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Kategorie: Filmbesprechungen (Seite 1 von 142)

The Majestic

Inhalt

Die USA in den 50iger Jahren. Hollywood-Autor Peter Appleton gerät aufgrund einer früheren Mitgliedschaft in einer fragwürdigen Studentenverbindung ins Visier der Behörden. Ihm werden kommunistische Umtriebe unterstellt, der Job bei einem großen Studio vorerst auf Eis gelegt. Frustriert schüttet er sich zu und landet nach einem scheren Autounfall und hierdurch erlittenen Gedächtnisverlust in einem kleinen Ort – an dem sich scheinbar jeder Anwohner an ihn in einem gänzlich anderen Zusammenhang erinnern kann…

Fazit

Als großen Fan von Jim Carrey würde ich mich nicht unbedingt bezeichnen und habe diesen Streifen wohl bewusst immer ein bisschen ausgeblendet. Das Cover war mir aus damaligen Videothekenbesuchen durchaus im Kopf präsent, dennoch hat mich das Werk nie sonderlich gereizt – bis er mir in den letzten Tagen zufällig bei Prime über den Weg gelaufen ist.

Besonders gut gefiel mir hier die nüchterne und irgendwo sehr schöne Inszenierung, die uns schnell in einem Amerika der 50iger Jahre abtauchen ließ. Man konnte rasch im Szenario versinken und (gerade als Filmfan) auch die vielen kleinen Details am Rande genießen.

Der Film war sehr ruhig, besaß aber einen insgesamt recht passablen Flow – insofern man sich auf diese Gangart eingestellt hat. Action oder temporeiche Momente suchte man vergebens, dafür wurde oft auf das bewusste Betätigen der Handbremse gesetzt. Alles wirkte sehr entschleunigt, aber glücklicherweise nie unterinteressant.

Die Prämisse rund um den Wiederkehrten Luke hielt die Spannungskurve bis zum bitteren Ende oben, der rote Faden war dabei stets deutlich zu erkennen und der Zuschauer konnte obendrein ein wenig Miträtseln. Erst beim Finale wurde dann zwar die eigentliche Aussage der Macher offenbart, doch die Genremischung ging bis dato recht gut auf.

Im Gegensatz zu den meisten der Werke von Carrey gab sich „The Majestic“ eher ernst und auf Dramatik getrimmt, witzige Momente waren eher Mangelware. Immerhin konnte der beliebte (aber mittlerweile vielleicht auch ein wenig umstrittene) Akteur beweisen, wie toll er Abseits von „Dumm und Dümmer“ oder „Ace Ventura“ performen konnte und überzeugte auf ganzer Linie.

Überhaupt war der Cast recht beachtenswert und bis auf die kleinste Nebenrolle mit bekannten Gesichtern bestückt. Martin Landau, Jeffrey DeMunn oder gar ein Bruce Campbell gaben sich ein nettes Stelldichein und sorgten für ein wohliges Befinden. Technisch gab es (wie bereits erwähnt) sowieso nichts zu bemängeln. Die alten Tage wurden glaubhaft rekonstruiert, der Soundtrack hierzu passend gewählt.

Bei „The Majestic“ wusste ich zunächst nicht, ob ein Mystery-Thriller oder einfach nur ein waschechtes Drama vermittelt werden sollte. Der Film bediente sich vieler Elemente, blieb dabei aber angenehm bodenständig und stieß höchstens bei ein paar fragwürdigen Aussage bei seiner letzten Szene vor Gericht ein wenig auf. Für Filmliebhaber wurde jedenfalls Einiges geboten und trotz seinem starken Fokus auf Schnulze gibt es von mir eine kleine Empfehlung.

