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Schlagwort: Drama (Seite 1 von 116)

The Monkey

Inhalt

Im Nachlass ihres verschwundenen Vaters finden seine zwei Zwillingssöhne einen sonderbaren und mitunter leicht gruselig anmutenden Spielzeugaffen. Es dauert nicht lange, bis sie dessen tödliche Kräfte erkunden…

Fazit

Kurzes Inhaltsangabe und kurzes Fazit. „The Monkey“ basiert auf einer Geschichte von Gruselmeister Stephen King und bot entsprechend auch ein paar wirklich markante, herrlich blutige Momente – dazwischen leider auch ein paar kleinere Längen.

Die Handlung war simpel, dafür mit originellen Ideen und Ableben gespickt, die uns immer mal wieder schmunzeln ließen. Grundsätzlich war die schlecht vorherschaubare Geschichte sowieso ein Garant für eine gewisse Spannungskurve – deren Finale jedoch fast schon erwartungsgemäß nicht zu hundertprozentig zu überzeugen wusste.

Die Effekte (insbesondere die derben Splattereinlagen) waren handwerklich sehr gut gemacht und verfehlten auch nicht ihre Wirkung. Sicherlich kam hier auch der Computer zum Einsatz, doch insgesamt schauten die „Kleckereien“ nach ehrlicher Handwerkskunst aus und verdienten großes Lob. Die Darsteller haben ihre Sache zufriedenstellend erledigt und die Chemie untereinander (der der Zwillinge) hat gepasst.

„The Monkey“ war ein netter Splatter-Spaß für Zwischendurch und hätte mit einen noch geschmeidigeren Erzählfluss eine dicke Empfehlung verdient. So bleibt es bei solider Kosten, die nicht nur für King-Fans durchaus einen kleinen Blick wert ist – aber nicht zum absoluten Pflichtprogramm gehört.

Fotocopyright: PLAION PICTURES

League Of Enthusiastic Losers (Nintendo Switch)

Inhalt

Der Spieler übernimmt die Rolle eines jungen Mannes, der mit seinem Mitbewohner kurz vor dem Verlust seiner Wohnung steht, allgemein von Existenzängsten geplagt ist…

Gameplay

Das Spielkonzept ist sehr simpel und sollte damit ein sogar eher nicht Videospiel-Affines Publikum ansprechen. Wir steuern unsere Hauptfigur durch hübsch gezeichnete Kulissen, können hier und da einen Dialog anstoßen, dazu ein paar Mini-Spielchen absolvieren. Es gibt kein „Game Over“-Screen und kein Hängenbleiben, keinerlei Dialogoptionen, keine Chance die simplen Aufgaben nicht erfolgreich zu absolvieren.

Spielzeit

In weniger als einer Stunde flackerte bereits der Abspann über den Schirm. Dabei habe ich alle Texte gemütlich gelesen und mich nicht abgehetzt.

Präsentation

Die Optik ist einfach, aber hübsch. Das Spiel wurde komplett per Hand gezeichnet und besaß seinen eigenen Charme. Leider gab es nur englische Bildschirmtexte.

Positiv

  • hübsche Präsentation
  • entspanntes Gameplay
  • herzensgute Grundaussage

Neutral

  • simples Gameplay
  • einfache „Rätsel“

Negativ

  • kurze Spielzeit
  • keine deutschen Untertitel

Fazit

Für knapp zwei Euro (aktueller Angebotspreis in eShop) geht der Titel für interessierte Spieler mit Faible für nette Geschichten durchaus in Ordnung. Das Spiel ist mehr Bilderbuch, denn ernsthafte Freizeitbeschäftigung – macht aber auf seine Art schon Vieles richtig. Die Handlung und deren herzensgute Aussage war nicht verkehrt, hätte aber noch einen Ticken mehr packen, entsprechend umfangreicher daher kommen dürfen.

