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Schlagwort: Thriller (Seite 1 von 100)

Testo – Staffel 1

Inhalt

Ein paar alte Freunde wollen gemeinsam eine Bank ausnehmen, doch beim Überfall läuft Einiges schief. Sie werden in eine Schießerei mit dem Wachpersonal verwickelt und plötzlich rückt auch noch die Polizei an. Es gilt nun einigermaßen heil aus dem Schlamassel herauszukommen…

Fazit

Kurz, aber nicht ganz schmerzlos. Mit gerade einmal rund 15 Minuten pro Folge war „Testo“ eine insgesamt sehr kurze Serie, die trotzdem hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben ist und grade beim bekannten Cast für ein paar unschöne Überraschungen sorgte.

Wer hier eine Produktion im Stile eines „4 Blocks“ oder „Dogs of Berlin“ erwartet, dürfte ein wenig enttäuscht dreinblicken. „Testo“ bot zwar einen ähnlich namhafte Besetzung, wirkte aber insgesamt einen Ticken kleiner und offensichtlich auch kostengünstiger hergestellt. Das Szenario wirkte an allen Ecken und Enden sehr eingeschränkt, selbst Szenen außerhalb der Bank haben nur einen kleinen Raum eingenommen.

Das Gebotene war ein Kammerspiel mit einer überschaubaren Anzahl an Charakteren und Schauplätzen, besaß trotz seiner überschaubaren Laufzeit allerdings ein paar Mängel. Die Handlung schien sich oft im Kreis zu drehen und viele Ereignisse/Dialoge brachten die Sache oftmals nicht weiter. Der zu Beginn aufgezogene Spannungsbogen brach regelmäßig sein, konnte aber immerhin stets einen roten Faden durchschimmern lassen.

Besonders die verwaschenen und verwackelten Bilder waren zuweilen etwas anstrengend. Sicherlich mag dies ein gewähltes Stilmittel sein, doch auf deren häufigen Einsatz hätte man verzichten können. Diese Passagen sorgten durchaus für Atmosphäre, wirkten aber hin und wieder arg billig.

Wie bereits erwähnt gab es beim Cast ein paar unerwartete Auffälligkeiten. Grundsätzlich ist gegen die allseits bekannten und klar dem Genre verorteten Gesichter nichts zu sagen, doch alle Beteiligten blieben mit ihrer Leistung klar hinter den Erwartungen zurück. Stellenweise wirkte das Geschehen wie ein schlechtes Theaterstück – bei dem Improvisation wohl auf der obersten Tagesordnung stand und dies nicht immer so prächtig gelang.

Frederick Lau war ein Lichtblick, der Rest eher so lala. Es gab reichlich Overacting und dazu noch klischeehaft geschriebene Figuren auf beiden Seiten und so kam nie so richtige Begeisterung auf. Man versuchte zu viel „Coolness“ in das Geschehen zu bringen und schoss dabei meist über das Ziel hinaus.

„Testo“ muss sich viel Kritik anhören, war aber unterm Strich trotzdem eine anschaubare und zu Glück auch nicht zu lange Angelegenheit. Man darf das Gebotene nicht mit größeren Serien vergleichen, eher als kleinen und optisch weniger herausstechenden Snack für Zwischendurch betrachten – und dann passt das schon irgendwo. Genrefans dürfen also ruhig mal in der Mediathek reinzappen und sich selbst ein Bild von den Ereignissen machen.

Fotocopyright: ARD

Angel Heart

Aufgrund aktueller Sichtung wurde dieses Review aus dem Archiv übernommen und hier sauber formatiert. Möglichweise wurden einige Passagen überarbeitet und die Wertung nach aktuellen Maßstäben noch einmal korrigiert.

Inhalt

Einst war Johnny Favorite ein beliebter Sänger, doch in den Wirren des Zweiten Weltkrieges hat sich seine Spur verloren. Geschäftsmann Louis Cyphre wartet auf Rückzahlungen des Künstlers und heuert daher den Privatdetektiv Harry Angel an. Dieser soll Favorite aufspüren, doch je länger er den Vermissten sucht, desto mehr Leichen pflastern seinen Weg…

Fazit

Schon seit meiner frühen Jugend versprühte dieser Film eine Magie, der man sich noch immer schwerlich entziehen kann. „Angel Heart“ kombiniert so geschickt die Elemente eines klassischen Detektiv-Filmes mit spannendem Grusel und seine Auflösung schockiert noch jedes Mal.