Fotocopyright: Warner Home Video

Legion

Inhalt

Eine kleine Raststätte am Rande zum Nirgendwo. Mehrere Menschen treffen hier mehr oder weniger freiwillig aufeinander und bemerken, dass der Kontakt zum Rest der Welt scheinbar abgebrochen ist. Kurz darauf werden sie von Plagen heimgesucht und von seltsamen Wesen angegriffen…

Fazit

Schon vor Jahren habe ich geschrieben, dass mich „Legion“ maßlos enttäuscht hat und an diesem eher ernüchternden Eindruck hat sich noch immer nichts verändert. Grundsätzlich mag die Geschichte gar nicht mal so uninteressant daher kommen, doch die eintönige Umsetzung sprach nicht gerade für die Eingangs erhoffte Kreativität der Autoren.

Obwohl der Streifen bereits im Auftakt ein klein wenig mehr Tempo hätte an den Tag legen dürfen, entfaltete sich ein gewisser Spannungsbogen, der zunächst Lust auf Mehr gemacht hat. Man riss eine interessanten Plot an, formulierte ihn jedoch nicht befriedigend aus und ließ ihn in einem stumpfen Geballer versickern.

Immer wieder wurde das Dinner von Gegnerhorden überrannt und immer wieder schlugen die tapferen Besucher diese zurück. Das Prinzip nutzte sich schnell ab und die Frage nach der Sinnhaftigkeit der Dinge drängte sich immer mehr auf. Man verlor die gar nicht mal so schlechten Ansätze um gefallene Engel völlig aus den Augen, mündete in lahmer Daueraction.

Die Darsteller haben ihre Sache solide, aber nicht wirklich überzeugend erledigt. Dennis Quaid und Paul Bettany blieben hinter den Erwartungen zurück, Lucas Black und Tyrese Gibson gefielen überhaupt nicht. Sie kämpften fortwährend gegen das mäßig inszenierte Szenario an, verhalfen dem Treiben nicht zu neuen Höhenflügen.

Die Optik war sicherlich noch das größte Highlight. Das Werk schaute jederzeit passabel aus, gab sich in Sachen CGI keine Blöße und der wummernde Sound machte Laune. Hier wirkte nichts wie billiger Trash und ein gewisses Kinofeeling war nicht von der Hand zu weißen.

„Legion“ hatte Potential und war zumindest in technischer Hinsicht ganz solide, doch unterm Strich konnte ich dem kruden Treiben nicht viel abgewinnen. Selbst aus Sicht eines simplen Actionfilmes funktioniert das Konstrukt nicht sonderlich gut, nutzte sich schnell ab und servierte keine allzu erinnerungswürdigen Momente.

Fotocopyright: Sony Pictures Entertainment (PLAION PICTURES)

Angel Heart

Aufgrund aktueller Sichtung wurde dieses Review aus dem Archiv übernommen und hier sauber formatiert. Möglichweise wurden einige Passagen überarbeitet und die Wertung nach aktuellen Maßstäben noch einmal korrigiert.

Inhalt

Einst war Johnny Favorite ein beliebter Sänger, doch in den Wirren des Zweiten Weltkrieges hat sich seine Spur verloren. Geschäftsmann Louis Cyphre wartet auf Rückzahlungen des Künstlers und heuert daher den Privatdetektiv Harry Angel an. Dieser soll Favorite aufspüren, doch je länger er den Vermissten sucht, desto mehr Leichen pflastern seinen Weg…

Fazit

Schon seit meiner frühen Jugend versprühte dieser Film eine Magie, der man sich noch immer schwerlich entziehen kann. „Angel Heart“ kombiniert so geschickt die Elemente eines klassischen Detektiv-Filmes mit spannendem Grusel und seine Auflösung schockiert noch jedes Mal.

„Angel Heart“ ist ein echter Sonderfall. Obwohl sich die Auflösung eigentlich schon bei der ersten Sichtung abzeichnete und die Handlung nach dutzenden Sichtungen hinreichend bekannt ist, fesselt seine meisterhafte Umsetzung noch immer an den Schirm. Alan Parker schuf hier einen Horrortrip, der wirklich nachhaltig im Gedächtnis blieb und selbst wenig Interessierte an der Voodoo-Materie (wie mich) vollends abholen durfte.

