einen jungen Begleiter kennen, der vorgibt seine wahre Identit\u00e4t und den Grund f\u00fcr seinen Haftaufenthalt bestens zu kennen\u2026 Fazit Mit &#8220;The Card Counter&#8221; liefert uns Paul Schrader einen speziellen, aber keineswegs schlechten Film ab. Die Gangart ist \u00e4u\u00dferst ruhig und die Bilder fast schon hypnotisch aufgebaut. 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