{"id":15549,"date":"2023-05-08T12:31:27","date_gmt":"2023-05-08T12:31:27","guid":{"rendered":"https:\/\/hard-boiled-movies.de\/?p=15549"},"modified":"2023-05-08T12:31:27","modified_gmt":"2023-05-08T12:31:27","slug":"leibstandarte-my-honor-was-loyalty","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hard-boiled-movies.de\/?p=15549","title":{"rendered":"Leibstandarte &#8211; My Honor Was Loyalty"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Inhalt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In den Wirren des Zweiten Weltkriegs finden drei junge deutsche Soldaten zusammen und beschlie\u00dfen, fortan gemeinsam durch die schlimme Zeit zu gehen und sich stets aufrecht zu st\u00fctzen. W\u00e4hrend ihren Aufenthalten an den verschiedenen Fronten erz\u00e4hlen sie sich gegenseitig von ihre Motivationen und warum es so wichtig ist, diesen Krieg zu gewinnen\u2026<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Lange habe ich gez\u00f6gert, \u00fcberhaupt ein Review zu diesem Film zu verfassen und welche Bewertung ich ihm dann \u00fcberhaupt verpassen w\u00fcrde. Ebenso lange habe ich dann auch mit einem einigerma\u00dfen neutralen Text gehadert und einige Zeit nach diesen Worten hier gesucht. Ich m\u00f6chte mit dieser Besprechung keinerlei Partei ergreifen, so objektiv wie m\u00f6glich meine bis dato zweimalige Sichtung rezensieren und trotz mancher Bauchschmerzen dennoch eine kleine Empfehlung f\u00fcr dieses ehrgeizige Projekt aussprechen.<\/p>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich haben Amateurfilme schonmal einen Stein bei mir im Brett und bei den ersten Bewegtbildern dieses Streifens wurde mir sogleich sehr warm ums Herz. Normalerweise bin ich bei solchen Werken eher im Splatter-Genre unterwegs, aber das Setting mit echten Panzern und heftiger Action stach definitiv heraus und weckte das Interesse. Hier wurde unerwartet viel Aufwand betrieben und das kam schon bei den Trailern gut r\u00fcber.<\/p>\n\n\n\n<p>Technisch gab es &#8211; eigentlich erwartungsgem\u00e4\u00df &#8211; viel Licht und viel Schatten &#8211; was bei solchen kleinen Produktionen jedoch in ein anderes Verh\u00e4ltnis zu setzen ist. Ein paar enorm verwackelten Aufnahmen, ein paar m\u00e4\u00dfigen (aber immerhin vorhandenen) CGI-Effekten und einer unterdurchschnittlichen Vertonung, standen immerhin ein paar eindrucksvolle Explosionen, atemberaubende Drohnenbilder und eine nahezu verschwenderische Ausstattung gegen\u00fcber. Das Auge konnte sich manchmal gar nicht satt sehen, ist \u00fcberw\u00e4ltig von den vielen Eindr\u00fccken &#8211; die man von einem kleinen Filmemacher mit wahrscheinlich h\u00f6chst \u00fcberschaubaren Budget nicht erwartet h\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Immersion war nahezu perfekt, auch dank der Originalsprache der Figuren &#8211; auch wenn deren deutsch stellenweise zu w\u00fcnschen \u00fcbrig lie\u00df und die schlechte Tonabmischung nicht gerade f\u00fcr Begeisterung, sondern eher f\u00fcr Anstrengung sorgte. Die zuweilen recht tiefgr\u00fcndigen und nachdenklich stimmenden Dialoge waren manchmal schwierig zu verstehen, nicht nur wegen den Akzenten, auch weil deren Lautst\u00e4rke viel zu gering oder die Lippen-Synchronit\u00e4t nicht gegeben war. Ich wei\u00df nicht, warum Pepe dies bei sich selbst so durchgewunken hat, schlie\u00dflich hat er sich doch beim Rest eine enorme M\u00fche gegeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Gr\u00f6\u00dfter Knackpunkt und gr\u00f6\u00dfte Spaltung trifft hier allerdings bei der Handlung beziehungsweise der Aussagen des Filmes zu. Grob gesagt k\u00f6nnte man von einem aus deutscher Sicht erz\u00e4hlten Pendant zu amerikanischen Werken ala &#8220;James Ryan&#8221; sprechen, doch dies w\u00e4re nicht weit genug ausgeholt. Wir erleben quasi einen bekannten &#8220;Hurra-Patriotismus&#8221; aus anderer Sicht &#8211; und das ist uns nicht nur unbekannt, sondern stellenweise unangenehm oder vielleicht auch als gef\u00e4hrlich aufzufassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Man k\u00f6nnte dem Streifen eine gewisse Verherrlichung oder besser gesagt Verw\u00e4sserung der Geschichte vorwerfen, doch ehrlich gesprochen sind diese Behauptungen auch wieder nicht ganz richtig. Man pickte sich gezielt Charaktere mit unbedarften Hintergr\u00fcnden heraus und pr\u00e4sentiert ihre, zuweilen halt eher naive Sicht der Dinge und blendet manche Grausamkeiten fast vollst\u00e4ndig aus. Auch werden die Feindbilder verschoben und die Alliierten diesmal als eher absto\u00dfend skizziert &#8211; was aber eben aus Sicht der Erz\u00e4hlung in einem korrekten