„Angel Heart“ ist ein echter Sonderfall. Obwohl sich die Auflösung eigentlich schon bei der ersten Sichtung abzeichnete und die Handlung nach dutzenden Sichtungen hinreichend bekannt ist, fesselt seine meisterhafte Umsetzung noch immer an den Schirm. Alan Parker schuf hier einen Horrortrip, der wirklich nachhaltig im Gedächtnis blieb und selbst wenig Interessierte an der Voodoo-Materie (wie mich) vollends abholen durfte.

Man wurde mit Motiven und Motivationen versorgt, bekam ein ausreichendes Verständnis für bestimmte Traditionen und Verhaltensweisen – ohne dabei unnötig in die Tiefe zu gehen. Man schnitt alles im passenden Rahmen an und platzierte seine intelligent konstruierte Geschichte inmitten dieser Gegebenheiten.

Der Streifen besaß so viele kleine Details und Anspielungen, die man gar nicht auf den ersten Blick erfassen konnte. Es wurden nicht nur viele Figuren und Geschichten angerissen, sondern auch enorm viel mit Bildsprache gearbeitet. So wurden selbst kleine, augenscheinlich eher unbedeutende Elemente zu wichtigen Randnotizen und halfen letztlich bei der Rekonstruktion der kompletten Ereignisse.

Es wurden religiöse Symbole und Rituale vermengt, letztlich aber zu einem glaubwürdigen Konstrukt zusammengelegt und dabei nicht über das Ziel hinausgeschossen. Noch immer stand der Mensch als Bestie im Vordergrund, auch wenn uns dies hier herrlich unterschwellig vermittelt und nicht mit dem Holzhammer eingebläut wurde.

Mickey Rourke befand sich damals auf dem Zenit seines Schaffens. Er ging vollkommen in der Rolle des Harry Angel auf und zog den Zuschauer trotz einiger fragwürdiger Ermittlungsmethoden stets auf seine Seite. Man konnte sich unerwartet gut in seine Lage hineindenken, seine Sorgen und Ängste zweifelsfrei mit ihm teilen. Ihm wurde die Figur einfach auf den Leib geschneidert.

Ihm gegenüber stand nicht nur eine äußerst freizügige und ebenfalls enorm überzeugende Lisa Bonet, sondern auch ein diabolischer Robert DeNiro, der allein mit seiner Präsenz immer wieder für Schauer auf dem Rücken sorgte. Abgerundet wurden diese bemerkenswerten Auftritte durch eine schön düstere Inszenierung, die mit blassen Bildern und seinem passenden Soundtrack, der stets genau den richtigen Nerv getroffen hat.

„Angel Heart“ ist ein Kultfilm und landet zurecht in regelmäßigen Abständen auf der heimischen Leinwand. Seine starke Inszenierung und sein extrem gefälliger Cast üben eine hypnotische Wirkung aus und gehen unter die Haut. Ich beneide Jeden, der diesen Trip zum ersten Mal erleben darf und an Ende so staunend wie ich einst als junger Knabe vor dem Bildschirm hockt. Ein echter Klassiker, der definitiv in keiner gut sortierten Sammlung fehlen darf.

Fotocopyright: Studiocanal

The Gateway – Im Griff des Kartells

Inhalt

Parker ist Sozialarbeiter, der manchmal keinen ausreichenden Abstand zu seinen Kunden findet und hin und wieder auch seine Aggressionen nicht im Griff hat. Selbst nach seiner Kündigung behält er eine Familie genauer im Blick und gerät damit in die Schusslinie eines Drogenkartells…

Fazit

Für mich war „The Gateway“ in erster Linie eine Präsentation der Fähigkeiten von Shea Whigham, der seine Sache hier wirklich ganz vorzüglich erledigt hat und als unkonventioneller Streetworker durchaus überzeugen konnte. Er gab seinem Charakter Kontur und vor allem die notwendige Glaubwürdigkeit, um prima im Szenario zu versinken, sogar manch kleinen Patzer in der Handlung zu schlucken.