Fotocopyright: RedDeer.Games

Flight

Inhalt

Pilot Whip Whitaker gelingt es eine abstürzende Maschine mit einem waghalsigen Kommando unter Kontrolle zu bringen und die meisten seiner Passagiere zu retten. Auf den ersten Blick wirkt der tollkühne Sunnyboy wie ein echter Held, doch Zweifel an seinem Promillespiegel und Drogenkonsum rücken die technischen Ausfälle seiner Maschine eher in den Hintergrund…

Fazit

„Flight“ ist nicht nur eine grandiose One-Man-Show von Denzel Washington, sondern auch ein Werk mit moralischen Diskrepanzen – die uns wie ein roter Faden durch die gesamte Handlung begleiten und deren Ende bis zur letzten Minute eigentlich nicht ganz klar erscheint.

Die Geschichte ist ernst zu eigentlich eher trocken, weshalb seine durchaus lockere Erzählweise das Ganze kurzweilig hält und uns stellenweise sogar ein kleines Lächeln abzuringen vermag. Kuriose Nebenfiguren wie die von John Goodman passen hier überhaupt nicht hinein und sind vielleicht auch deshalb so genial in ihrem Auftritt.

Washington hat kaum zuvor besser performt, den drogensüchtigen Piloten mit Glaubwürdigkeit und viel Gänsehaut verkörpert. Man konnte sich gut in ihn hineindenken und somit leider auch manch zweifelhaften Schachzug prima verstehen. Man fühlte den Druck auf seine Person und wie machtlos er sich einigen Prozessen ergeben musste.

Inspiriert von wahren Gegebenheiten und mit einem sehenswerten Hauptdarsteller hat Regisseur Robert Zemeckis ein packendes Drama abgeliefert, dass durchaus einige Zeit im Gedächtnis verweilen wird. Zwar wurde das Geschehen im Schlusspart in korrekte Bahnen gelenkt, doch der Weg dorthin war spannend und mit vielen Überlegungen geprägt. Unterm Strich ein toller Film.

Fotocopyright:

Der blutige Pfad Gottes

Inhalt

Nach einer wüsten Schlägerei mit Todesfolge und anschließendem Freispruch aus Notwehr werden die Brüder Conor und Murphy McManus in ihren Kreisen als Helden verehrt, sogar von vielen Polizisten wohlwollend betrachtet. Sie haben es sich gewagt mit der Russenmafia anzulegen und scheinbar ist auf ihrem Feldzug für Gerechtigkeit dank göttlicher Einfügung noch kein Ende in Sicht…

Fazit

An einem Film wie „Der blutige Pfad Gottes“ scheiden sich die Geister. Bei seiner ersten Sichtung (damals noch auf VHS-Kassette ganz klassisch aus der Videothek ausgeliehen) hat mir der Streifen noch überhaupt gefallen, zählte beinahe zu den schlechtesten der bisher gesehenen Filmen überhaupt. Jahre später bekam das Teil dann immer mal wieder eine Chance (von der DVD bis zum Blu-Ray-Steelbook hin) und so langsam entwickelte sich ein gewisser Kult-Charakter, dem man sich mittlerweile nur schwerlich entziehen kann.

Der Film ist so schlecht, dass er im Grunde schon wieder gut ist. Seine Action- (und komödienhaften) Szenen sind teils so absurd, dass sie schon wieder für Lacher sorgen, sogar bei wiederholter Sichtung nunmehr freudig erwartet werden. Die Dialoge und Zitate sind ebenfalls eine Sache für sich, machen das seltsame Konstrukt aber erst richtig rund, verpassen ihm einen passenden Anstrich.

Der pseudo-göttliche Rachefeldzug bot ein gutes Pacing, obwohl hin und wieder schon ein paar kleinere Längen zu verzeichnen waren. Man hätte einige Szenen leicht einkürzen, andere wiederum ruhig ein wenig ausbauen können – was höchstwahrscheinlich eine Frage des Budgets gewesen sein mag. Gerne hätte ich ein bisschen mehr an Action gesehen – den hier lag eine große Stärke des Streifens.

