Filmbesprechungen

Friend

Aufgrund aktueller Sichtung wurde dieses Review aus dem Archiv übernommen und hier sauber formatiert. Möglichweise wurden einige Passagen überarbeitet und die Wertung nach aktuellen Maßstäben noch einmal korrigiert.

Inhalt

Friend erzählt die Geschichte von vier Freunden aus Korea und davon, wie sie sich im Laufe der Jahre verändern. Wir lernen die Protagonisten zunächst als unbedarfte Kinder kennen, erleben ihre problematische Schulzeit und erkennen, wie stark ihre späteren Lebenswege bereits durch das Elternhaus geprägt werden.

Mit zunehmendem Alter brechen die Kontakte ab, doch nach vielen Jahren kreuzen sich ihre Wege erneut. Ein Teil der Freunde hat sich dem kriminellen Milieu angeschlossen – allerdings stehen sie selbst dort nicht auf derselben Seite. Trotz jahrelanger Freundschaft und gegenseitigem Respekt wird das erneute Aufeinandertreffen unausweichlich …

Fazit

Mit Friend kommt einmal mehr ein wuchtiger koreanischer Blockbuster ins Haus. Nicht ohne Grund wurde der Film in seinem Heimatland ein immenser Erfolg.

Die erste Hälfte des Films ist wirklich erstklassig gelungen. Wir erleben die erste Begegnung der Freunde mit einem Videorekorder und anschließend das komplizierte Leben eines Jugendlichen mit allem, was dazugehört. Neben dem ersten Kontakt mit dem weiblichen Geschlecht gibt es auch einige deftige Schlägereien zu sehen. Allen voran die Massenschlägerei im örtlichen Kino erreicht dabei beeindruckende Ausmaße.

Im zweiten Teil begegnen uns die vertrauten Charaktere als gänzlich veränderte Personen, was zunächst etwas befremdlich wirkt. Eine entsprechende Prägung durch das Elternhaus war jedoch bereits zuvor deutlich erkennbar.

Kameratechnisch ist alles ausgezeichnet eingefangen, und auch die eingesetzten Filtereffekte hinterlassen einen sehr stimmigen Eindruck. Die Darsteller wurden durchweg gut ausgewählt und überzeugen mit starken Leistungen.

Leider springt die Geschichte stellenweise etwas verwirrend zwischen verschiedenen Zeitebenen und Charakteren, sodass man als Zuschauer hin und wieder den Überblick verliert. Hier hätte die Inszenierung etwas klarer ausfallen dürfen – besonders im Vergleich zur ansonsten sehr gelungenen handwerklichen Umsetzung. Wirklich schade.

Insgesamt kann die zweite Hälfte (die dennoch gut ist) nicht ganz mit dem starken Beginn mithalten. Gegen Ende nutzt der Film dann auch seine 18er-Freigabe, indem dem Zuschauer mehrere Messerattacken präsentiert werden.

Auch wenn der zweite Teil etwas schwächer ausfällt, weiß gerade das Finale wieder zu überzeugen. Die letzten Worte der verbleibenden Akteure gefallen und verleihen der Geschichte einen runden Abschluss.

Für mich ist Friend kein absoluter Mega-Hit, doch der große Erfolg ist durchaus nachvollziehbar. Eine Geschichte über Freundschaft ist zeitlos, und die Umsetzung überzeugt im Gesamtbild.

7,5/10

Fotocopyright: 3L Film GmbH & Co. KG

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