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Schlagwort: Krimi (Seite 2 von 6)

Stillwater – Gegen jeden Verdacht

Inhalt

Wegen dem vermeintlichen Mord an einer Mitbewohnerin sitzt die Tochter von Amerikaner Bill Baker im fernen Marseille im Gefängnis. Er ist nicht reich und kann sich grade einmal den Flug in Ausland leisten. Nachdem sich jedoch neue Beweise auftun, beschließt er vorerst zu bleiben und sich trotz der zusätzlichen Sprachbarrieren durchzuschlagen…

Fazit

„Stillwater“ ist ein ruhiger und einfühlsamer Film, der stellenweise schon fast an Dokumentation erinnert. Seine gemächliche Gangart ist dabei allerdings keine Hürde, sondern sorgt geschickt für einen angenehmen Sog – der trotz Überlänge an den Bildschirm fesselt und dem Zuschauer genügend Freiraum für eigene Interpretationen gibt.

Die Handlung orientiert sich locker an ähnlichen, wahren Begebenheiten und wirkt glaubwürdig konstruiert. Man kann sich gut in die Lage des aufopferungsvollen Vaters hineindenken und selbst fragwürdige Aktionen irgendwo nachvollziehen oder gar akzeptieren. Oftmals fragte man sich, wie man wohl selbst in einer solchen Lage gehandelt hätte und ob nicht einige Dinge wirklich notwendig gewesen sind.

Die verzweifelte Haltung wurde von Matt Damon eindrucksvoll und ungeschönt zu Tage gebracht und unterstrich sein Talent auf jeden Fall. Fluch und Segen dabei seine Sprachprobleme im fremden Land. Es wurde vergleichsweise viel französisch gesprochen und wer dem nicht mächtig ist, muss – so wie ich – entsprechend viel an Untertiteln lesen. Mag zwar etwas nervig erscheinen, half uns aber bei der Identifikation mit der Hauptfigur ungemein.

„Stillwater“ ist kein seichter „Gute-Laune-Film“ für Zwischendurch, sondern ein interessantes Drama mit enormen Tiefgang. Exzellent gespielt, spannend, berührend und mit einen mehr als passendem Finale bestückt. Er schien aus dem Leben gegriffen, verkörperte Mut, Moral, Schuld und Familienbande in einem durchwegs spanenden Format.

8/10

Fotocopyright: Universal Pictures Germany GmbH

Dig Deeper: Das Verschwinden von Birgit Meier

Inhalt

In dieser 4teiligen Dokumentation wird das Verschwinden von Birgit Meier im Jahr 1989 aufgearbeitet. Familienangehörige und damalige Ermittler lassen die Ereignisse noch einmal Revue passieren und machen auf Fehler oder schlichtweg Versäumnisse bei den Ermittlungsarbeiten aufmerksam…

Fazit

Es müssen nicht immer Filme oder fiktive Serien sein. Auch bei Dokumentationen hat Netflix so Einiges zu bieten und ein positives Beispiel hierfür ist aktuell sicherlich „Dig Deeper: Das Verschwinden von Birgit Meier“.

In 4 spannenden Episoden rekonstruieren die Macher einen wahren Kriminalfall, der nicht frei von Pannen und Fehlern ablief. Interessanterweise urteilen aber grade die damals involvierten Beamten hart über sich und Kollegen – es gab weniger Vorwürfe aus dem Umfeld der Vermissten.

Das ganze Projekt ist sehr dialoglastig und in der Bildqualität schwankend, entfacht aber einen ordentlichen Sog und ließ mich konzentriert am Ball bleiben. Klar war der geschilderte Fall zunächst nicht der spektakulärste seiner Art – doch nachvollziehbar aus dem Leben gegriffen und bei weitem nicht so abgenudelt wie andere Ereignisse, deren Bilder man schon zu oft im TV gesehen hat. Gesagt sei allerdings, dass die Wellen gegen Ende weitaus höher schlagen, als es zunächst den Eindruck machte und eine gewisse Fassungslosigkeit zurück blieb.

