(Asien-)Filme, Serien, Videospiele, und mehr...

Kategorie: Spielebesprechung (Seite 1 von 23)

Caligo (Nintendo Switch)

Inhalt

Der Spieler erwacht in einer scheinbar fremden Welt und wird von einem Erzähler durch weitere bizarre Abschnitte gelotst. Hierbei werden Fragen über das Leben und den Tod aufgeworfen, wir selber zum Denken über unser Handeln verdonnert…

Gameplay

Die eigentliche Story ist schwer zu umschreiben, das Kern-Gameplay jedoch nicht. „Caligo“ ist ein weiterer „Walking Simulator“ in seiner reinsten Form. Der Spieler steuert die Hauptfigur aus der Third-Person Perspektive von A nach B und schaltet dann den nächsten Abschnitt frei. Der Fokus liegt somit weniger auf großartige Interaktion oder dem Lösen von Rätseln, vielmehr dem Folgen und Zuhören des Sprechers auf unserer Wanderung durch die unterschiedlich gestalteten Kapitel.

Spielzeit

Ich habe mir ausführlich Zeit genommen, die Umgebungen genaustens angeschaut und den vielschichtigen Dialogen gelauscht – herausgekommen war dabei eine Spielzeit von etwa 1,5 Stunden.

Präsentation

Optisch machte der Titel eine durchwachsene Figur. Im Rahmen der eingeschränkten Switch-Hardware schaute das Ganze ganz okay aus, eine niedrige Auflösung, sowie karge Landschaften sorgten immerhin für eine stabile und flüssige Framerate. Der Soundtrack war stimmig, die (englische) Sprachausgabe recht professionell und zuweilen ein wenig gänsehauterregend.

Positiv

  • angenehm düsteres Setting
  • schönes Art-Design
  • spannende „Handlung“
  • solider technischer Auftritt auf der Switch

Neutral

  • kurze Spielzeit
  • mangelnde Interaktion

Negativ

  • keinerlei Rätsel oder Ähnliches
  • Kulissen zuweilen etwas karg gestaltet
  • englische Sprachausgabe auf gehobenem Level

Fazit

Ich habe schon mehrmals geschrieben, wie sehr ich „Walking Simulatoren“ liebe und diese kurzen Happen gerne zwischen größeren Blockbustern genieße. „Caligo“ kam da als frisch auf die Switch geporteter Titel eigentlich gerade recht, doch so richtig konnte mich das Ding während dem Spielen und in nachträglicher Betrachtung nicht begeistern. Die Macher haben ein paar durchaus interessante Themen in ein ansprechendes, düsteres Gewand verpackt und man wollte das Spiel auch am Stück „durchrocken“ – aber so nachhaltig wie bei einigen Mitbewerbern blieb hier nichts im Kopf zurück. Wer das Genre ebenfalls liebt, darf im Angebot (vielleicht für 1 bis 2 Euro) gerne mal zuschlagen, ansonsten kann ich das Ding (zum Vollpreis) nicht empfehlen.

Fotocopyright: Krealit

South of Midnight (PC)

Inhalt

Ein verehrendes Unwetter lässt die Behausung samt Mutter davontreiben und unsere Protagonisten Hazel steht vor einem seltsamen Scherbenhaufen. Es scheint, als würde sie sich in einer Parallelwelt befinden und muss nun mit Hilfe von Zaubertricks und waghalsigen Sprungeinlagen die Dinge wieder ins Lot bringen…

Gameplay

„South of Midnight“ ist ein Third-Person Adventure, welches mit einigen Action-, aber wesentlich häufigeren Geschicklichkeitspassagen daher kommt. In bester Tomb Raider/Uncharted-Manier springen und hangeln wir uns über Abgründe und müssen uns dazwischen auch mal mit fantasievoll gestalteten Gegnern kloppen.

