{"id":9151,"date":"2021-07-08T16:56:46","date_gmt":"2021-07-08T16:56:46","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress.hard-boiled-movies.de\/?p=9151"},"modified":"2021-07-08T16:56:46","modified_gmt":"2021-07-08T16:56:46","slug":"aus-einem-deutschen-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hard-boiled-movies.de\/?p=9151","title":{"rendered":"Aus einem deutschen Leben"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Inhalt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Schon als Knabe war Fritz Lang an den Befehlston gewohnt und lernte, Befehle eines Vorgesetzten nie in Frage zu stellen. Nach einem Einsatz im Ersten Weltkrieg und dem Besuch einer Haftanstalt, steigt er schnell bei den Nationalsozialisten auf. Vom Reichsf\u00fchrer h\u00f6chstpers\u00f6nlich erh\u00e4lt er dank seines ausgezeichneten Organisationstalents eine perfide Aufgaben die er ebenso wenig hinterfragt wie andere Dinge\u2026<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Aus einem deutschen Leben&#8221; ist ein eindrucksvolles Werk deutscher Filmgeschichte. Er markiert nicht nur einen absoluten Glanzauftritt von G\u00f6tz George, sondern zeigt auf seine n\u00fcchterne Weise ein Portrait eines furchteinfl\u00f6\u00dfenden Manschens &#8211; der hier zudem erschreckend menschlich pr\u00e4sentiert wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Aufmachung mag aus heutiger Sicht etwas altbacken wirken, versp\u00fcrt hierdurch aber einen gewissen Charme. Mit Texttafeln, zuweilen schlechten \u00dcberblenden, k\u00f6rnigen Aufnahmen und nat\u00fcrlich dem alten 4:3 Standard schaut alles dem Nerv seiner Zeit entsprechend aus und unterstreicht den streckenweise nahezu dokumentarischen Touch.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Verlauf ist ruhig, aber fast schon hypnotisch. Die Bilder wirken auf den Betrachter ein und brennen sich dank passender musikalischer Begleitung auch geschickt in das Hirn ein. Man versucht gar nicht erst Effekthascherei zu betreiben, l\u00e4sst die authentischen Einblicke einfach f\u00fcr sich sprechen und schockiert damit wesentlich nachhaltiger.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Film besa\u00df einen ungem\u00fctlichen Grundton, den er einfach nicht absch\u00fctteln konnte &#8211; und gl\u00fccklicherweise auch nie tat. Dabei kommentierte er gar nicht erst das Treiben seiner Hauptfigur sondern lie\u00df uns eine neutrale Sicht auf die Ereignisse. Es war schon be\u00e4ngstigend, wie normal die menschliche Bestie Fritz Lang hier erschien und wie unbedarft er dramatische Entscheidungen f\u00fcr sich zur n\u00fcchternen Abarbeitung zurechtlegen konnte. Er war nicht dumm, aber auch nicht der Schlauste. Er w\u00e4lzte alle Verantwortung auf die Vorgesetzten ab und schien am Ende wirklich zu glauben, damit schadlos durchzukommen. Seine eigene Auffassung vom Soldatentum hat ihn ins Gr\u00fcbeln gebracht und sein scheinbar schlichtes Gem\u00fct nie gr\u00f6\u00dfere Gewissenskonflikte bestritten.<\/p>\n\n\n\n<p>G\u00f6tz George agierte mit Hingabe und sorgte nicht selten f\u00fcr Schauer. Sein Auftritt in diversen Uniformen sorgte f\u00fcr mulmige Gef\u00fchle in der Magengegend und seine lauteren Dialoge hinterlie\u00dfen m\u00e4chtig Eindruck. Sp\u00e4testens hier waren Wirklichkeit und fiktionale Darstellung kaum mehr zu unterscheiden. Passende Kost\u00fcme und verschwenderische Ausstattung erledigten den Rest.<\/p>\n\n\n\n<p>Damals wie heute ist &#8220;Aus einem deutschen Leben&#8221; ein mehr als ergreifender Geschichtsunterricht, der trotz \u00dcberl\u00e4nge durchwegs in seinen unsch\u00f6nen Bann zieht. George war Spitzenklasse und das Gesamtresultat mehr als nur ein weiterer Beitrag zum bereits oftmals durchgekauten Thema. Auch wenn das Werk mittlerweile schon \u00fcber 40 Jahre auf dem Buckel hat, \u00e4ndert dies nichts an seiner Aussage und sei allen auch nur ansatzweise Interessierten ans Herz gelegt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-larger-font-size\"><strong>8,5\/10<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Fotocopyright: Alive &#8211; Vertrieb und Marketing<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Inhalt Schon als Knabe war Fritz Lang an den Befehlston gewohnt und lernte, Befehle eines Vorgesetzten nie in Frage zu stellen. 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Mit Texttafeln, zuweilen schlechten \u00dcberblenden, k\u00f6rnigen Aufnahmen und nat\u00fcrlich dem alten 4:3 Standard schaut alles dem Nerv seiner Zeit entsprechend aus und unterstreicht den streckenweise nahezu dokumentarischen Touch. Der Verlauf ist ruhig, aber fast schon hypnotisch. Die Bilder wirken auf den Betrachter ein und brennen sich dank passender musikalischer Begleitung auch geschickt in das Hirn ein. Man versucht gar nicht erst Effekthascherei zu betreiben, l\u00e4sst die authentischen Einblicke einfach f\u00fcr sich sprechen und schockiert damit wesentlich nachhaltiger. Der Film besa\u00df einen ungem\u00fctlichen Grundton, den er einfach nicht absch\u00fctteln konnte &#8211; und gl\u00fccklicherweise auch nie tat. Dabei kommentierte er gar nicht erst das Treiben seiner Hauptfigur sondern lie\u00df uns eine neutrale Sicht auf die Ereignisse. Es war schon be\u00e4ngstigend, wie normal die menschliche Bestie Fritz Lang hier erschien und wie unbedarft er dramatische Entscheidungen f\u00fcr sich zur n\u00fcchternen Abarbeitung zurechtlegen konnte. Er war nicht dumm, aber auch nicht der Schlauste. Er w\u00e4lzte alle Verantwortung auf die Vorgesetzten ab und schien am Ende wirklich zu glauben, damit schadlos durchzukommen. Seine eigene Auffassung vom Soldatentum hat ihn ins Gr\u00fcbeln gebracht und sein scheinbar schlichtes Gem\u00fct nie gr\u00f6\u00dfere Gewissenskonflikte bestritten. G\u00f6tz George agierte mit Hingabe und sorgte nicht selten f\u00fcr Schauer. Sein Auftritt in diversen Uniformen sorgte f\u00fcr mulmige Gef\u00fchle in der Magengegend und seine lauteren Dialoge hinterlie\u00dfen m\u00e4chtig Eindruck. Sp\u00e4testens hier waren Wirklichkeit und fiktionale Darstellung kaum mehr zu unterscheiden. Passende Kost\u00fcme und verschwenderische Ausstattung erledigten den Rest. 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