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Schlagwort: Walking Simulator (Seite 1 von 4)

League Of Enthusiastic Losers (Nintendo Switch)

Inhalt

Der Spieler übernimmt die Rolle eines jungen Mannes, der mit seinem Mitbewohner kurz vor dem Verlust seiner Wohnung steht, allgemein von Existenzängsten geplagt ist…

Gameplay

Das Spielkonzept ist sehr simpel und sollte damit ein sogar eher nicht Videospiel-Affines Publikum ansprechen. Wir steuern unsere Hauptfigur durch hübsch gezeichnete Kulissen, können hier und da einen Dialog anstoßen, dazu ein paar Mini-Spielchen absolvieren. Es gibt kein „Game Over“-Screen und kein Hängenbleiben, keinerlei Dialogoptionen, keine Chance die simplen Aufgaben nicht erfolgreich zu absolvieren.

Spielzeit

In weniger als einer Stunde flackerte bereits der Abspann über den Schirm. Dabei habe ich alle Texte gemütlich gelesen und mich nicht abgehetzt.

Präsentation

Die Optik ist einfach, aber hübsch. Das Spiel wurde komplett per Hand gezeichnet und besaß seinen eigenen Charme. Leider gab es nur englische Bildschirmtexte.

Positiv

  • hübsche Präsentation
  • entspanntes Gameplay
  • herzensgute Grundaussage

Neutral

  • simples Gameplay
  • einfache „Rätsel“

Negativ

  • kurze Spielzeit
  • keine deutschen Untertitel

Fazit

Für knapp zwei Euro (aktueller Angebotspreis in eShop) geht der Titel für interessierte Spieler mit Faible für nette Geschichten durchaus in Ordnung. Das Spiel ist mehr Bilderbuch, denn ernsthafte Freizeitbeschäftigung – macht aber auf seine Art schon Vieles richtig. Die Handlung und deren herzensgute Aussage war nicht verkehrt, hätte aber noch einen Ticken mehr packen, entsprechend umfangreicher daher kommen dürfen.

Fotocopyright: RedDeer.Games

Tales from the Borderlands (Nintendo Switch)

Inhalt

Zwei Ganoven werden von einem Kopfgeldjäger gefangen genommen und erzählen ihm eine unglaubliche Geschichte rund um einen Megakonzern, einen sonderbaren Schlüssel und wie sie sich letztlich miteinander angefreundet haben…

Gameplay

Die Telltale-Spiele sind besonders für ihr Storytelling und weniger für ein tiefgründiges Gameplay bekannt – und so auch hier. Die meiste Zeit bekommen wir selbstablaufende Aktionen zu Gesicht, dürfen hin und wieder die Gespräche manipulieren oder werden in hektischen Quicktime-Events auf die Probe gestellt. Ganz selten dürfen wir unsere Figuren auch mal ein paar Schritte bewegen und die Umgebung nach Hinweisen oder verborgenen Türen absuchen.

Spielzeit

Das Spiel gliedert sich in 5 Kapitel und kommt mit einer Gesamtspielzeit von zirka 10 Stunden daher (nicht genau gestoppt, da immer Häppchenweise auf dem Weg zur Arbeit und in den Mittagspausen gespielt).

Präsentation

Optisch macht der Titel auf der Switch einen hervorragenden Eindruck. Normalerweise bin ich ja nicht der größte Fan der Cel Shading Optik, doch hier passt diese Methode wie die Faust aufs Auge. Figuren und Hintergründe wirkten glasklar, super animiert und die witzige Endzeitstimmung auf Pandora kam einfach klasse rüber.

Der Soundtrack bot ein paar coole Stücke, blieb aber sonst eher angenehm im Hintergrund. Die englische Sprachausgabe kam mit einigen markanten Stimmen daher und wirkte rundherum professionell gemacht.

Positiv

  • hübsche audiovisuelle Präsentation
  • witzige Geschichte
  • nettes Szenario
  • gut geschriebene Figuren
  • gutes Pacing

Neutral

  • Interaktion schon sehr eingeschränkt
  • gradlinig
  • nur englische Sprachausgabe

Negativ

  • hakelige Steuerung
  • teils nervige Quicktime-Events
  • schlecht verteilte Rücksetzpunkte nach dem Game Over
  • Abstürze

Fazit

Abgesehen von einigen Abstürzen („Software muss beendet werden“) und ein paar frustrierenden Quicktime-Events (mit schlecht verteilen Rücksetzpunkten, die uns einige Abschnitte gefühlt minutenlang wiederholen ließen), hatte ich meinen Spaß mit diesem Spiel. Es hat mir insgesamt zwar nicht so sehr wie „New Tales“ gefallen, aber ähnlich unterhaltsam war es schon und bot seine erinnerungswürdigen Momente.