Während sich die Sprungpassagen trotz leicht ungenauer (und leider nicht immer reagierender Steuerung) ganz gut anfühlen, wirken die Kämpfe stets etwas unbefriedigend. Das Trefferfeedback ist suboptimal und das Kampfsystem an sich viel zu simpel konzipiert.

Hin und wieder hatte ich das Gefühl, dass Eingaben meines Gamepads einfach nicht verarbeitet wurden – obwohl das Eingabegerät ansonsten noch nie Mucken gemacht hat. Für manche Geschicklichkeitstests habe ich daher ein paar Anläufe gebraucht – Kämpfe dagegen ließen sich sogar auf Wunsch per Tastendruck überspringen.

Spielzeit

Das Spiel gliederte sich in 10 Kapitel mit einer Gesamtspielzeit von etwa 10 Stunden.

Präsentation

Optisch machte der Titel einen hervorragenden Eindruck. Die Engine unterstützte von Haus aus den Ultrawide-Modus und zauberte wunderhübsche Landschaften auf den Schirm. Figuren und Animationen erinnerten an einen hochwertigen Comic, wobei die „Stop-Motion“-Aufmachung nicht für Jedermann geeignet ist und auch bei mir eine gewisse Eingewöhnung erforderte. Zwar können die gewollt abgehakten Bewegungen in den Optionen deaktiviert werden – es wirkt sich allerdings nur auf das Ingame, nicht aber auf die vorgerenderten Videosequenzen aus.

Großes Lob verdient der Soundtrack. Dieser hat nicht nur hervorragend zum Setting gepasst, sondern war auch für sich gesehen über jeden Zweifel erhaben. Die Instrumental-Tracks gingen ins Ohr und die vielen sogar mit Gesang unterlegten Abschnitte gewannen gewaltig an Charme und sogar spielerischer Dynamik.

Positiv

  • unverbrauchtes Setting
  • audiovisuell hervorragend in Szene gesetzt
  • symphytische Hauptfigur
  • originelles Charakterdesign/erinnerungswürdige Bossgegner
  • angemessene Spielzeit
  • Kämpfe lassen sich per Tastendruck überspringen

Neutral

  • gradliniges Leveldesign
  • fühlt sich oft sehr repetitiv an
  • kein manuelles Speichern

Negativ

  • Kämpfe fühlen sich nicht überzeugend an
  • Trial & Error (Hüpf-)Passagen
  • Steuerung scheint manchmal nicht auf Eingaben zu reagieren
  • keine deutsche Sprachausgabe

Fazit

„South of Midnight“ hat mich überrascht und enttäuscht zugleich. Das zunächst sehr witzige Gameplay hat mich dank hervorragender Präsentation und treibendem Soundtrack sofort gepackt und ich konnte das Gamepad kaum aus der Hand legen. Irgendwann kamen jedoch die ersten Kämpfe und die ersten frustrierenden Sprungpassagen und die Laune war am kippen. Sicherlich ist man wegen der Handlung und audiovisueller Schmankerl am Ball geblieben, doch die Motivation sank von repetitiven Kapitel zu Kapitel.

Die immergleichen Aufgaben/Klettereien erfuhren dank neuerer Fähigkeiten immer mal wieder kleine Updates, doch die anfängliche Euphorie konnte nicht mehr geweckt werden. Für meinen Teil hätte ich mir ein paar originellere Rätsel und vielleicht sogar eine Öffnung der recht eingeschränkten Levelpfade gewünscht – auch wenn ich eigentlich gar nicht so der Open-World Fan bin. So bleibt ein symphytischer Titel, der einige Chancen vergab und somit nicht zu meinen Geheimtipps des Jahres avancieren dürfte.