Verwackelte Aufnahmen und ein paar verzerrte Kameraperspektiven haben mir zunächst den Einstieg in den Film erschwert, doch glücklicherweise hat das Geschehen zur richtigen Zeit in einen normalen Modus gewechselt und lieferte uns fortan weniger anstrengende und hochwertigere Bilder. Man kam dann schnell in die Welt von Parker hinein, konnte seine Motivationen absolut nachvollziehen und folgte gebannt der Dinge, die da kamen.

Die Erzählweise des Streifens war überwiegend ruhig, dafür aber sehr kurzweilig. Der Spannungsaufbau war behutsam, aber gelungen. Man spürte rasch, dass sich die Ereignisse im Lauf der Zeit wohl immer weiter zuspitzen werden, doch man machte nie einen drängenden Eindruck. Man ließ das Ganze schön gemächlich eskalieren, bis das unausweichliche Finale stattfinden würde.

Die Geschichte hat im Großen und Ganzen gut gefallen. Sie wirkte jetzt nicht unbedingt aus dem Alltag gegriffen, doch behielt viele glaubwürdige Elemente inne. Man konnte sich das Szenario also durchaus problemlos vorstellen und sah das Leben nicht zu weit davon weg. Vielleicht waren einige Aktionen einen Tick zu weit drüber (oder einfach nur nicht ausreichend plausibel begründet), aber auch der gefällige Cast macht hier Einiges wieder wett.

Neben dem bereits erwähnten Whigham hat sich auch der Rest seiner Kollegen keine Blöße geleistet. Der vergleichsweise kleine Auftritt von Frank Grillo fand ich der Sache dabei nur zuträglich, sonst hätte das Werk in meinen Augen einen anderen Charme bekommen. Für mich ist er zwar ein gern gesehener B-Movie Action-Star, doch lag war der Fokus überwiegend woanders.

Viel erwartet habe ich ehrlich gesagt nicht und wurde am Ende mehr als angenehm überrascht. „The Gateway“ war mal ein Blindkauf im Euroshop und hat sich unterm Strich als unterhaltsames Thriller-Drama herausgestellt. Vor allem der Auftritt von Shea Whigham hat mich hierbei ein wenig geflashed und ansonsten war die Geschichte und deren Umsetzung absolut in Ordnung. Unterm Strich also ein echt passabler Streifen mit hohem Unterhaltungswert.

Fotocopyright: Splendid Film/WVG

Rats on Train

Inhalt

Die Passagiere eines Zuges werden von einer wilden Rattenplage überrascht und nur wenigen gelingt die Flucht aus den überfluteten Abteilen. In einem kleinen Örtchen wollen die Überlebenden nach einem Mittel gegen die Seuche suchen, doch leider haben auch hier die Nager bereits zugeschlagen…

Fazit

Ob es nun Schlangen in einem Flugzeug oder eben Ratten in einem Zug sind. Filme wie diese sollten mit den richtigen Erwartungen angegangen werden und dann kann man eventuell einen Funken an Unterhaltung aus ihnen herausziehen. „Rats on Train“ ließ mich dennoch ein wenig kalt.

Über Sinn und Unsinn der Story muss man nicht diskutieren. Die Macher stellten eine vermeintlich witzige Prämisse in den Raum und ließen den Zuschauer am wilden Treiben teilhaben. Das funktionierte aber insgesamt nur bedingt gut, da einige Faktoren nicht wirklich ausgereift erschienen und selbst mit der passenden Herangehensweise kollidierten.

Es war klar, dass man viel auf CGI setzen würde – was an sich auch überhaupt nicht verwerflich gewesen wäre. Leider schwankt die Qualität der Effekte derart, dass man sich oft fragt, wann dieser Streifen wohl produziert worden sei. Auf ein paar hübsche Kamerafahrten und furchteinflößende Nager-Attacken folgten direkt wieder ein paar Szenen, die nicht vollständig „ausgerendert“ wirkten und dem Szenario spürbar den Schrecken nahmen.

