Inhalt
Nach einer wüsten Schlägerei mit Todesfolge und anschließendem Freispruch aus Notwehr werden die Brüder Conor und Murphy McManus in ihren Kreisen als Helden verehrt, sogar von vielen Polizisten wohlwollend betrachtet. Sie haben es sich gewagt mit der Russenmafia anzulegen und scheinbar ist auf ihrem Feldzug für Gerechtigkeit dank göttlicher Einfügung noch kein Ende in Sicht…
Fazit
An einem Film wie „Der blutige Pfad Gottes“ scheiden sich die Geister. Bei seiner ersten Sichtung (damals noch auf VHS-Kassette ganz klassisch aus der Videothek ausgeliehen) hat mir der Streifen noch überhaupt gefallen, zählte beinahe zu den schlechtesten der bisher gesehenen Filmen überhaupt. Jahre später bekam das Teil dann immer mal wieder eine Chance (von der DVD bis zum Blu-Ray-Steelbook hin) und so langsam entwickelte sich ein gewisser Kult-Charakter, dem man sich mittlerweile nur schwerlich entziehen kann.
Der Film ist so schlecht, dass er im Grunde schon wieder gut ist. Seine Action- (und komödienhaften) Szenen sind teils so absurd, dass sie schon wieder für Lacher sorgen, sogar bei wiederholter Sichtung nunmehr freudig erwartet werden. Die Dialoge und Zitate sind ebenfalls eine Sache für sich, machen das seltsame Konstrukt aber erst richtig rund, verpassen ihm einen passenden Anstrich.
Der pseudo-göttliche Rachefeldzug bot ein gutes Pacing, obwohl hin und wieder schon ein paar kleinere Längen zu verzeichnen waren. Man hätte einige Szenen leicht einkürzen, andere wiederum ruhig ein wenig ausbauen können – was höchstwahrscheinlich eine Frage des Budgets gewesen sein mag. Gerne hätte ich ein bisschen mehr an Action gesehen – den hier lag eine große Stärke des Streifens.
Die Schusswechsel und Keilereien waren sehr hübsch choreografiert und mit hervorragender Situationskomik verbunden. Der Titel bewahrte einen ernsteren Grundton, kam trotzdem recht locker und gut bekömmlich daher. Man bewies Geschick für Selbstironie und schwarzen Humor.
Die Darsteller haben ihre Sache – im gegebenen Rahmen – solide und ohne Mäkel absolviert. Der damals noch relativ unbekannte Norman Reedus kam schon mit bekannt-markanter und Mine daher, stand allerdings etwas im Schatten einen gewohnt schrägen William Dafoe, der für solche Auftritte einfach wie geschaffen ist.
Ob der vermeintliche Kultstatus gerechtfertigt ist, vermag ich nicht zu sagen. Fakt ist, dass er im Laufe der Jahre gehörig in meiner Gunst gestiegen ist, trotzdem aber noch nicht zur Speerspitze des Genres gehört und eine Empfehlung nur eingeschränkt ausgesprochen werden kann. Der Film hat seine wirklich guten Momente (und einen tollen Dafoe), überzeugt aber nicht überall zu hundertprozentig. Interessierte sollten sich auf jeden Fall einfach mal selbst ein Bild machen – mit knappen 1,5 Stunden wäre im Notfall auch nicht zu viel Zeit verschwendet.
7,5/10
Fotocopyright: Alive AG
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