Die Schusswechsel und Keilereien waren sehr hübsch choreografiert und mit hervorragender Situationskomik verbunden. Der Titel bewahrte einen ernsteren Grundton, kam trotzdem recht locker und gut bekömmlich daher. Man bewies Geschick für Selbstironie und schwarzen Humor.

Die Darsteller haben ihre Sache – im gegebenen Rahmen – solide und ohne Mäkel absolviert. Der damals noch relativ unbekannte Norman Reedus kam schon mit bekannt-markanter und Mine daher, stand allerdings etwas im Schatten einen gewohnt schrägen William Dafoe, der für solche Auftritte einfach wie geschaffen ist.

Ob der vermeintliche Kultstatus gerechtfertigt ist, vermag ich nicht zu sagen. Fakt ist, dass er im Laufe der Jahre gehörig in meiner Gunst gestiegen ist, trotzdem aber noch nicht zur Speerspitze des Genres gehört und eine Empfehlung nur eingeschränkt ausgesprochen werden kann. Der Film hat seine wirklich guten Momente (und einen tollen Dafoe), überzeugt aber nicht überall zu hundertprozentig. Interessierte sollten sich auf jeden Fall einfach mal selbst ein Bild machen – mit knappen 1,5 Stunden wäre im Notfall auch nicht zu viel Zeit verschwendet.

Fotocopyright: Alive AG

A Complete Unknown

Inhalt

Die USA in den frühen 1960iger Jahren. Den jungen Robert Zimmermann verschlägt es in das Künstler-Milieu von New York, wo er mit seiner Gitarre, seinem Gesang und vor allem wegen seiner außergewöhnlichen Texte schnell Aufmerksamkeit erhält. Unter dem Pseudonym Bob Dylan nimmt er bald seine erste Platte auf und die Kariere läuft an…

Fazit

Eine gute Biografie steht und fällt vor allem mit ihren Darstellern und hier konnte mich „A Complete Unknown“ absolut begeistern. Timothée Chalamet verkörpert den jungen Bob Dylan nicht nur mit extremer Hingabe, sondern punktet vor allem mit der immensen optischen Ähnlichkeit zu seiner Figur. Wo hier andere Werke patzen, zog dieser Titel ab der ersten Sekunde seine volle Aufmerksamkeit auf sich und hielt seine Anziehungskraft bis zum bitteren Ende bei.

Natürlich sollte man schon ein Faible für das Folk-Musikgenre bzw. in besondere auch die Werke von Dylan haben, da man sich sonst vielleicht nicht so gut mit dem Geschehen anfreunden kann. Mir als Fan des Ausnahmekünstlers wurden (nicht nur wegen dem grandiosen Darsteller, auch selbstverständlich wegen der sagenhaft performten Stücke) sämtliche offene Türen eingerannt und ich konnte für knappe 2,5 Stunden vollends im Treiben versinken.

Das Pacing war hervorragend und exakt. Der recht ruhig, dialoglastige und überhaupt sehr kleinlaute Film (im Bezug auf Wendungen, unnötige Effekthascherei, etc.) zog fast schon hypnotisierend in seinen Bann und schilderte die wahre (Anfangs-)Geschichte von Dylan hervorragend, leicht verständlich und trotz seltsamer Anwandlungen seiner Hauptfigur sehr greifbar.

Man konnte sich gut in den Kopf des jungen Mannes hineindenken, seine Motivationen (im positiven, wie im negativen Sinne) vollends verstehen – wo ja grade bei seinen Texten nicht immer eindeutige Aussagen zum Besten gegeben werden. Es wurde außerdem recht verständlich geschildert, wie einige seiner berühmten Werke entstanden sind und in welchem Kontext sie zum ersten Mal vorgetragen wurden.

