{"id":31491,"date":"2026-05-26T09:00:26","date_gmt":"2026-05-26T09:00:26","guid":{"rendered":"https:\/\/hard-boiled-movies.de\/?p=31491"},"modified":"2026-05-26T09:00:26","modified_gmt":"2026-05-26T09:00:26","slug":"lee-cronins-the-mummy","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hard-boiled-movies.de\/?p=31491","title":{"rendered":"Lee Cronin\u2019s The Mummy"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Inhalt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00c4gypten vor acht Jahren: Die Tochter eines amerikanischen Auslandsjournalisten verschwindet spurlos aus dem Garten der Familie und alle Bem\u00fchungen der Beh\u00f6rden verlaufen im Sand. Mittlerweile wieder in der Heimat, erh\u00e4lt Vater Charlie Cannon einen ersch\u00fctternden Anruf. Die Vermisste ist wieder aufgetaucht, zeigt aber seltsame Verhaltensweisen\u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch wenn der Titel zun\u00e4chst Erinnerungen an die klassischen Abenteuerfilme rund um Brendan Fraser oder die modernisierte Version mit Tom Cruise weckt, schl\u00e4gt \u201eLee Cronin\u2019s The Mummy\u201c eine vollkommen andere Richtung ein. Statt actionreicher Schatzsuche oder klassischem Monsterkino pr\u00e4sentiert Regisseur Lee Cronin \u2013 bekannt durch Evil Dead Rise \u2013 einen d\u00fcsteren Horror-Thriller, der deutlich st\u00e4rker an Werke wie The Exorcist erinnert als an traditionelle Mumienfilme.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit knapp \u00fcber zwei Stunden war die Laufzeit vielleicht einen Hauch zu lang ausgefallen. Der recht gem\u00e4chliche Spannungsaufbau war zwar nicht schlecht, doch besonders nach Hinten hinaus gab es trotz vermehrter Action ein paar kleinere L\u00e4ngen. Problem hierbei der recht bodenst\u00e4ndige Inhalt, der ab einem gewissen Punkt kaum mehr seiner eigentlich extrem spannenden Ausgangslage gerecht wurde. Man fiel in bekannte Muster, holte zu wenig aus dem ansprechenden Material (beispielsweise der \u00e4gyptischen Folklore) heraus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mythologie wurde bestenfalls angerissen, aber dann irgendwie als Beiwerk abgetan. Es gab vielversprechende Ans\u00e4tze, die pl\u00f6tzlich nicht mehr weiterverfolgt wurden. Man f\u00fchrte durchaus interessante Personen ein, lie\u00df sie dann aber fallen und nicht mehr zum Zuge kommen. Dies wirkte etwas seltsam, hatte man doch bereits eine \u00dcberl\u00e4nge in Kauf genommen und h\u00e4tte noch ein bisschen Raum f\u00fcr diese Momente gehabt. Immerhin konnten ein paar krasse Splattereffekte ausnahmslos von sich \u00fcberzeugen und das Publikum zur richtigen Zeit wachr\u00fctteln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Handwerklich hatte man hier alles gegeben und seine Wirkung nicht verfehlt. Es gab ein paar heftige Momente, die sicherlich damals ausschlaggebend f\u00fcr die Freigabe (zun\u00e4chst ab 18, dann auf Druck des Studios dennoch ab 16) gef\u00fchrt haben. Die Macher haben nicht an Kreativit\u00e4t gespart, zumindest hier ganzes Herzblut zum Besten gegeben. Gerade hier merkt man deutlich, dass Cronin seine Wurzeln im kompromisslosen Horrorbereich nicht vergessen hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch visuell hinterl\u00e4sst der Film einen starken Eindruck. Die Inszenierung bleibt zwar vergleichsweise n\u00fcchtern und verzichtet auf \u00fcbertriebenen Bombast, wirkt daf\u00fcr aber konstant hochwertig und atmosph\u00e4risch dicht. Kameraf\u00fchrung, Lichtsetzung und Sounddesign greifen hervorragend ineinander und sorgen immer wieder f\u00fcr beklemmende Stimmung. Besonders der Ton tr\u00e4gt enorm zur Wirkung vieler Szenen bei und verst\u00e4rkt die bedr\u00fcckende Atmosph\u00e4re zus\u00e4tzlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schauspielerisch \u00fcberraschen vor allem die j\u00fcngeren Darsteller, die ihren erfahrenen Kollegen teilweise sogar die Show stehlen. Gerade die emotionalen und k\u00f6rperlich extrem fordernden Szenen werden von ihnen bemerkenswert intensiv gespielt und verleihen dem Horror zus\u00e4tzliche Glaubw\u00fcrdigkeit. Dadurch funktionieren selbst die brutalsten Momente nicht nur als reine Schockeffekte, sondern entfalten oft eine unangenehme emotionale Wirkung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Ende ist \u201eLee Cronin\u2019s The Mummy\u201c deutlich n\u00e4her an \u201eTanz der Teufel\u201c und \u201eDer Exorzist\u201c als an klassischen Abenteuerfilmen angesiedelt. Wer auf atmosph\u00e4rischen Horror, unangenehme Body-Horror-Momente und kompromisslose Splattereffekte steht, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen. Fans der alten Mumien-Abenteuer k\u00f6nnten dagegen entt\u00e4uscht sein, da der Film bewusst andere Wege geht. Trotz einiger L\u00e4ngen und verschenkter Ans\u00e4tze bleibt unter dem Strich jedoch ein intensiver, d\u00fcsterer und \u00fcber weite Strecken \u00e4u\u00dferst unterhaltsamer Horrorfilm.