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Kategorie: Filmbesprechungen (Seite 1 von 175)

The Monkey

Inhalt

Im Nachlass ihres verschwundenen Vaters finden seine zwei Zwillingssöhne einen sonderbaren und mitunter leicht gruselig anmutenden Spielzeugaffen. Es dauert nicht lange, bis sie dessen tödliche Kräfte erkunden…

Fazit

Kurzes Inhaltsangabe und kurzes Fazit. „The Monkey“ basiert auf einer Geschichte von Gruselmeister Stephen King und bot entsprechend auch ein paar wirklich markante, herrlich blutige Momente – dazwischen leider auch ein paar kleinere Längen.

Die Handlung war simpel, dafür mit originellen Ideen und Ableben gespickt, die uns immer mal wieder schmunzeln ließen. Grundsätzlich war die schlecht vorherschaubare Geschichte sowieso ein Garant für eine gewisse Spannungskurve – deren Finale jedoch fast schon erwartungsgemäß nicht zu hundertprozentig zu überzeugen wusste.

Die Effekte (insbesondere die derben Splattereinlagen) waren handwerklich sehr gut gemacht und verfehlten auch nicht ihre Wirkung. Sicherlich kam hier auch der Computer zum Einsatz, doch insgesamt schauten die „Kleckereien“ nach ehrlicher Handwerkskunst aus und verdienten großes Lob. Die Darsteller haben ihre Sache zufriedenstellend erledigt und die Chemie untereinander (der der Zwillinge) hat gepasst.

„The Monkey“ war ein netter Splatter-Spaß für Zwischendurch und hätte mit einen noch geschmeidigeren Erzählfluss eine dicke Empfehlung verdient. So bleibt es bei solider Kosten, die nicht nur für King-Fans durchaus einen kleinen Blick wert ist – aber nicht zum absoluten Pflichtprogramm gehört.

Fotocopyright: PLAION PICTURES

Criminal Squad 2

Inhalt

Endlich hat FBI-Ermittler Nick Flanagen seinen Widersacher Donnie Wilson ausfindig gemacht und sich für dessen Überführung einen findigen Plan ausgedacht. Er täuscht eine Kooperation mit dem Gangster vor und zieht mit ihm einen waghalsigen Diamantendiebstahl durch…

Fazit

Weder Fisch, noch Fleisch und erst recht kein richtiger Nachfolger für einen durchaus sehr guten Actionfilm. „Criminal Squad 2“ bot für meinen Geschmack viel zu wenig an Action und konnte selbst als ruhigeres Heist-Movie mit seinen oberflächlichen Ausführungen nicht überzeugen.

Über weite Teile plätscherte der Streifen vor sich hin – nicht unbedingt langweilig, aber auch nie so richtig packend. Das Planen des großen Coups stand zwar über weite Teile im Fokus und ging gut über die Bühne, jedoch haben andere Titel hier weitaus spektakulärere und entsprechend unterhaltsamere Einblicke geliefert. Hier wurde alles viel zu simpel abgehandelt, im Gegenzug hierfür allerdings auch zu wenig auf andere Bereiche abgewälzt.

Action war Mangelware. Bot uns der Vorgänger noch einige knackige Gefechte, reduzierte sich hier alles auf eine durchschnittliche Verfolgungsjagd gen Finale. Immerhin gab es weiterhin kernige Sprüche und ebenso markante Typen – die vielleicht schon etwas zu überzeichnet erschienen und mehr „Aktionspräsenz“ hätten vertragen können.

Optisch machte der Streifen eine ausgezeichnete Figur. Die stark gefilterten Aufnahmen waren hochwertig, versprühten teilweise echtes Urlaubsfeeling und luden schnell zu abtauchen ein. Darüber hinaus leistete man sich technisch keine Mängel, schuf eine solide Immersion.