Optisch wirkte der Film herrlich altbacken und trotzdem irgendwie auch modern. Der Look entsprach seiner dargestellten Epoche und kam dennoch recht edel und „teuer“ daher. Bekannte Ansichten (z.B. bei Fotoshootings für Cover bekannter Alben) und ikonische Kostüme bauten eine gelungene Immersion auf, ließen keinen Zweifel an der Handwerkskunst von James Mangold und seinem Team.

Wie Eingangs erwähnt, stach Timothée Chalamet mit seiner grandiosen, teils schon gänsehauterregenden Darstellung hervor, doch auch der Rest vom Cast musste sich nicht hinter seinem Glanzauftritt verstecken. Sei es nun eine tolle Monica Barbaro, die als Joan Baez ebenso überzeugte oder ein Edward Norton, den ich tatsächlich erst beim dritten Hinschauen erkannt habe.

„A Complete Unknown“ beleuchtete nur einen recht überschaubaren Lebensabschnitt seines Hauptprotagonisten, gab sich dabei aber in vielerlei Hinsicht große Mühe und brachte die wesentlichen Dinge auf den Punkt. Wer sich auch nur ansatzweise für Dylan oder zumindest für gut gemachte Biografien interessiert, sollte hier auf jeden Fall einen Blick wagen. Für mich war der Streifen eine packende, unterhaltsame und zuweilen zum Staunen animierende Angelegenheit, die bei nachträglichen Denken an die großartigen Songs mal wieder für Schauer auf dem Rücken sorgt. Großartiges Kino mit einem noch großartigeren Hauptdarsteller!

Fotocopyright: Searchlight Pictures

Australia

Inhalt

Kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Eigentlich war eine feine englische Dame nur zu Besuch im australischen Hinterland, doch der überraschende Tod ihres Mannes bringt sie alsbald zur Übernahme der dort erworbenen Farm. Gemeinsam mit dem rauen Cowboy Drover versucht sie den Laden auf Vordermann zu bringen und ein lukratives Geschäft mit dem Militär einzutüten…

Fazit

Schon lange befindet sich die Scheibe von „Australia“ in der Sammlung, doch irgendwie habe ich immer mit der Sichtung gehadert. Die Werke von Luhrmann verspüren zwar allesamt eine gewisse Magie, doch nicht alle Werke konnten so richtig zu mir durchdringen. Nun konnte ich mich am Wochenende endlich einmal überwinden und habe mich mit Erfolg an die knappen 2,5 Stunden gewagt.

Der Film bot viele Elemente, die wir vom Regisseur gewohnt sind und ließ zum Glück auch von einigen unpassenderen Gegebenheiten ab. So präsentierte sich eine knallbunte, fast schon comicartige Optik, während man beispielweise auf unnötiges Geträllerte hierzu verzichten durfte. Auf der einen Seite wirkte das Setting durch seine grellen Farben und Kontraste etwas unwirklich, märchenhaft – trotzdem gingen kritische Untertöne und ernsthafte Hintergründe nicht verloren.

Der Erzählfluss war weitestgehend gut und das Tempo flott. Zur Eingewöhnung an Setting und bereits erwähnte Optik waren zwar ein paar Minuten notwendig, doch dann konnte man sich ganz passabel in die Handlung hineindenken. Man konnte zwar viele Passagen von ihrem Ablauf vorhersehen, dennoch blieb eine gewisse Spannungskurve aufrecht und wollte miterlebt werden. Gegen Ende jedoch zog sich das Geschehen für meinen Geschmack dennoch einen Ticken zu lang, die Geschichte rund um die „Wiedereroberung“ des kleinen Jungen kam mir etwas aufgesetzt vor.

Mit Nicole Kidman und Hugh Jackman hat man zwei passende und vor allem zueinander passende Hauptdarsteller erwählt, die mit einigen durchaus bekannteren (australischen) Gesichtern in Nebenrollen (u.A. Ben Mendelsohn) hervorragend ergänzt wurden. Sie verlieren ihren Figuren ausreichende Tiefe und vor allem deren veränderte Beziehung zueinander wurde hinreichend begründet. Das Kostümdesign erfüllte hierbei ebenfalls die Erwartungen an ein opulentes Werk von Luhrmann.