Man wurde mit Motiven und Motivationen versorgt, bekam ein ausreichendes Verständnis für bestimmte Traditionen und Verhaltensweisen – ohne dabei unnötig in die Tiefe zu gehen. Man schnitt alles im passenden Rahmen an und platzierte seine intelligent konstruierte Geschichte inmitten dieser Gegebenheiten.

Der Streifen besaß so viele kleine Details und Anspielungen, die man gar nicht auf den ersten Blick erfassen konnte. Es wurden nicht nur viele Figuren und Geschichten angerissen, sondern auch enorm viel mit Bildsprache gearbeitet. So wurden selbst kleine, augenscheinlich eher unbedeutende Elemente zu wichtigen Randnotizen und halfen letztlich bei der Rekonstruktion der kompletten Ereignisse.

Es wurden religiöse Symbole und Rituale vermengt, letztlich aber zu einem glaubwürdigen Konstrukt zusammengelegt und dabei nicht über das Ziel hinausgeschossen. Noch immer stand der Mensch als Bestie im Vordergrund, auch wenn uns dies hier herrlich unterschwellig vermittelt und nicht mit dem Holzhammer eingebläut wurde.

Mickey Rourke befand sich damals auf dem Zenit seines Schaffens. Er ging vollkommen in der Rolle des Harry Angel auf und zog den Zuschauer trotz einiger fragwürdiger Ermittlungsmethoden stets auf seine Seite. Man konnte sich unerwartet gut in seine Lage hineindenken, seine Sorgen und Ängste zweifelsfrei mit ihm teilen. Ihm wurde die Figur einfach auf den Leib geschneidert.

Ihm gegenüber stand nicht nur eine äußerst freizügige und ebenfalls enorm überzeugende Lisa Bonet, sondern auch ein diabolischer Robert DeNiro, der allein mit seiner Präsenz immer wieder für Schauer auf dem Rücken sorgte. Abgerundet wurden diese bemerkenswerten Auftritte durch eine schön düstere Inszenierung, die mit blassen Bildern und seinem passenden Soundtrack, der stets genau den richtigen Nerv getroffen hat.

„Angel Heart“ ist ein Kultfilm und landet zurecht in regelmäßigen Abständen auf der heimischen Leinwand. Seine starke Inszenierung und sein extrem gefälliger Cast üben eine hypnotische Wirkung aus und gehen unter die Haut. Ich beneide Jeden, der diesen Trip zum ersten Mal erleben darf und an Ende so staunend wie ich einst als junger Knabe vor dem Bildschirm hockt. Ein echter Klassiker, der definitiv in keiner gut sortierten Sammlung fehlen darf.

Fotocopyright: Studiocanal

Sie liebt ihn – sie liebt ihn nicht

Inhalt

Für die bezaubernde Helen ist es kein guter Tag. Erst verliert sie ihren Job in einer Werbeagentur, dann erwischt sie ihren Kerl mit einer anderen im Bett. Doch was passiert, wenn Helen nicht vorzeitig nach Hause geschickt worden wäre und sich zumindest ihr Privatleben anders entwickelt hätte?

Fazit

„Sie liebt ihn – sie liebt ihn nicht“ war ein Film, der zumindest am Anfang etwas Aufmerksamkeit erforderte und zunächst etwas unübersichtlich daher kam. Die Macher präsentierten uns hier unterschiedliche Handlungsabläufe, die fortwährend parallel zueinander erzählt wurden und verschiedene Abzweigungen des Lebens von Helen aufzeigten.

Hatte man sich an die unkonventionelle Herangehensweise gewöhnt, entfaltete sich eine nette und weitestgehend auch recht unterhaltsame Geschichte – die enorm von ihrer liebenswerten Hauptfigur (Gwyneth Paltrow) profitierte.