Die Voraussetzungen waren da, aber die Macher haben nicht genug daraus gemacht. Es hätte bei „Criminal Squad 2“ so richtig schön scheppern können, doch am Ende lieferte man uns nur eine mittelprächtige Heist-Geschichte, die man unzählige Male trickreicher präsentiert bekam.

Fotocopyright: Constantin Film (Universal Pictures)

Die Goonies

Inhat

Um den Abriss ihrer Häuser zu verhindern, nutzten ein paar Jugendliche ein letztes gemeinsames Wochenende zur Suche nach einem Piratenschatz…

Fazit

„Die Goonies“ sind nicht nur Kult, sondern im Laufe der Jahre eigentlich auch zu einem Kulturgut geworden. Jeder ernsthafte Filmfan (zumindest als Kind der 80iger) sollte diesen Streifen in der Sammlung haben und ihn vermutlich so feiern wie ich.

„Die Goonies“ ist der perfekte Abenteuerfilm, der sich an alle Zielgruppen richtet und in jeder Phase meine Lebens bestens funktioniert hat. Richtet sich ein „Indiana Jones“ (den ich natürlich auch als Kind geliebt habe) eher an ein älteres Publikum, schaffen „Die Goonies“ ein Band über alle Generationen hinweg.

Während die Geschichte eigentlich war nicht mal so spektakulär war, sind es vor allem seine Figuren und der allgegenwärtige Charme seiner Entstehungszeit, was für Gänsehaut sorgt. Die gut geschriebenen Figuren wuchsen rasch ans Herz und bei der bunten Vielfalt an Kids ist für Jeden die passende Identifikationsfigur dabei.

Das Pacing war perfekt. Lustige Dialoge, Action und ein jede Menge Abenteuer-Vibes hielten sich präzise die Waage. Langweilige wurde es nie, dafür teilweise aber recht gruslig für das anvisierte Publikum. So wurden unsre Kinderprotagonisten mit Leichen (inkl. Kopfschüssen) und Skeleten konfrontiert – könnte ich mir heute bei einem solchen Titel gar nicht mehr so recht vorstellen. Geschadet hat es jedenfalls nicht.

Die Chemie aller Darsteller hat hervorragend gepasst und selbst für die markanten Bösewichter blieb viel an Sympathie übrig. Jede Rolle wurde nicht nur mit viel Fingerspitzengefühl besetzt, sondern auch optisch (Kleidung) raffiniert und nachhaltig in Szene gesetzt. Aus heutiger Sicht ist der Blick auf beispielsweise einen noch sehr jungen Josh Brolin extrem witzig – mit diesem Film haben eben auch Karieren angefangen oder wurden zumindest ausgebaut.

Viel muss man zu diesem Kultfilm eigentlich nicht mehr schreiben. „Die Goonies“ sollte Jeder kennen und vermutlich auch lieben. Sie waren nicht unbedingt der Vorreiter ihrer Gattung, aber definitiv einer der besseren Vertreter seiner Sorte und bei jeder Sichtung ein großer Spaß ohne Abnutzungserscheinungen. Bedenken habe ich nur bei einer seit langer Zeit angekündigter Fortsetzung, deren Pläne nun immer konkreter zu scheinen werden – aber ansonsten gibt es zumindest bei diesem Erstling nichts zu mäkeln. Vielleicht hätte man einen neuen Teil seinerzeit etwas rascher nachsieben können…

Fotocopyright: Warner

Mr. No Pain

Inhalt

Nate leidet an einer selten Krankheit, die ihn Resistent geben Schmerzen macht. Für die Einen ist er damit eine Art von Superheld, für sich selbst ist er nur ein einsamer Mensch mit stark eingeschränkten Selbstvertrauen. Er arbeitet auf einer Bank und als diese überfallen wird, nimmt er seinen Mut zusammen, verfolgt die Ganoven auf eigene Faust…

Fazit

Auch wenn ich beim Anblick des Posters zuerst irgendwie an eine Fortsetzung von „Nobody“ gedacht habe, war ich nach der Sichtung (und dem Gang aus dem Kinosaal) am Ende nicht enttäuscht von diesem Film.