„Romeo & Julia“ wird wohl auf Ewig mein Favorit des Meisters bleiben, aber immerhin reiht sich „Australia“ in die Riege seiner soliden und vor allem sehr fantasievollen Kunstwerke ein. Optik und Darsteller verdienen großes Lob, die Handlung hätte aber grade zum Finale hin deutlich mehr anziehen können. Der Film ist in Ordnung, nur einfach nicht so ganz mein Fall.

Fotocopyright: 20th Century Studios

Fargo

Inhalt

Ein Geschäftsmann steckt in einer finanziellen Klemme und schmiedet einen perfiden Plan. Ein paar Kleinkrimielle sollen seine Frau entführen und der Schwiegerpapa soll das geforderte Lösegeld zusammenkratzen. Am Ende möchte man sich dann die Beute aufteilen, doch natürlich nimmt das Schicksal einen anderen Verlauf…

Fazit

„Fargo“ ist Kult, der es mit seiner abstrusen (aber wahren) Geschichte sogar zu einer hervorragenden Serie gebracht hat. Mit viel Fingerspitzengefühl und einem hervorragenden Gespür für schräge Charaktere haben die Coen-Brüder anno 1997 mal so richtig abgeliefert, ein Werk mit hohem Wiederschauwert geschaffen.

Schon bei seiner damaligen Veröffentlichung war die Handlung und deren durchaus absehbaren Verlauf nicht gerade neu, doch die markante Umsetzung stach bis dato hervor. Jede noch so kleine Rolle wurde mit tollen Schauspielern besetzt, die ihren Figuren Tiefe und ein gewisses „Etwas“ verliehen. Witzige Dialoge und das Spiel mit eigenwilligen Akzenten trugen dann den Rest zum Gelingen bei.

Der Streifen war jederzeit angenehm locker und kurzweilig erzählt, kam quasi ohne nennenswerte Längen daher. Jeder Part war genau richtig ausgelotet, jede Figur bekam ihre angemessene Bühne. Es machte stets Spaß dem Treiben zu folgen und Kurzweil wurde ganz groß geschrieben. Eine hübsche (und durch ihre „Grobkörnigkeit“ cineastische) Inszenierung mit einem eingängigen Soundtrack sorgten für den Rest.

Frances McDormat agierte wirklich genial, wobei großes Lob eigentlich auch an den kompletten Rest geht. William Macy legte ein ebenso tolles Spiel an den Tag wie beispielsweise Steve Buscemi oder Peter Stormare, die ein sympathisches Gangster-Pärchen verkörperten.

„Fargo“ schafft, was nicht allen Titeln gelang. Trotz starkem Fokus auf eine spezielle Region und deren Charakteren und Akzenten kommen Wortspiele und Verhaltensweisen problemlos zu uns rüber, bilden am Ende sogar ein mehr als nur stimmiges Gesamtbild. Wer schwarzen Humor und schrullige Figuren mag, liegt hier jedenfalls goldrichtig.

Fotocopyright: Twentieth Century Fox

The Front Room

Inhalt

Kurz vor der Geburt des ersten Kindes, sieht sich ein junges Paar zur Aufnahme der Schwiegermutter genötigt. Während die ersten Tage eigentlich noch recht reibungslos verlaufen, wird der häusliche Frieden schon bald auf eine harte Probe gestellt…

Fazit

„The Front Room“ reiht sich irgendwo zwischen Thriller und Horror ein, geht dabei im Vergleich zu ähnlichen Titeln durchaus eigene Wege und wusste unterm Strich überraschend gut zu unterhalten.

Der Streifen benötigt einige Minuten, um so richtig in Fahrt zu kommen – behielt dann aber bis zum bitteren Ende eine ausgezeichnete Spannungskurve bei. Im ersten Moment hat mich die zu Grunde liegende Thematik noch nicht vollends von sich überzeugt, die Umsetzung dann aber unverhofft in ihren Bann gezogen.

