{"id":8247,"date":"2021-04-30T15:35:03","date_gmt":"2021-04-30T15:35:03","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress.hard-boiled-movies.de\/?p=8247"},"modified":"2021-04-30T15:35:03","modified_gmt":"2021-04-30T15:35:03","slug":"baal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hard-boiled-movies.de\/?p=8247","title":{"rendered":"Baal"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Inhalt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Grunde ist K\u00fcnstler Baal kein angenehmer Mensch, doch seine Lyrik kann immer wieder die Aufmerksamkeit auf seine Person lenken. Mit Worten macht er jede Frau gef\u00fcgig, lehnt jedoch zugleich eine lukrative Vermarktung durch gro\u00dfe Verlagsh\u00e4user ab. Erst ist sein eigener Herr, auch wenn er damit regelm\u00e4\u00dfig anst\u00f6\u00dft\u2026<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Schon l\u00e4nger stand dieses Werk auf meiner &#8220;Anschauliste&#8221;, doch bisher konnte ich mich nicht dazu aufraffen. Ich wusste um das Thema, schwierige Dialoge und ganz viel Experimentierwillen der damaligen Epoche. Hier hat zwar Fassbinder die Regie nicht pers\u00f6nlich \u00fcbernommen, doch durch seine enorme Pr\u00e4senz wirkt &#8220;Baal&#8221; trotzdem wie eine seiner eigenwilligen Kreationen &#8211; mit Allem, was dazu geh\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Film ist in mehrere Akte unterteilt, wobei diese eher einfache Schauplatzwechsel, statt verschiedene Handlungsstr\u00e4nge markieren. Dabei springt gleich die &#8211; f\u00fcr aktuelle Verh\u00e4ltnisse &#8211; ungewohnt Optik ins Auge. Mit seltsamen Kameraeinstellungen, hektischen \u00dcberg\u00e4ngen und nahezu psychodelischen Filtern setzt Schl\u00f6ndorff eigene Akzente und sorgt f\u00fcr eine unwirkliche Aufmachung.<\/p>\n\n\n\n<p>Technisch und vom Spiel der Darsteller bewegt sich der Titel dann zwischen Fernsehfilm und Theaterst\u00fcck. Schlecht zusammensetzte Szenen, sprechend oder halb singend vorgetragene Zeilen mit einer Betonung, wie sie nur im O-Ton funktionieren konnten, muten komisch an. Witzigerweise erh\u00f6ht dies aber auch die Aufmerksamkeit beim Betrachter und baut so langsam einen undefinierbaren Sog auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Handlung zu umschrieben f\u00e4llt dagegen schwer. Manchmal scheint der Verlauf etwas sinnfrei zusammengew\u00fcrfelt und manchmal wieder so tiefgr\u00fcndig, dass man nicht alle Anspielungen versteht. Ich hatte immer Angst, etwas Existentielles zu verpassen und so verborgene St\u00e4rken nicht zu erblicken. Mag komisch klingen, doch letztlich ist man ja von einem Werk mit Anspruch ausgegangen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu keiner Zeit habe mich bei &#8220;Baal&#8221; so richtig wohl gef\u00fchlt und konnte auch nie richtig in das Geschehen einsteigen &#8211; und dennoch f\u00e4llt mein Eindruck von diesem vermeintlichen Kunstwert gar nicht \u00fcbel aus. Der Streifen hatte irgendwas Ungew\u00f6hnliches, etwas Besonderes an sich und so waren die knapp 90 Minuten keine vergeudete Zeit. Von einer erneuten Sichtung werde ich sicherlich erst einmal Abstand nehmen, doch bereut habe ich diese Erfahrung nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-larger-font-size\"><strong>6\/10<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Fotocopyright: Weltkino Filmverleih GmbH (Vertrieb LEONINE)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Inhalt Im Grunde ist K\u00fcnstler Baal kein angenehmer Mensch, doch seine Lyrik kann immer wieder die Aufmerksamkeit auf seine Person lenken. Mit Worten macht er jede Frau gef\u00fcgig, lehnt jedoch zugleich eine lukrative Vermarktung durch gro\u00dfe Verlagsh\u00e4user ab. Erst ist sein eigener Herr, auch wenn er damit regelm\u00e4\u00dfig anst\u00f6\u00dft\u2026 Fazit Schon l\u00e4nger stand dieses Werk auf meiner &#8220;Anschauliste&#8221;, doch bisher konnte ich mich nicht dazu aufraffen. Ich wusste um das Thema, schwierige Dialoge und ganz viel Experimentierwillen der damaligen Epoche. Hier hat zwar Fassbinder die Regie nicht pers\u00f6nlich \u00fcbernommen, doch durch seine enorme Pr\u00e4senz wirkt &#8220;Baal&#8221; trotzdem wie eine seiner eigenwilligen Kreationen &#8211; mit Allem, was dazu geh\u00f6rt. Der Film ist in mehrere Akte unterteilt, wobei diese eher einfache Schauplatzwechsel, statt verschiedene Handlungsstr\u00e4nge markieren. Dabei springt gleich die &#8211; f\u00fcr aktuelle Verh\u00e4ltnisse &#8211; ungewohnt Optik ins Auge. Mit seltsamen Kameraeinstellungen, hektischen \u00dcberg\u00e4ngen und nahezu psychodelischen Filtern setzt Schl\u00f6ndorff eigene Akzente und sorgt f\u00fcr eine unwirkliche Aufmachung. Technisch und vom Spiel der Darsteller bewegt sich der Titel dann zwischen Fernsehfilm und Theaterst\u00fcck. Schlecht zusammensetzte Szenen, sprechend oder halb singend vorgetragene Zeilen mit einer Betonung, wie sie nur im O-Ton funktionieren konnten, muten komisch an. Witzigerweise erh\u00f6ht dies aber auch die Aufmerksamkeit beim Betrachter und baut so langsam einen undefinierbaren Sog auf. Die Handlung zu umschrieben f\u00e4llt dagegen schwer. Manchmal scheint der Verlauf etwas sinnfrei zusammengew\u00fcrfelt und manchmal wieder so tiefgr\u00fcndig, dass man nicht alle Anspielungen versteht. Ich hatte immer Angst, etwas Existentielles zu verpassen und so verborgene St\u00e4rken nicht zu erblicken. Mag komisch klingen, doch letztlich ist man ja von einem Werk mit Anspruch ausgegangen. Zu keiner Zeit habe mich bei &#8220;Baal&#8221; so richtig wohl gef\u00fchlt und konnte auch nie richtig in das Geschehen einsteigen &#8211; und dennoch f\u00e4llt mein Eindruck von diesem vermeintlichen Kunstwert gar nicht \u00fcbel aus. 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