Fotocopyright: Compulsion Games / Xbox Game Studios

League Of Enthusiastic Losers (Nintendo Switch)

Inhalt

Der Spieler übernimmt die Rolle eines jungen Mannes, der mit seinem Mitbewohner kurz vor dem Verlust seiner Wohnung steht, allgemein von Existenzängsten geplagt ist…

Gameplay

Das Spielkonzept ist sehr simpel und sollte damit ein sogar eher nicht Videospiel-Affines Publikum ansprechen. Wir steuern unsere Hauptfigur durch hübsch gezeichnete Kulissen, können hier und da einen Dialog anstoßen, dazu ein paar Mini-Spielchen absolvieren. Es gibt kein „Game Over“-Screen und kein Hängenbleiben, keinerlei Dialogoptionen, keine Chance die simplen Aufgaben nicht erfolgreich zu absolvieren.

Spielzeit

In weniger als einer Stunde flackerte bereits der Abspann über den Schirm. Dabei habe ich alle Texte gemütlich gelesen und mich nicht abgehetzt.

Präsentation

Die Optik ist einfach, aber hübsch. Das Spiel wurde komplett per Hand gezeichnet und besaß seinen eigenen Charme. Leider gab es nur englische Bildschirmtexte.

Positiv

  • hübsche Präsentation
  • entspanntes Gameplay
  • herzensgute Grundaussage

Neutral

  • simples Gameplay
  • einfache „Rätsel“

Negativ

  • kurze Spielzeit
  • keine deutschen Untertitel

Fazit

Für knapp zwei Euro (aktueller Angebotspreis in eShop) geht der Titel für interessierte Spieler mit Faible für nette Geschichten durchaus in Ordnung. Das Spiel ist mehr Bilderbuch, denn ernsthafte Freizeitbeschäftigung – macht aber auf seine Art schon Vieles richtig. Die Handlung und deren herzensgute Aussage war nicht verkehrt, hätte aber noch einen Ticken mehr packen, entsprechend umfangreicher daher kommen dürfen.

Fotocopyright: RedDeer.Games

Resident Evil 5 (PC)

Inhalt

Die beiden Agenten Sheva und Chris sind auf der Suche nach Kollegin Jill Valentine. Die Spur führt nach Afrika, wo es nicht lange dauert, bis sie auch dort mit einem wilden Zombie-Virus in Kontakt geraten…

Gameplay

Grundsätzlich funktioniert der fünfte Teil der „Resident Evil“-Reihe wie seine Vorgänger, doch diesmal ist das Gameplay aus der Third-Person Perspektive noch etwas actionlastiger geworden und spaltete die Gemeinde.

Die Rätsel beschränkten sich auf kleinere Schalterrätsel oder „suche 2 Schlüssel zum Öffnen der großen Tür“, die Schauplätze waren überdies auch sehr schlauchartig gestaltet, erlaubten kaum ein Verlaufen.

Der Fokus lag klar auf Ballereien und diese idealerweise auch im Coop-Modus mit einem weiteren Mitspieler (der bei Bedarf von der CPU übernommen wurde).

Spielzeit

Das Spiel gliederte sich in 6 Kapitel und bot eine Gesamtspielzeit von etwa 11 bis 12 Stunden.

Präsentation

Optisch ist der Titel vergleichsweise gut gealtert. Sicherlich schaut das Produkt nach einem typischen Erzeugnis der PS3/XBOX360 Ära aus, doch immerhin funktioniert hier der Ultra-Wide-Modus auf meinem 49″ Bildschirm einwandfrei. Die Figuren waren detailliert gestaltet und einige hübsche Lichteffekte kaschierten den heutzutage eher kargeren Look.

Der Soundtrack blieb unauffällig im Hintergrund, die englischen Sprecher waren nicht schlecht.