Gegen unfreiwillige Komik wäre (grade bei einem solchen Titel) eigentlich nichts einzuwenden gewesen, doch dem Erzählfluss kamen diese Patzer leider nicht zu Gute. Übe weite Teile plätscherte das Geschehen vor sich hin und ließ einen echten Spannungsbogen vermissen. Irgendwann waren die Schicksale unserer austauschbaren Charaktere herzlich egal und der Ausgang spielte eine insgesamt sehr untergeordnete Rolle.

Die Idee mag beim ersten Hinhören witzig geklungen haben, doch die Umsetzung war in meinen Augen einfach nichts Besonders. Es gab nur wenige Highlights, dafür ein paar störende Durchhänger und eine vergleichsweise mittelprächtige Inszenierung. Ich habe die Scheibe günstig im Euroshop abgegriffen und von daher hält sich der Frust in Grenzen. Wenn ich mal wieder Bock auf solch einen Streifen habe, sollte es allerdings trashiger und spaßiger zugehen – hier haben die Macher ihre Chance einfach nicht ausreichend genutzt.

Fotocopyright: Splendid Film/WVG

A Man of Reason

Inhalt

Nach zehn Jahren im Gefängnis erfährt Su-hyuk, dass er mittlerweile eine Tochter hat. Er beschließt mit seinem bisherigen Leben abzuschließen und aus der Welt des Verbrechens auszusteigen. Leider sind die ehemaligen Auftraggeber mit dieser Entscheidung nicht einverstanden und der Neuanfang wird schwieriger als gedacht…

Fazit

Wo Action aus Südkorea draufsteht, ist auch Action aus Südkorea drin. Wo „A Man of Reason“ vielleicht nicht unbedingt mit einer innovativen Handlung punkten kann, überzeugen zumindest die etwas rabiateren Passagen auf ganzer Linie und übertünchen dabei auch ein paar kleinere Unzulänglichkeiten.

Handwerklich war der Streifen gut gemacht, bediente sich aktueller audiovisueller Stilmittel, war flott inszeniert und hübsch geschnitten. Die Bilder waren klar und vermittelten ein hochwertiges Flair. Die Choreografien der Fights war beachtlich und gab ebenfalls keinen Grund zur Klage. Auf dem Schirm war eigentlich immer was los, Kurzweil wurde oftmals ganz groß geschrieben.

In seinen etwas ruhigeren Passagen fuhr der Titel allerdings ein paar Gänge nach unten und so gab es dann doch ein paar kleinere Längen – die nunmehr umso stärker auf die austauschbare Handlung aufmerksam machten. Man hat alles irgendwo schon einmal gesehen und man fühlte sich deshalb von Gebotenen nicht übermäßig beeindruckt.

Man hatte das Gefühl, dass die Macher eine Checkliste abgearbeitet haben und dabei nicht unbedingt bahnbrechend neue Ideen auf dem Radar hatten. Der Streifen fühlt sich durchgeplant, routiniert, aber einfach auch zu sehr „auf Nummer Sicher“ an – was grade für eine Produktion aus Südkorea ein wenig schade ist. Ich schätze den frischen Wind aus diesem Land, doch hier wurde einfach viel zu wenig gewagt.

Wer einen durch und durch soliden Actionstreifen sucht, kann bei „A Man of Reason“ absolut bedenkenlos zugreifen. Der Film macht soweit alles richtig, wobei dies auf Kosten der Originalität ausgetragen wird. Ein paar schräge Typen und ein paar übertrieben wilde Krawallorgien sprechen nicht für die große Revolution, bieten aber immerhin weitreichend gute Unterhaltung und darauf kommt es am Ende irgendwo schon an.

Fotocopyright: Splendid Film/WVG

Firewall

Aufgrund aktueller Sichtung wurde dieses Review aus dem Archiv übernommen und hier sauber formatiert. Möglichweise wurden einige Passagen überarbeitet und die Wertung nach aktuellen Maßstäben noch einmal korrigiert.

