Inhalt
Wir schreiben die 1990iger Jahre. In einer alternativen Zeitlinie gab es einen Krieg zwischen Menschen und aufständischen Robotern, der glücklicherweise zu unseren Gunsten beendet wurde. Die mechanischen Widerständler wurden in die Wüste verbannt und Frieden weitestgehend sichergestellt. Als sich ein kleiner Androide aus seinem Gefängnis befreit und bei der jungen Michelle auftaucht, bringt er nicht nur ihr Leben aus dem Lot…
Fazit
Immer wieder werden neue Rekorde gebrochen und „The Electric State“ reiht sich als derzeit teuerste Netflix-Produktion in diesen munteren Reigen ein. Ein hohes Budget steht allerdings nicht automatisch für hohe Qualität und die ersten Kritikerstimmen ließen mit leicht gedämpften Erwartungen ans Werk gehen.
Die Rahmenhandlung war ganz witzig, auch wenn sie sich nie so richtig originell angefühlt hat. Irgendwie hat man das meiste schonmal irgendwo gesehen (und sei es nur in einer Folge der Simpsons), aber immerhin konnte man ein paar neue Aspekte (Verbannung in die Wüste, etc.) einfließen lassen.
Der Erzählfluss war über weite Teile hervorragend, erst gen Finale keimten kleinere (kaum erwähnenswerte) Längen auf, das Seherlebnis blieb rund. Abwechslungsreiche Kulissen, gut aufgelegte Darsteller (inklusive sympathische Begleiter) und bereits erwähnte optische Leckereien machten Laune, ließen gespannt am Bildschirm verweilen. Die Chemie der Darsteller (und vor allem zu den elektronischen Weggefährten) hat hervorragend gepasst und den Einstieg ins Szenario durchaus erleichtert.
Vorwerfen könnte man dem Streifen eine recht einfach gestrickte Art. Das jederzeit arg vertraute Gefühl bezüglich des Setting war nicht unbedingt verkehrt, allerdings wurde hier alles auf „Nummer sicher“ aufgebaut. Man wagte sich keinerlei überraschende Wendungen und blieb erschreckend vorherschaubar, teils sogar beliebig oder austauschbar. Es gab eine gut geschilderte Situationen, die stellenweise aber etwas oberflächlich behandelt wurden und nie zu sehr in die Tiefe gingen. Kritische Andeutungen wurden rasch niedergeschlagen, zu Gunsten der allgemeinen Kurzweil wohl nicht so sehr ausformuliert.
Manchen Titeln sieht man die horrenden Produktionskosten nicht unbedingt an, doch „The Electric State“ wirkte jederzeit auf Hochglanz poliert und technisch über jeden Zweifel erhaben. Mit tollen und zuweilen angenehm zurückhaltenden Effekten wurde eine perfekte Immersion geschaffen, Roboter und andere Kuriositäten fühlten sich nicht wie Fremdkörper an. Animationen und Einbau in die restliche Umgebung waren stimmig, gaben keinen Grund zur Klage.
„The Electric State“ mag einfach gestrickt und erschreckend wenig wagemutig sein, bot dafür aber kurzweilige Popcorn-Unterhaltung mit sehenswerter Optik. Für mal eben Zwischendurch sicherlich ein empfehlenswerter Blockbuster, doch wesentlich mehr sollte man nicht erwarten. Ich wurde jedenfalls ausgezeichnet bei Laune gehalten, habe insbesondere die kleinen Roboterhelfer ins Herz geschlossen, werde den Film wohl aber recht schnell wieder aus dem Gedächtnis verlieren – wobei ich einer erneuten Sichtung offen gegenüber stehe.
8/10
Fotocopyright: Netflix
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