Paltrow trug das Geschehen über weite Teile von allein, überzeugte in ihren unterschiedlich verlaufenden Schicksalen und bot stets einen guten Anker zur Identifikation. Sie spielte ihre Filmpartner an die Wand, stach mehr als deutlich vom Rest empor und rettete das Geschehen immer wieder vor aufkeimender Bedeutungslosigkeit.

Der Film an sich besaß nämlich ein paar Schwächen, die selbst von einer tollen Hauptfigur nicht vollends hinweggelächelt werden konnten. So schlichen sich in aller Regelmäßigkeit ein paar unschöne Längen ein und das Schicksal von Helen schien dabei fast egal zu werden. Das Gebotene plätscherte nach witzigen Wendungen immer mal wieder vor sich hin, bot insgesamt viel zu wenige Überraschungen.

Im Grunde lieferten uns die Macher (immerhin handwerklich solide gemacht) lediglich zwei recht bodenständige Werke (die eben inszenatorisch geschickt miteinander verwoben wurden) – aber jedoch nicht das geniale Gesamtpaket mit erinnerungswürdigen Momenten. Alles war arg zahm, austauschbar, hob sich nur durch seine Aufmachung ein bisschen aus der breiten Masse hervor.

„Sie liebt ihn – sie liebt ihn nicht“ lebte von einer tollen Paltrow und dem Charme der 90iger Jahre, der durch ein eher ausgewaschenes und krisseliges HD-Bild zusätzlich unterstrichen wurde. Ich lobe die klugen Ansätze, moniere aber deren zu bodenständigen Kern und ein paar Durchhänger bei der Umsetzung. Für mal eben Zwischendurch geht der Streifen in Ordnung, aber unterm Strich wars für mich nicht der große Wurf.

Fotocopyright: Alive AG

The Gateway – Im Griff des Kartells

Inhalt

Parker ist Sozialarbeiter, der manchmal keinen ausreichenden Abstand zu seinen Kunden findet und hin und wieder auch seine Aggressionen nicht im Griff hat. Selbst nach seiner Kündigung behält er eine Familie genauer im Blick und gerät damit in die Schusslinie eines Drogenkartells…

Fazit

Für mich war „The Gateway“ in erster Linie eine Präsentation der Fähigkeiten von Shea Whigham, der seine Sache hier wirklich ganz vorzüglich erledigt hat und als unkonventioneller Streetworker durchaus überzeugen konnte. Er gab seinem Charakter Kontur und vor allem die notwendige Glaubwürdigkeit, um prima im Szenario zu versinken, sogar manch kleinen Patzer in der Handlung zu schlucken.

Verwackelte Aufnahmen und ein paar verzerrte Kameraperspektiven haben mir zunächst den Einstieg in den Film erschwert, doch glücklicherweise hat das Geschehen zur richtigen Zeit in einen normalen Modus gewechselt und lieferte uns fortan weniger anstrengende und hochwertigere Bilder. Man kam dann schnell in die Welt von Parker hinein, konnte seine Motivationen absolut nachvollziehen und folgte gebannt der Dinge, die da kamen.

Die Erzählweise des Streifens war überwiegend ruhig, dafür aber sehr kurzweilig. Der Spannungsaufbau war behutsam, aber gelungen. Man spürte rasch, dass sich die Ereignisse im Lauf der Zeit wohl immer weiter zuspitzen werden, doch man machte nie einen drängenden Eindruck. Man ließ das Ganze schön gemächlich eskalieren, bis das unausweichliche Finale stattfinden würde.

Die Geschichte hat im Großen und Ganzen gut gefallen. Sie wirkte jetzt nicht unbedingt aus dem Alltag gegriffen, doch behielt viele glaubwürdige Elemente inne. Man konnte sich das Szenario also durchaus problemlos vorstellen und sah das Leben nicht zu weit davon weg. Vielleicht waren einige Aktionen einen Tick zu weit drüber (oder einfach nur nicht ausreichend plausibel begründet), aber auch der gefällige Cast macht hier Einiges wieder wett.