Inhalt

Jack Stanfield ist Chef der IT-Sicherheit einer kleineren Bankenkette und hat mit der kommenden Fusion mit einer größeren Gesellschaft alle Hände voll zu tun. Seine Fachkenntnis wird jedoch von einer Gruppe skrupelloser Gangster ausgenutzt, um bei einem perfiden Banküberfall behilflich zu sein. Während seine Familie zu Hause in Schach gehalten wird, soll er sich im Firmensystem einhacken und Geldbeträge abzwacken…

Fazit

Weder auf den ersten, noch auf den zweiten Blick wollten die Begriffe Harrison Ford und Computerspezialist miteinander harmonieren und danach hat sich selbst nach Jahren der ersten Sichtung nicht viel geändert. Sicherlich machte der allseits bekannte Darsteller wieder eine richtig gute Figur, dennoch verpasst er einem durchschnittlichen Thriller keinerlei nennenswerte Höhenflüge.

Grundsätzlich mag „Firewall“ kein schlechter Film sein, doch er wagt schlichtweg zu wenig und weicht nicht von bekannten Pfaden ab. Zwar versuchte man sich mit der zentralen Computerthematik ein wenig zeitgemäßer zu präsentieren, aber dies war eigentlich nur Augenwischerei. Man hat komplexe Sachverhalte so stark versimpelt, dass man den Unterbau auch hätte komplett austauschen und einen anderen Kernaspekt zu Grunde legen können.

Wie dem auch sei, die Geschichte kam nie so recht in Fahrt und der Spannungsbogen war verhalten. Man blieb schon irgendwo am Ball, konnte sich den Ausgang aber bereits sehr früh erahnen und bekam auf dem Weg dorthin keine interessanten Highlights geboten. Das Geschehen war anschaubar, plätscherte aber auch streng genommen oft vor sich hin und der Finge kreiste (sogar beim Finale) stets über der Vorspul-Taste.

Während Ford das Beste aus der biederen Ausgangslage gemacht hat, stach der Rest leider überhaupt nicht hervor. Weder ein Paul Bettany, noch ein gerne gesehener Nikolaj Coster-Waldau konnten so recht von sich überzeugen. Sie wirkten blass und leider auch ein wenig antrieblos – so sehr sie sich auch um böse Blicke bemühten. Dies nagte zusätzlich an der sowieso schon schwierigen Immersion und trübte das Gesamtbild enorm.

Technisch gab sich der Film zum Glück keine Blöße. Er schaut noch immer hochwertig aus und wurde angenehm geschnitten. Wie bereits erwähnt waren einige Sachverhalte zu Gunsten der leichten Unterhaltung arg vereinfacht, aber das war schon soweit in Ordnung – auch wenn dies die allgemeine Austauschbarkeit nur erhöhte. Bei leichtgängigen Unterhaltungswerk muss man halt Kompromisse eingehen, den unbedarften Zuschauer nicht unnötig vor Rätsel stellen.

Damals hatte ich „Firewall“ noch einen Ticken besser bewertet, doch mittlerweile gibt es nicht nur wegen der angestaubten Technik innerhalb des Streifens einen kleinen Abzug. Der Titel zog sich stellenweise wie Kaugummi, was sich bei wiederholter Sichtung umso negativer bemerkbar gemacht hat und das Dranbleiben bis zum Ende spürbar erschwerte. Ford kann man wenig ankreiden, den Autoren dafür umso mehr. „Firewall“ ist zwar kein Totalausfall, aber auch kein Produkt, welches nachhaltig im Gedächtnis bleibt oder heutzutage noch Jemand hinter dem Ofen hervor lockt.

Fotocopyright: Warner

The Loft (2014)

Inhalt

Für ein paar schöne Stunden Abseits ihrer Ehen, mieten ein paar Freunde gemeinsam ein hübsches Loft in der Innenstadt. Als sie eines Morgens jedoch die Leiche einer Dame darin vorfinden, starten die gegenseitigen Verdächtigungen und die Angst vor Bekanntgabe des Geheimnisses bei ihren Frauen…

Fazit

Die Filmindustrie macht es uns nicht leicht. Neben diesem Hollywood-Remake gibt es noch eine holländische Neuauflage und natürlich noch das belgische Original. Für die Sichtung am vergangenen Wochenende habe ich mich für die amerikanische Variante entschieden und möchte hier nun (eigentlich stellvertretend für alle Varianten) einige Zeilen zum besten geben.