Wer die Welt von „Borderlands“ mag und sich mit einem stark eingeschränkten Gameplay abfinden kann (oder so etwas nach einem langen Arbeitstag einfach mal sucht), wird hier dank netter Geschichte, tollen Figuren und derben Humor auf seine Kosten kommen. Ein mega Spiel ists jetzt nicht, aber ein anspruchsloser und kurzweiliger Zeitvertreib auf jeden Fall.

Fotocopyright: 2K Games

Life is Strange 2 (Nintendo Switch)

Inhalt

Eine Kette von Ungeschicken zwingt zwei Brüder zur Flucht vor der Polizei und dem stetigen Untertauchen. Ihr Ziel ist Verwandtschaft in Mexiko, doch ihre Reise ist lang und beschwerlich…

Gameplay

Andere Hauptdarsteller, andere Story, aber das Gameplay ist das Selbe geblieben. Erneut steuern wir unsere Hauptfigur aus der Third-Person-Perspektive, können mit ausgewählten Gegenständen interagieren und vor allem durch unsere Entscheidungen innerhalb der zuweilen äußerst ausschweifenden Dialoge den Verlauf der Handlung nachhaltig beeinflussen.

Diesmal können wir allerdings nicht die Zeit zurückdrehen oder uns in andere Dimensionen versetzen, allerdings hin und wieder die Telekinese-Spezialfähigkeit unseres kleinen Bruders auf die Umgebung loslassen – was im Klartext so viel bedeutet, dass er beispielsweise Menschen attackieren oder andere Zerstörungsorgien hervorrufen kann. Das Ganze wird jedoch sehr wohl dosiert eingesetzt und immer gut mit der Story verwoben.

Spielzeit

Das Spiel wurde in 5 Kapitel unterteilt, für die ich im Schnitt jeweils etwa 2 bis 3 Stunden Zeit aufgewendet habe.

Präsentation

Hier beziehe ich mich wieder auf die Version für die Nintendo Switch. „Before the Storm“ war optisch schon wesentlich besser als der Erstling und dieses gesteigerte Niveau konnten die Macher zum Glück auch bei der echten Fortsetzung beibehalten. Das Geschehen war überwiegend „klar“ und die Framerate selbst in größeren Umgebungen recht stabil. Kantenflimmern fiel zwar bei Nahaufnahmen von Personen auf, empfand ich aber insgesamt als nicht sonderlich störend.

Zwar gab es leider nur eine englische Sprachausgabe (inkl. deutschen Untertiteln), doch die hervorragenden Sprecher waren stets problemlos zu verstehen und ersparte großartige Lese-Aktionen. Der Soundtrack kam ebenfalls wieder mit einigen echten Krachern daher – setzte besonders in gefühlvolleren Momenten auf gänsehauterregende Stücke, die man gerne auf CD hätte.

Positiv

  • packende und gut erzählte Geschichte
  • tolle Charaktere
  • hervorragende englische Sprachausgabe
  • technisch besser als Teil 1

Neutral

  • nur englische Sprachausgabe (mit deutschen Untertiteln)
  • Geschichte benötigt etwas Anlaufzeit
  • manche Passagen hätten leicht gestrafft werden können

Negativ

  • längere Ladezeiten
  • hin und wieder leichte Bildrateneinbrüche

Fazit

Lange habe ich mich vor Teil 2 gedrückt, da die Kritiken im Netz sehr unterschiedlich ausfielen und irgendwie immer genügend anderes Material zum Zocken vorhanden war. Über die Feiertage habe ich mich jedoch endlich mal an das gute Stück getraut und war am Ende wirklich begeistert.

Die Geschichte benötigte zwar einige Zeit, um richtig in Fahrt zu kommen und es gab ehrlichweise auch grade zu Beginn ein paar kleinere Leerläufe in der Spielmechanik (repetitive Aufgaben) – doch irgendwann kam der Punkt, an dem die beiden Protagonisten ans Herz gewachsen waren und die Handlung voll aufgedreht hat, man das Gamepad (bzw. die Konsole) kaum mehr aus der Hand legen konnte.