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-x-large-font-size wp-block-paragraph\"><strong>7\/10<\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fotocopyright: Warner<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Inhalt \u00c4gypten vor acht Jahren: Die Tochter eines amerikanischen Auslandsjournalisten verschwindet spurlos aus dem Garten der Familie und alle Bem\u00fchungen der Beh\u00f6rden verlaufen im Sand. Mittlerweile wieder in der Heimat, erh\u00e4lt Vater Charlie Cannon einen ersch\u00fctternden Anruf. Die Vermisste ist wieder aufgetaucht, zeigt aber seltsame Verhaltensweisen\u2026 Fazit Auch wenn der Titel zun\u00e4chst Erinnerungen an die klassischen Abenteuerfilme rund um Brendan Fraser oder die modernisierte Version mit Tom Cruise weckt, schl\u00e4gt \u201eLee Cronin\u2019s The Mummy\u201c eine vollkommen andere Richtung ein. Statt actionreicher Schatzsuche oder klassischem Monsterkino pr\u00e4sentiert Regisseur Lee Cronin \u2013 bekannt durch Evil Dead Rise \u2013 einen d\u00fcsteren Horror-Thriller, der deutlich st\u00e4rker an Werke wie The Exorcist erinnert als an traditionelle Mumienfilme. Mit knapp \u00fcber zwei Stunden war die Laufzeit vielleicht einen Hauch zu lang ausgefallen. Der recht gem\u00e4chliche Spannungsaufbau war zwar nicht schlecht, doch besonders nach Hinten hinaus gab es trotz vermehrter Action ein paar kleinere L\u00e4ngen. Problem hierbei der recht bodenst\u00e4ndige Inhalt, der ab einem gewissen Punkt kaum mehr seiner eigentlich extrem spannenden Ausgangslage gerecht wurde. Man fiel in bekannte Muster, holte zu wenig aus dem ansprechenden Material (beispielsweise der \u00e4gyptischen Folklore) heraus. Mythologie wurde bestenfalls angerissen, aber dann irgendwie als Beiwerk abgetan. Es gab vielversprechende Ans\u00e4tze, die pl\u00f6tzlich nicht mehr weiterverfolgt wurden. Man f\u00fchrte durchaus interessante Personen ein, lie\u00df sie dann aber fallen und nicht mehr zum Zuge kommen. Dies wirkte etwas seltsam, hatte man doch bereits eine \u00dcberl\u00e4nge in Kauf genommen und h\u00e4tte noch ein bisschen Raum f\u00fcr diese Momente gehabt. Immerhin konnten ein paar krasse Splattereffekte ausnahmslos von sich \u00fcberzeugen und das Publikum zur richtigen Zeit wachr\u00fctteln. Handwerklich hatte man hier alles gegeben und seine Wirkung nicht verfehlt. Es gab ein paar heftige Momente, die sicherlich damals ausschlaggebend f\u00fcr die Freigabe (zun\u00e4chst ab 18, dann auf Druck des Studios dennoch ab 16) gef\u00fchrt haben. Die Macher haben nicht an Kreativit\u00e4t gespart, zumindest hier ganzes Herzblut zum Besten gegeben. Gerade hier merkt man deutlich, dass Cronin seine Wurzeln im kompromisslosen Horrorbereich nicht vergessen hat. Auch visuell hinterl\u00e4sst der Film einen starken Eindruck. Die Inszenierung bleibt zwar vergleichsweise n\u00fcchtern und verzichtet auf \u00fcbertriebenen Bombast, wirkt daf\u00fcr aber konstant hochwertig und atmosph\u00e4risch dicht. Kameraf\u00fchrung, Lichtsetzung und Sounddesign greifen hervorragend ineinander und sorgen immer wieder f\u00fcr beklemmende Stimmung. Besonders der Ton tr\u00e4gt enorm zur Wirkung vieler Szenen bei und verst\u00e4rkt die bedr\u00fcckende Atmosph\u00e4re zus\u00e4tzlich. Schauspielerisch \u00fcberraschen vor allem die j\u00fcngeren Darsteller, die ihren erfahrenen Kollegen teilweise sogar die Show stehlen. Gerade die emotionalen und k\u00f6rperlich extrem fordernden Szenen werden von ihnen bemerkenswert intensiv gespielt und verleihen dem Horror zus\u00e4tzliche Glaubw\u00fcrdigkeit. Dadurch funktionieren selbst die brutalsten Momente nicht nur als reine Schockeffekte, sondern entfalten oft eine unangenehme emotionale Wirkung. Am Ende ist \u201eLee Cronin\u2019s The Mummy\u201c deutlich n\u00e4her an \u201eTanz der Teufel\u201c und \u201eDer Exorzist\u201c als an klassischen Abenteuerfilmen angesiedelt. Wer auf atmosph\u00e4rischen Horror, unangenehme Body-Horror-Momente und kompromisslose Splattereffekte steht, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen. Fans der alten Mumien-Abenteuer k\u00f6nnten dagegen entt\u00e4uscht sein, da der Film bewusst andere Wege geht. 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