Über Handlung oder Darsteller zu philosophieren wäre an dieser Stelle sinnfrei. Das Gezeigte zeichnet wahre Begebenheiten nach und liefert uns reale Personen, die mit ihren sachlichen Schilderungen und guter Ausdruckweise durchwegs gefielen. Emotionen waren sicherlich eine Menge zugegen und dennoch blieben die Ausführungen erfreulich seriös und einwandfrei ausformuliert. Das hat mir sehr gut gefallen und war der Stimmung ungemein zuträglich. Auch konnte man mal kurz die Augen schließen und den tollen „Erzählern“ weiterhin ausgezeichnet folgen.

Es muss nicht immer laute Action oder übertriebener Herzschmerz sein, denn auch eine gut gemachte Doku-Reihe kann prima unterhalten. „Dig Deeper“ ist jetzt sicherlich Nichts wofür ich extra Kohle in die Hand nehmen würde, doch als „gratis“ Artikel im bestehenden Netflix-Abo habe ich das Gebotene gerne mitgenommen und war für die interessanten Einblicke zu diesem – für mich vollkommen unbekannten – Fall sehr dankbar. Wer solche Formate zu schätzen weiß, wird definitiv auf seine Kosten kommen.

7,5/10

Fotocopyright: Netflix

Yara

Inhalt

Ein 13jähriges Mädchen verschwindet und die Behörden sind alarmiert. Eine neue Ermittlerin übernimmt den Fall und setzt auf unkonventionelle Maßnahmen, die nicht jedem Menschen im Umfeld der Verschwundenen gefallen…

Fazit

Mit „Yara“ liefern uns die Italiener via Netflix einen spannenden Krimi, der sich nach wahren Begebenheiten orientiert und durch seine nüchterne Weise überraschend gut bei der Stange hielt.

Die Geschichte war weder spektakulär noch innovativ, doch gerade hier sorgt der authentische Ablauf für hohe Spannung und sorgte durchwegs für Interesse. Die Macher verzichteten auf unnötige Effekthascherei und präsentierten uns einen sachlichen Einblick auf die seinerzeit geleistete Polizeiarbeit.

Zwar konnte der Zuschauer bei der Tätersuche wenig „miträtseln“, doch die ansehnlich geschilderten Abläufe bei der Eingrenzung des Gesuchten hat dafür locker entschädigt. Die einzelnen Ermittlungsschritte waren nachvollziehbar, in ihrem Ablauf und ihrer Durchführung absolut konsequent gestaltet. Dabei kamen selbst moralische Fragen nicht zu kurz – hielten sich aber in einem Rahmen, der das eigentliche Thema nicht verwässerte.

Der realistische Look hat gut zum Geschehen gepasst. Die Inszenierung fand einen gutem Mittelweg aus Dokumentation und Spielfilm – bot grundsolide Darsteller und eine ordentliche Vertonung an. Eine richtige Hollywood-Optik wäre sicherlich fehl am Platz gewesen und so gab es hier nichts zu Mäkeln.

Streng genommen war „Yara“ kein packender Thrill und erfand das Rad zu keiner Minute neu, punktete jedoch mit seiner eigenen, ganz kleinlauten Machart und drang mit seiner jederzeit nachvollziehbaren Struktur beim Betrachter durch. Ich habe mich jedenfalls nicht gelangweilt und gebe Krimifans doch gerne eine warme Empfehlung ab.

7/10

Fotocopyright: Netflix

Presidio

Inhalt

Bei den Untersuchungen zu zwei Mordfällen, trifft ein ehemaliger Army-Angehöriger auf seinen alten Vorgesetzten. Auch wenn die Stimmung zwischen den beiden Typen zunächst recht eisig erscheint, raufen sie sich für die Ermittlungen dennoch irgendwie zusammen…

Fazit

Im Laufe der Jahre habe ich „Presidio“ so einige Male geschaut, doch als echten Klassiker würde ich ihn dennoch nicht bezeichnen. Das Verkünden des Ausstiegs von Mark Harmon bei „Navy CIS“ hat mich dann zum erneuten Durchgang bewogen und nun wollte ich hier mal ein paar Worte zum Besten geben.

„Presidio“ ist ein Film, der sich nicht so recht entscheiden kann und irgendwie immer zwischen den Stühlen sitzt. Er ist kein richtig spannender Krimi, funktioniert aber als „Buddy-Movie“ trotz hervorragender Besetzung nicht zu hundertprozentig. Inmitten einer eher düsteren Grundstimmung versucht man sich immer wieder mit kleineren Gags, die nicht nur deplatziert, sondern von ihrer Machart auch völlig seltsam und fast schon zum Fremdschämen wirken.