„Mr. No Pain“ besaß eine witzige Prämisse, die die Macher bis zum Ende ideal ausnutzen konnten und uns eine unterhaltsame Zeit bescherten. Dabei war der Film niemals so richtig hochwertig oder genial, doch zu keiner Minute langweilig oder uninteressant. Das Pacing war super und auf dem Schirm war immer etwas los.

Zunächst habe ich bei den hier zu Grunde liegenden Gegebenheiten eine herbere Gangart erwartet, doch die Macher haben so eigentlich den perfekten Mittelwerk aus ansatzweise vorhandener Glaubwürdigkeit und dennoch deftigen Knochenbrüchen geschafft. Unsere liebenswerte Hauptfigur wurde nicht zu heftig rangenommen und hatte stets noch eine halbwegs realistische Chance aus seinen misslichen Lagen herauszukommen.

Technisch gab es nichts zu Mäkeln. Der Film kam mit einer hochwertigen Optik, entsprechenden Zeitrafferaufnahmen und einen coolen Soundtrack daher. Jack Quaid hat toll performt und den Zuschauer schmerzlich an seinen Wunden teilhaben lassen. Seine Bösewichte waren dagegen etwas blas, gingen aber als Standard-Kanonenfutter schon in Ordnung.

Ob das Werk in heutigen Zeiten wirklich eine FSK18 verdient hat, sei mal dahin gestellt – sonst gab es hier aber tatsächlich nichts zu kritisieren. Kurzweil wurde hier extrem groß geschrieben und die Zeit im Lichtspielhaus verging fast wie im Flug. Wer kein Problem mit offen dargestellten Knochenbrüchen oder dem Entfernen von Kugeln in Eigenregie hat, darf gerne mal einen Blick riskieren. „Mr. No Pain“ ist sicherlich nicht perfekt, aber zumindest auf einem sehr hohen Niveau in Sachen Popcorn-Unterhaltung.

Fotocopyright: ‎ Paramount Pictures (Universal Pictures)

Flight

Inhalt

Pilot Whip Whitaker gelingt es eine abstürzende Maschine mit einem waghalsigen Kommando unter Kontrolle zu bringen und die meisten seiner Passagiere zu retten. Auf den ersten Blick wirkt der tollkühne Sunnyboy wie ein echter Held, doch Zweifel an seinem Promillespiegel und Drogenkonsum rücken die technischen Ausfälle seiner Maschine eher in den Hintergrund…

Fazit

„Flight“ ist nicht nur eine grandiose One-Man-Show von Denzel Washington, sondern auch ein Werk mit moralischen Diskrepanzen – die uns wie ein roter Faden durch die gesamte Handlung begleiten und deren Ende bis zur letzten Minute eigentlich nicht ganz klar erscheint.

Die Geschichte ist ernst zu eigentlich eher trocken, weshalb seine durchaus lockere Erzählweise das Ganze kurzweilig hält und uns stellenweise sogar ein kleines Lächeln abzuringen vermag. Kuriose Nebenfiguren wie die von John Goodman passen hier überhaupt nicht hinein und sind vielleicht auch deshalb so genial in ihrem Auftritt.

Washington hat kaum zuvor besser performt, den drogensüchtigen Piloten mit Glaubwürdigkeit und viel Gänsehaut verkörpert. Man konnte sich gut in ihn hineindenken und somit leider auch manch zweifelhaften Schachzug prima verstehen. Man fühlte den Druck auf seine Person und wie machtlos er sich einigen Prozessen ergeben musste.

