{"id":7737,"date":"2021-03-18T18:28:50","date_gmt":"2021-03-18T18:28:50","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress.hard-boiled-movies.de\/?p=7737"},"modified":"2021-03-18T18:28:50","modified_gmt":"2021-03-18T18:28:50","slug":"cherry-das-ende-der-unschuld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hard-boiled-movies.de\/?p=7737","title":{"rendered":"Cherry &#8211; Das Ende der Unschuld"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Inhalt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als Cherry auf einer Party die bezaubernde Emily kennenlernt, ist es sofort um ihn geschehen und seine entfernt lebende Freundin rasch vergessen. In der neuen Beziehung bl\u00fcht er f\u00f6rmlich auf und es k\u00f6nnte eigentlich nicht besser laufen. Als Emily ihm dann eines Tages gesteht, dass sie in Kanada studieren m\u00f6chte, bricht die heile Welt zusammen. Aus Trotz meldet sich Cherry freiwillig bei der Army\u2026<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich liebe es, wenn mich ein Film so richtig kalt erwischt &#8211; und das war bei &#8220;Cherry&#8221; absolut der Fall. Am Anfang hatte ich aufgrund der \u00fcberlangen Laufzeit (knapp 2,5 Stunden) zum Schauen leichte Motivationsprobleme, doch nach wenigen Minuten waren diese Sorgen vollkommen vergessen. Das Werk teilt sich selbst in \u00fcbersichtliche Kapitel ein und entwickelt einen unglaublichen Sog mit H\u00f6hen und Tiefen &#8211; was ich in diesem Fall allerdings als extrem positiv empfand und nicht als negative Kritik verstanden haben m\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Titel wei\u00dft ganz klar autobiografische Z\u00fcge auf. So krass einige Abschnitte f\u00fcr sich erscheinen, so konsequent und glaubhaft f\u00fcgen sie sich letztlich doch in das Gesamtbild ein. Was wie eine harmlose, unschuldige Teenie-Romanze begann, entwickelt sich zum waschechten Kriegsfilm und letztlich zu einem Drama mit jederzeit verst\u00e4ndlich konstruierten Hintergr\u00fcnden.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Zeitlang hat mich das Pr\u00e4sentierte ein wenig an den Klassiker &#8220;<a href=\"http:\/\/archiv.hard-boiled-movies.de\/r_dead_presidents.php\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/archiv.hard-boiled-movies.de\/r_dead_presidents.php\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Dead Presidents<\/a>&#8221; erinnert, doch ab einem gewissen Punkt schlug man eine andere und wesentlich glaubw\u00fcrdigere Gangart ein. Man ging mit vielen Themen wesentlich kritischer als bei manchen Konkurrenten um und bot uns Figuren, mit denen man sich perfekt identifizieren konnte. Nat\u00fcrlich wirkten die Darsteller zuweilen etwas arg jung, aber irgendwie \u00fcbt gerade die unschuldige Ausstrahlung einen zus\u00e4tzlichen Reiz aus. Man nimmt das Geschehen durchaus anders wahr, als w\u00e4ren hier harte Kerle am Start. Besonders die Zeit in der Army wirkte da viel hoffnungsloser und schwieriger.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch seine tolle Erz\u00e4hlweise wurden die einzelnen Abschnitten klar getrennt und gleichzeitig elegant ineinander \u00fcbergeleitet. Es gab Einblendungen \u00fcber den jeweiligen Akt und eine passende Bezeichnung hierzu. Dazu gesellte sich die Stimme des Hauptakteures als Sprecher aus dem Off, der nicht selten mit vortrefflichen Bezeichnungen aufwarten konnte. Er behielt stets seine jugendhafte Weise bei und dr\u00fcckte die jeweilige Situation mit seiner zuweilen eher rohen Sprechweise aus, was nicht nur dem allgemeinen Charme, sondern eben bereits gelobter Authentizit\u00e4t nur zu Gute kam.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gab Momente, wo die Akteure aus unterschiedlichen Blickwinkeln (z.B. aus dem Spiegel) auf sich hinab blickten oder Szenen, die in einem kleinen Bildformat abliefen. Dies unterstreicht die Gef\u00fchlslage auf ganz eigene und ziemlich gelungene Weise, was in meinen Augen von echtem Kunsthandwerk spricht. Man hat sich bei der gesamten Konzeptionierung sichtlich M\u00fche gegeben und mit vergleichsweise einfachen Mitteln einen einmaligen Look abgeliefert.<\/p>\n\n\n\n<p>Tom Holland dr\u00e4ngt sich immer mehr in die Riege der gro\u00dfen Darsteller. Er legt hier eine Performance an den Tag, die man ihm selbst nach seinen stabilen Auftritten in &#8220;Spider-Man&#8221; bzw. &#8220;Avengers&#8221; kaum zugetraut h\u00e4tte. Ja, er wirkt unglaublich jung, doch nach kurzer Eingew\u00f6hnung passt das schon recht gut. Gleiches kann man von Filmpartnerin Ciara Bravo ebenfalls behaupten &#8211; die Wandlung vom sch\u00fcchternen M\u00e4dchen zum Junkie wurde \u00fcberragend gespielt.