Einleitung
Das NitroDeck (Review hier) war zwar schon eine ordentliche Alternative zur Verwendung von JoyCons, doch im Laufe der Zeit haben sich einige Punkte dennoch als kleinere Showstopper herausgestellt. Zum Einen ist die Ergonomie bei längerem Zocken aufgrund der kompakten Bauweise nicht ideal, zum Anderen nervt stets die Entnahme bei Verwendung von Festplatten oder USB-C Kopfhörern (DAC), da der Port am Dock nur das Laden unterstützt. Dank Gutscheinen bin ich nun günstig an das JC200 herangekommen und möchte hier ein paar Eindrücke schildern.
Lieferumfang und Haptik

Der Controller ist riesig, aber sehr leicht. Neben der obligatorischen Betriebsanleitung befindet sich noch ein Splitterkabel zum gleichzeitigen Aufladen von Konsole und Pad bei – ein Netzteil ist jedoch nicht vorhanden. Der verwendete Kunststoff wirkt günstig, dennoch fühlt sich das Teil sehr gut in den Händen an und liegt dank leicht angerauter Griffflächen rutschfest in der Hand. Beim Einlegen der Konsole (und dem Anschalten der Beleuchtung) fallen größere Spaltmaße auf, die die Switch trotz Fixierung leicht im Griff wackeln und viel Licht überall durchschimmern lassen.


Inbetriebnahme

Die Inbetriebnahme ist denkbar einfach. Die Switch (egal ob normal oder OLED) wird einfach von oben in den Griff geschoben und die Verriegelung auf der Rückseite geschlossen. Anschließend wird der Controller über eine Taste (rechts unten) eingeschaltet und über die Controllereinstellungen der Konsole gefunden & verbunden. Die verwendete Wireless-Verbindung ermöglich nun auch den getrennten Betrieb, also wenn sich die Switch in der Dockingstation befindet, agiert das JC200 wie ein normaler (Pro-)Controller.
Obwohl das Pad nicht mit anderen Konsolen gekoppelt war, klappte das erneute Verbinden jedoch nicht immer sofort. In unregelmäßigen Abständen musste ich den Controller erneut aus und wieder anschalten, ein paarmal sogar komplett neu koppeln.
Zocken

Alle Tasten und Sticks sind perfekt erreichbar. Durch die mächtige Größe des Controllers hatte ich bisher weder beim Zocken mit eingelegter Switch, noch als Pro-Controller Alternative am TV Probleme mit Krämpfen, schwitzigen Händen oder dergleichen.

Die Eingaben wurden stets präzise umsetzt und im Gegensatz zu anderen Eingabegeräten sind noch keine Tasten bei heftigen Gefechten hängengeblieben. Des Weiteren gab es auch noch keine verschluckten oder ungewollte Eingaben, vom Driften der Sticks bleibt man dank Hall-Technologe hoffentlich auch weiterhin verschont.

Auf der Rückseite gibt es nicht nur eine Taste, um die Beleuchtung nach eigenen Wünschen einzustellen (oder komplett zu deaktivieren), sondern auch um Makros zu hinterlegen oder einen Turbo-Modus einzurichten. Dies habe ich allerdings schon beim NitroDeck nicht benötigt, für andere Spieler ist dies aber sicherlich eine nette Funktion.

Positiv
- liegt extrem gut in der Hand (gute Größe, rutschfest, sehr leicht)
- schickes Design inkl. einstellbarer RGB-Beleuchtung
- alle Tasten und Sticks perfekt erreichbar
- angenehmer Druckpunkt der Tasten
- Hallsticks (kein Driften)
- zusätzliche, programmierbare Buttons auf der Rückseite
- programmierbarer Turbo-Modus
- kann auch im Docked-Modus der Switch verwendet werden (Wireless-Verbindung)
- lässt den USB-C Port der Konsole frei (z.B. um dort andere Dinge als Ladegeräte anzuschließen)
- Splitter-USB-Kabel zum gleichzeitigen Laden von Switch und Pad mitgeliefert
- Platz zum Verstauen von Modulen
Neutral
- Verarbeitung durchschnittlich (große Spaltmaße, relativ leicht verwindbar)
- besitzt einen eigenen Akku, muss also immer zusätzlich geladen werden
- Materialqualität eher günstig (obwohl das Teil trotzdem prima in der Hand liegt)
Negativ
- Pairing klappt nicht immer auf Anhieb
- kein Kickstand
- Akku könnte etwas länger halten
- relativ große Konstruktion, was die Suche nach passenden Taschen erschwert
Fazit
Für einen Kaufpreis von rund 30 Euro (Blitzangebot, abzüglich diverser Gutscheine) bin ich absolut zufrieden mit diesem Controller und verwende ihn mittlerweile viel häufiger als mein teures NitroDeck – und das selbst im TV-Modus. Aufgrund der großen Bauweise habe ich zwar noch keine geeignete Tasche für Unterwegs gefunden, verwende den riesigen, aber sehr leichten Controller trotzdem auch gerne am großen Bildschirm ohne das die Hände dabei verkrampfen und erfreue mich an seiner schicken Optik mit coolen RGB-Effekten.
Die Steuerung war bisher immer extrem präzise, Tasten und Sticks machen trotz der eher günstigen Gesamtkonstruktion und Materialqualität einen sehr guten und dennoch durchaus langlebigen Eindruck. Selbst bei schnellsten Gefechten waren bisher keine Aussetzer oder Fehleingaben zu vermelden – einzig das nicht immer sofortige Pairing nervt hin und wieder. Manchmal ist der Controller sofort mit der Konsole verbunden und einsatzbereit, manchmal muss ich ihn erst wieder aus und anschalten – oder schlimmstenfalls über die Controllereinstellungen neu suchen lassen.
Glücklicherweise trat das Verbindungsproblem in etlichen Spielstunden noch nicht so oft auf, weshalb ich dies nicht als Hinderung für einen Kauf sehe. Für mich überwiegen hier klar die Vorteile und ich möchte das Teil nicht mehr beim Zocken mit Nintendos Handheld missen. Für mich ists überdies praktisch direkt meine Festplatten oder Kopfhörer-Verstärker anschließen zu können, ohne die Konstruktion entfernen und doch wieder Joycons verwenden zu müssen. Für eine neuere Version würde ich mir eigentlich nur einen praktischen Kickstand wünschen.
Schick, präzise, flexibel einsetzbar und lässt vor allem den USB-Port der Konsole für Festplatte, Headsets, etc. frei. Probleme gibt’s vielleicht beim Finden von passenden Taschen, ansonsten klare Kaufempfehlung!
Weitere Impressionen:


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