Der Erzählfluss war durchwachsen. Grundsätzlich kann man dem unausgeglichenen Treiben soweit ordentlich folgen, doch irgendwie habe ich das „Miträtseln“ vermisst. Die Handlung läuft gradlinig vor sich her und der Zuschauer schluckt einfach die gebotenen Erkenntnisse. Es gab wenig Freiraum für eigene Interpretationen und der Spannungsbogen war hierdurch insgesamt so lala. Alles lag zumeist sehr klar auf der Hand und Wendungen hielten sich im Hintergrund. Vermutlich wollte man die Laufzeit nicht überstrapazieren – dafür hätte man einige Randdetails gerne einkürzen können.

Größtes Highlight und eindeutiges Zugpferd war sicherlich der namhafte Cast, der seine Sache im gebotenen Rahmen ganz ordentlich machte. Während Meg Ryan eher als hübsches Beiwerk erschien, gefiel das zuweilen äußerst bissige Zusammenspiel von Harmon und Connery. Die Chemie zwischen den beiden Haudegen hat gepasst und glücklicherweise so manch unrund präsentierte Passage halbwegs gerettet. Einem anderen Schauspieler als Connery hätte ich womöglich das bizarre „Daumen-Duell“ auch nicht verzeihen wollen.

„Presidio“ hat seine Macken, ist aber unterm Strich ein solide anschaubarer Genrevertreter. Er erfindet das Rad nicht neu, kommt stellenweise arg ausbalanciert daher, besitzt jedoch einen gewissen Unterhaltungswert – und darauf kommt es letztendlich nur an. Ich hatte ihn seinerzeit im Rahmen einer Heftbeilage erhalten und dafür geht das Gebotene sicherlich in Ordnung. Wer das Teil mal im Fernsehen oder beim Streaminganbieter findet, darf gerne mal reinzappen.

6/10

Fotocopyright: Paramount Pictures (Universal Pictures)

Verlockende Falle

Inhalt

Eine Versicherungsagentin wird auf einen alten Gauner angesetzt. Trotz anfänglicher Vorbehalte kann sie sei Vertrauen gewinnen und ihm zu einem – für beide Parteien – lukrativen Raubzug überreden…

Fazit

Filme wie „Verlockende Falle“ sind für mich in erster Linie „Charakterfilme“, die ich mir eigentlich nur wegen der Hauptdarsteller anschaue und erst im zweiten Moment auf den eigentlichen Inhalt achte. So bot das Geschehene dann auch durchaus einige erwartete Schauwerte, doch filmisch rudert das Treiben deutlich im Mittelfeld.

Die Geschichte war überschaubar und die Wendungen kaum der Rede wert. Man schafft es nur selten beim Zuschauer leichte Zweifel anzuregen und fuhr die meiste Zeit in sicheren Gewässern. Die Affäre zwischen den beiden Hauptfiguren war so unabdingbar wie das Amen in der Kirche und auch sonst wage die Handlung keine gröberen Sprünge.

Das Geschehen lebte von der gelungenen Chemie zwischen Catherine Zeta-Jones und Sean Connery, rückte alles Andere deutlich in den Hintergrund. Man konnte ihnen entspannt von der Couch aus zuschauen und sich in erster Linie an durchaus leicht erotisch angehauchten Momenten erfreuen.

Die Inszenierung gab sich mit hochwertigen Bildern und sehenswerten Schauplätzen keine blöse. Alles lud zum Abtauchen ein und das gelang zum aller größten Teil auch ganz passabel. Natürlich werden immer mal wieder kleinere Unzulänglichkeiten der Handlung – insbesondere kleinere Längen – mit großartigen Aufnahmen kaschiert.

„Verlockende Falle“ ist elegant, unterhaltsam, aber auch belanglos. Ein seichter Film für Zwischendurch, aber sicherlich keine neue Referenz im Heist- oder Romantikgenre. Zeta-Jones und Connery, waren wie immer eine Freude für die Sinne, der Rest eher Standardkost ohne echtem Mut zur Innovation.