Neben dem bereits erwähnten Whigham hat sich auch der Rest seiner Kollegen keine Blöße geleistet. Der vergleichsweise kleine Auftritt von Frank Grillo fand ich der Sache dabei nur zuträglich, sonst hätte das Werk in meinen Augen einen anderen Charme bekommen. Für mich ist er zwar ein gern gesehener B-Movie Action-Star, doch lag war der Fokus überwiegend woanders.

Viel erwartet habe ich ehrlich gesagt nicht und wurde am Ende mehr als angenehm überrascht. „The Gateway“ war mal ein Blindkauf im Euroshop und hat sich unterm Strich als unterhaltsames Thriller-Drama herausgestellt. Vor allem der Auftritt von Shea Whigham hat mich hierbei ein wenig geflashed und ansonsten war die Geschichte und deren Umsetzung absolut in Ordnung. Unterm Strich also ein echt passabler Streifen mit hohem Unterhaltungswert.

Fotocopyright: Splendid Film/WVG

Rats on Train

Inhalt

Die Passagiere eines Zuges werden von einer wilden Rattenplage überrascht und nur wenigen gelingt die Flucht aus den überfluteten Abteilen. In einem kleinen Örtchen wollen die Überlebenden nach einem Mittel gegen die Seuche suchen, doch leider haben auch hier die Nager bereits zugeschlagen…

Fazit

Ob es nun Schlangen in einem Flugzeug oder eben Ratten in einem Zug sind. Filme wie diese sollten mit den richtigen Erwartungen angegangen werden und dann kann man eventuell einen Funken an Unterhaltung aus ihnen herausziehen. „Rats on Train“ ließ mich dennoch ein wenig kalt.

Über Sinn und Unsinn der Story muss man nicht diskutieren. Die Macher stellten eine vermeintlich witzige Prämisse in den Raum und ließen den Zuschauer am wilden Treiben teilhaben. Das funktionierte aber insgesamt nur bedingt gut, da einige Faktoren nicht wirklich ausgereift erschienen und selbst mit der passenden Herangehensweise kollidierten.

Es war klar, dass man viel auf CGI setzen würde – was an sich auch überhaupt nicht verwerflich gewesen wäre. Leider schwankt die Qualität der Effekte derart, dass man sich oft fragt, wann dieser Streifen wohl produziert worden sei. Auf ein paar hübsche Kamerafahrten und furchteinflößende Nager-Attacken folgten direkt wieder ein paar Szenen, die nicht vollständig „ausgerendert“ wirkten und dem Szenario spürbar den Schrecken nahmen.

Gegen unfreiwillige Komik wäre (grade bei einem solchen Titel) eigentlich nichts einzuwenden gewesen, doch dem Erzählfluss kamen diese Patzer leider nicht zu Gute. Übe weite Teile plätscherte das Geschehen vor sich hin und ließ einen echten Spannungsbogen vermissen. Irgendwann waren die Schicksale unserer austauschbaren Charaktere herzlich egal und der Ausgang spielte eine insgesamt sehr untergeordnete Rolle.

Die Idee mag beim ersten Hinhören witzig geklungen haben, doch die Umsetzung war in meinen Augen einfach nichts Besonders. Es gab nur wenige Highlights, dafür ein paar störende Durchhänger und eine vergleichsweise mittelprächtige Inszenierung. Ich habe die Scheibe günstig im Euroshop abgegriffen und von daher hält sich der Frust in Grenzen. Wenn ich mal wieder Bock auf solch einen Streifen habe, sollte es allerdings trashiger und spaßiger zugehen – hier haben die Macher ihre Chance einfach nicht ausreichend genutzt.

Fotocopyright: Splendid Film/WVG

The Lucky One – Für immer der Deine

Aufgrund aktueller Sichtung wurde dieses Review aus dem Archiv übernommen und hier sauber formatiert. Möglichweise wurden einige Passagen überarbeitet und die Wertung nach aktuellen Maßstäben noch einmal korrigiert.