Mich hat das tragische Schicksal von Sean und Daniel jedenfalls noch einen Ticken mehr als das von Max, Chloe und Konsorten ergriffen, so dass ich diesen Teil der Reihe ganz knapp in Führung – oder zumindest ebenbürtig mit dem Erstling – sehe. Wer diese Art von Spielen mag, kommt jedenfalls nicht um diesen großartigen Ableger herum und wird hoffentlich eine genauso gute Zeit wie ich mit den Abenteuern der Brüder erleben.

Fotocopyright: Square Enix

Life is Strange: Before the Storm (Nintendo Switch)

Inhalt

„Before the Storm“ spielt vor den Ereignissen von „Life is Strange“ und erzählt Ereignisse rund um Chloe, bevor ihre Freundin Max erneut in ihr Leben trat…

Gameplay

Gespielt wird – wie in üblicher Serientradition – aus der Third-Person-Perspektive und erneut spielen Entscheidungen eine wichtige Rolle für den Verlauf der Handlung.

Diesmal besitzen wir habe keine besonderen Kräfte, können also weder die Zeit zurückdrehen oder uns in andere Dimensionen versetzen. Chloes Fähigkeit besteht eigentlich nur darin, Leute in Wortgefechte zu verwickeln und mit den richten Argumenten die Oberhand zu gewinnen.

Ansonsten besteht das Gameplay aus einfachen Elementen, beispielsweise dem Kombinieren von Gegenständen oder dem Abklappern von Gesprächspartnern, um dem Ziel wieder ein Stück näher zu kommen. Sonderlich schwer geht’s dabei nie zur Sache – die Macher wollten eben, dass wirklich Jeder die Story zu Ende erleben kann.

Spielzeit

Das Spiel ist in drei Kapitel unterteilt und kommt auf eine Gesamtspielzeit von rund 12-13 Stunden.

Präsentation

Wegen dem „Unterwegs-Faktor“ habe ich das Spiel auf der Switch absolviert und war angenehm überrascht. Zwar waren manche Schriften etwas ausgefranst oder aufgrund ihrer Größe im Handheld-Modus schlecht zu lesen, doch die allgemeine Grafikqualität war deutlich besser als im direkten Vorgänger. Der Stil bzw. die Engine waren sicherlich identisch, doch hier wurde eine weitaus höhere Schärfe vorhanden und das Flimmern von Kanten quasi gar nicht mehr auszumachen.

Erneut gab es nur eine englische Sprachausgabe, doch professionelle und gut verständliche Sprecher ließen dieses Manko verschmerzen. Der Soundtrack bot erwartungsgemäß wieder einmal ein paar echt charmante Ohrwürmer, die wohl wieder einmal extra für das Spiel komponiert wurden.

Positiv

  • technisch deutlich besser als der Vorgänger (Switch)
  • Ein Wiedertreffen mit bekannten Figuren
  • interessante und gefühlvolle Geschichte
  • nicht so sehr von übernatürlichen Elementen geprägt
  • solide Spielzeit (für eine Art DLC)

Neutral

  • Interaktionsmöglichkeiten arg eingeschränkt
  • Wort-Duelle nur mäßig spaßig (und deren Erfolg nicht immer entscheidend)

Negativ

  • nur englische Sprachausgabe

Fazit

Technisch war „Before the Storm“ eine positive Überraschung, aber ansonsten konnten spielerisch bzw. erzählerisch auch alle Erwartungen erfüllt werden. Trotz fehlender Spielelemente fühlte sich das Ganze dank bekannter Figuren angenehm vertraut an und die diesmal etwas bodenständigere Geschichte bot genügend Potential, um bis zum bitten Ende bei der Laune gehalten zu werden.

Wer den ersten Teil mochte, wird auch hier wieder seinen Spaß haben und bekommt eine uneingeschränkte Empfehlung – auch wenn dessen spielerische Qualität und Quantität nicht ganz erreicht wurde. Fragt Ihr Übrigens nach der Reihenfolge, so schließe ich mich den meisten Stimmen im Netz an: erst „Life is Strange„, dann „Before the Storm“, da man zuweilen bereits mit einem anderen Blick auf manche Figuren schaut und alles einen Ticken runder erscheint.