6/10

Fotocopyright: 20th Century Fox

American Gangster

Inhalt

Das Jahr 1968. Während die amerikanischen Truppen im desaströsen Vietnam-Krieg vermehrt den dortigen Drogen erliegen, hält das Gift nun vermehrt Einzug in den Straßen Amerikas. Nach dem Tod seines Mentors, beschließt dessen Assistent Frank Lucas nun selbst ein Imperium aufzubauen. Er nutzt seine Kontakte zur Army und importiert den Stoff direkt aus dem Krisengebiet…

Fazit

Ich hatte zwar schon die HD-DVD, doch als mir die Blu-Ray auf dem Flohmarkt für kleines Geld in die Hände fiel, musste ich erneut zuschlagen. Mit „American Gangster“ schuf Regie-Legende Ridley Scott abermals einen kultverdächtigen Titel, der sich besonders wegen seiner großartigen Akteure im Kopf eingebrannt hat.

Washington und Crowe standen sich hier vielleicht nicht zum ersten Mal gegenüber, doch ihre Leistung überzeugte wie nie zuvor. Sie blühten in ihren jeweiligen Rollen auf und gaben ihren völlig unterschiedlichen Figuren ordentlich Kontur. Dabei half sicherlich, dass die Autoren nicht nur zwei einfache Typen hingestellt – sondern auch eine ordentliche Tiefe um sie gezeichnet haben.

Bei „American Gangster“ hat alles zwei Seiten und vor allem erkauft sich seine geschickte Machart das Verständnis in vielen Bereichen. Frank Lucas ist nicht nur knallharter Dealer, sondern zeigt durch Momente mit seiner Familie auch andere Eigenschaften. Cop Richie Roberts mag in den meisten Situationen der gesetzestreue Cop sein, um dann wiederum auf Partys bei Gangstern abzuhängen und damit gut leben zu können.

Nicht nur durch seine interessanten Figuren, auch durch seinen tollen Flow ergibt sich trotz enormer Überlänge (gerade im Director`s Cut) keine langweilige Minute und der Zuschauer blieb stets am Ball. Scott bewiess erneut sein Talent für ansprechende Erzählweisen und hielt das Tempo stets auf ordentlichem Niveau. Die Bilder waren erneut hochwertig, die Schnitte präzise. Der Soundtrack zeitgemäß und immerzu passend gewählt.

„American Gangster“ definiert das Genre sicherlich nicht neu, doch seine grandiosen Darsteller und seine konsequente Struktur zaubern selbst bei wiederholter Sichtung ein breites Grinsen ins Gesicht. Die teilweise extrem positive Darstellung des Bösewichtes mag vielleicht etwas kontrovers erscheinen, ist aber letztlich Teil des hervorragend gelungenen Gesamtkonzeptes und gibt dem Epos einen gewissen Kick. Unterm Strich ein aufregender und in sich enorm stimmiger Ausflug auf die Straßen von Eighth Avenue.

8,5/10

Fotocopyright: Universal Pictures Germany GmbH

Verhandlungssache

Inhalt

Der Tod eines Kollegen rückt Danny Roman plötzlich unerwartet ins Visier der Ermittlungen. Angeblich soll der Tote herausgefunden haben, wer sich an den Pensionskassen der Polizei bedient und nun soll Danny als Sündenbock herhalten…

Fazit

Per Zufall ist mir „Verhandlungssache“ mal wieder in die Hände gefallen – und glücklicherweise lag die letzte Sichtung so lange zurück, dass ich die größten Teile seiner Handlung schon wieder völlig vergessen habe und das Geschehen so aufs Neue voll in seinen Bann ziehen konnte.

Von Kevin Spacey kann man ja mittlerweile halten, was man will. Für mich war er immer ein großartiger Darsteller, der sich hier neben einem ebenfalls famosen Jackson auf Augenhöhe messen konnte und ein intensives Spiel ablieferte. Es machte Spaß den beiden Akteuren bei ihren Konversationen zuzuschauen und zu beobachten, wie sich die Dinge wohl entwickeln.

Bei einem Hollywoodfilm war eigentlich schon im Vorfeld klar, dass die Sache wohl einen guten Ausgang haben wird und der zu Unrecht beschuldigte sicherlich einen Freispruch erfährt – doch hier ging es wirklich um die Konstruktion zum abschließen Ergebnis und das haben die Autoren seinerzeit recht geschickt hinbekommen.

Hierdurch, dass sich hier zwei Fronten mit tiefergehenden Kenntnissen gegenüberstanden, war die Vorgehensweise so spannend wie glücklicherweise auch unterhaltsam gestaltet. Man konnte sich dem Verlauf nie so sicher sein und man hat sich selbst Gedanken bezüglich der Täter gemacht.