Inhalt

Mitten in den Wirren des Irakkrieges findet der junge Soldat Logan Thibault das Foto einer hübschen Dame und klammert sich in seinen dunkelsten Stunden daran. Als er wieder in der Heimat ist, beschließt er den Schutzengel zu finden und für die Dienste als Glücksbringer zu danken…

Fazit

Nicht wirklich gut, aber auch nicht wirklich schlecht. „The Lucky One“ ist ein typischer „Sparks-Film“ mit allen bekannten Höhen und Tiefen. Die Geschichte war eher simpel gestrickt und echte Zweifel an einem Happy-End gab es eigentlich zu keiner Zeit.

Bei Adaptionen von Sparks kommt es weniger auf Spannung, vielmehr auf die gefühlvolle Umsetzung an und das ist den Machern hier weitestgehend gelungen. Sicherlich bot die Schnulze ein paar kleinere Leerläufe, doch insgesamt trugen die symphytischen Figuren die überschaubare Handlung recht ansehenlich.

Erneut wurden die Charaktere ein wenig überzeichnet, um dem Kitschfaktor etwas zu erhöhen – aber bei einer solchen Produktion ging das gerade noch so in Ordnung. Man wusste worauf man sich hier einlässt und so durfte man sich nicht über leicht unglaubwürdig konstruierte Elemente beklagen.

Zac Efron hat seinen Job – im gebotenen Rahmen – absolut befriedigend erledigt und gegenüber seinen Kollegen immer den richtigen Dackelblick an den Tag gelegt. Es war allerdings schade, dass man seine Traumata zwar zu Beginn offengelegt hat, jedoch immer weniger darauf eingegangen ist. Sicherlich mag er sich bei seiner neuen Liebe von den Schrecken des Krieges erholt haben, doch mir war die Abarbeitung dann leider einen Ticken zu oberflächlich und schnell geraten.

Unterm Strich war „The Lucky One“ ein solider Genrevertreter, der eine gewisse Checkliste abhakt und stets in sicheren Gewässern schwamm. Schon nach wenigen Minuten lag die vorherschaubare Geschichte klar auf der Hand und der Fokus konzentriert sich auf die Darsteller, die immerhin gut miteinander harmonierten und mit ihren gemeinsamen Momenten großenteils passabel bei Laune hielten.

Fotocopyright: Warner Bros (Universal Pictures)

A Man of Reason

Inhalt

Nach zehn Jahren im Gefängnis erfährt Su-hyuk, dass er mittlerweile eine Tochter hat. Er beschließt mit seinem bisherigen Leben abzuschließen und aus der Welt des Verbrechens auszusteigen. Leider sind die ehemaligen Auftraggeber mit dieser Entscheidung nicht einverstanden und der Neuanfang wird schwieriger als gedacht…

Fazit

Wo Action aus Südkorea draufsteht, ist auch Action aus Südkorea drin. Wo „A Man of Reason“ vielleicht nicht unbedingt mit einer innovativen Handlung punkten kann, überzeugen zumindest die etwas rabiateren Passagen auf ganzer Linie und übertünchen dabei auch ein paar kleinere Unzulänglichkeiten.

Handwerklich war der Streifen gut gemacht, bediente sich aktueller audiovisueller Stilmittel, war flott inszeniert und hübsch geschnitten. Die Bilder waren klar und vermittelten ein hochwertiges Flair. Die Choreografien der Fights war beachtlich und gab ebenfalls keinen Grund zur Klage. Auf dem Schirm war eigentlich immer was los, Kurzweil wurde oftmals ganz groß geschrieben.

In seinen etwas ruhigeren Passagen fuhr der Titel allerdings ein paar Gänge nach unten und so gab es dann doch ein paar kleinere Längen – die nunmehr umso stärker auf die austauschbare Handlung aufmerksam machten. Man hat alles irgendwo schon einmal gesehen und man fühlte sich deshalb von Gebotenen nicht übermäßig beeindruckt.