Der Film besaß einen spannenden und sorgfältig konstruierten Plot mit hohem Miträtsel-Faktor. Obwohl man uns einige Zeit mit vergleichsweise wenigen Informationen fütterte, begann das Raten nach dem Täter schon sehr früh und rasch wurden eigene Theorien gesponnen – die sich im Laufe der Spielzeit aber immer wieder augenzwinkernd überwarfen.

Natürlich war das Geschehen von krassen Zufällen geprägt und kratzte stets am Rande der Glaubhaftigkeit, doch das war aufgrund seiner lockeren Art schmerzfrei zu verkraften. Obwohl es keine eindeutig komödienhaften Elemente gab, nahm sich das Teil irgendwo nie zu ernst, garnierte uns sogar ein wenig Gesellschaftskritik und Einblicke in zwielichtiges Geschäftsgebaren – ohne dabei zu sehr ins Detail zu gehen.

Gründe für die Sichtung der Hollywood-Auflage waren bei mir in erster Linie der Cast und der moderne Look. Auch wenn der Streifen mittlerweile schon wieder zehn Jahre auf dem Buckel hat, spielt die Optik noch immer ganz oben mit. Die auf Hochglanz polierten Bilder passten perfekt zum präsentierten Szenario, verliehen dem Geschehen sogar noch einen zusätzlichen Glanz. Man konnte sich problemlos in die Welt der Schönen und Reichen hineindenken, sorglos darin versinken.

Mit Karl Urban hat man eine prima Wahl für die Hauptrolle getroffen, wobei ihm seine Kollegen (u.A. James Marsden oder Wentworth Miller) in Nichts nachstanden und zum Gelingen der verwinkelten Situation beitrugen. Die Darsteller haben allesamt toll miteinander harmoniert und ihren Figuren ausreichende Kontur für Gedanken über deren Motive gegeben. Auch hier ging es nur so weit wie erforderlich in die Tiefe – was ich aus Sicht des strammen Storytellings nur begrüßen konnte.

„The Loft“ ist großes Erzählkino mit spaßigen Plot und umso spaßigerer Auflösung. Gefühlt wurde zur Klärung der Sachlage das komplette letzte Filmdrittel beansprucht, doch aufgrund der hohen Schlagzahl an Wendungen wurde es nie langweilig oder uninteressant. Sicherlich wirkte das Geschehen stets ein wenig konstruiert und vielleicht auch ein bisschen künstlich aufgebläht, doch bei dieser kurzweiligen Inszenierung vermag man dies nicht zu kritisieren. Thriller-Freunde erhalten hier einen starken Genrevertreter, der zumindest bei seiner ersten Begutachtung mit grandiosen „Aha-Momenten“ aufwarten kann und sich keine gravierenden Patzer leistet.

Fotocopyright: LEONINE

DogMan

Inhalt

In einem blutverschmierten Abendkleid und einer Ladefläche voller Hunde wird der querschnittgelähmte Doug von der Polizei angehalten und vorsorglich inhaftiert. Zunächst gibt er über die Umstände seines ungewöhnlichen Auftritts keinerlei Information, doch nach dem Eintreffen einer Psychologin offeriert er seine unglaubliche Lebens- und Leidensgeschichte…

Fazit

Ich weiß nicht genau, was ich da am gestrigen Abend gesehen habe – doch ich weiß, dass mich dieser Film auf ganz unterschiedliche Weisen berührt und abgeholt ab. Erneut bewies Legende Luc Besson („Leon der Profi“, „Das fünfte Element“, „Lucy“) großes Gespür für ungewöhnliche Themen und verstand den Zuschauer mit einer Erzählung zu fesseln, gar mit Tränchen zu jonglieren.

Schon nach wenigen Minuten zog der Streifen mit einer seltsamen Ausgangslage und den herrlich düsteren Bildern in seinen Bann. Trotz einiger wirklich befremdlicher Elemente konnte man die Blicke einfach nicht vom Schirm lassen und man hing an den Lippen der Akteure – allen voran denen vom großartigen Caleb Landry Jones, der eine unglaubliche Darbietung an den Tag gelegt hat.