„Verhandlungssache“ mag mit seinen knappen 2,5 Stunden sicherlich kein Leichtgewicht sein, doch seine enorme Länge wird mit einer packenden Handlung durchwegs unterhaltsam erzählt und die grandiosen Akteure haben einfach Spaß gemacht. Zwar keiner meiner absoluten Favoriten, aber ganz klar großes Thrillerkino mit viel Spannung und hohem Schauwert.

8/10

Fotocopyright: Twentieth Century Fox

Unter Verdacht

Inhalt

England in den 1950igern. Der ehemalige Cop Tony Aaron verdient seinen Lebensunterhalt mit fingierten Ehebetrug, damit seine Klienten problemlos eine Scheidung vollziehen können. Eines Tages jedoch stolpert er bei einem seiner fragwürdigen Einsätze über Leichen und landet daraufhin selbst im Fokus der Ermittlungen seiner ehemaligen Kollegen…

Fazit

Schon oft waren Streaming-Dienste für kleinere Überraschungen gut – und so auch am gestrigen Abend. Diesmal handelte es sich zwar um keinen neuen und erst recht keinen exklusiven Titel, doch ohne Prime wäre diese ältere Perle wohl weiterhin völlig an mir vorbei gegangen. Ich hab nur Liam Neeson erblickt und musste sofort auf die „Play-Taste“ meiner Fernbedienung drücken.

Die Handlung ist so charmant wie unerwartet packend und hatte mich bereits nach wenigen Minuten vollends in ihren Bann gezogen. Der Erzählfluss war unglaublich dicht und hielt durchwegs bei der Stange. Es wurde nie langweilig und der Spannungsbogen stieg kontinuierlich an.

Auch wenn sich auf der Zielgeraden schon vor dem großen Knall eine einleuchtende Auflösung abzeichnete, schmälerte dies nicht den extrem geschmeidigen Verlauf bis dorthin. Selbst nach dem Paukenschlag hielt sich die dichte Atmosphäre und man lieferte uns noch ein paar schöne Augenblicke bis zum finalen Abspann.

Eine weitere große Stärke war die gelungene Zeichnung der Figuren. Man konnte sich selbst der kleinsten Nebenrolle keineswegs sicher sein und wollte Niemanden als Verdächtigen ausgrenzen. Der Kopf würfelte die wildesten Konstellationen zusammen und so hielt sich auch der hohe Unterhaltungswert auf ganzer Linie.

Im letzten Drittel wandelt sich der Krimi zu einem Gerichtsdrama, welches durchaus mit den Größen des Genres mithalten konnte. Hier konnte der Zuschauer herrlich mitfiebern und die verzweifelte Stimmung förmlich inhalieren.

Wie bereits erwähnt, war Liam Neeson unfassbar gut. Manchmal war sein Acting an der Grenze zur Übertreibung, aber unterm Strich war seine Darbietung einfach spitzenmäßig. Auch wenn mir die Geschichte auf den ersten Blick noch wenig imponiert hat, wurde ich innerhalb kürzester Zeit abgeholt und blieb durchgehend konzentriert am Ball. Der „Wiederschau-Wert“ wird wohl eher gering sein, aber für die einmalige Sichtung ist „Unter Verdacht“ großartiges Krimi-Kino der feinsten Sorte!

8/10

Fotocopyright: Columbia Pictures

15 Minutes

Inhalt

Eigentlich wollten sich zwei osteuropäische Gangster in Amerika nur ihren verdienten Anteil an einem Bankraub abholen, doch dann kommt alles anders als geplant. Sie hinterlassen eine Leichenspur quer durch New York und Superermittler Eddie Flemming hat bereits die Fährte aufgenommen…

Fazit

Es gibt Darsteller, die eigentlich immer geschaut werden können und bei mir persönlich fällt De Niro in solch eine Kategorie. Zwar sind seine Filme nicht immer auf Referenzniveau, aber an seinen Auftritten gibt es nur selten etwas zu mäkeln.

Vielleicht liegt es an seiner hohen Altersfreigabe (immerhin ist der Streifen noch ab 18) oder an anderen Dingen, weshalb „15 Minutes“ all die Jahre immer etwas unter dem Radar flog. Wie Eingangs bereits angedeutet, haben wir hier nicht unbedingt ein Meisterwerk vor uns – aber einen mehr als soliden Action-Thriller, der in einigen Momenten sogar richtig stark daher gekommen ist.

