Inhalt

Auf der Flucht vor brutalen Geldhaien schreibt sich Mickey bei einem Kolonialisierungsprojekt ein und verlässt mit einem großen Raumschiff die Erde gen Planeten Niflheim. Er stellt sich dabei als äußerst nützliches Crewmitglied heraus, muss er doch durch diverse Tests regelmäßig sterben und wird danach einfach neu ausgedruckt…

Fazit

Die Story klingt etwas verrückt und der Film ist es auch – was allerdings in einem völlig positiven Kontext zu werten ist und Lob in jedweder Beziehung verdient. Nach einem Titel wie Tenet hat sich Pattinson erneut in einem ungewöhnlichen Sci-Fi-Streifen verirrt und sich dabei erneut von seiner besten bzw. seinen besten Seiten (in mehrfacher Hinsicht) gezeigt.

Es gab durchaus gewisse Erwartungen an Bong Joon-ho, der mit Parasite diverse Auszeichnungen (u.A. den Oscar für den besten internationalen Film) einheimsen konnte und grundsätzlich bereits in früherer Vergangenheit mit Werken wie „The Host“, „Memories of Murder“ oder „Snowpiercer“ ein Gespür für fantastisches Kino beweisen konnte. Aus meiner Sicht war „Mickey 17“ nun ebenso ein Glücksgriff, lieferte er doch erneut erfrischende und unterhaltsame Kost ab.

Bereits nach wenigen Minuten war man voll im abgedrehten Szenario versunken, brachte die ersten Lacher, aber auch die ersten faszinierten Blicke hervor. Die futuristische Welt wurde kühl, aber sehr ansprechend und meines Empfindens auch gar nicht mal so abwegig konstruiert. Alles wirkte in sich stimmig, selbst die Idee mit dem 3D-Drucker, aus dem unsere Hauptfigur mit schöner Regelmäßigkeit ausgeworfen wurde. Glücklicherweise war diese Darstellung aber durchaus mit einem gewissen Sarkasmus garniert, so dass moralische Bedenken diesbezüglich eher hinten angestellt wurden.

Trotz einer Laufzeit von über zwei Stunden blieb das Geschehen jederzeit angenehm kurzweilig und packend. Einige Dialoge waren etwas ausschweifender, trotzdem nie zu lang ausgefallen. Man hat immer zum richtigen Zeitpunkt den Absprung gefunden, den Zuschauer nicht unnötig vollgelabert. Überdies war die Inszenierung mit ihren kühlen, aber auf Hochglanz polierten Bildern sehr schön und ein eher unauffälliger Soundtrack fiel nicht negativ ins Gewicht. Die Computereffekte wirkten meist dezent, das Design der Außerirdischen war grandios.

Vielleicht war die überzeichnete Darstellung der Figur von Mark Ruffalo nicht unbedingt der Hit und an präziser Logik sollte man auch nicht unbedingt festhalten – dann klappt es aber mit dem spaßigen Tripp nach Niflheim. Mir hat der Titel von Anfang bis Ende sehr gut gefallen und gebe für aufgeschlossene Filmfreunde gerne eine heiße Empfehlung ab. Bis dato einer der besten Streifen des Jahres und ein Anwärter auf einen Day-One-Kauf für das Heimkino. Ich freue mich auf eine erneute Sichtung!

Fotocopyright: Warner Bros (Universal Pictures)