{"id":18396,"date":"2023-09-07T08:23:29","date_gmt":"2023-09-07T08:23:29","guid":{"rendered":"https:\/\/hard-boiled-movies.de\/?p=18396"},"modified":"2023-09-07T08:23:29","modified_gmt":"2023-09-07T08:23:29","slug":"vernetzt-johnny-mnemonic","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hard-boiled-movies.de\/?p=18396","title":{"rendered":"Vernetzt \u2013 Johnny Mnemonic"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Inhalt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In der nahen Zukunft sind Daten zum wichtigsten Gut geworden und die Firmen setzen sogar Leibw\u00e4chter aus den Reihen der Yakuza f\u00fcr deren Schutz ein. Einer der sogenannten &#8220;Daten-Kuriere&#8221; ist Johnny. Er ist in der Lage unz\u00e4hlige Gigabyte in seinem Hirn zu speichern und ist ansonsten auch ein absoluter Profi in seinem Gebiet. Sein neuster Auftrag jedoch bringt ihn in ungeahnte Schwierigkeiten und finstere Typen sind hinter seinem Kopf her\u2026<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Schon seit Ver\u00f6ffentlichung bzw. seit meiner ersten Sichtung genie\u00dft dieser Streifen einen pers\u00f6nlichen Sonderstatus. Man konnte nie behaupten, dass &#8220;Vernetzt \u2013 Johnny Mnemonic&#8221; ein richtig guter Titel sei, doch er greift viele Dinge auf und pr\u00e4sentiert sie in einer unterhaltsam-naiven Weise wie kaum ein Mitbewerber zuvor oder danach. F\u00fcr viele ist &#8220;Matrix&#8221; sicherlich die absolute Referenz, doch mit diesem Werk bin ich noch nie warm geworden. Denke ich an Keanu Reeves und Sci-Fi, so kommt mir zuerst dieser Film ins Ged\u00e4chtnis &#8211; und das nach gestriger Begutachtung wieder einmal vollkommen zurecht.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Johnny Mnemonic&#8221; ist ein buntes Sammelsurium an verr\u00fcckten Ideen, die allesamt zwar leicht trashig, aber prima umgesetzt wurden. Von Internet-Ausfl\u00fcgen per VR-Brille, bis zur Modifikation von K\u00f6rpern. Hier kommt richtiges &#8220;Cyberpunk&#8221;-Feeling auf und das alles nahm sich auch gl\u00fccklicherweise nicht zu ernst. Es gab zwar ein paar derbere Momente, doch die standen jedes Mal im Kontrast zu schr\u00e4g gestalteten Figuren, launigen Dialogen und einem allgemein sehr lockeren Umgangston. Mittlerweile ist das Ganze entsprechend ab 16 freigegeben, was wesentlich besser zu den Ereignissen passt. Meine alte DVD (die zur Grundlage dieses Reviews diente) ziert einen roten Sticker auf dem Cover.<\/p>\n\n\n\n<p>Loben m\u00f6chte ich den nahezu perfekten Erz\u00e4hlfluss. Der Streifen wird nie langweilig und die kompakte Laufzeit von knapp 90 Minuten wurde effizient genutzt. Man musste nicht alle Dinge in epischer Breite erkl\u00e4ren, sondern dem Zuschauer mal ein paar Gedanken zur Entwicklung der Welt \u00fcberlassen. Abseits dessen gab es am Rande so viele kleine Details (Figuren, Plakate, etc.), die mir selbst nach dutzendfacher Sichtung noch ins Auge fallen und f\u00fcr Freude sorgen. Sowas liebe ich.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Cast, sowie die handwerkliche Umsetzung passten zum allgemeinen Grundtenor. Mit Musikern wie Ice-T oder Henry Rollins bekam das Treiben einen witzigen Anstrich, w\u00e4hrend Gr\u00f6\u00dfen wie Takeshi, Lundgren oder Kier wiederrum f\u00fcr eine gewisse Eleganz sorgten. Sie stehen von der Type her im krassen Kontrast zueinander und dennoch wirkt das Gesamtbild stimmig. Reeves hatte sich seinerzeit auf jeden Fall f\u00fcr einen sp\u00e4teren Blockbuster in der Matrix empfehlen k\u00f6nnen. Seine Leistung war wirklich toll und gab keinen Grund zur Klage. Er meisterte jede noch so absurde Situation ohne dabei zu overacten oder das Ganze ins L\u00e4cherliche zu ziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Optisch kann das Teil erwartungsgem\u00e4\u00df nicht mit aktuellen Produktionen mithalten und war schon damals stellenweise etwas &#8220;billig&#8221; geraten. Dies mag zwar neue Zuschauer eventuell vergraulen, stellt f\u00fcr mich aber kein Problem (und erst recht keine Abwertung) dar. Man erkennt deutlich, wie beispielsweise Puppen durch die Gegend fliegen oder wie bescheiden bei manchen Szenen getrickst wurde &#8211; macht aber irgendwie auch einen