Inhalt
Der Spieler schlüpft in die Rolle von Stanley, der wie jeden Tag in seinem Büro sitzt und diverse Tasten betätigt. Als ihm jedoch klar wird, dass er sich wahrscheinlich allein im Gebäude befindet, geht er auf die Suche nach seinen Kollegen und macht dabei die ein oder andere verwunderliche Entdeckung…
Gameplay
Auf meiner aktuellen Suche nach Walking Simulatoren bin ich natürlich wieder über diesen Titel gestolpert und würde ihm nach genauerem Antesten auch diesem Genre zuschreiben. Der Spieler steuert den namensgebenden Stanley aus der Ego-Perspektive durch die unterschiedlichen Büroräume und darf hier und da auch mal einen Schalter betätigen.
Im Gegensatz zu anderen Mitbewerbern kann man hier allerdings auch sterben – was jedoch unabwendbar zum Konzept gehört und so gewollt ist. Nach jedem Ableben startet Stanley wieder in seinem Büro und versucht nun ein anderes der 42 Enden (Deluxe Edition) zu erreichen. Das ist das Spielprinzip.
Ein Sprecher kommentiert dabei unsere Aktionen und gibt neben nützlichen Hilfen auch gerne mal Spott und Hohn von sich, wächst uns mit seiner fröhlichen Stimmfarbe rasch ans Herz.
Spielzeit
Die Spielzeit ist schwierig zu beziffern. Im Grunde kann ein erstes Ende bereits nach wenigen Minuten erreicht sein, der Rest richtet sich an die Ausdauer und Motivation des Spielers. Ich habe mich ungefähr 2 bis 3 Stunden mit dem Programm beschäftigt, wohl etwas mehr als die Hälfe der möglichen Enden zu Gesicht bekommen. Danach hat es mir an erstrebenswerten Zielen gefehlt.
Präsentation
Optisch ist der Titel kein Knaller, aber immerhin performt die karge (und dennoch halbwegs ansehnliche) Grafik gerade auf der Switch recht gut. Die Kulissen wurden nett gestaltet und mit markanten Einrichtungselementen bestückt. Das Geschehen lief jederzeit superflüssig und die kurzen Ladepausen gingen in Ordnung. Sehr gut hingegen unser englischsprachiger Sprecher mitsamt passabel übersetzten deutschen Untertiteln. Einige InGame-Objekte (Buttons, Tafeln, Bildschirme, etc.) wurden sogar ebenfalls lokalisiert.
Positiv
- witzige Grundidee
- exzellenter Kommentator
- kreative Spielwege / viele unterschiedliche Enden
Neutral
- technisch bestenfalls solide
- Spielzeit richtet sich nach der Motivation des Spielers
Negativ
- Spielprinzip nutzt sich schnell ab
- geringer Wiederspielwert
Fazit
Lange habe ich diesen Titels mangels Interesse vor mir hergeschoben und stehe am Ende auch etwas ratlos da. Die originelle Grundidee muss man neidlos anerkennen und manchen Lacher konnte man sich nicht verkneifen – doch letztlich hat mich das Produkt nicht von sich überzeugen können.
Schnell hat sich das Gameplay abgenutzt und die Motivation fuhr rasch zurück. Für ein oder zwei Stunden mag das Ding zu beschäftigen wissen, aber ich bezweifele, dass das Modul noch einmal in der Konsole landen wird.
Ich bereue den kurzen Ausflug mit Stanley nicht, sehe das Spiel jedoch eher als Tech-Demo für einen (höchstwahrscheinlich unwahrscheinlichen) Port eines richtigen Half Lifes auf den Handheld von Nintendo…
Grafik: 6/10
Sound: 8/10
Gameplay: 7/10
Gesamt: 5,5/10
Fotocopyright: Galactic Cafe