Besonders gut gefiel mir seine düstere, dreckige und leicht raue Atmosphäre. Sicherlich mögen seine warmen, gut gefilmten und auf Hochglanz polierten Bilder zunächst eine andere Sprache sprechen, doch viele Momente brachen mit diesem Eindruck. Die beiden Gangster sind wirklich schräge Psychopaten und manch surreale Aktion unterstreicht dies nur. Man geht hier wirklich verächtlich mit Menschenleben um und selbst das erst belächelte Motiv war gar nicht so dumm.

Weniger geschickt jedoch die Betrachtung als Mediensatire an sich. Man zeigte stellenweise echt gelungene Ansätze, doch gerade das viel zu abrupte Finale verspielte zuvor erworbene Gunst. Man schien nach knapp zwei Stunden keinen richtigen Plan mehr zu haben uns brachte die Sache einen Ticken zu überdramatisch zu Ende. Plötzlich wurde das Fernsehen zu einem allzu offensichtlichen Mittäter und die Motivation der Bösewichter irgendwie nicht mehr so klar.

De Niro war gut wie immer und sogar Teil einer krassen Wendung, die ich so nicht unbedingt erwartet hätte – und trotzdem schafft es der Film nicht auf eine Spitzenposition. Mit seinem blöden Ende zog er sich selbst einen Punkt auf dem Wertungskonto ab und hinterließ einen kleinen Nachgeschmack. Ansonsten blieb ein netter und relativ harter Trip durch New York, den man sich durchaus noch einmal geben kann.

7/10

Fotocopyright: STUDIOCANAL

The Saint – Der Mann ohne Namen

Inhalt

Simon Templar ist mit allen Wassern gewaschen und verspricht einem wohlhabenden Geschäftsmann gegen ein hohes Honorar die Formel für eine kalte Fusion zu erbeuten. Dummerweise freundet er sich mit seiner Zielperson an und hinterfragt den Sinn seines Auftrags, bei dem bald beide auf der Abschussliste landen…

Fazit

Manche Filme altern recht gut und einige wirken nach einigen Jahren recht angestaubt – was leider auch bei der 97er Variante von „The Saint“ leider der Fall war. Während Val Kilmer seine Sache grundsätzlich passabel machte, sich Elisabeth Shue als hübsches Beiwerk erweis, hapert es bei Handlung, Erzählfluss und vor allem den Effekten.

Die Geschichte verspricht auf den ersten Blick eine passable Agentenpistole, doch der träge und stellenweise gar wenig packende Verlauf trüben den Gesamteindruck am meisten. Man hat das Gefühl, dass sich relativ wenig Inhalt über knapp zwei Stunden dehnen musste und viele Passagen lediglich der Straffung dienten.

Die Sache mit den wechselnden Masken hatte schon ein Jahr zuvor beim ersten „Mission: Impossible“ prima funktioniert, wirkt hier durch technisches Mittelmaß jedoch nur wie ein müder Abklatsch dessen. Irgendwie schauten die Outfits und Make-Ups des Hauptakteures eher unfreiwillig komisch und gar nicht mal so professionell.

Das Geschehen plätschert über weite Teile vor sich hin und jeder Anflug von Dynamik wird nach kurzer Zeit wieder ausgebremst. Es gab wenig Überraschendes und gerade im Angebracht der Thematik zu wenig Raffiniertes. Es fehlte an ausgeflippten Ideen, bewundernswerten Kniffen oder typischen Gadgets. Zwar erzeugten die unterkühlten Kulissen stellenweise ansprechendes Feeling, doch unterm Strich war das einfach zu wenig.

Während man den Auftakt der legendäre Reihe von Tom Cruise noch immer richtig gut anschaubar ist, habe ich mich bei der Serien-Umsetzung von Simon Templar zuletzt eher gelangweilt und konnte ihm nur noch wenig abgewinnen. Für mich blieb nur noch ein halbgarer, bemühter aber letztlich wenig überzeugender Genrevertreter zurück, doch eine zeitgemäße Neuauflage wäre noch immer zu begrüßen.

5,5/10

Fotocopyright: Paramount Pictures (Universal Pictures)

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