Gründe für den gelungenen Spannungsaufbau lagen dabei auf der Hand. Der hier geschilderte Grusel wirkte trotz einiger absurder Momente durchaus greifbar und hielt sich mit übernatürlichen Elementen angenehm zurück. Viele Dinge wurden angedeutet (und auf Traumsequenzen umgelegt), so dass man nie mit zu abstrakten Einfällen den Bezug zur Realität verlor.

Man konnte sich gut in die Figuren hineindenken, ja selbst in die des neuen Haustyrannen. Alle Vorgänge bzw. Personen hatten ihre Motivationen und das Spiel unserer hervorragend miteinander harmonierenden Darsteller hat gepasst. Nach „Ich weiss noch immer, was du letzten Sommer getan hast“ hatte ich Sängerin Brandy etwas aus den Augen verloren, dafür brillierte sie hier als besorgte Mutter, die für das Wohlergehen ihres Nachwuchses kämpft.

„The Front Room“ ist ein Titel, der beim geeigneten Betrachter zünden muss – ansonsten könnte er höchstwahrscheinlich ein wenig langweilig erscheinen. Wie bereits erwähnt konnte ich jedoch nach einer kurzen Aufwärmzeit hervorragend abtauchen und den greifbaren Horror mühelos nachverfolgen. Sofern euch die Thematik zusagt, schaut ruhig mal rein – beispielsweise wenn er sich mal kostenfrei bei einem eurer abonnierten Streaming-Anbieter im Sortiment befindet.

Fotocopyright: A24

Eyes Wide Shut

Inhalt

Auf den ersten Blick sind Bill und Alice ein echtes Traumpaar, dem es an nichts mangelt. Sie sind hübsch, haben eine liebenswerte Tochter, besitzen eine luxuriöse Wohnung im Herzen New Yorks und zumindest bei ihm ist das Einkommen als Arzt gesichert. Hinter der Fassade bröckelt es jedoch gewaltig und als Alice ihrem Gatten ein paar heiße Details aus ihren Träumen verrat, flieht dieser auf die Straße und sucht die Abenteuer der Nacht…

Fazit

„Eyes Wide Shut“ fügte sich bereits bei seinem damaligen Release wunderbar in die Riege der speziellen Werke von Kubrik ein und hat auch heute nichts von seiner polarisierenden Wirkung verloren. Ich kann mich noch gut an den einstigen Werkerummel erinnern – und wie ratlos ich damals den Kinosaal vor knapp 25 Jahren auch wieder verlassen habe.

Der Meister greift Motive klassischer Geschichten (u.A. „Die Traumnovelle“) auf, versetzt sie allerdings in die heutige Zeit und passt sie aktuellen Gegebenheiten an. Herausgekommen ist dabei ein leicht verworrener Film, der stets eine gewisse Grundspannung aufrecht erhalten konnte, gelegentlich allerdings auch ein paar Längen zu verzeichnen hatte.

Einige Dialoge waren zu ausufernd, während andere genau das richtige Maß gefunden haben. Manchmal schoss der Meister über das Ziel heraus, manchmal traf er genau den richtigen Nerv. Stellenweise klebt man an den Lippen der durchwegs hervorragend agierenden Darsteller, manchmal verrollt man gelangweilt die Augen. Vielleicht war dies auch so gewollt, vielleicht eine weniger gelungene Einschätzung der Dinge.

Es war schade, dass besagte Konversationen immer mal wieder aus der Immersion warfen – denn der Film besaß streckenweise eine extrem hypnotische Wirkung, wofür auch der gelungene Soundtrack seinen Teil beigetragen hat. Er vermittelte mit ruhigeren Klängen eine gewisse Harmonie, verursachte mit treibende Einlagen für eine seltsame Anspannung sorgten, die zuweilen prekäre Lage unserer Hauptfigur spürbar unterstrichen.

