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Schlagwort: Thriller (Seite 1 von 123)

The Monkey

Inhalt

Im Nachlass ihres verschwundenen Vaters finden seine zwei Zwillingssöhne einen sonderbaren und mitunter leicht gruselig anmutenden Spielzeugaffen. Es dauert nicht lange, bis sie dessen tödliche Kräfte erkunden…

Fazit

Kurzes Inhaltsangabe und kurzes Fazit. „The Monkey“ basiert auf einer Geschichte von Gruselmeister Stephen King und bot entsprechend auch ein paar wirklich markante, herrlich blutige Momente – dazwischen leider auch ein paar kleinere Längen.

Die Handlung war simpel, dafür mit originellen Ideen und Ableben gespickt, die uns immer mal wieder schmunzeln ließen. Grundsätzlich war die schlecht vorherschaubare Geschichte sowieso ein Garant für eine gewisse Spannungskurve – deren Finale jedoch fast schon erwartungsgemäß nicht zu hundertprozentig zu überzeugen wusste.

Die Effekte (insbesondere die derben Splattereinlagen) waren handwerklich sehr gut gemacht und verfehlten auch nicht ihre Wirkung. Sicherlich kam hier auch der Computer zum Einsatz, doch insgesamt schauten die „Kleckereien“ nach ehrlicher Handwerkskunst aus und verdienten großes Lob. Die Darsteller haben ihre Sache zufriedenstellend erledigt und die Chemie untereinander (der der Zwillinge) hat gepasst.

„The Monkey“ war ein netter Splatter-Spaß für Zwischendurch und hätte mit einen noch geschmeidigeren Erzählfluss eine dicke Empfehlung verdient. So bleibt es bei solider Kosten, die nicht nur für King-Fans durchaus einen kleinen Blick wert ist – aber nicht zum absoluten Pflichtprogramm gehört.

Fotocopyright: PLAION PICTURES

Criminal Squad 2

Inhalt

Endlich hat FBI-Ermittler Nick Flanagen seinen Widersacher Donnie Wilson ausfindig gemacht und sich für dessen Überführung einen findigen Plan ausgedacht. Er täuscht eine Kooperation mit dem Gangster vor und zieht mit ihm einen waghalsigen Diamantendiebstahl durch…

Fazit

Weder Fisch, noch Fleisch und erst recht kein richtiger Nachfolger für einen durchaus sehr guten Actionfilm. „Criminal Squad 2“ bot für meinen Geschmack viel zu wenig an Action und konnte selbst als ruhigeres Heist-Movie mit seinen oberflächlichen Ausführungen nicht überzeugen.

Über weite Teile plätscherte der Streifen vor sich hin – nicht unbedingt langweilig, aber auch nie so richtig packend. Das Planen des großen Coups stand zwar über weite Teile im Fokus und ging gut über die Bühne, jedoch haben andere Titel hier weitaus spektakulärere und entsprechend unterhaltsamere Einblicke geliefert. Hier wurde alles viel zu simpel abgehandelt, im Gegenzug hierfür allerdings auch zu wenig auf andere Bereiche abgewälzt.

Action war Mangelware. Bot uns der Vorgänger noch einige knackige Gefechte, reduzierte sich hier alles auf eine durchschnittliche Verfolgungsjagd gen Finale. Immerhin gab es weiterhin kernige Sprüche und ebenso markante Typen – die vielleicht schon etwas zu überzeichnet erschienen und mehr „Aktionspräsenz“ hätten vertragen können.

Optisch machte der Streifen eine ausgezeichnete Figur. Die stark gefilterten Aufnahmen waren hochwertig, versprühten teilweise echtes Urlaubsfeeling und luden schnell zu abtauchen ein. Darüber hinaus leistete man sich technisch keine Mängel, schuf eine solide Immersion.

Die Voraussetzungen waren da, aber die Macher haben nicht genug daraus gemacht. Es hätte bei „Criminal Squad 2“ so richtig schön scheppern können, doch am Ende lieferte man uns nur eine mittelprächtige Heist-Geschichte, die man unzählige Male trickreicher präsentiert bekam.