Kontext stand und nicht als Propaganda aufzunehmen ist. So wirkt das Gezeigte wiederrum sehr authentisch und man konnte sich gut in deren (vielleicht noch m Kopf recht neue) Lage hineindenken und das Werk dann doch wieder mehr ins Herz schlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Verlauf war dabei sehr kurzweilig und nur selten schlichen sich kleinere L\u00e4ngen ein. Die Mischung aus Action, Dialog und R\u00fcckblenden war durchwegs gelungen und wirkte sehr dynamisch. Die Macher bedienten sich mehrerer Ebenen und zeichneten hervorragende Tiefe um die Figuren. Man festigte deren Motive mit teils kleinen, aber effektiven Gesten und Einblicken. Erw\u00e4hnenswert hierbei der effektive Einsatz von Drohenaufnahmen, die unsere &#8220;Heldentruppe&#8221; nicht nur einmal ins richtige Licht r\u00fcckt und in einigen Momenten f\u00fcr heftige G\u00e4nsehaut sorgt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Film mag polarisieren, reizt aber Abseits seiner ungew\u00f6hnlichen Perspektive mit vergleichsweise aufw\u00e4ndiger Inszenierung und viel Engagement. Die Bilder packen f\u00fcr knappe zwei Stunden an den Schirm und hinterlassen definitiv ein merkw\u00fcrdiges Gef\u00fchl in der Magengrube. Wer sich f\u00fcr das Grundthema an sich interessiert und sich zutraut einen objektiven Blick auf die Ereignisse zu bewahren, darf gerne mal einen Blick riskieren. Trotz hoher Bewertung meinerseits, gibt es aufgrund seiner komplizierten Art keine uneingeschr\u00e4nkte Empfehlung f\u00fcr Jedermann. Seit euch aber auf jeden Fall bewusst, dass hier kein Blockbuster, sondern ein liebevoller, aber keineswegs makelloser Amateurstreifen auf euch wartet. Regisseur Alessandro Pepe hat abgeliefert und wird in Zukunft hoffentlich noch weiter von sich h\u00f6ren lassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-larger-font-size\"><strong>8,5\/10<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Fotocopyright: Three Wolves<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Inhalt In den Wirren des Zweiten Weltkriegs finden drei junge deutsche Soldaten zusammen und beschlie\u00dfen, fortan gemeinsam durch die schlimme Zeit zu gehen und sich stets aufrecht zu st\u00fctzen. W\u00e4hrend ihren Aufenthalten an den verschiedenen Fronten erz\u00e4hlen sie sich gegenseitig von ihre Motivationen und warum es so wichtig ist, diesen Krieg zu gewinnen\u2026 Fazit Lange habe ich gez\u00f6gert, \u00fcberhaupt ein Review zu diesem Film zu verfassen und welche Bewertung ich ihm dann \u00fcberhaupt verpassen w\u00fcrde. Ebenso lange habe ich dann auch mit einem einigerma\u00dfen neutralen Text gehadert und einige Zeit nach diesen Worten hier gesucht. Ich m\u00f6chte mit dieser Besprechung keinerlei Partei ergreifen, so objektiv wie m\u00f6glich meine bis dato zweimalige Sichtung rezensieren und trotz mancher Bauchschmerzen dennoch eine kleine Empfehlung f\u00fcr dieses ehrgeizige Projekt aussprechen. Grunds\u00e4tzlich haben Amateurfilme schonmal einen Stein bei mir im Brett und bei den ersten Bewegtbildern dieses Streifens wurde mir sogleich sehr warm ums Herz. Normalerweise bin ich bei solchen Werken eher im Splatter-Genre unterwegs, aber das Setting mit echten Panzern und heftiger Action stach definitiv heraus und weckte das Interesse. Hier wurde unerwartet viel Aufwand betrieben und das kam schon bei den Trailern gut r\u00fcber. Technisch gab es &#8211; eigentlich erwartungsgem\u00e4\u00df &#8211; viel Licht und viel Schatten &#8211; was bei solchen kleinen Produktionen jedoch in ein anderes Verh\u00e4ltnis zu setzen ist. Ein paar enorm verwackelten Aufnahmen, ein paar m\u00e4\u00dfigen (aber immerhin vorhandenen) CGI-Effekten und einer unterdurchschnittlichen Vertonung, standen immerhin ein paar eindrucksvolle Explosionen, atemberaubende Drohnenbilder und eine nahezu verschwenderische Ausstattung gegen\u00fcber. Das Auge konnte sich manchmal gar nicht satt sehen, ist \u00fcberw\u00e4ltig von den vielen Eindr\u00fccken &#8211; die man von einem kleinen Filmemacher mit wahrscheinlich h\u00f6chst \u00fcberschaubaren Budget nicht erwartet h\u00e4tte. Die Immersion war nahezu perfekt, auch dank der Originalsprache der Figuren &#8211; auch wenn deren deutsch stellenweise zu w\u00fcnschen \u00fcbrig lie\u00df und die schlechte Tonabmischung nicht gerade f\u00fcr Begeisterung, sondern eher f\u00fcr Anstrengung sorgte. Die zuweilen recht tiefgr\u00fcndigen und nachdenklich stimmenden Dialoge waren manchmal schwierig zu verstehen, nicht nur wegen den Akzenten, auch weil deren Lautst\u00e4rke viel zu gering oder die Lippen-Synchronit\u00e4t nicht gegeben war. Ich wei\u00df