Das Analogue 3D im Kurzcheck
Einleitende Worte
Obwohl ich mir die Konsole nicht vorbestellt habe, hat sie bereits (eBay und guter Gebrauchtpreise sei Dank) doch recht früh Einzug bei mir gehalten und gerne möchte ich euch das Gerät hier ein wenig genauer vorstellen.

Was ist das Analogue 3D?
Am einfachsten lässt sich das Gerät als Nachbau eines Nintendo64 bezeichnen. Im Gegensatz zur üblichen Software-Emulation wurde die Hardware der alten Konsole so gut wie möglich imitiert und mit ein paar modernen Eigenschaften (z.B. einem nativen HDMI-Ausgang) bestückt. Einige Features sind zum aktuellen Zeitpunkt allerdings noch offen geblieben – doch dazu mehr weiter unten im Text.

Plug & Play
Im Gegensatz zur Originalkonsole ist kein Adapter bzw. Scaler und kein Umbau notwendig – das Analogue 3D kann direkt via HDMI an moderne Ausgabegeräte (TV, Monitor, Beamer, etc.) angeschlossen werden. Eventuell muss vor der ersten Inbetriebnahme noch ein Update durchgeführt werden (war bei meinem gebrauchten Gerät schon eingespielt) und dann geht es schon los.


Das Gerät frisst Module aller Regionen, bietet vor dem Start, aber auch während des Starts einige Option zur Darstellung an – und speichert diese auch individuell.


Ein Controller wird von Haus leider nicht mitgeliefert, aber Dritthersteller 8BitDo ist für uns Gamer in die Breche gesprungen und lieferte ein wirklich gut funktionierendes Eingabegerät ab. Besonders der Stick ist super-exakt und ermöglicht ein gefühlvolles Steuern. Alternativ könnt Ihr aber auch eure Originalcontroller an stöpseln – die wohl überwiegend nicht mehr so geschmeidig reagieren dürften.

Das Zocken
Natürlich steht das Zocken bei einer Spielkonsole im Vordergrund und hier liefert das Team von Analogue durchaus zufriedenstellend ab. Alle getesteten Spiele funktionierten problemlos und die Eingabe reagierte ohne spürbare Verzögerung. Via Tastendruck kann jederzeit das Konfigurationsmenü aufgerufen oder das aktuelle Spiel verlassen werden.

Die Filter
Der Hersteller liefert einige Filter und Bildeinstellungen mit – beispielsweise das Verwenden von Scanlines oder dem Strecken des Bildes auf das 16:9 Format – was jedoch nicht überall Sinn ergibt.
Scanlines:

Clean & gestreckt:

Scanlines & gestreckt:

Positiv
- hohe Kompatibilität bei Spielen
- die SummerCart64 funktioniert
- Verwendung von original Zubehör (z.B. Controllern)
- gute Bildausgabe & Performance
- brauchbare Möglichkeiten zur Anpassung (Filter, Übertaktung, etc.)
- schickes Design & gute Verarbeitung
- einfache Menüführung
- Update-bar
Neutral
- eher zweckmäßiges Menü
- ein paar zusätzliche Filter wären begrüßenswert gewesen
- nicht alle Everdrive-Module funktionieren
- kein Controller im Lieferumfang
- kein Adapter für deutsche Steckdosen mitgeliefert
Negativ
- angepriesene Funktionen (z.B. Quicksaves) noch nicht implementiert
- “manuelle Updates” per SD-Karte und nicht per WLAN
- bei mir: 1080p Bildausgabe-Bug
Die Baustellen
1080p Bildausgabe-Bug
Per HDMI-Switch erhalte ich gar kein Bild. Direkt an meinem 98″ TV jedoch nur ein 1080p Signal – unabhängig vom HDMI-Port oder den Kabeln.
Fehlende Features
Versprochen waren Features wie die Verwendung weiterer Drittcontroller (via Bluetooth), freie Buttonbelegung oder – für mich extrem wichtig – die Verwendung von Save-Stats zum schnellen Speichern und Laden von Spielständen. Updates via WLAN funktionieren derzeit auch nicht und müssen “manuell” per Kopieren auf die (mitgelieferte) SD-Karte durchgeführt werden.
Verärgerte Community
Der Hersteller hält sich grundsätzlich mit Informationen bedeckt. Wann und ob Features nachgereicht werden, ist nicht klar. Zudem kamen direkt nach der ersten Vorbestellphase schon erste (limitierte) Farbvarianten der Konsole auf den Markt und der frühe Sammler fühlte sich leicht verschaukelt.
Fazit
Die Analogue 3D Konsole ist derzeit noch ein zweischneidiges Schwert. Besonders die fehlenden Save-Stats sind mir ein Dorn im Auge, doch sobald ein hübsches und geschmeidig steuerbares Spiel über meinen großen Fernseher flackert, ist der Ärger fast schon wieder vergessen.
Das originale N64 ist zwar nicht sonderlich teuer, doch mit einigen Umbauten in ähnlichen Preisregionen. Wer also eine einfache Lösung zum reinen Abspielen seiner Module sucht, macht hier dann also wenig verkehrt. Ich behalte das Teil in der Sammlung, zocke meine fast schon vergessenen Klassiker und warte dabei auf künftige Updates, die das Retro-Erlebnis hoffentlich noch runder machen.


Fotocopyright: hard-boiled-movies.de


