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Kategorie: Filmbesprechungen (Seite 1 von 152)

Die Vergessenen

Inhalt

Vor Monaten hat Alice ihren Sohn bei einem Flugzeugabsturz verloren und seitdem befindet sie sich in tiefer Trauer. Sie geht regelmäßig zur Therapie, doch die Stunden mit dem engagierten Doc helfen nur bedingt weiter. Physisch baut sie immer mehr ab, vergisst kleinere Dinge und scheint völlig neben sich zu stehen. Es geht sogar so weit, dass ihre Umgebung daran zweifelt, dass sie wirklich mal ein Kind gehabt hätte…

Fazit

Ich habe es schon bei einem letzten Review geschrieben und kann mich an dieser Stelle einfach nur wiederholen. Manchmal lohnt sich ein Blick in die Mediatheken, um entweder interessante Fernsehbeiträge – oder wie in diesem Fall – vergleichsweise rare Filme (ohne Veröffentlichung auf Blu-Ray) zu finden. „Die Vergessenen“ befand sich jedenfalls schon länger auf meiner „Re-Watch“-Liste und zwischen diversen Fußballspielen der aktuellen Europameisterschaft habe ich endlich eine erneute Sichtung geschafft.

Noch immer gefiel die interessante Grundprämisse, die uns vor große Rätsel stellt und bereits nach wenigen Minuten gekonnt an den Bildschirm fesselt. Julianne Moore agierte dabei wirklich herausragend und brachte uns in ihrer wahnsinnigen Verzweiflung ordentlich zum Mitfiebern. Der Spannungsaufbau war dabei sehr gelungen, zog uns bis zum bitteren Ende kräftig in das Geschehen hinein und ließ uns auch sehr schön mit eigene Theorien spielen.

Über das Finale bzw. die Auflösung (keine Spoiler!) lässt sich streiten. Irgendwie mussten die ungewöhnlichen Ereignisse zu Ende gebracht und auch halbwegs schlüssig erklärt werden – jedoch befand man sich irgendwann in einer Sackgasse und kam da nicht mehr so einfach (und ohne übernatürliche Begründung) heraus. Das war schade, aber ab einem gewissen Punkt irgendwo absehbar.

„Die Vergessenen“ war ein kurzer, aber spannender Thriller, der in seinen starken Momenten an eine gute Folge von Akte X erinnerte und sich mit einem zu simpel gestrickten Finale aus seiner verzwickten Handlung herausgekauft hat. Das mag ein wenig sauer aufstoßen, dennoch war durchwegs ein gewisser Unterhaltungswert vorhanden und gerne hat man sich auf diese Dinge eingelassen. Letztlich kein megaguter, doch über weite Teile dennoch sehenswerter Film für alle Mystery-Freunde.

Fotocopyright: Sony

Imaginary

Inhalt

Mit dem Einzug in das Elternhaus beginnt für Jessica und ihre Familie ein neuer Lebensabschnitt. Während die Erwachsenen mit dem Einrichten beschäftigt sind, findet Tochter Alice im Keller einen alten Teddybären und gibt ihn fortan nicht mehr aus der Hand. Am Anfang belächelt Jessica die innige Bindung zu dem neuen Plüschtier, doch schon bald nimmt die neue Liebe seltsame Züge an…

Fazit

Ein nettes Coverbild und das Blumhouse-Logo ließen mich freudig auf diesen Film einstimmen, doch die Freude währte nur von kurzer Dauer. Zwar habe ich beim kurzen Überfliegen der Inhaltsangabe kein Innovationswunder erwartet, mich dennoch auf einen unterhaltsamen Grusel gefreut. War man zu Beginn auch noch frohes Mutes, kehrte mit fortscheitender Spielzeit die große Ernüchterung ein.

Die Leistungen der Darsteller gingen in Ordnung und auch die technische Seite gab sich keine größeren Blöße, doch letztlich konnte der eigentliche Inhalt und dessen brutal langsame Erzählweise nicht überzeugen. Man hat alles schon einmal irgendwo anders gesehen – und dies zumeist etwas packender, temporeicher oder zumindest ein bisschen blutiger.