nicht, warum Pepe dies bei sich selbst so durchgewunken hat, schlie\u00dflich hat er sich doch beim Rest eine enorme M\u00fche gegeben. Gr\u00f6\u00dfter Knackpunkt und gr\u00f6\u00dfte Spaltung trifft hier allerdings bei der Handlung beziehungsweise der Aussagen des Filmes zu. Grob gesagt k\u00f6nnte man von einem aus deutscher Sicht erz\u00e4hlten Pendant zu amerikanischen Werken ala &#8220;James Ryan&#8221; sprechen, doch dies w\u00e4re nicht weit genug ausgeholt. Wir erleben quasi einen bekannten &#8220;Hurra-Patriotismus&#8221; aus anderer Sicht &#8211; und das ist uns nicht nur unbekannt, sondern stellenweise unangenehm oder vielleicht auch als gef\u00e4hrlich aufzufassen. Man k\u00f6nnte dem Streifen eine gewisse Verherrlichung oder besser gesagt Verw\u00e4sserung der Geschichte vorwerfen, doch ehrlich gesprochen sind diese Behauptungen auch wieder nicht ganz richtig. Man pickte sich gezielt Charaktere mit unbedarften Hintergr\u00fcnden heraus und pr\u00e4sentiert ihre, zuweilen halt eher naive Sicht der Dinge und blendet manche Grausamkeiten fast vollst\u00e4ndig aus. Auch werden die Feindbilder verschoben und die Alliierten diesmal als eher absto\u00dfend skizziert &#8211; was aber eben aus Sicht der Erz\u00e4hlung in einem korrekten Kontext stand und nicht als Propaganda aufzunehmen ist. So wirkt das Gezeigte wiederrum sehr authentisch und man konnte sich gut in deren (vielleicht noch m Kopf recht neue) Lage hineindenken und das Werk dann doch wieder mehr ins Herz schlie\u00dfen. Der Verlauf war dabei sehr kurzweilig und nur selten schlichen sich kleinere L\u00e4ngen ein. Die Mischung aus Action, Dialog und R\u00fcckblenden war durchwegs gelungen und wirkte sehr dynamisch. Die Macher bedienten sich mehrerer Ebenen und zeichneten hervorragende Tiefe um die Figuren. Man festigte deren Motive mit teils kleinen, aber effektiven Gesten und Einblicken. Erw\u00e4hnenswert hierbei der effektive Einsatz von Drohenaufnahmen, die unsere &#8220;Heldentruppe&#8221; nicht nur einmal ins richtige Licht r\u00fcckt und in einigen Momenten f\u00fcr heftige G\u00e4nsehaut sorgt. Der Film mag polarisieren, reizt aber Abseits seiner ungew\u00f6hnlichen Perspektive mit vergleichsweise aufw\u00e4ndiger Inszenierung und viel Engagement. Die Bilder packen f\u00fcr knappe zwei Stunden an den Schirm und hinterlassen definitiv ein merkw\u00fcrdiges Gef\u00fchl in der Magengrube. Wer sich f\u00fcr das Grundthema an sich interessiert und sich zutraut einen objektiven Blick auf die Ereignisse zu bewahren, darf gerne mal einen Blick riskieren. Trotz hoher Bewertung meinerseits, gibt es aufgrund seiner komplizierten Art keine uneingeschr\u00e4nkte Empfehlung f\u00fcr Jedermann. Seit euch aber auf jeden Fall bewusst, dass hier kein Blockbuster, sondern ein liebevoller, aber keineswegs makelloser Amateurstreifen auf euch wartet. Regisseur Alessandro Pepe hat abgeliefert und wird in Zukunft hoffentlich noch weiter von sich h\u00f6ren lassen. 8,5\/10 Fotocopyright: Three Wolves<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":15640,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[42,11,15],"class_list":["post-15549","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-filmbesprechungen","tag-action","tag-besprechung","tag-drama"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hard-boiled-movies.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15549","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hard-boiled-movies.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hard-boiled-movies.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hard-boiled-movies.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hard-boiled-movies.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=15549"}],"version-history":[{"count":34,"href":"https:\/\/hard-boiled-movies.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15549\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15584,"href":"https:\/\/hard-boiled-movies.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15549\/revisions\/15584"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hard-boiled-movies.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/15640"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hard-boiled-movies.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=15549"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hard-boiled-movies.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=15549"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hard-boiled-movies.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=15549"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}