Die Handlung wurde größtenteils mit Rückblenden erzählt, ließ uns dabei aber nie den roten Faden verlieren und bewahrte trotz aller Schwermütigkeit seiner Inhalte einen angenehm lockeren Umgangston. Man nahm sich trotz aller Dramatik und unschönen Momenten nie zu ernst, präsentierte sich stets schön ausgewogen und ließ uns nie an der Sache oder unseren jeweiligen Emotionen zweifeln.

Wie bereits erwähnt war das Spiel von Caleb Landry Jones über jeden Zweifel erhaben. Er zeigte mit seinen stetig wechselnden Outfits und Gesichtern eine beachtliche Wandlungsfähigkeit und überzeugte dabei in jeder seiner bedauernswerten Lebenslagen. Er zog lenkte alle Aufmerksamkeit auf seine ambivalente Persönlichkeit und hielt trotz fragwürdiger Aktionen stets alle Sympathie auf seiner Seite, eine unpassende „Woke“-Diskussion bleibt trotz seiner weiblichen Verwandlungen glücklicherweise aus und steht hier gar nicht im Fokus.

Die Inszenierung war großartig, gab keinen Grund zur Klage. Selbst in dunklen Passagen gefielen die klaren Aufnahmen, mit routinierten Perspektivenwechseln wurde das Geschehen kurzweilig in Szene gesetzt. Der auffällige, eher im Klassik-Genre zu verortende Soundtrack war sowieso eine Klasse für sich und sorgte grade bei den Bühnenauftritten von Doug für leichte Gänsehaut. Erneut kamen auch viele symbolische Elemente zum Vorschein, die man zuweilen erst bei genauerer Betrachtung richtig bemerken konnte.

Mit „DogMan“ ist Besson mal wieder ein besonderer Film mit hohem Erinnerungswert gelungen. Auch wenn die Geschichte an sich nur schwerlich greifbar war, konnte man sich problemlos darin verlieren und bis zum bitteren Ende mit unserer brillant gespielten Hauptfigur mitfiebern. Dabei gab es ein Auf und Ab der Gefühle, welches mir in der letzten Zeit von keinem anderen Titel so dermaßen krass vermittelt wurde und davor zücke ich mit Ehrfurcht meinen imaginären Hut. Klar war das Teil von seinem Grundkonzept schon irgendwo ziemlich schräg, aber so faszinierend und herzergreifend wie kaum für möglich gehalten und von daher eine absolute Empfehlung wert.

Fotocopyright: Capelight Pictures

Cat Person

Inhalt

Margot ist Studentin und arbeitet nebenbei in einem Kino, wo sie den schüchternen Richard kennenlernt. Nach einigen Begegnungen tauschen sie dann Nummern aus und schreiben sich fleißig hin und her. Die Gefühle scheinen auf beiden Seiten schnell zu wachsen, doch schon beim ersten richtigen Date ist die Chemie eine ganz andere…

Fazit

Ich weiß ehrlich gesagt nicht genau, wie ich einen Film wie diesen zu verstehen und letztlich zu bewerten habe. „Cat Person“ war zwar ein interessanter Blick in kaputte Seelen, doch am Ende konnte ich mir vom Gezeigten einfach keinen richtigen Reim machen.

Die Geschichte war quasi eine Abrechnung mit dem modernen Dating-Verhalten, zeigt Veränderungen, als auch Ängste dabei auf und generierte dabei stets eine ungute Grundstimmung. Man konnte sich hier jedoch gut in die Lage beider Protagonisten hineindenken, malte kein zu einseitiges Bild von der gar nicht mal so unglaubwürdigen Lage.

Primär sieht man die junge Margot als Opfer, versteht ihre Panikattacken, lauscht ihren Selbstgesprächen, doch die Medaille hatte in diesem Falle wirklich zwei Seiten. Vielleicht hatte ihr gegenüber einen kleinen psychischen Knacks, aber hat sie ihn mit ihrem unehrenwerten Verhalten nicht auch zu ungestümen Aktionen gepusht?