Über weite Teile war „Imaginary“ einfach zu Handzahm, bot wenig Schreckmomente und plätscherte vor sich hin. Man hätte viel früher in die Offensive gehen, die Katze aus dem Sack lassen müssen und den Zuschauer nicht ewig mit einem unbeweglichen Teddybären auf die Folter spannen sollten. Dazu gaselten sich einige Shock-Momente, die weniger meist gar nicht aufzugehen vermochten und höchstens ein kleines Lächeln abgerungen haben.

Nichts gegen eine unterschwellige und sich langsam entfaltende Spannungskurve, doch hier zerrte das lahme „Vorspiel“ bereits nach wenigen Minuten gehörig an den Nerven und man wollte am liebsten vorspulen. Es passierte einfach zu wenig auf dem Schirm und selbst beim Finale (so viel sei verraten) wurde es nicht besser. Mit ein paar kleineren Story-Twists versucht man hier die schwachen Effekte zu kaschieren und den Zuschauer wieder auf Kurs zu bringen – mehr als ein müdes Lächeln gab es dafür aber nicht.

Die Filme unter dem „Blumhouse“-Label waren nicht immer die eindrucksvollsten Granaten, hielten aber eigentlich immer recht passabel bei Laune. Sicherlich war ich bei der Sichtung von „Imaginary“ etwas müde, doch selbst bei vollster Konzentration hätte mich das Geschehen zum Schlaf bewogen. Bis zur letzten Minute kam das Ding nicht in die Pötte und begeisterte schon gar nicht mit innovativen Ideen oder unfassbar gut funktionierenden Momenten. Für mich ein unterdurchschnittlicher Genrebeitrag, der leider keine uneingeschränkte Empfehlung verdient hat.

Fotocopyright: LEONINE

Angriff aus der Tiefe

Inhalt

Eine angehende Meeresbiologin heuert zur Vertiefung ihrer Praxiserfahrung auf einem Schiffskutter an und unterstützt die Crew nach allen Kräften. Als das Boot auf hoher See plötzlich stehen bleibt, gehen sie der Sache natürlich auf den Grund und müssen schon bald feststellen, wer oder was für den Stopp der Maschinen verantwortlich ist…

Fazit

Eher selten bin ich in den Mediatheken unterwegs, aber manchmal kann man dabei auch kleine Perlen finden. „Angriff aus der Tiefe“ klang zumindest beim ersten Überfliegen der Inhaltsangabe noch recht verlockend und begann durchaus solide, dümpelte dann aber irgendwann ziemlich uninteressant vor sich hin.

Am Anfang hat der Titel noch an Klassiker wie „Das Ding“ von Horrormeister Carpenter erinnert, doch mehr als eine diesbezüglich gut gemeinte Hommage ist es am Ende dann leider nicht geworden. Die Geschichte besaß durchaus kleinere Spannungsspitzen, war aber gesamt betrachtet eher etwas schleppend und zu wenig mitreißend erzählt worden.

Hoch rechne ich den Machern die durchaus realistische Herangehensweise an die Thematik an. Der Film geht die Dinge eher nüchtern und mit wenig Effekthascherei an – was ihn vielleicht auch hierdurch nicht ganz so kurzweilig wie manch Mitbewerber auftreten ließ. Das Ganze erinnerte eher an eine durchschnittliche Folge von Akte X, denn einen „lauteren“ Creature-Horror und so saß man am Ende ein wenig zwischen den Stühlen.

Die ruhige Erzählweise sorgte für eine nette Immersion, der langatmige Verlauf hingegen für schleppende Unterhaltung. Schade, denn die Darsteller wirkten wie aus dem Leben gegriffen und handelten weitestgehend nachvollziehbar, fügten sich prima in das authentisch angelegte Szenario ein.

Immerhin optisch hatte der Streifen Einiges auf dem Kasten. Das Setting auf hoher See kam mit hochwertigen Bildern und Kameraeinstellungen sehr hübsch rüber und die (kleinen) Effekte waren einwandfrei. Die Immersion war hierdurch schon sehr gut, die Atmosphäre stellenweise durchaus dicht.

„Angriff aus Tiefe“ hatte Potential, scheiterte dann aber vielleicht auch ein wenig an seinem Budget. Obwohl der Titel einen ansprechenden Look und schöne Effekte vorzuweisen hatte, wäre hier noch mehr drin gewesen und so hätte man sich besser an vermeintlichen Vorbildern angleichen können. So bleibt unterm Strich ein passables Fernsehevent für Zwischendurch – aber Nichts, was man jetzt unbedingt auf Scheibe in der Sammlung haben müsste.