Fotocopyright: Square Enix/Feral Interactive

What Comes After (Nintendo Switch)

Inhalt

Der Spieler schlüpft in die Rolle einer jungen Frau, die auf dem Weg nach Hause in der U-Bahn einschläft und sich plötzlich im Reich der Toten wiederfindet…

Gameplay

„What Comes After“ lässt sich am Besten mit typischen Walking Simulatoren, aber irgendwo auch mit „Visual Novels“ vergleichen. Der Spieler läuft durch die Wagons der Bahn und hat die Möglichkeit, sich mit allen Passagieren aus dem Jenseits zu unterhalten.

Die meisten Dialoge sind optional, an den Wichtigsten kommt man gar nicht vorbei. Im Grunde besteht das Spiel auch nur aus Konversationen, die zuweilen recht ausufernd erscheinen und alle das gleiche Thema – den Tod – beinhalten.

Spielzeit

Mit rund 40-45 Minuten ist der Titel sehr kurz ausgefallen, hat jedoch seine Botschaft innerhalb dieser Zeit – das Leben zu schätzen – ganz gut rübergebracht. Ein wenig ist die Spielzeit allerdings auch abhängig, ob Ihr euch mit allen Protagonisten unterhaltet und wie schnell Ihr beim Lesen seit.

Präsentation

Optisch überzeugt das Spiel mit handgemalten Figuren und Kulissen, deren Zeichenstil prima gefiel. Sprachausgabe gab es keine, dafür aber ziemlich kleine deutsche Texte von denen es reichlich zu lesen gab.

Positiv

  • wundervolle Grundaussage
  • originelle Grundidee
  • toller Grafikstil
  • im Angebot für rund 1 Euro sehr günstig

Neutral

  • simples Gameplay
  • kurze Spielzeit
  • viel Lesestoff

Negativ

  • keine Sprachausgabe
  • geringer Wiederspielwert

Fazit

„What Comes Afters“ ist sicherlich kein vollwertiges Spiel, aber dennoch ein lohnenswerter Tripp ins Reich der Toten. Der Titel erinnerte eher an ein kurzes Buch mit Illustrationen, denn ein Programm mit echtem Gameplay, doch für mal eben Zwischendurch und zu einem günstigen Preis geht das voll in Ordnung. Das vermeintliche Ende zeichnet sich zwar sehr früh ab, doch der (entspannte) Weg dorthin ist mit halbwegs tiefgründigen Konversationen dennoch sehr angenehm zu beschreiten.

Fotocopyright: Flynns Arcade

Life is Strange – Remastered (Nintendo Switch)

Inhalt

Max ist Schülerin an der Blackwell-Universität und fristet ein Leben als Außenseiterin. Als sie eines Tages jedoch ein seltsames Gespräch belauscht und ungewöhnliche Kräfte in sich entdeckt, wird alles auf den Kopf gestellt…

Gameplay

„Life is Strange“ kann man mit gutem Gewissen als „Walking Simulator“ oder auch schon fast als einen interaktiven Film bezeichnen. Der Spieler schlüpft aus der Third-Person-Perspektive in die Haut von Titelfigur Max und darf an eng vorgegebenen Schauplätzen die filmreife Handlung nach Vorne treiben.

Die Interaktien beschränkt sich meist auf das Ansehen von Gegenständen oder Personen und den Dialogen, mit denen man durchaus die Geschichte oder die gegenseitigen Gefühlslagen beeinflussen kann. Ein besonderer Kniff ergibt sich allerdings durch Cloes Sonderfähigkeit, die es erlaubt, die Zeit um einige Sekunden zurück zu spülen.

So kann man teilweise noch im Nachhinein ganze Gesprächsverläufe verändern oder Charaktere gar vor schlimmen Ereignissen bewahren – oder auch nicht. Am Ende eines Kapitels (von denen gibt es wieder einmal 5 an der Zahl) bekommen wir dann eine Übersicht über unsere getroffenen Entscheidungen.

Spielzeit

Für die 5 Kapitel habe ich schätzungsweise 12 bis 13 Stunden benötigt.