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem noch recht jungen Jahr ist &#8220;Cherry&#8221; einer meiner ersten Geheimtipps geworden. Mich hat das Gezeigte derma\u00dfen gepackt, fasziniert und unterhalten, dass ich ihn gerne in bleibender Erinnerung behalten und w\u00e4rmstens weiterempfehlen werde. Sicherlich wurden nicht alle Aspekte von Grund auf neu erfunden, doch die fantastische Kombination miteinander sorgte f\u00fcr echte Begeisterung und einer Frische, die ich bei vielen anderen Werken in letzter Zeit sehr vermisst habe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-larger-font-size\"><strong>9\/10<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Fotocopyright: Apple<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Inhalt Als Cherry auf einer Party die bezaubernde Emily kennenlernt, ist es sofort um ihn geschehen und seine entfernt lebende Freundin rasch vergessen. In der neuen Beziehung bl\u00fcht er f\u00f6rmlich auf und es k\u00f6nnte eigentlich nicht besser laufen. Als Emily ihm dann eines Tages gesteht, dass sie in Kanada studieren m\u00f6chte, bricht die heile Welt zusammen. Aus Trotz meldet sich Cherry freiwillig bei der Army\u2026 Fazit Ich liebe es, wenn mich ein Film so richtig kalt erwischt &#8211; und das war bei &#8220;Cherry&#8221; absolut der Fall. Am Anfang hatte ich aufgrund der \u00fcberlangen Laufzeit (knapp 2,5 Stunden) zum Schauen leichte Motivationsprobleme, doch nach wenigen Minuten waren diese Sorgen vollkommen vergessen. Das Werk teilt sich selbst in \u00fcbersichtliche Kapitel ein und entwickelt einen unglaublichen Sog mit H\u00f6hen und Tiefen &#8211; was ich in diesem Fall allerdings als extrem positiv empfand und nicht als negative Kritik verstanden haben m\u00f6chte. Der Titel wei\u00dft ganz klar autobiografische Z\u00fcge auf. So krass einige Abschnitte f\u00fcr sich erscheinen, so konsequent und glaubhaft f\u00fcgen sie sich letztlich doch in das Gesamtbild ein. Was wie eine harmlose, unschuldige Teenie-Romanze begann, entwickelt sich zum waschechten Kriegsfilm und letztlich zu einem Drama mit jederzeit verst\u00e4ndlich konstruierten Hintergr\u00fcnden. Eine Zeitlang hat mich das Pr\u00e4sentierte ein wenig an den Klassiker &#8220;Dead Presidents&#8221; erinnert, doch ab einem gewissen Punkt schlug man eine andere und wesentlich glaubw\u00fcrdigere Gangart ein. Man ging mit vielen Themen wesentlich kritischer als bei manchen Konkurrenten um und bot uns Figuren, mit denen man sich perfekt identifizieren konnte. Nat\u00fcrlich wirkten die Darsteller zuweilen etwas arg jung, aber irgendwie \u00fcbt gerade die unschuldige Ausstrahlung einen zus\u00e4tzlichen Reiz aus. Man nimmt das Geschehen durchaus anders wahr, als w\u00e4ren hier harte Kerle am Start. Besonders die Zeit in der Army wirkte da viel hoffnungsloser und schwieriger. Durch seine tolle Erz\u00e4hlweise wurden die einzelnen Abschnitten klar getrennt und gleichzeitig elegant ineinander \u00fcbergeleitet. Es gab Einblendungen \u00fcber den jeweiligen Akt und eine passende Bezeichnung hierzu. Dazu gesellte sich die Stimme des Hauptakteures als Sprecher aus dem Off, der nicht selten mit vortrefflichen Bezeichnungen aufwarten konnte. Er behielt stets seine jugendhafte Weise bei und dr\u00fcckte die jeweilige Situation mit seiner zuweilen eher rohen Sprechweise aus, was nicht nur dem allgemeinen Charme, sondern eben bereits gelobter Authentizit\u00e4t nur zu Gute kam. Es gab Momente, wo die Akteure aus unterschiedlichen Blickwinkeln (z.B. aus dem Spiegel) auf sich hinab blickten oder Szenen, die in einem kleinen Bildformat abliefen. Dies unterstreicht die Gef\u00fchlslage auf ganz eigene und ziemlich gelungene Weise, was in meinen Augen von echtem Kunsthandwerk spricht. Man hat sich bei der gesamten Konzeptionierung sichtlich M\u00fche gegeben und mit vergleichsweise einfachen Mitteln einen einmaligen Look abgeliefert. Tom Holland dr\u00e4ngt sich immer mehr in die Riege der gro\u00dfen Darsteller. Er legt hier eine Performance an den Tag, die man ihm selbst nach seinen stabilen Auftritten in &#8220;Spider-Man&#8221; bzw. &#8220;Avengers&#8221; kaum zugetraut h\u00e4tte. Ja, er wirkt unglaublich jung, doch nach kurzer Eingew\u00f6hnung passt das schon recht gut. Gleiches kann man von Filmpartnerin Ciara Bravo ebenfalls behaupten &#8211; die Wandlung vom sch\u00fcchternen M\u00e4dchen zum Junkie wurde \u00fcberragend gespielt. In diesem noch recht jungen Jahr ist &#8220;Cherry&#8221; einer meiner ersten Geheimtipps geworden. Mich hat das Gezeigte derma\u00dfen gepackt, fasziniert und unterhalten, dass ich ihn gerne in bleibender Erinnerung behalten und w\u00e4rmstens weiterempfehlen werde. 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