Man hatte das Gefühl, dass die Macher eine Checkliste abgearbeitet haben und dabei nicht unbedingt bahnbrechend neue Ideen auf dem Radar hatten. Der Streifen fühlt sich durchgeplant, routiniert, aber einfach auch zu sehr „auf Nummer Sicher“ an – was grade für eine Produktion aus Südkorea ein wenig schade ist. Ich schätze den frischen Wind aus diesem Land, doch hier wurde einfach viel zu wenig gewagt.

Wer einen durch und durch soliden Actionstreifen sucht, kann bei „A Man of Reason“ absolut bedenkenlos zugreifen. Der Film macht soweit alles richtig, wobei dies auf Kosten der Originalität ausgetragen wird. Ein paar schräge Typen und ein paar übertrieben wilde Krawallorgien sprechen nicht für die große Revolution, bieten aber immerhin weitreichend gute Unterhaltung und darauf kommt es am Ende irgendwo schon an.

Fotocopyright: Splendid Film/WVG

The Underdoggs

Inhalt

Der ehemalige Football-Star Jaycen „Two J’s“ Jennings hat sein Leben nicht mehr im Griff und wird aufgrund seiner Eskapaden zu Sozialstunden in der früheren Heimat verdonnert. Kaum dort angekommen, trifft er auf ehemalige Freunde, eine alte Liebe und ein Nachwuchs-Footballteam mit Potential…

Fazit

Der diesjährige Superbowl ist zwar vorbei, aber dennoch kam dieser Streifen auf Prime zum Ausklang der Session gerade recht. Viel erwartet habe ich im Anbetracht der austauschbaren Inhaltsangabe eigentlich nicht, serviert wurde immerhin eine solide Sportkomödie mit überraschend derben Umgangston.

Es war von Anfang an klar, dass die Macher das berühmte Rad nicht neu erfinden und sich an ausgebauchten Schemas bedienten – was insoweit in Ordnung geht, da man sich mit ein paar anderen Dingen dennoch vom restlichen Markt unterschied. Dies war stellenweise durchaus als positiv, manchmal aber auch als weniger optimal anzusehen.

Auffällig waren beispielsweise die schroffen Dialoge, die trotz junger Darsteller definitiv nichts für Kinderohren waren. So wurde stets geflucht, beleidigt oder über die Mütter der anderen Spieler hergezogen. War stellenweise durchaus witzig, manchmal aber auch irgendwie seltsam – schließlich passte das nicht so recht ins Bild mit den kleinen Knaben.

Der Erzählfluss war großenteils sehr kurzweilig und angenehm. Obwohl sich die meisten Dinge sehr vertraut anfühlten und echte Überraschungen ausblieben, konnte man das Treiben entspannt genießen und einfach mal innerlich abschalten. Alles lief nach bewährten Mustern, brach nicht mit unseren reduzierten Erwartungen und hielt insgesamt passabel bei Laune.

Snoop bekam seine Rolle auf den Leib geschneidert, da auch nicht mit Anspielungen auf sein wahres (Geschäfts-)Leben gespart wurde. Man konnte ihn sich gut als Trainer mit unkonventionellen Übungen und noch unkonventionelleren Sprüchen vorstellen, war mit seiner Leistung mehr als zufrieden. Leider war die deutsche Synchronisation nicht ganz optimal, aber Punktabzug möchte ich für diese Lappalie dennoch nicht vergeben.

Manchmal lud „The Underdoggs“ zum Fremdschämen ein und wirkte aufgrund seiner Gossensprache ein wenig befremdlich, doch unterm Strich unterhielt das Werk doch ganz passabel. Trotz aller widrigen Bedingungen konnte eine kleine Message herausgezogen werden und ein paar gelungene Schenkelklopfer sorgten für einen unterhaltsamen Abend, bei dem es nicht auf Tiefgang ankam.