Inspiriert von wahren Gegebenheiten und mit einem sehenswerten Hauptdarsteller hat Regisseur Robert Zemeckis ein packendes Drama abgeliefert, dass durchaus einige Zeit im Gedächtnis verweilen wird. Zwar wurde das Geschehen im Schlusspart in korrekte Bahnen gelenkt, doch der Weg dorthin war spannend und mit vielen Überlegungen geprägt. Unterm Strich ein toller Film.

Fotocopyright:

The Box – Du bist das Experiment

Inhalt

Die USA in den 1970iger Jahren. Eine junge Familie wird vor eine kuriose Entscheidung gestellt. Ein Unbekannter überbringt ihnen eine mysteriöse Box mit einem roten Knopf darauf. Sollte dieser Knopf betätigt werden, stirbt irgendwo auf der Welt ein Mensch, doch im Gegenzug hierfür erhält man sofort eine Millionen Dollar…

Fazit

„The Box“ ist einer jener Filme, die schwer greifbar und somit eigentlich auch schwierig zu bewerten sind. Quasi in den aller letzten Filmsekunden ist der vermeintliche Groschen gefallen, doch noch während des Abspannes haderte man mit seiner Einstufung.

Die abgedrehte Prämisse verlieh dem Streifen eine unglaubliche Spannung, wurde ihm erzählerisch aber auch etwas zum Verhängnis. Man spürte früh, dass wohl nicht alle Fragen mit Logik beantwortet werden und entsprechend lief den Machern irgendwann die Zeit davon, Fragezeichnen türmten sich auf.

Die Kernaussage war im Grunde nicht verkehrt, wurde aber vielleicht einen Ticken zu kompliziert an den Zuschauer gebracht und man wäre mit einer einfacheren Darstellung besser bedient gewesen. Wie dem aber auch sei, vor allem die sympathischen Darsteller trugen das undurchsichtige Spiel und legten eine gute Leistung an den Tag.

Während Diaz und Marsden ein glaubwürdiges Ehepaar präsentierten, sorgte ein gewohnt markanter Frank Langella für leichte Schauer. Ihm sind solche Rollen auf den Leib geschneidert und er verlieh dem Ganzen einen gewissen Stil. Die ruhige Inszenierung rundete das düstere Gesamtbild wunderbar ab, der unauffällige Soundtrack trug seinen Teil zum Gelingen bei.

Wer nicht großartig nach Logik fragt und sich schmerzfrei in einer bizarren Geschichte fallen lassen kann, liegt bei diesem Titel nicht unbedingt verkehrt. Am Ende war ich zwar ein wenig ernüchtert, doch ehrlicherweise wurde ich während des Schauens durchwegs passabel bei Laune gehalten und habe nur selten auf die Uhr geschaut. Unterm Strich also ein solider Streifen mit zumindest interessanten Ansatzpunkten – der im besten Fall einfach schnell wieder vergessen ist und (wie in meinem Fall) in ein paar Jahren nochmal erwartungsvoll geschaut werden kann.

Fotocopyright: Constantin Film (Universal Pictures)

Der blutige Pfad Gottes

Inhalt

Nach einer wüsten Schlägerei mit Todesfolge und anschließendem Freispruch aus Notwehr werden die Brüder Conor und Murphy McManus in ihren Kreisen als Helden verehrt, sogar von vielen Polizisten wohlwollend betrachtet. Sie haben es sich gewagt mit der Russenmafia anzulegen und scheinbar ist auf ihrem Feldzug für Gerechtigkeit dank göttlicher Einfügung noch kein Ende in Sicht…

Fazit

An einem Film wie „Der blutige Pfad Gottes“ scheiden sich die Geister. Bei seiner ersten Sichtung (damals noch auf VHS-Kassette ganz klassisch aus der Videothek ausgeliehen) hat mir der Streifen noch überhaupt gefallen, zählte beinahe zu den schlechtesten der bisher gesehenen Filmen überhaupt. Jahre später bekam das Teil dann immer mal wieder eine Chance (von der DVD bis zum Blu-Ray-Steelbook hin) und so langsam entwickelte sich ein gewisser Kult-Charakter, dem man sich mittlerweile nur schwerlich entziehen kann.