Fotocopyright: 3sat

Æon Flux

Inhalt

Nach verehrenden Seuchen ist die Erde am Ende und nur eine intakte Stadt hat die schlimmen Katastrophen überlebt. In ihr leben scheinbar perfekte Menschen, doch etwas ist hier gewaltig faul. Agentin Aeon Flux ist Mitglied einer Widerstandsorganisation und wird auf die Oberen des Regimes angesetzt…

Fazit

Schon lange habe ich die Phrase „Style over Substance“ nicht mehr bemüht, doch bei diesem Titel kann einfach nichts Anderes als Zusammenfassung verwendet werden. „Aeon Flux“ basiert auf der gleichnamigen Zeichentrickserie, die einst auf MTV ausgestrahlt wurde und hatte irgendwie den Ruf als Klon von „Matrix“ verschrienen zu sein. Fakt ist allerdings, dass die Storyline zwar durchaus Parallelen zum gigantischen Blockbuster mit Reeves aufweist, der Film an sich allerdings schon ein eigenständiges und leicht krudes Ding markiert.

Ich wage direkt zu sagen, dass der Streifen an sich nicht sonderlich gut ist, trotzdem eine vergleichsweise respektable Bewertung bei mir einfährt. Dies lag weniger an der ausgefeilten Handlung oder übermäßig guten Darstellern, sondern schlichtweg an der audiovisuellen Präsentation – die bis Dato nichts von ihrer gefälligen Art eingebüßt hat.

Das Werk schaut aus, als wäre es grade erst entstanden, überzeugt mit einen enorm genialen Look und sehr guten Effekten. Vieles mag zwar irgendwo auch zum Schmunzeln anregen (Hände statt Füße, etc.), aber dies ist zum Einen der Vorlage geschuldet und wird zum Anderen durch seine krachende Präsentation locker egalisiert. Hier fliegen oft die Fetzen und Optisch, wie Akustisch wird der Zuschauer verwöhnt und lässt die Fünfe einfach mal grade sein.

Die Outfits von Theron und Konsorten waren ebenso gewöhnungsbedürftig wie manche Kulissen, aber eine gewisse „sexynis“ konnte man selten verleugnen. Auch hier wurde sich wohl eng an die Zeichentrickvorlage gehalten und deshalb ist negative Kritik nicht ganz berechtigt. Schauspielerisch gab sich Theron bemüht, der Rest (inklusive deutscher Gaststars) war kaum der Rede wert. War nicht unbedingt zum Ernst nehmen, passte irgendwo dennoch zum Szenario.

Kein guter Film, aber ein schönes Heimkinoerlebnis. „Aeon Flux“ ist weder Fisch noch Fleisch, kann aber alle paar Jahre gerne mal im Player landen und immerhin für knappe 90 Minuten das Hirn abschalten lassen. Allein wegen der tollen Bilder und den knackigen Sound habe ich dann meine Freude und vergesse die eher peinlichen Darbietungen der Darsteller und Autoren. Denkt Ihr genauso, dürft Ihr mal reinschnuppern. Eine echte Empfehlung gibt es aber nicht.

Fotocopyright: Paramount Pictures (Universal Pictures)

Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil

Inhalt

Schriftstellerin Joan befindet sich in einer Schaffenskriese und ist in der Beziehung mit Jack unzufrieden. Als sie eines Tages ein verlockendes Angebot über das Schreiben einer Biografie eines wohlhabenden Scheichs erhält, bricht sie kurzerhand in die Wüste auf und lässt den Geliebten zurück. Dieser ahnt jedoch, welches falsche Spiel hier wohl getrieben wird und eilt mit einem alten Freund zur Rettung…

Fazit

Nachdem ich mir am Vorabend nach Jahren noch einmal „Die Jagd nach dem grünen Diamanten“ angeschaut habe, war die Sichtung des Nachfolgers nur eine Frage der Zeit. Schon damals hat mir die Weiterführung der Geschichte um Joan und Jack eigentlich ganz gut gefallen, doch so richtig vom Hocker konnte das Teil noch immer nicht hauen.