Man konnte wirklich beide Parteien verstehen und darin lag letztlich auch der große Reiz. Im Grunde war Richard kein böser Mensch, doch die Reaktionen von Margot haben ihn merklich in den Wahnsinn getrieben, währen die ach so liebe Studentin plötzlich selbst ganz andere Verhaltensweisen an den Tag legte, selbst ihre engsten Freunde damit überraschte.

Die beiden Hauptdarsteller (Emilia Jones und Nicholas Braun) haben sich jedenfalls zu Höchstleistungen angespornt und zweifelsohne zum Mitfiebern animiert. Sie spielten erstklassig und ließen uns perfekt an ihren Emotionen teilhaben. Die Inszenierung war mit glasklaren Bildern und einem tollen, raumfüllenden Soundtrack absolut überzeugend.

In „Cat Person“ steckt viel Wahres, auch wenn manche Punkte vielleicht etwas überspitzt und auch ein wenig unbequem wirken. Ich lobe mir den Mut von Regisseuren Susanna Fogel, auch wenn ich mir am Ende einfach keine höhere Wertung abzuringen vermag. Der Titel war interessant, ungewöhnlich, stellenweise extrem packend, doch am Ende irgendwie schwierig zu greifen. Schon irgendwo ein kleiner Geheimtipp, aber nur für einen eingeschränkten Zuschauerkreis mit Zugang zu diesem Thema.

Fotocopyright: STUDIOCANAL

Action Jackson

Inhalt

Der Mord an diversen Gewerkschaftsleuten führt Sergeant Jericho Jackson auf die Spur zu einem großen Automobil-Magnaten, an dem jegliche Kritik scheinbar abzuprallen vermag. Er lässt jedoch nicht locker und freundet sich bei seinen Recherchen sogar mit dessen Frau und dessen Geliebter an…

Fazit

Und wieder einmal muss ein trauriger Anlass für die Sichtung eines Klassikers herhalten. Der Tod von Carl Weathers rief Erinnerungen an Werke wie „Predator“ oder eben „Action Jackson“ ins Gedächtnis und da ich Letzteren schon lange nicht mehr gesehen habe, wurde dies am gestrigen Abend nachgeholt.

Für heutige Sehgewohnheiten mag dieser Streifen sicherlich ein wenig gewöhnungsbedürftig erscheinen, doch Fans der 80iger schnalzen freudig mit der Zunge. Aus jeder Pore trieft der Charme der vergangenen Epoche – mit allen Hohen und Tiefen, mit denen man damals zu kämpfen hatte.

Figuren, Klamotten und Sprüche versetzen uns wunderbar in die Vergangenheit, während einige hakelige Schnitte und eher schwache Spezialeffekte nicht mehr ganz taufrisch erscheinen. Glücklicherweise ändert dies aber nichts am hohen Unterhaltungswert und bei all dem übertrieben coolen Gehabe des Hauptdarstellers schaut man auch gerne über offenkundige Lücken in der Handlung hinweg.

Die Geschichte war einfach gestrickt und für meinen Geschmack auch gegen Ende viel zu abrupt zu Ende gebracht, aber immerhin geschah dies sehr kurzweilig und ohne größere Hänger. Man hatte selbst zur damaligen Zeit alles irgendwo schon einmal gesehen, unterhaltsam und smart inszeniert war es dennoch allemal. Ein hervorragender Cast (u.A. Sharon Stone, „Vanity“ und ein paar bekannte „Nebenrollen-Gesichter“) machten dies Manko sowieso wieder wett.

„Action Jackson“ ist ein Leckerbissen für Freunde oldschooliger Actionfilme. Man nahm sich selbst nicht zu ernst, schien sogar stellenweise bewusst schlecht in Szene gesetzt worden sein und schoss bei Charakterzeichnungen manchmal arg am Ziel vorbei – und genau hier lag auch der große Spaßfaktor an dem Ganzen. Carl Weathers war einfach megacool und trug das Geschehen mit seiner wuchtigen Präsenz von ganz allein. Unterm Strich mag der Titel zwar nicht zur absoluten Speerspitze des Genres gehören, aber als nostalgischer Trip ein immer wieder gern gesehener Gast auf der heimischen Mattscheibe.

Fotocopyright: Warner Home Video

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