Der Film ist so schlecht, dass er im Grunde schon wieder gut ist. Seine Action- (und komödienhaften) Szenen sind teils so absurd, dass sie schon wieder für Lacher sorgen, sogar bei wiederholter Sichtung nunmehr freudig erwartet werden. Die Dialoge und Zitate sind ebenfalls eine Sache für sich, machen das seltsame Konstrukt aber erst richtig rund, verpassen ihm einen passenden Anstrich.

Der pseudo-göttliche Rachefeldzug bot ein gutes Pacing, obwohl hin und wieder schon ein paar kleinere Längen zu verzeichnen waren. Man hätte einige Szenen leicht einkürzen, andere wiederum ruhig ein wenig ausbauen können – was höchstwahrscheinlich eine Frage des Budgets gewesen sein mag. Gerne hätte ich ein bisschen mehr an Action gesehen – den hier lag eine große Stärke des Streifens.

Die Schusswechsel und Keilereien waren sehr hübsch choreografiert und mit hervorragender Situationskomik verbunden. Der Titel bewahrte einen ernsteren Grundton, kam trotzdem recht locker und gut bekömmlich daher. Man bewies Geschick für Selbstironie und schwarzen Humor.

Die Darsteller haben ihre Sache – im gegebenen Rahmen – solide und ohne Mäkel absolviert. Der damals noch relativ unbekannte Norman Reedus kam schon mit bekannt-markanter und Mine daher, stand allerdings etwas im Schatten einen gewohnt schrägen William Dafoe, der für solche Auftritte einfach wie geschaffen ist.

Ob der vermeintliche Kultstatus gerechtfertigt ist, vermag ich nicht zu sagen. Fakt ist, dass er im Laufe der Jahre gehörig in meiner Gunst gestiegen ist, trotzdem aber noch nicht zur Speerspitze des Genres gehört und eine Empfehlung nur eingeschränkt ausgesprochen werden kann. Der Film hat seine wirklich guten Momente (und einen tollen Dafoe), überzeugt aber nicht überall zu hundertprozentig. Interessierte sollten sich auf jeden Fall einfach mal selbst ein Bild machen – mit knappen 1,5 Stunden wäre im Notfall auch nicht zu viel Zeit verschwendet.

Fotocopyright: Alive AG

A Complete Unknown

Inhalt

Die USA in den frühen 1960iger Jahren. Den jungen Robert Zimmermann verschlägt es in das Künstler-Milieu von New York, wo er mit seiner Gitarre, seinem Gesang und vor allem wegen seiner außergewöhnlichen Texte schnell Aufmerksamkeit erhält. Unter dem Pseudonym Bob Dylan nimmt er bald seine erste Platte auf und die Kariere läuft an…

Fazit

Eine gute Biografie steht und fällt vor allem mit ihren Darstellern und hier konnte mich „A Complete Unknown“ absolut begeistern. Timothée Chalamet verkörpert den jungen Bob Dylan nicht nur mit extremer Hingabe, sondern punktet vor allem mit der immensen optischen Ähnlichkeit zu seiner Figur. Wo hier andere Werke patzen, zog dieser Titel ab der ersten Sekunde seine volle Aufmerksamkeit auf sich und hielt seine Anziehungskraft bis zum bitteren Ende bei.

Natürlich sollte man schon ein Faible für das Folk-Musikgenre bzw. in besondere auch die Werke von Dylan haben, da man sich sonst vielleicht nicht so gut mit dem Geschehen anfreunden kann. Mir als Fan des Ausnahmekünstlers wurden (nicht nur wegen dem grandiosen Darsteller, auch selbstverständlich wegen der sagenhaft performten Stücke) sämtliche offene Türen eingerannt und ich konnte für knappe 2,5 Stunden vollends im Treiben versinken.