Die Handlung knüpft solide an die vorherigen Ereignisse auf, zeigt uns die beiden Hauptfiguren nunmehr als festgefahrenes Liebespaar. Das Zusammenspiel von Douglas und Turner waren dabei noch immer recht sehenswert, das erneute Auftauchen von DeVito durchaus eine kleine Bereicherung. Schnell fühlt man sich also inmitten der bekannten Gesichter wohl, doch die Handlung an sich tröpfelt leider immer wieder vor sich hin.

Hat man erst einmal die kleinen „Lawrence von Arabien“-Vibes überwunden, kehrt in der Wüste schnell die Ernüchterung ein. Erneut bot das Geschehen zwar nette Actioneinlagen und ein paar gelungene Gags, doch irgendwie wirkte alles handzahm und bei weitem nicht mehr so innovativ wie beim Vorgänger präsentiert. Hier war noch eine vollkommen andere Grundstimmung, die enorm auf das langsame Annähern der Hauptcharaktere zurück zu führen war.

Hat sich die Liebelei beim ersten Teil noch langsam entfaltet, stand man hier bereits vor vollendete Tatsachen und und das erneute Aufflammen der Gefühle ging nur bedingt gut über die Bühne. Alles wurde viel zu berechenbar und schablonenhaft in Szene gesetzt, trotz exotischer Kulissen eigentlich keine Erinnerungen an Märchen aufgetan.

Beim scheinbar immensen Erfolg des Erstlings war klar, dass eine Fortsetzung nicht lange auf sich warten lässt. Mit sichtlich mehr Budget und größeren Zerstörungsorgien kaschierte man allerdings nicht die austauschbare und streckenweise sehr berechnend konstruierte Story, die nur selten so richtig in die Gänge kam. Zum Glück gab es auch ein paar äußerst unterhaltsame Passagen, die mit gefälligem Humor den Gesamteindruck retteten und am Ende für eine gnädige Wertung sorgten. Fans des Vorgängers machen hier nicht viel falsch, auch wenn die Qualität nicht mehr ganz erreicht wurde.

Fotocopyright: 20th Century Fox

Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten

Inhalt

Bestsellerautorin Joan Wilder verschlägt es aus New York ins ferne Kolumbien, wo ihre Schwester gehörig in der Patsche steckt. Sie soll ihren Entführern eine Karte überreichen, doch erlebt auf den Weg zu diesen finsteren Kerlen schon ein wildes Abenteuer nach dem Anderen…

Fazit

Neben „Krieg der Sterne“, „Indiana Jones“ oder „Krull“ gehört dieser Film zu den Titeln, die mich seit frühster Kindheit auf Videokassette begleitet haben und hierdurch ist mein Blick darauf vielleicht auch ein wenig gefärbt. Nach heutigen Maßstäben mag das Teil sicherlich ein wenig angestaubt wirken, doch für mich besaß die Sichtung am gestrigen Abend noch jede Menge an Charme und versetzte mich an die Tage als Kind vor dem kleinen Fernseher zurück.

Hier mag ich die entschleunigte und dennoch keineswegs langweilige Erzählweise und vor allem die gelungene Mischung aus Romanze, Komödie und ein wenig Action. Alle Bestandteile hielten sich gut die Waage und sorgten für ein entspanntes Schauen, bei dem die Lachmuskeln immer mal wieder in kleineren Portionen angeregt wurden.

Die Geschichte war simpel gestrickt und erinnerte spürbar an ein Märchen – was im Zusammenspiel mit unserer Kitsch-Autoren ja auch ein stimmiges Gesamtbild ergab und für zusätzlichen Witz sorgte. Überhaupt haben die Darsteller aber auch prima miteinander harmoniert und waren selten besser. Turner und Douglas gaben ein tolles Pärchen ab, während Nebenfiguren wie Danny DeVito für zusätzliches Vergnügen sorgten.

Der Film stand aus den 80igern und das sieht man im zu jeder Sekunde an – was ich allerdings keineswegs als Negativ ankreiden, sondern als positives Merkmal hervorstellen möchte. Der leicht schmuddelige Look war super, Kostüme und Aufmachung (Douglas teil zum Schreien komisch) der Figuren weckten wohlige Erinnerungen. Ich glaube auch nur so konnte die krude Handlung überhaupt richtig funktionieren und einige Gags wären anders gar nicht machbar gewesen.