Fotocopyright: Amazon

Firewall

Aufgrund aktueller Sichtung wurde dieses Review aus dem Archiv übernommen und hier sauber formatiert. Möglichweise wurden einige Passagen überarbeitet und die Wertung nach aktuellen Maßstäben noch einmal korrigiert.

Inhalt

Jack Stanfield ist Chef der IT-Sicherheit einer kleineren Bankenkette und hat mit der kommenden Fusion mit einer größeren Gesellschaft alle Hände voll zu tun. Seine Fachkenntnis wird jedoch von einer Gruppe skrupelloser Gangster ausgenutzt, um bei einem perfiden Banküberfall behilflich zu sein. Während seine Familie zu Hause in Schach gehalten wird, soll er sich im Firmensystem einhacken und Geldbeträge abzwacken…

Fazit

Weder auf den ersten, noch auf den zweiten Blick wollten die Begriffe Harrison Ford und Computerspezialist miteinander harmonieren und danach hat sich selbst nach Jahren der ersten Sichtung nicht viel geändert. Sicherlich machte der allseits bekannte Darsteller wieder eine richtig gute Figur, dennoch verpasst er einem durchschnittlichen Thriller keinerlei nennenswerte Höhenflüge.

Grundsätzlich mag „Firewall“ kein schlechter Film sein, doch er wagt schlichtweg zu wenig und weicht nicht von bekannten Pfaden ab. Zwar versuchte man sich mit der zentralen Computerthematik ein wenig zeitgemäßer zu präsentieren, aber dies war eigentlich nur Augenwischerei. Man hat komplexe Sachverhalte so stark versimpelt, dass man den Unterbau auch hätte komplett austauschen und einen anderen Kernaspekt zu Grunde legen können.

Wie dem auch sei, die Geschichte kam nie so recht in Fahrt und der Spannungsbogen war verhalten. Man blieb schon irgendwo am Ball, konnte sich den Ausgang aber bereits sehr früh erahnen und bekam auf dem Weg dorthin keine interessanten Highlights geboten. Das Geschehen war anschaubar, plätscherte aber auch streng genommen oft vor sich hin und der Finge kreiste (sogar beim Finale) stets über der Vorspul-Taste.

Während Ford das Beste aus der biederen Ausgangslage gemacht hat, stach der Rest leider überhaupt nicht hervor. Weder ein Paul Bettany, noch ein gerne gesehener Nikolaj Coster-Waldau konnten so recht von sich überzeugen. Sie wirkten blass und leider auch ein wenig antrieblos – so sehr sie sich auch um böse Blicke bemühten. Dies nagte zusätzlich an der sowieso schon schwierigen Immersion und trübte das Gesamtbild enorm.

Technisch gab sich der Film zum Glück keine Blöße. Er schaut noch immer hochwertig aus und wurde angenehm geschnitten. Wie bereits erwähnt waren einige Sachverhalte zu Gunsten der leichten Unterhaltung arg vereinfacht, aber das war schon soweit in Ordnung – auch wenn dies die allgemeine Austauschbarkeit nur erhöhte. Bei leichtgängigen Unterhaltungswerk muss man halt Kompromisse eingehen, den unbedarften Zuschauer nicht unnötig vor Rätsel stellen.

Damals hatte ich „Firewall“ noch einen Ticken besser bewertet, doch mittlerweile gibt es nicht nur wegen der angestaubten Technik innerhalb des Streifens einen kleinen Abzug. Der Titel zog sich stellenweise wie Kaugummi, was sich bei wiederholter Sichtung umso negativer bemerkbar gemacht hat und das Dranbleiben bis zum Ende spürbar erschwerte. Ford kann man wenig ankreiden, den Autoren dafür umso mehr. „Firewall“ ist zwar kein Totalausfall, aber auch kein Produkt, welches nachhaltig im Gedächtnis bleibt oder heutzutage noch Jemand hinter dem Ofen hervor lockt.

Fotocopyright: Warner

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