Das Pacing war hervorragend und exakt. Der recht ruhig, dialoglastige und überhaupt sehr kleinlaute Film (im Bezug auf Wendungen, unnötige Effekthascherei, etc.) zog fast schon hypnotisierend in seinen Bann und schilderte die wahre (Anfangs-)Geschichte von Dylan hervorragend, leicht verständlich und trotz seltsamer Anwandlungen seiner Hauptfigur sehr greifbar.

Man konnte sich gut in den Kopf des jungen Mannes hineindenken, seine Motivationen (im positiven, wie im negativen Sinne) vollends verstehen – wo ja grade bei seinen Texten nicht immer eindeutige Aussagen zum Besten gegeben werden. Es wurde außerdem recht verständlich geschildert, wie einige seiner berühmten Werke entstanden sind und in welchem Kontext sie zum ersten Mal vorgetragen wurden.

Optisch wirkte der Film herrlich altbacken und trotzdem irgendwie auch modern. Der Look entsprach seiner dargestellten Epoche und kam dennoch recht edel und „teuer“ daher. Bekannte Ansichten (z.B. bei Fotoshootings für Cover bekannter Alben) und ikonische Kostüme bauten eine gelungene Immersion auf, ließen keinen Zweifel an der Handwerkskunst von James Mangold und seinem Team.

Wie Eingangs erwähnt, stach Timothée Chalamet mit seiner grandiosen, teils schon gänsehauterregenden Darstellung hervor, doch auch der Rest vom Cast musste sich nicht hinter seinem Glanzauftritt verstecken. Sei es nun eine tolle Monica Barbaro, die als Joan Baez ebenso überzeugte oder ein Edward Norton, den ich tatsächlich erst beim dritten Hinschauen erkannt habe.

„A Complete Unknown“ beleuchtete nur einen recht überschaubaren Lebensabschnitt seines Hauptprotagonisten, gab sich dabei aber in vielerlei Hinsicht große Mühe und brachte die wesentlichen Dinge auf den Punkt. Wer sich auch nur ansatzweise für Dylan oder zumindest für gut gemachte Biografien interessiert, sollte hier auf jeden Fall einen Blick wagen. Für mich war der Streifen eine packende, unterhaltsame und zuweilen zum Staunen animierende Angelegenheit, die bei nachträglichen Denken an die großartigen Songs mal wieder für Schauer auf dem Rücken sorgt. Großartiges Kino mit einem noch großartigeren Hauptdarsteller!

Fotocopyright: Searchlight Pictures

Careful What You Wish For

Inhalt

Wie jeden Sommer verbringt Doug seine Ferien mit den Eltern in ihrem Haus am See. Diesmal allerdings sind neue Nachbarn eingezogen und die Ehefrau des wohlhabenden Investmentbankers verdreht dem Jugendlichen gehörig den Kopf, überredet ihn zu einer unmöglichen Tat…

Fazit

Zufällig bin ich bei Prime auf diesen Titel gestolpert und war am Ende auch froh, kein großartiges Geld hierfür auf den Kopf gehauen zu haben. Der Film an sich war zwar nicht unbedingt schlecht und unterhielt (nicht zuletzt auch wegen seiner kompakten Spielzeit) recht gut, doch er erfand das berühmte Rad einfach nicht neu und lieferte keinerlei überraschenden Wendungen.

Die Geschichte verlief nach bewährtem Schema und versuchte immerhin mit einer bezaubernden Hauptdarstellerin ein wenig von den ausgetrampelten Pfaden abzulenken, möglicherweise auf kleinere Varianten der allseits bekannten Handlung aufzuzeigen. Leider blieb es hier beim Versuchen und die Macher haben sich um keinerlei neue Impulse bemüht, waren durchwegs auf „Nummer sicher“ erpicht.