Wer auf Filme aus der Epoche steht, wird mit diesem Titel sicherlich seinen Spaß haben. Ausstattung, Inszenierung, Figuren und Humor spiegeln die damalige Kultur auf spaßige Weise wieder und man konnte sich prima in diesem Abenteuer fallen lassen. Natürlich spielen Klassiker wie „Indy“ in einer völlig anderen Liga, aber eine Empfehlung für die familientaugliche (und vor allem etwas romantischere) Unterhaltung geht auf jeden Fall raus. Robert Zemeckis hatte hier schon früh ordentlich abgeliefert.

Fotocopyright: Walt Disney / LEONINE

Bad Boys 4 – Ride or Die

Inhalt

Entsetzt müssen Sam und Mike zur Kenntnis nehmen, dass ihrem ehemaligen Vorgesetzten krumme Geschäfte mit dem organisierten Verbrechen vorgeworfen werden. Sie wollen den Anschuldigungen nicht glauben und stellen eigene Recherchen an. Dummerweise wissen ihre Gegenspieler von diesem berechenbaren Verhalten und rücken die beiden Cops ebenfalls ins Visier der Ermittlungen…

Fazit

Die Freude über eine neuen „Bad Boys“-Teil war riesig und erst recht, als man erfahren hat, dass die Wartezeit diesmal nicht allzu lang ausfallen würde. Der Gang ins Kino war beschlossene Sache, doch am Ende verließ man den Saal mit gemischten Gefühlen. „Ride or Die“ war zwar insgesamt kein schlechter Film und hielt passabel bei Laune – aber irgendwie wollte man zu viel in dieses Werk hineinquetschen und ließ dabei alte Tugenden spürbar in den Hintergrund treten.

Die Rahmengeschichte war durchaus in Ordnung und gab berechtigten Raum für das erneute Auftreten alter Figuren, beispielsweise den ewig fluchenden Captain Howard (Joe Pantoliano), der trotz seines Ableben unzertrennlich zur Truppe gehört. Leider beließen es die Macher jedoch nicht bei einem kurzem Gastauftritt einer Figur, sondern ließen alle möglichen Charaktere aus vorherigen Teilen reinschauen, was stellenweise ein wenig bizarr und unnötig rüberkam. Ein bisschen Fanservice ist ja okay, aber hier wurde der Bogen eindeutig überspannt und viele Konversationen hätte man sich hierdurch ersparen können.

Überhaupt habe ich ein wenig mit dem Pacing und dem Verhalten einiger Charaktere gehadert. Der Streifen braucht vergleichsweise lange, um in die Gänge zu kommen und fuhr selbst dann nur mit angezogener Handbremse weiter. Sicherlich hat der zweite Teil die Messlatte für Action ganz weit nach oben gelegt, doch immerhin hatte selbst der dritte Film noch ein relativ gutes Verhältnis von Humor, Geballer und Storytelling. „Ride or Die“ bot mir hier im Vergleich zu wenig. Zu wenig an krachender Action, zu wenig an coolen Sprüchen und ein nicht ganz ausbalanciertes Auftreten – obwohl man (wie bereits erwähnt) irgendwie annehmbar unterhalten wurde.

Nicht ganz ideal auch die eigentliche Struktur des Titels. Viele Passagen fühlten sich episodenhaft aufgebaut und ebenso kleinteilig abgeschlossen an. Man präsentierte sich so, als wären verschiedene Schreiber am Werk gewesen und am Ende wurde einfach alles zusammengewürfelt – oder es sollten auch Zuschauer mit geringer Aufmerksamkeitsspanne abgeholt werden. Das nervige dabei: auch hier erschien alles vorhersehbar und absolut berechnend aufgelegt. Die Szene begann und man wusste genau, wie der Hase läuft und wie die Situation enden wird. Faustregel dabei: bekannte Charaktere überleben, die neuen Gesichter kommen um bzw. waren sowieso immer die Bösewichter.