Präsentation

Für dieses Review habe ich auf die Switch-Fassung gesetzt, die ich mir (neben der PS4-Version) für den Urlaub besorgt habe. Grundsätzlich waren die eingesetzte Optik und der verwendete Grafikstil recht hübsch anzusehen, doch auf der kleinen Konsole trübten flackernde Kanten und vor allem eine immense Unschärfe das Bild. Hier wurden die Limitierungen der Hardware äußerst sichtbar, spielbar blieb es aufgrund des langsamen und cineastischen Gameplays trotzdem.

Im Gegensatz zu den neuen Teilen der Reihe, bot uns das erste „Life is Strange“ noch keine deutsche Synchronisation, aber immerhin waren die englischen Sprecher ziemlich gut und die Untertitel bis auf kleinere Rechtschreibfehler und Formatierungsprobleme in Ordnung. Lobenswert aber auch hier wieder der erstklassige Soundtrack, der meiner PS4-Fassung sogar als Disc beilag und hin und wieder den Weg in den Player findet.

Positiv

  • spannende Geschichte
  • gefühlvolle Momente
  • sympathische Charaktere
  • entspanntes Gameplay
  • hübscher Grafikstil
  • ordentliche Spielzeit
  • filmreife Inszenierung
  • toller Soundtrack

Neutral

  • Story benötigt etwas, um in Fahrt zu kommen
  • technisch durchwachsen (Switch)
  • Steuerung manchmal etwas hakelig
  • Gameplay eher simpel gehalten

Negativ

  • längere Ladezeiten
  • nur englische Sprachausgabe (und deutsche Untertitel)

Fazit

Damals wurde das Spiel allerorts über den Klee gelobt und selbstverständlich habe ich kurz nach dessen ursprünglichen Release auch mal reingeschaut. Seinerzeit habe ich (wohl aufgrund des etwas langatmigen Auftakts) irgendwann das Interesse verloren, doch über all die Jahre hat mich eine erneute Sichtung irgendwie immer gereizt. Nachdem ich mit „True Colors“ und „Double Exposure“ meinen Spaß hatte, war es dann endlich soweit und am Ende habe ich die Konsole mit einem guten Gefühl aus der Hand gelegt.

„Life is Strange“ mag technisch vor allem auf der Handheld-Konsole von Nintendo nicht ganz optimal erscheinen, zog aber dennoch mit interessanten Figuren und einer extrem packenden Handlung (nach kurzer Anlaufzeit) in seinen Bann. Dabei wurden alle Komponente sorgsam ausbalanciert, Probleme des Erwachsenwerdens mit einer spannenden Krimigeschichte verwoben, Elemente wie Freundschaft und Loyalität gekonnt in den Fokus gerückt.

Natürlich nahm das Vehikel zuweilen abstruse Züge an und bediente sich offensichtlich an einigen filmischen Vorbildern, doch das Interesse brach trotz Zeitreisen und Rückspulfunktion niemals ab. Die Programmierer verstanden alle Elemente gekonnt unter einen Hut zu bringen und ein fantastisches Spiel abzuliefern. Nicht Jeder wird zur Zielgruppe gehören, aber schlimm ist dies keinesfalls. Wiedermal gilt allerdings meine Empfehlung für stationäre Konsolen oder den PC. Spielbar ist die Handheld-Version zwar auf jeden Fall, doch erneut kämpft die Switch mit langen Ladezeiten und vor allem Problemen bei der Schärfe.

Fotocopyright: Dontnod Entertainment

Last Signal (PC)

Inhalt

Der Spieler befindet sich auf einer Raumstation im Weltall. Er verabschiedet sich noch einmal von seiner Frau und betritt ein schwarzes Loch…

Gameplay

„Last Signal“ ist ein klassischer Walking-Simulator mit all seinen Vor- und Nachteilen. Gespielt wird das Spiel aus der Ich-Perspektive und die Handlungsmöglichkeiten sind begrenzt. Man läuft ausschließlich auf einer Raumstation umher, öffnet Türen oder betätigt einen Fahrstuhl. Klassische Rätsel oder echte Actioneinlagen waren nicht vorhanden, dafür hin und wieder Textboxen mit unterschiedlichen Antwortmöglichkeiten zu durchforsten.

Spielzeit

Schon zu Beginn des Spieles rufen die Entwickler eine überschaubare Spielzeit zwischen 25 und 30 Minuten aus, machen zudem auf eine fehlende Speicherfunktion aufmerksam. Benötigt habe ich ziemlich genau 23 Minuten bis zum Abspann – wobei es aufgrund der getroffenen Entscheidungen auch andere Enden und somit eine erhöhte Gesamtspielzeit gäbe.