Positiv

  • solide optische Präsentation (+ Ultra-Wide Support)
  • hübsche Zwischensequenzen
  • angemessene Spielzeit
  • stellenweise angenehm kurzweilig

Neutral

  • sehr gradlinig
  • überschaubare Schauplätze

Negativ

  • Steuerung hakelig
  • repetitives Gameplay

Fazit

Über all die Jahre war „Resident Evil 5“ eine Art Nemesis für mich. Ich hatte mir diesen Titel bereits zum Release für die Playstation 3 gegönnt, bis dato mehrmals angefangen, aber nie bis zum Ende durchgehalten. Das actionreiche Gameplay hat mir schon beim Vorgänger weniger zugesagt und hier wurden dann endgültig alle Tugenden der genialen Erstlinge über den Haufen geworfen.

Nun habe ich mich endlich zu einem Durchzocken überwunden und blicke weiterhin mit gemischten Gefühlen auf das Spiel zurück. Wer flotte (Coop-)Action sucht und keinen Wert auf Rätsel oder düstere Atmosphäre hat, wird hier fündig. Treue Anhänger des Grusels und Knobelns sollte sich dagegen eher woanders umschauen, der berühmten Reihe untreu werden. Als reiner Actiontitel mit bekannten Figuren geht das Spiel also in Ordnung, als echter Horrorhammer macht das bunte und laute Treiben eine eher schlechte Figur.

Fotocopyright: Capcom

Tales from the Borderlands (Nintendo Switch)

Inhalt

Zwei Ganoven werden von einem Kopfgeldjäger gefangen genommen und erzählen ihm eine unglaubliche Geschichte rund um einen Megakonzern, einen sonderbaren Schlüssel und wie sie sich letztlich miteinander angefreundet haben…

Gameplay

Die Telltale-Spiele sind besonders für ihr Storytelling und weniger für ein tiefgründiges Gameplay bekannt – und so auch hier. Die meiste Zeit bekommen wir selbstablaufende Aktionen zu Gesicht, dürfen hin und wieder die Gespräche manipulieren oder werden in hektischen Quicktime-Events auf die Probe gestellt. Ganz selten dürfen wir unsere Figuren auch mal ein paar Schritte bewegen und die Umgebung nach Hinweisen oder verborgenen Türen absuchen.

Spielzeit

Das Spiel gliedert sich in 5 Kapitel und kommt mit einer Gesamtspielzeit von zirka 10 Stunden daher (nicht genau gestoppt, da immer Häppchenweise auf dem Weg zur Arbeit und in den Mittagspausen gespielt).

Präsentation

Optisch macht der Titel auf der Switch einen hervorragenden Eindruck. Normalerweise bin ich ja nicht der größte Fan der Cel Shading Optik, doch hier passt diese Methode wie die Faust aufs Auge. Figuren und Hintergründe wirkten glasklar, super animiert und die witzige Endzeitstimmung auf Pandora kam einfach klasse rüber.

Der Soundtrack bot ein paar coole Stücke, blieb aber sonst eher angenehm im Hintergrund. Die englische Sprachausgabe kam mit einigen markanten Stimmen daher und wirkte rundherum professionell gemacht.

Positiv

  • hübsche audiovisuelle Präsentation
  • witzige Geschichte
  • nettes Szenario
  • gut geschriebene Figuren
  • gutes Pacing

Neutral

  • Interaktion schon sehr eingeschränkt
  • gradlinig
  • nur englische Sprachausgabe

Negativ

  • hakelige Steuerung
  • teils nervige Quicktime-Events
  • schlecht verteilte Rücksetzpunkte nach dem Game Over
  • Abstürze

Fazit

Abgesehen von einigen Abstürzen („Software muss beendet werden“) und ein paar frustrierenden Quicktime-Events (mit schlecht verteilen Rücksetzpunkten, die uns einige Abschnitte gefühlt minutenlang wiederholen ließen), hatte ich meinen Spaß mit diesem Spiel. Es hat mir insgesamt zwar nicht so sehr wie „New Tales“ gefallen, aber ähnlich unterhaltsam war es schon und bot seine erinnerungswürdigen Momente.