Die Chemie zwischen Smith und Lawrence hat noch immer gepasst und noch immer habe ich das Interesse an der Reihe nicht verloren. Zu großen Teilen war der Aufbau des aktuellen Plots seinem direkten Vorgänger geschuldet – weshalb man sich zwangsläufig nicht von einigen Charakteren und Gegebenheiten trennen konnte. Vielleicht hat man auch das Beste aus dieser einschränkenden Prämisse gemacht, doch so richtig überzeugen konnte das Ergebnis trotz einiger wirklich kurzweiliger Momente am Ende leider dennoch nicht. Für sich gesehen ist „Bad Boys 4“ ein solider Actionfilm, aber in Anbetracht seiner hervorragenden Vorgänger reicht es nur für den mit Abstand letzten Platz.

Fotocopyright: Sony

The Boy next Door

Inhalt

Claire ist Lehrerin, hübsch und alleinerziehend. Als der Enkel des Nachbarn gegenüber einzieht, sieht sie zunächst noch kein Problem mit dem jungen Mann. Er freundet sich rasch mit ihren Sohn an, ist im Haushalt behilflich und darüber hinaus sehr umgänglich. Als sie sich in einer schwachen Minute jedoch auf einen One-Night-Stand mit ihm einlässt, beginnt der große Ärger…

Fazit

Von seiner Story her, gab sich „The Boy next Door“ schon bei seinem damaligen Release nicht unbedingt originell oder unvorhersehbar. Vielmehr lebte der Streifen von seiner hübschen Hauptdarstellerin und soliden Inszenierung, was auch ihm auch letztlich heute noch gut anschaubar macht.

Die Handlung gab es zumindest in ähnlicher Form von dutzende Male und Regisseur Rob Cohen ließ sich auf seinem Weg zum unausweichlichen Showdown auch nicht beirren. Der Film verläuft genau so, wie man es bereits früh erahnen kann und schlägt bei seinen überschaubaren 90 Minuten keine Haken. Immerhin baut sich der Spannungsbogen halbwegs nachvollziehbar und vor allem trotzdem noch sehr unterhaltsam auf. Man konnte den Dingen gut folgen und sich problemlos in die Köpfe unserer toll miteinander harmonierenden Darsteller hineindenken.

Im Verlauf gab es ein paar kleinere Ungereimtheiten und ein ziemliches überzogenes Finale, was im Sinne der Kurzweil wohl einfach mal geschluckt und nicht hinterfragt werden sollte. Beispielsweise war mir die Figur des Noah zuweilen etwas unausgegoren dargestellt (irgendwie sehr klug und dennoch so wild) und einige Passagen litten unter ihrer Glaubwürdigkeit bzw. wurden auch gar nicht im Detail (das hätte mal interessiert) dargestellt. Der Nachbarsjunge war nicht nur schlau, sondern anscheinend auch megastark – wobei er sich dann vergleichsweise mühelos von J-Lo verprügeln ließ.

„The Boy next Door“ ist solide Unterhaltung für Zwischendurch. Trotz abgedroschener Story halbwegs packend und auf jeden Fall auch kurzweilig. Da es sich hier eindeutig um einen filmischen „Snack“ handelt, möchte man einige Auffälligkeiten dann auch nicht weiter hinterfragen und am Ende gibt es eine kleine Empfehlung für Genrefreunde.

Fotocopyright: Universal Pictures Germany GmbH

Your Lucky Day – Das große Los

Inhalt

Während sich ein abgewrackter Kleinkrimineller in einem Kiosk aufhält, erfährt er von einem Lotteriegewinn eines anderen Besuchers. Daraufhin brennen bei ihm alle Sicherungen durch und er nimmt die anwesenden Personen als Geisel und fordert die Herausgabe es Glücksloses…

Fazit

Gut gedacht und zumindest auch im ersten Drittel recht passabel umgesetzt. „Your Lucky Day“ bot eine interessante Prämisse, die recht stark begann und dann zum Ende hin leider ein wenig abgebaut hat. Waren die Ereignisse zunächst noch recht glaubwürdig aufgebaut, hat man sich mit laufender Spielzeit spürbar von diesen lobenswerten Ansätzen entfernt und das Ganze leicht ins Absurde getrieben.