Präsentation

Optisch schaute das Programm vernünftig aus. Das wohl sehr überschaubare Team hat eine ansprechende Weltraumstation gebastelt und nette Charakterbildchen für die Konversationen entworfen. Klar wirkten manche Kulissen etwas eintönig, doch letztlich lag dies auch an der Sache bzw. dem Aufbau einer Raumstation.

Die englische Vertonung war okay, die (per KI übersetzten) deutschen Texte zuweilen ausbaufähig.

Positiv

  • entspanntes Gameplay
  • spannende Geschichte
  • kurz & knackig
  • technisch solide

Neutral

  • etwas karge Kulissen
  • leicht hakelige Steuerung
  • Übersetzung konnte etwas runder sein

Negativ

  • keine Speicherfunktion
  • sehr kurz

Fazit

In der Kürze liegt oftmals die Würze – und so auch hier. Für eine knappe halbe Stunde war „Last Signal“ ein sympathischer kleiner Ausflug ins All und ich habe die investierte Zeit trotz überschaubarer Handlung und zuweilen leicht zickiger Steuerung nicht bereut. Wer „Walking Simulatoren“ mag, dem Sci-Fi Setting nicht abgeneigt ist und mit einer extrem kurzen Spielzeit leben kann, erhält einen netten kleinen Snack für Zwischendurch.

Fotocopyright: x

Life is Strange: Double Exposure (Nintendo Switch)

Inhalt

Abermals schlüpfen wir in die Rolle von Max Caulfield, die mittlerweile ihren Kräften abgeschworen und einen Job bei einer Universität angenommen hat. Der Todesfall einer guten Freundin bringt jedoch ihre Welt wieder aus den Fugen und sie begibt sich auf die Suche nach dem Täter…

Gameplay

In gewohnter Serienmanier durchstreifen wir die arg eingeschränkten Locations aus der Third-Person-Perspektive und versuchen kleinere Rätsel lösen, indem wir neuerdings zwischen verschiedenen Zeitzonen hin- und her- wechseln können und so andere Orte oder Gegenstände erlangen können.

Dank Max ausführlicher Kommentare (dies lässt sich in den Optionen justieren) wissen wir eigentlich immer, was als nächstes zu tun ist und vorzeitig verlassen lässt uns das Programm den aktuellen Schauplatz auch nicht. Dies macht das Spiel zwar sehr einfach, kämpft aber auch effektiv gegen Leerlauf an.

Ständig werden wir vor Entscheidungen gestellt, die den Verlauf der Geschichte beeinflussen und vor allem unsere Einstellung zu anderen Charakteren verändert. Wir können uns in Affären stürzen oder uns mit mehr oder weniger unüberlegten Aussagen neue Feinde heranzüchten. Am Ende eines Kapitels (von denen es 5 an der Zahl gibt) erhalten wir stets eine Übersicht unserer gegangenen Wege.

Spielzeit

Zirka 7 bis 8 Stunden habe ich für den ersten Durchgang benötigt. Natürlich kann man noch Einiges an Zeit obendrauf rechnen, sofern man die unterschiedlichen Verzweigungen ausprobieren möchte.

Präsentation

Urlaubsbedingt habe ich mich für die mobile Version (also für die Nintendo Switch) und die somit erwarteten Abstriche entschieden. Grundsätzlich ist der Grafikstil des Spieles sehr schön, doch hat der immense Glanz auf der kleinen Konsole stets mit Unschärfe und Flackern zu kämpfen. Zudem sind die Ladezeiten zwischen einzelnen Locations sehr lang und trüben den technischen Eindruck zusätzlich.

Immerhin bleibt die Framerate meist stabil (auch wenn es vermutlich meistens 30 Bilder pro Sekunde sind) und die deutsche Vertonung ist wirklich gelungen. Der Soundtrack ging wieder einmal gut ins Ohr und einige Stücke luden zum Kopfnicken ein.