Wer die Welt von „Borderlands“ mag und sich mit einem stark eingeschränkten Gameplay abfinden kann (oder so etwas nach einem langen Arbeitstag einfach mal sucht), wird hier dank netter Geschichte, tollen Figuren und derben Humor auf seine Kosten kommen. Ein mega Spiel ists jetzt nicht, aber ein anspruchsloser und kurzweiliger Zeitvertreib auf jeden Fall.

Fotocopyright: 2K Games

Forspoken – Kurz-Fazit zur PC-Version

Den ursprünglichen Test zur Playstation 5 Version findet Ihr hier.

Fazit zur PC-Version

Am Spiel selbst hat sich in der PC-Version nichts geändert. „Forspoken“ lieferte ein nettes Open-World Szenario mit einer recht häufig fluchenden, aber trotzdem recht symphytischen Hauptdarstellerin mit übernatürlichen Kräften.

Hauptsächlich wegen seinem Ultra-Wide-Support habe ich mir diesen Titel noch einmal genauer angeschaut und war diesbezüglich ein wenig ernüchternd. Während das Programm während des eigentlichen Gameplays im hübschen 32:9 Format erschien, wurden die Zwischensequenzen auf das klassische 16:9 Format gebracht, sprich: es gab schwarze Balken auf beiden Seiten.

Optisch hat sich meiner Meinung nach aber sonst nicht viel gegenüber der Konsolenvariante getan. Das Spiel schaut ordentlich aus, punktete mit einigen bunten (Magie-)Effekten und Spiegelungen, patze aber manchmal bei der Darstellung von natürlich wirkenden Schatten. Referenz-Nivea wurde aber nicht geboten.

Technisch lief der Port zufriedenstellend, einmal blieb der Sound weg (war mit einem Neustart behoben), aber sonst gab es in der aktuellen Patch-Version keinen Absturz oder Ähnliches. Die Steuerung funktionierte mit Gamepad sauber und die Ladezeiten waren (wie bei der Konsole) erstaunlich kurz. Es dauerte zwar einen Moment, bis das Hauptmenü geladen wurde, aber ab dort ging es dafür direkt ins Spiel zurück.

Für mittlerweile recht überschaubares Geld (~12-15 Euro) kann „Forspoken“ für Fans empfohlen werden. Das Genre wurde zwar nicht neu definiert, Schauplätze und Gegner hätten etwas abwechslungsreicher/markanter ausfallen dürfen, aber die grundsätzlichen Mechaniken funktionierten gut und die Handlung war um kleinere Wendungen bemüht. Zur Überbrückung auf einen Preisverfall beim neuen „Assassins Creed“ ist dieses Open-World-Erlebnis vielleicht ein brauchbarer Zeitvertreib, echte Kaufpflicht besteht jedoch nicht.

Fotocopyright: Square Enix

Once Again (Nintendo Switch)

Inhalt

Der Spieler schlüpft in die Rolle eines Jungen, der ohne seine leibliche Mutter aufwuchs und jeden Sommer an seinem Geburtstag eine Reise in die Vergangenheit unternimmt…

Gameplay

Das Gameplay von „Once Again“ ist simpel und sollte den Titel für eine breite Masse interessant gestalten. Im Grunde klickt man sich nur durch kurze Dialogzeilen und Bildchen, muss ab und zu mal eine kleine Aufgabe (z.B. das Scharfstellen von Fotos) erledigen. Man klickt sich quasi durch ein Comicbuch und kann die Geschichte auch gar nicht beeinflussen.

Spielzeit

Nach rund einer Stunde flackerte der Abspann über den Schirm.

Präsentation

Optisch gab sich der Titel sehr karg, aber immerhin mit einem schönen Art-Design. Die Figuren wurden hübsch gezeichnet und die minimalistischen Kulissen wussten zu gefallen. Sprachausgabe gab es erst auf der Zielgeraden (dem Lesen eines letzten Briefes), ansonsten gut geschriebener deutscher Text und tolle Jazz-artige Klänge als professionelle Untermalung hierzu.