gewissen Charme aus. Vermutlich war das Budget seinerzeit schon nicht das H\u00f6chste und schlie\u00dflich mussten die namhaften Beteiligten ebenfalls bezahlt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Technisch mag &#8220;Vernetzt \u2013 Johnny Mnemonic&#8221; nicht perfekt und auch in Teilen insgesamt schlecht gealtert sein, doch mein Herz schl\u00e4gt noch immer f\u00fcr Reeves als Kurier inmitten einer schr\u00e4gen Zukunftsvision. Der Streifen macht mit seiner eigenwilligen Weise Spa\u00df ohne Ende und sorgt immer wieder f\u00fcr breites Grinsen im Gesicht. Manchmal braucht es keine \u00fcberkomplizierte Handlung oder umwerfende Bilder &#8211; der pure Unterhaltungswert steht im Vordergrund und da ist dieser Titel nach wie vor ein echtes Paradebeispiel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-larger-font-size\"><strong>9\/10<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Fotocopyright: Alive AG<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Inhalt In der nahen Zukunft sind Daten zum wichtigsten Gut geworden und die Firmen setzen sogar Leibw\u00e4chter aus den Reihen der Yakuza f\u00fcr deren Schutz ein. Einer der sogenannten &#8220;Daten-Kuriere&#8221; ist Johnny. Er ist in der Lage unz\u00e4hlige Gigabyte in seinem Hirn zu speichern und ist ansonsten auch ein absoluter Profi in seinem Gebiet. 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Von Internet-Ausfl\u00fcgen per VR-Brille, bis zur Modifikation von K\u00f6rpern. Hier kommt richtiges &#8220;Cyberpunk&#8221;-Feeling auf und das alles nahm sich auch gl\u00fccklicherweise nicht zu ernst. Es gab zwar ein paar derbere Momente, doch die standen jedes Mal im Kontrast zu schr\u00e4g gestalteten Figuren, launigen Dialogen und einem allgemein sehr lockeren Umgangston. Mittlerweile ist das Ganze entsprechend ab 16 freigegeben, was wesentlich besser zu den Ereignissen passt. Meine alte DVD (die zur Grundlage dieses Reviews diente) ziert einen roten Sticker auf dem Cover. Loben m\u00f6chte ich den nahezu perfekten Erz\u00e4hlfluss. Der Streifen wird nie langweilig und die kompakte Laufzeit von knapp 90 Minuten wurde effizient genutzt. Man musste nicht alle Dinge in epischer Breite erkl\u00e4ren, sondern dem Zuschauer mal ein paar Gedanken zur Entwicklung der Welt \u00fcberlassen. Abseits dessen gab es am Rande so viele kleine Details (Figuren, Plakate, etc.), die mir selbst nach dutzendfacher Sichtung noch ins Auge fallen und f\u00fcr Freude sorgen. Sowas liebe ich. Der Cast, sowie die handwerkliche Umsetzung passten zum allgemeinen Grundtenor. Mit Musikern wie Ice-T oder Henry Rollins bekam das Treiben einen witzigen Anstrich, w\u00e4hrend Gr\u00f6\u00dfen wie Takeshi, Lundgren oder Kier wiederrum f\u00fcr eine gewisse Eleganz sorgten. Sie stehen von der Type her im krassen Kontrast zueinander und dennoch wirkt das Gesamtbild stimmig. Reeves hatte sich seinerzeit auf jeden Fall f\u00fcr einen sp\u00e4teren Blockbuster in der Matrix empfehlen k\u00f6nnen. Seine Leistung war wirklich toll und gab keinen Grund zur Klage. Er meisterte jede noch so absurde Situation ohne dabei zu overacten oder das Ganze ins L\u00e4cherliche zu ziehen. Optisch kann das Teil erwartungsgem\u00e4\u00df nicht mit aktuellen Produktionen mithalten und war schon damals stellenweise etwas &#8220;billig&#8221; geraten. Dies mag zwar neue Zuschauer eventuell vergraulen, stellt f\u00fcr mich aber kein Problem (und erst recht keine Abwertung) dar. Man erkennt deutlich, wie beispielsweise Puppen durch die Gegend fliegen oder wie bescheiden bei manchen Szenen getrickst wurde &#8211; macht aber irgendwie auch einen gewissen Charme aus. Vermutlich war das Budget seinerzeit schon nicht das H\u00f6chste und schlie\u00dflich mussten die namhaften Beteiligten ebenfalls bezahlt werden. Technisch mag &#8220;Vernetzt \u2013 Johnny Mnemonic&#8221; nicht perfekt und auch in Teilen insgesamt schlecht gealtert sein, doch mein Herz schl\u00e4gt noch immer f\u00fcr Reeves als Kurier inmitten einer schr\u00e4gen Zukunftsvision. Der Streifen macht mit seiner eigenwilligen Weise Spa\u00df ohne Ende und sorgt immer wieder f\u00fcr breites Grinsen im Gesicht. 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