Positiv

  • Wiedersehen mit Max Caulfield
  • spannende Geschichte
  • umfangreiche Hilfen / keine Leerläufe
  • Mini-Spiele können übersprungen werden
  • tolle deutsche Vertonung
  • einfache Steuerung

Neutral

  • erwartete Abstriche bei der Technik
  • überschaubarer Umfang

Negativ

  • Handlung wird schon arg abgedreht
  • lange Ladezeiten
  • insgesamt keine echte Herausforderung

Fazit

„Life is Strange“ ist zurück – und zwar mit allen bekannten Höhen und Tiefen. Das eh schon relativ bescheidene Gameplay ist dank umfangreicher Hilfen noch simpler geworden, doch der Erzählfluss hat sich hierdurch nur verbessert.

Abermals habe ich diese Gegebenheiten zu Schätzen gewusst und konnte unbeschwert in einer spannenden Handlung versinken, bis zum Ende das Gamepad bzw. den Handheld nur selten aus der Hand legen.

Wer die Serie liebt, erhält also erneut zufriedenstellende Kost, bei der die Geschichte mit interessanten Figuren und geschickten Wendungen im Vordergrund stand, den schlichten spielerischen Kern angenehm in den Hintergrund rückte.

Wollt ihr unterwegs in Bus und Bahn zocken, geht die Switch-Version schon in Ordnung, ich persönlich werde aber später noch einmal günstig zu einer (gebrauchten) physischen Playstation 5-Variante greifen und das Abenteuer sicherlich noch einmal auf dem großen TV genießen wollen.

Fotocopyright: Deck Nine Games/Square Enix

No Return (PC)

Inhalt

„No Return“ versetzt den Spieler in eine Wohnung, von der aus er immer wieder den Fahrstuhl zu einem unterem Stockwerk nimmt und dort auf unterschiedliche Weise mit Ereignissen aus der Vergangenheit konfrontiert wird…

Gameplay

„No Return“ ist ein Gruselspiel, welches vom Gameplay her definitiv an meine allseits geliebten „Walking Simulatoren“ erinnert. Wir marschieren im gemächlichen Tempo durch ähnliche, aber immer wieder leicht variabel gestalteten Areale und müssen dort verschiedene Gegenstände finden und miteinander kombinieren. Am Ende öffnet sich dann eine Tür und dann beginnt der Ablauf wieder von Vorne.

Im Gegensatz zu vielen Mitstreitern können wir im gemächlichen Abklappern der Locations jedoch auch sterben – beispielsweise wenn uns eine Geistergestalt verfolgt und wir nicht schnell genug die Flucht ergreifen. Das sorgt bei der ersten Begegnung noch für leichte Irritation, beim zweiten Aufeinandertreffen ist eigentlich klar, dass wir unsere Beine in die Hand nehmen sollen und in welche Richtung der Marsch gehen muss.

Ansonsten galt es neben den üblichen Verdächtigen (Auffinden von Schlüsseln, Türcodes, etc.) auch ein paar mehr oder weniger kreative Minispielchen (z.B. in Form eines Computerspiels innerhalb des Spieles) zu absolvieren.

Spielzeit

Inklusive der kleinen „Trial & Error“-Momente ist am Ende eine Spielzeit von rund drei bis vier Stunden herausgekommen. Das ging im Anbetracht von Preis und Art des Spieles durchaus in Ordnung.

Präsentation

Optisch machte der Titel eine recht gute Figur. Sicherlich litten die Umgebungen stellenweise an Detailarmut, doch insgesamt konnte der recht realistische Look überzeugen. Zwar wirkten die Figuren darin fast wie Fremdkörper, aber der Stil ging soweit in Ordnung. Hin und wieder störte jedoch starkes Tearing (Zerreißen des Bildes), obwohl V-Synch aktiviert wurde und in den AMD-Treibern optimiert wurde.

Der Sound war atmosphärisch, die Sprachausgabe professionell und hier gab es nix zu meckern.