Positiv

  • entspanntes Spielprinzip
  • emotionale Geschichte
  • simples, aber effektives Gameplay
  • tolle musikalische Untermalung

Neutral

  • kurze Spielzeit

Negativ

  • extrem einfach (gehört aber zum Spielprinzip)
  • repetitive Aufgaben (gehört aber zum Spielprinzip)
  • geringer Wiederspielwert

Fazit

Eine richtige Bewertung in Punkten ist hier kaum möglich. Das Spiel ist eigentlich kein richtiges Spiel und setzt in allen Bereichen auf absoluten Minimalismus – der hier jedoch absolut das richtige Mittel zur Wahl gewesen ist. Der kurze Tripp hat bereits nach wenigen Minuten in seinen Bann gezogen und einige repetitive Gameplay-Aspekte waren Teil des stimmigen Konzeptes. Wer sich mit besagten spielerischen Einschränkungen arrangieren kann erhält hier jedenfalls ein nett präsentiertes Bilderbuch mit hohem Unterhaltungswert und herzensguter Aussage.

Fotocopyright: AMATA

The Stanley Parable (Nintendo Switch)

Inhalt

Der Spieler schlüpft in die Rolle von Stanley, der wie jeden Tag in seinem Büro sitzt und diverse Tasten betätigt. Als ihm jedoch klar wird, dass er sich wahrscheinlich allein im Gebäude befindet, geht er auf die Suche nach seinen Kollegen und macht dabei die ein oder andere verwunderliche Entdeckung…

Gameplay

Auf meiner aktuellen Suche nach Walking Simulatoren bin ich natürlich wieder über diesen Titel gestolpert und würde ihm nach genauerem Antesten auch diesem Genre zuschreiben. Der Spieler steuert den namensgebenden Stanley aus der Ego-Perspektive durch die unterschiedlichen Büroräume und darf hier und da auch mal einen Schalter betätigen.

Im Gegensatz zu anderen Mitbewerbern kann man hier allerdings auch sterben – was jedoch unabwendbar zum Konzept gehört und so gewollt ist. Nach jedem Ableben startet Stanley wieder in seinem Büro und versucht nun ein anderes der 42 Enden (Deluxe Edition) zu erreichen. Das ist das Spielprinzip.

Ein Sprecher kommentiert dabei unsere Aktionen und gibt neben nützlichen Hilfen auch gerne mal Spott und Hohn von sich, wächst uns mit seiner fröhlichen Stimmfarbe rasch ans Herz.

Spielzeit

Die Spielzeit ist schwierig zu beziffern. Im Grunde kann ein erstes Ende bereits nach wenigen Minuten erreicht sein, der Rest richtet sich an die Ausdauer und Motivation des Spielers. Ich habe mich ungefähr 2 bis 3 Stunden mit dem Programm beschäftigt, wohl etwas mehr als die Hälfe der möglichen Enden zu Gesicht bekommen. Danach hat es mir an erstrebenswerten Zielen gefehlt.

Präsentation

Optisch ist der Titel kein Knaller, aber immerhin performt die karge (und dennoch halbwegs ansehnliche) Grafik gerade auf der Switch recht gut. Die Kulissen wurden nett gestaltet und mit markanten Einrichtungselementen bestückt. Das Geschehen lief jederzeit superflüssig und die kurzen Ladepausen gingen in Ordnung. Sehr gut hingegen unser englischsprachiger Sprecher mitsamt passabel übersetzten deutschen Untertiteln. Einige InGame-Objekte (Buttons, Tafeln, Bildschirme, etc.) wurden sogar ebenfalls lokalisiert.