Das einstige Traumpaar Kidman und Cruise haben hier eindrucksvoll abgeliefert, auch wenn in meinen Augen etwas zu viel Wirbel um deren Auftritt gemacht wurde. Sie standen sich schon ebenbürtig gegenüber und gewährten freizügige Einblicke, doch es blieb alles im Rahmen und wäre keinen Skandales würdig gewesen (den es ja in übermäßiger Form auch nicht gab). Großartig allerdings auch sämtliche Nebendarsteller von Pollock bis DeMount.

Meisterwerk oder langweiliger Quatsch ohne echte Aussage? Die Wahrheit liegt wie üblich wohl irgendwo dazwischen und ich bin mir bei diesem Titel einfach nicht einig. Eine großartige audiovisuelle Inszenierung und brillante Darsteller stehen einer seltsamen Handlung mit einigen Durchhängern entgegen und am Ende bleiben viele Fragezeichen. Sicherlich bot das Gezeigte ordentlich Raum für eigene Interpretation, aber Kubrik hätte hier schon mehr an die Hand geben müssen. Unterm Strich ein bedingt empfehlenswertes Epos, welches ich trotzdem irgendwie gerne in der Sammlung habe.

p.s. im Gegensatz zur Kinovorführung und der Erstveröffentlichung auf DVD enthielt die zuletzt geschaute Blu-Ray in den Film in einem herangezoomten Bildformat, welches nun zwar den kompletten Bildschirm füllt, dafür aber Details im oberen und unteren Bereich abgeschnitten hat. Da die Optik sowieso „verwaschen“ und „körnig“ daherkommt, empfehle ich den Griff zur DVD mit korrektem Bildausschnitt.

Fotocopyright: Warner

Once Again (Nintendo Switch)

Inhalt

Der Spieler schlüpft in die Rolle eines Jungen, der ohne seine leibliche Mutter aufwuchs und jeden Sommer an seinem Geburtstag eine Reise in die Vergangenheit unternimmt…

Gameplay

Das Gameplay von „Once Again“ ist simpel und sollte den Titel für eine breite Masse interessant gestalten. Im Grunde klickt man sich nur durch kurze Dialogzeilen und Bildchen, muss ab und zu mal eine kleine Aufgabe (z.B. das Scharfstellen von Fotos) erledigen. Man klickt sich quasi durch ein Comicbuch und kann die Geschichte auch gar nicht beeinflussen.

Spielzeit

Nach rund einer Stunde flackerte der Abspann über den Schirm.

Präsentation

Optisch gab sich der Titel sehr karg, aber immerhin mit einem schönen Art-Design. Die Figuren wurden hübsch gezeichnet und die minimalistischen Kulissen wussten zu gefallen. Sprachausgabe gab es erst auf der Zielgeraden (dem Lesen eines letzten Briefes), ansonsten gut geschriebener deutscher Text und tolle Jazz-artige Klänge als professionelle Untermalung hierzu.

Positiv

  • entspanntes Spielprinzip
  • emotionale Geschichte
  • simples, aber effektives Gameplay
  • tolle musikalische Untermalung

Neutral

  • kurze Spielzeit

Negativ

  • extrem einfach (gehört aber zum Spielprinzip)
  • repetitive Aufgaben (gehört aber zum Spielprinzip)
  • geringer Wiederspielwert

Fazit

Eine richtige Bewertung in Punkten ist hier kaum möglich. Das Spiel ist eigentlich kein richtiges Spiel und setzt in allen Bereichen auf absoluten Minimalismus – der hier jedoch absolut das richtige Mittel zur Wahl gewesen ist. Der kurze Tripp hat bereits nach wenigen Minuten in seinen Bann gezogen und einige repetitive Gameplay-Aspekte waren Teil des stimmigen Konzeptes. Wer sich mit besagten spielerischen Einschränkungen arrangieren kann erhält hier jedenfalls ein nett präsentiertes Bilderbuch mit hohem Unterhaltungswert und herzensguter Aussage.

Fotocopyright: AMATA

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