Positiv

  • stimmige Atmopshäre
  • ordentliche Präsentation
  • ein paar gelungene Jumpscares
  • originelle Mini-Spielchen

Neutral

  • überschaubare, aber ausreichende Spielzeit
  • eher simples Gameplay

Negativ

  • Trial & Error Momente
  • manchmal leichte Orientierungsprobleme
  • Abschnitte mit starken Screen-Tearing

Fazit

Wer Gruselspiele mit halbwegs tiefgreifender Story mag und sich den Einschränkungen eines „Walking Simulators“ bewußt ist, erhält mit „No Return“ einen soliden Vertreter seiner Gattung. Das Programm erfand das Rad nicht neu (obwohl einige Mini-Spielchen recht originell daher kamen), lieferte aber überall solide ab. Die kurze Spielzeit geht für einen solchen Titel in Ordnung, die Technik mit ihrem realistischen Look war sogar ziemlich gut. Genrefans kommen auf Ihre Kosten und tauchen für ein paar Stündchen ab. Längerfristig wird wahrscheinlich nichts im Gedächtnis verbleiben, aber vielleicht zockt man es ja irgendwann nochmal.

Fotocopyright: BlameTech/Boltray Games

Nobody Wants To Die (PC)

Inhalt

Der Spieler schlüpft in die Rolle eine Ex-Cops, der für einen wichtigen Auftrag noch einmal seine Marke auf Probe zurück erhält. Mit einer neuen Partnerin soll er den vermeintlichen Selbstmord eines renommierten Mitgliedes der Gesellschaft untersuchen und stößt dabei auf eine weitreichende Verschwörung…

Gameplay

„Nobody Wants To Die“ ist eine Mischung aus „Walking Simulator“ und Detektiv-Spiel. Wir steuern unsere Hauptfigur aus der First-Person-Perspektive, besuchen diverse Schauplätze in fest vorgegebener Reihenfolge und dürfen dort kleine Rätsel zur Fortgang der Handlung lösen.

Durch seine cineastische Inszenierung fühlt sich das Geschehen dabei wie ein interaktiver Film an – zumal wir weder sterben, noch uns großartig verlaufen können. Die Rätsel waren ebenfalls eher simpel – manchmal reichte ein wildes Herumgeklickte, um Beweisketten zu rekonstruieren.

Ein großen Teil der Spielzeit nahm die Untersuchung der Tatorte ein. Wir konnten dabei die Zeit manipulieren und die Umgebung nach Auffälligkeiten untersuchen. Hier gab es jedoch auch immer ausreichende Hilfestellungen, um den roten Faden nicht zu verlieren. Hat die Mechanik zu Beginn mit leicht überfrachteter Steuerung noch nicht so viel Spaß bereitet, ging es irgendwann ganz gut von der Hand und hat sogar Laune gemacht.

Spielzeit

In kleineren Etappen verteilt habe ich zirka 4 bis 5 Stunden mit dem Titel verbracht.

Präsentation

Optisch war „Nobody Wants To Die“ stellenweise ganz großes Kino. Gerade in den verregneten Außenbereichen bin ich ab und zu einfach stehengeblieben und habe die über mir herumfliegenden Fahrzeuge betrachtet. Dank aktueller „Unreal“-Engine sah das Gebotene stellenweise fast fotorealistisch aus – doch leider konnte ich das Spiel mit einer Hardware maximal in Full-HD (aber mit „epischen Details“) erleben. Schade, dass die Figuren jedoch nicht ganz mit den teils grandiosen Kulissen mithalten konnten und stets etwas comichaft wirkten.

Akustisch gab es nichts zu Mäkeln. Der Soundtrack war eher unauffällig, die Figuren hingegen wurden sehr professionell (in englisch) vertont.

Positiv

  • stimmige Atmosphäre, die an „Blade Runner“ erinnerte
  • stellenweise atemberaubende Grafik
  • interessante Geschichte
  • eingängiges Gameplay

Neutral

  • überschaubare Spielzeit
  • ständig wiederholende Spielmechaniken

Negativ

  • Erstellen von Hinweisketten etwas nervig

Fazit

Allein wegen seiner stimmigen Atmosphäre hat mich „Nobody Wants To Die“ recht früh abgeholt und trotz einiger Macken bis zum Ende an den Schirm gefesselt.

Nachdem die technischen Hürden überwunden (habe zwischenzeitlich meinen Prozessor getauscht) waren und das Ding dann endlich zufriedenstellend lief, bin ich voll und ganz als Ermittler abgetaucht und konnte die interessante Handlung vollends genießen.

Klar, waren die Mechaniken repetitiv und eine richtig große Überraschung bezüglich der Geschichte blieb am Ende aus, dennoch kann es für Fans der Thematik bzw. Filmen im Stil von „Blade Runner“ eigentlich nur eine warme Empfehlung geben.

Fotocopyright: Critical Hit Games

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