Positiv

  • witzige Grundidee
  • exzellenter Kommentator
  • kreative Spielwege / viele unterschiedliche Enden

Neutral

  • technisch bestenfalls solide
  • Spielzeit richtet sich nach der Motivation des Spielers

Negativ

  • Spielprinzip nutzt sich schnell ab
  • geringer Wiederspielwert

Fazit

Lange habe ich diesen Titels mangels Interesse vor mir hergeschoben und stehe am Ende auch etwas ratlos da. Die originelle Grundidee muss man neidlos anerkennen und manchen Lacher konnte man sich nicht verkneifen – doch letztlich hat mich das Produkt nicht von sich überzeugen können.

Schnell hat sich das Gameplay abgenutzt und die Motivation fuhr rasch zurück. Für ein oder zwei Stunden mag das Ding zu beschäftigen wissen, aber ich bezweifele, dass das Modul noch einmal in der Konsole landen wird.

Ich bereue den kurzen Ausflug mit Stanley nicht, sehe das Spiel jedoch eher als Tech-Demo für einen (höchstwahrscheinlich unwahrscheinlichen) Port eines richtigen Half Lifes auf den Handheld von Nintendo…

Fotocopyright: Galactic Cafe

The Last Show of Mr. Chardish (Nintendo Switch)

Inhalt

Robert Chardish ist verstorben und sein Theater steht leer. Der Spieler schlüpft in die Haut einer jungen Dame, die noch einmal durch die verlassenen Räumlichkeiten streift und in die glamouröse Welt des Künstlers eintaucht…

Gameplay

„The Last Show of Mr. Chardish“ gehört ganz klar in das Genre der Walking Simulatoren, hebt sich mit seinem bunten Stil jedoch ein wenig vom Einheitsbrei ab.

Gespielt wird zunächst aus der Ego-Perspektive – doch sobald der Spieler mittels eines gewissen Triggers eine neue Rückblende anstößt, wechselt das Geschehen in eine andere Sicht. So dürfen wir nun Roboter, Vögel oder andere Figuren aus der Third-Person verfolgen und sie mit kleineren Knobelaufgaben zum Ende des jeweiligen Kapitels bringen.

Die einzelnen Geschichten sind dabei recht kreativ und abwechslungsreich ausgefallen. Mal navigieren wir ein paar Roboter ans Ende des Kapitels, mal steigen wir mit einem Vogel in die Lüfte – oder schwingen den Pinsel, um unsere Umgebung vom tristen Grau zu befreien.

Spielzeit

Mit rund 2,5 bis 3 Stunden ist die Spielzeit sehr übersichtlich ausgefallen.

Präsentation

Optisch war „The Last Show of Mr. Chardish“ ein zweischneidiges Schwert. Zwar besaß der Grafikstil durchaus Einiges an künstlerischem Anspruch, doch hin und wieder waren mir Figuren und Kulissen ein Ticken zu simpel (und pixelig) ausgefallen.

Gezockt habe ich zudem auf der Switch, die manchmal leicht ins Ruckeln kam und es überdies an Schärfe missen ließ. Der Sound und die englischen Sprecher waren jedoch einwandfrei und gaben keinen Grund zur Klage. Erst habe ich mich am PC mit dem Programm versucht, doch irgendwie war der FOV (das Sichtfeld) nicht korrekt eingestellt und Übelkeit verhinderte dort das Weiterspielen für mich. Auf der kleinen Nintendo-Konsole war alles in Ordnung.

Positiv

  • fantasievolle Präsentation
  • emotionale Geschichte
  • guter Spielflow

Neutral

  • überschaubare Spielzeit
  • Steuerung manchmal etwas hakelig

Negativ

  • technisch eher durchschnittlich
  • hat zwar Emotionen geweckt, war aber insgesamt nicht so intensiv wie mancher Konkurrent

Fazit

Es gibt bessere, wohl aber auch deutlich schlechtere Genrevertreter. „Mr. Chardish“ hat mich mit seiner gefühlvollen, bunten Art stellenweise sehr an „Edith Finch“ erinnert, jedoch nie dessen Klasse erreicht. Technisch war der Titel eher durchwachsen und riss mit seiner groben Darstellung gelegentlich aus der Immersion, besaß aber unterm Strich dennoch ein hübsches Art-Design und konnte seine Botschaften trotz kleineren Rucklern und allzu simplen Figurenoptiken wunderbar entfalten. Edith bleibt absolute Referenz, doch wer auf der Suche nach ähnlich gelagerter Kost ist, darf gerne reinschauen. Die kurze Spielzeit geht (gemessen am Preis) auch absolut in Ordnung und verschont den Spieler vor unschönen Längen oder Abnutzungserscheinungen.