Eine Zeitlang konnte man sich problemlos in die Köpfe aller Beteiligten hineindenken und deren Motive durchaus verstehen. Man ertappte sich selbst bei der Überlegung, wie man in solch einer verzwickten Situation wohl handeln würde und ging in Gedanken ein paar mögliche Szenarien durch. Irgendwann kam bei diesem Titel allerdings der Punkt, wo es (wohl zugunsten der Unterhaltung) ein wenig fantasiereicher zuging und tüchtig an der allgemeinen Glaubwürdigkeit gesägt wurde.

Das Geschehen brach dann zwar erzählerisch nicht völlig ein, wurde aber zunehmend belangloser und begann ein wenig vor sich hin zu plätschern. Plötzlich schwand die Identifikation mit den Figuren und deren Schicksale wurden immer belangloser. Schade, denn eigentlich waren die überschaubaren Charaktere gut besetzt und die Darsteller gaben sich absolut bemüht.

Die Inszenierung war grundsätzlich hochwertig, besaß aber eher den Look eines gehobenen Fernsehfilms, statt eines großen Blockbusters. Die Optik wirkte sehr kühl und die Aufnahmen hätten aus einem Smartphone stammen können. Der Soundtrack blieb dezent im Hintergrund, die deutsche Vertonung war leider nur auf mittelmäßigen Niveau.

„Your Lucky Day“ hätte ein echt guter Thriller werden können, aber stand sich irgendwann selbst ein bisschen im Weg. Genrefreunde können zwar einen Blick wagen, jedoch würde ich zu einer Ausstrahlung bei einem präferierten Streamingdienst warten und keine großartige Kohle dafür auf den Ladentisch legen.

Fotocopyright: Tiberius Film

Atlas

Inhalt

Die künstliche Intelligenz hat sich gegen die Menschheit gestellt und in Form von Robotern den Kampf gegen die Erde aufgenommen. Zwar konnte dank vereinter militärischer Kraft das Unheil noch einmal abgewendet werden, doch dem wichtigsten Aufrührer ist die Flucht auf einen anderen Planeten gelungen. Jahre später findet Datenanalystin Atlas Shepard dessen Aufenthaltsort heraus und alsbald wird ein schlagkräftiges Team zu dessen Ergreifung entsendet…

Fazit

Auf einen neuen Film mit J-Lo hat man eigentlich immer Bock, doch die zum Teil wirklich vernichtenden Kritiken haben mich einige Tage mit der Sichtung hadern lassen. Nun habe ich mich an das gute Stück gewagt und kann den negativen Stimmen allerdings nur bedingt zustimmen.

Gleich vorneweg: Der Streifen ist nicht wirklich gut, aber auch kein totaler Reinfall. Er punktet weder bei Geschichte, noch großartigen schauspielerischen Talent – für mich reduziert sich das Ganze auf reine Effektvorführung mit alibihafter Handlung, die zumindest hier nicht vollständig baden gegangen ist.

Scheinbar hat Netflix ordentlich Budget für dieses Event locker gemacht, denn die CGI-Einlagen waren durchwegs äußerst beeindruckend und stehen beispielsweise einem „Avatar“ in Nichts nach.

Egal ob auf der Erde oder auf dem fremden Planeten – die Umgebungen kamen glaubhaft gestaltet und unglaublich authentisch gemacht rüber. Das Auge sah sich kaum satt und als dann noch großartig animierte Mechs mit tollem Atmos-Sound durch die Gegend wackelten, lachte das Sci-Fi-Herz.

Schade, dass einige nervige Dialoge und eine sperrige Erzählweise immer wieder auf die Spaßbremse traten und die tolle Immersion ins Stocken brachten. Das fing an mit einigen offenkundigen Lücken in der Logik und endete bei einigem beschämenden Dialogen, wenn sich Frau Lopez zum x-ten mal mit ihrem Kampfanzug über Nichtigkeiten streitet.

Die Bewertung zu „Atlas“ fällt schwer. Geniale Technik traf auf einen eher unterdurchschnittlichen Rest, bei dem nicht einmal J-Lo die offenkundigen Defizite bei Story, Dialog und Logik auch nur im Ansatz kaschieren konnte. Ich nehme es allerdings gelassen, genieße die opulente Optik und den brachialen Sound, vermerke, dass ich kein großartiges Geld für die Sichtung auf den Kopf gehauen habe und es letztlich nur ein kleiner Snack für Zwischendurch war.

Fotocopyright: Netflix

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