Inhalt

Kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Eigentlich war eine feine englische Dame nur zu Besuch im australischen Hinterland, doch der überraschende Tod ihres Mannes bringt sie alsbald zur Übernahme der dort erworbenen Farm. Gemeinsam mit dem rauen Cowboy Drover versucht sie den Laden auf Vordermann zu bringen und ein lukratives Geschäft mit dem Militär einzutüten…

Fazit

Schon lange befindet sich die Scheibe von „Australia“ in der Sammlung, doch irgendwie habe ich immer mit der Sichtung gehadert. Die Werke von Luhrmann verspüren zwar allesamt eine gewisse Magie, doch nicht alle Werke konnten so richtig zu mir durchdringen. Nun konnte ich mich am Wochenende endlich einmal überwinden und habe mich mit Erfolg an die knappen 2,5 Stunden gewagt.

Der Film bot viele Elemente, die wir vom Regisseur gewohnt sind und ließ zum Glück auch von einigen unpassenderen Gegebenheiten ab. So präsentierte sich eine knallbunte, fast schon comicartige Optik, während man beispielweise auf unnötiges Geträllerte hierzu verzichten durfte. Auf der einen Seite wirkte das Setting durch seine grellen Farben und Kontraste etwas unwirklich, märchenhaft – trotzdem gingen kritische Untertöne und ernsthafte Hintergründe nicht verloren.

Der Erzählfluss war weitestgehend gut und das Tempo flott. Zur Eingewöhnung an Setting und bereits erwähnte Optik waren zwar ein paar Minuten notwendig, doch dann konnte man sich ganz passabel in die Handlung hineindenken. Man konnte zwar viele Passagen von ihrem Ablauf vorhersehen, dennoch blieb eine gewisse Spannungskurve aufrecht und wollte miterlebt werden. Gegen Ende jedoch zog sich das Geschehen für meinen Geschmack dennoch einen Ticken zu lang, die Geschichte rund um die „Wiedereroberung“ des kleinen Jungen kam mir etwas aufgesetzt vor.

Mit Nicole Kidman und Hugh Jackman hat man zwei passende und vor allem zueinander passende Hauptdarsteller erwählt, die mit einigen durchaus bekannteren (australischen) Gesichtern in Nebenrollen (u.A. Ben Mendelsohn) hervorragend ergänzt wurden. Sie verlieren ihren Figuren ausreichende Tiefe und vor allem deren veränderte Beziehung zueinander wurde hinreichend begründet. Das Kostümdesign erfüllte hierbei ebenfalls die Erwartungen an ein opulentes Werk von Luhrmann.

„Romeo & Julia“ wird wohl auf Ewig mein Favorit des Meisters bleiben, aber immerhin reiht sich „Australia“ in die Riege seiner soliden und vor allem sehr fantasievollen Kunstwerke ein. Optik und Darsteller verdienen großes Lob, die Handlung hätte aber grade zum Finale hin deutlich mehr anziehen können. Der Film ist in Ordnung, nur einfach nicht so ganz mein Fall.

Fotocopyright: 20th Century Studios