Fotocopyright: Anshar Publishing, Hydra Games S.A., Hydra Games

The Suicide of Rachel Foster (Nintendo Switch)

Inhalt

Dezember 1993. Der Spieler schlüpft in die Rolle von Nicole Wilson, die gerade in ihrem geerbten Hotel angekommen ist. Lange war sie nicht mehr an diesem mittlerweile verlassenen Ort, doch schnell keinem ersten Erinnerungen wieder auf…

Gameplay

„The Suicide of Rachel Foster“ ist ein klassischer Walking-Simulator, bei dem dem das Storytelling klar im Vordergrund steht, der Spieler weder mit Action konfrontiert wird, noch sterben kann.

Aus der Ego-Perspektive erkunden wir das verlassene Hotel, kommunizieren via Funkgerät mit einem freundlichen Helfer und erhalten Tagesweise neue Aufgaben (z.B. die Heizung anstellen, etwas zu Essen finden, etc.). Dabei gibt es kleinere Gruseleinlagen (mysteriöse Geräusche, klappernde Türen, etc.), die für Atmosphäre sorgen.

Die Interaktion ist arg eingeschränkt, da nur wenige Gegenstände genauer untersucht bzw. eingesteckt werden können. Großartige Rätsel sind ebenso Mangelware – hauptsächlich die Navigation in dem verschachtelten Gebäude sorgt hin und wieder für Kopfzerbrechen (zumindest am Anfang).

Spielzeit

Ich habe mir mit den Erkunden des Hotels (zwangsläufig) etwas Zeit gelassen und den Abspann nach rund 3 Stunden erblicken dürfen.

Präsentation

Angefangen hatte ich das Spiel zunächst auf dem PC, bin aber dann aus bequemlichkeitsgründen rasch auf die Switch gewechselt und wurde positiv überrascht. Optisch macht der Titel auf der schwachen Konsole von Nintendo einen sehr guten Eindruck und muss sich tatsächlich nicht hinter dem großen Rechner verstecken. Man bemerkt zwar leichte Unschärfen und verpixelte Darstellung von einigen Objekten, aber unterm Strich war die Grafik sehr gut.

Der Look war realistisch, die Ausleuchtung fantastisch und das Hotel an sich sehr markant ausgearbeitet. Zwar gab es nur eine englische Sprachausgabe (inkl. deutschen Untertiteln), jedoch war diese leicht verständlich und mit ausgezeichneten Sprechern besetzt.

Positiv

  • starke Präsentation
  • tolle Atmosphäre
  • spannende Handlung

Neutral

  • kurze Spielzeit

Negativ

  • nur englische Sprachausgabe
  • Steuerung etwas behäbig

Fazit

Die Spielzeit war recht kurz, aber das macht nichts. „The Suicide of Rachel Foster“ war ein spannender, gut geschriebener und fortwährend packender Walking Simulator, bei dem Genrefans auf Ihre Kosten kommen. Mir hat die eher ruhige Gangart, sowie die Geschichte und ihre Aufklärung sehr gut gefallen – könnte mir sogar eine Filmadaption vorstellen. Die Atmosphäre hat mich angenehm am Stephen King („Shining“) erinnert und gerne gebe ich hier eine heiße Empfehlung ab.

Fotocopyright: Daedalic Entertainment

« Ältere Beiträge