Für mein Empfinden hat die Chemie der Darsteller nicht so ganz gepasst. Allesamt lieferten eine solide Vorstellung ab, doch deren Zusammenspiel hätte ein wenig runder sein dürfen. Sicherlich beruhte das Konzept auf unterschiedlichen Figuren in möglicherweise auch unrealistischeren Konstellationen, doch irgendwie wollte der Funke bei mir nicht überspringen.

Nicht wirklich schlecht, aber auch nicht wirklich gut. Für einen kurzweiligen Abend taugt der Streifen zwar schon, auf mangelnde Innovationen und nicht immer perfekt miteinander harmonierende Figuren sollte man dabei aber vorbereitet sein. Zum einmaligen Anschauen geht der Titel klar, trotzdem bot man uns streng genommen nur substanzlose Durchschnittsware an.

Fotocopyright: LEONINE

Australia

Inhalt

Kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Eigentlich war eine feine englische Dame nur zu Besuch im australischen Hinterland, doch der überraschende Tod ihres Mannes bringt sie alsbald zur Übernahme der dort erworbenen Farm. Gemeinsam mit dem rauen Cowboy Drover versucht sie den Laden auf Vordermann zu bringen und ein lukratives Geschäft mit dem Militär einzutüten…

Fazit

Schon lange befindet sich die Scheibe von „Australia“ in der Sammlung, doch irgendwie habe ich immer mit der Sichtung gehadert. Die Werke von Luhrmann verspüren zwar allesamt eine gewisse Magie, doch nicht alle Werke konnten so richtig zu mir durchdringen. Nun konnte ich mich am Wochenende endlich einmal überwinden und habe mich mit Erfolg an die knappen 2,5 Stunden gewagt.

Der Film bot viele Elemente, die wir vom Regisseur gewohnt sind und ließ zum Glück auch von einigen unpassenderen Gegebenheiten ab. So präsentierte sich eine knallbunte, fast schon comicartige Optik, während man beispielweise auf unnötiges Geträllerte hierzu verzichten durfte. Auf der einen Seite wirkte das Setting durch seine grellen Farben und Kontraste etwas unwirklich, märchenhaft – trotzdem gingen kritische Untertöne und ernsthafte Hintergründe nicht verloren.

Der Erzählfluss war weitestgehend gut und das Tempo flott. Zur Eingewöhnung an Setting und bereits erwähnte Optik waren zwar ein paar Minuten notwendig, doch dann konnte man sich ganz passabel in die Handlung hineindenken. Man konnte zwar viele Passagen von ihrem Ablauf vorhersehen, dennoch blieb eine gewisse Spannungskurve aufrecht und wollte miterlebt werden. Gegen Ende jedoch zog sich das Geschehen für meinen Geschmack dennoch einen Ticken zu lang, die Geschichte rund um die „Wiedereroberung“ des kleinen Jungen kam mir etwas aufgesetzt vor.

Mit Nicole Kidman und Hugh Jackman hat man zwei passende und vor allem zueinander passende Hauptdarsteller erwählt, die mit einigen durchaus bekannteren (australischen) Gesichtern in Nebenrollen (u.A. Ben Mendelsohn) hervorragend ergänzt wurden. Sie verlieren ihren Figuren ausreichende Tiefe und vor allem deren veränderte Beziehung zueinander wurde hinreichend begründet. Das Kostümdesign erfüllte hierbei ebenfalls die Erwartungen an ein opulentes Werk von Luhrmann.

„Romeo & Julia“ wird wohl auf Ewig mein Favorit des Meisters bleiben, aber immerhin reiht sich „Australia“ in die Riege seiner soliden und vor allem sehr fantasievollen Kunstwerke ein. Optik und Darsteller verdienen großes Lob, die Handlung hätte aber grade zum Finale hin deutlich mehr anziehen können. Der Film ist in Ordnung, nur einfach nicht so ganz mein Fall.

Fotocopyright: 20th Century Studios

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