Fotocopyright: Constantin Film (Universal Pictures)

The Box – Du bist das Experiment

Inhalt

Die USA in den 1970iger Jahren. Eine junge Familie wird vor eine kuriose Entscheidung gestellt. Ein Unbekannter überbringt ihnen eine mysteriöse Box mit einem roten Knopf darauf. Sollte dieser Knopf betätigt werden, stirbt irgendwo auf der Welt ein Mensch, doch im Gegenzug hierfür erhält man sofort eine Millionen Dollar…

Fazit

„The Box“ ist einer jener Filme, die schwer greifbar und somit eigentlich auch schwierig zu bewerten sind. Quasi in den aller letzten Filmsekunden ist der vermeintliche Groschen gefallen, doch noch während des Abspannes haderte man mit seiner Einstufung.

Die abgedrehte Prämisse verlieh dem Streifen eine unglaubliche Spannung, wurde ihm erzählerisch aber auch etwas zum Verhängnis. Man spürte früh, dass wohl nicht alle Fragen mit Logik beantwortet werden und entsprechend lief den Machern irgendwann die Zeit davon, Fragezeichnen türmten sich auf.

Die Kernaussage war im Grunde nicht verkehrt, wurde aber vielleicht einen Ticken zu kompliziert an den Zuschauer gebracht und man wäre mit einer einfacheren Darstellung besser bedient gewesen. Wie dem aber auch sei, vor allem die sympathischen Darsteller trugen das undurchsichtige Spiel und legten eine gute Leistung an den Tag.

Während Diaz und Marsden ein glaubwürdiges Ehepaar präsentierten, sorgte ein gewohnt markanter Frank Langella für leichte Schauer. Ihm sind solche Rollen auf den Leib geschneidert und er verlieh dem Ganzen einen gewissen Stil. Die ruhige Inszenierung rundete das düstere Gesamtbild wunderbar ab, der unauffällige Soundtrack trug seinen Teil zum Gelingen bei.

Wer nicht großartig nach Logik fragt und sich schmerzfrei in einer bizarren Geschichte fallen lassen kann, liegt bei diesem Titel nicht unbedingt verkehrt. Am Ende war ich zwar ein wenig ernüchtert, doch ehrlicherweise wurde ich während des Schauens durchwegs passabel bei Laune gehalten und habe nur selten auf die Uhr geschaut. Unterm Strich also ein solider Streifen mit zumindest interessanten Ansatzpunkten – der im besten Fall einfach schnell wieder vergessen ist und (wie in meinem Fall) in ein paar Jahren nochmal erwartungsvoll geschaut werden kann.

Fotocopyright: Constantin Film (Universal Pictures)

Der blutige Pfad Gottes

Inhalt

Nach einer wüsten Schlägerei mit Todesfolge und anschließendem Freispruch aus Notwehr werden die Brüder Conor und Murphy McManus in ihren Kreisen als Helden verehrt, sogar von vielen Polizisten wohlwollend betrachtet. Sie haben es sich gewagt mit der Russenmafia anzulegen und scheinbar ist auf ihrem Feldzug für Gerechtigkeit dank göttlicher Einfügung noch kein Ende in Sicht…

Fazit

An einem Film wie „Der blutige Pfad Gottes“ scheiden sich die Geister. Bei seiner ersten Sichtung (damals noch auf VHS-Kassette ganz klassisch aus der Videothek ausgeliehen) hat mir der Streifen noch überhaupt gefallen, zählte beinahe zu den schlechtesten der bisher gesehenen Filmen überhaupt. Jahre später bekam das Teil dann immer mal wieder eine Chance (von der DVD bis zum Blu-Ray-Steelbook hin) und so langsam entwickelte sich ein gewisser Kult-Charakter, dem man sich mittlerweile nur schwerlich entziehen kann.

Der Film ist so schlecht, dass er im Grunde schon wieder gut ist. Seine Action- (und komödienhaften) Szenen sind teils so absurd, dass sie schon wieder für Lacher sorgen, sogar bei wiederholter Sichtung nunmehr freudig erwartet werden. Die Dialoge und Zitate sind ebenfalls eine Sache für sich, machen das seltsame Konstrukt aber erst richtig rund, verpassen ihm einen passenden Anstrich.

Der pseudo-göttliche Rachefeldzug bot ein gutes Pacing, obwohl hin und wieder schon ein paar kleinere Längen zu verzeichnen waren. Man hätte einige Szenen leicht einkürzen, andere wiederum ruhig ein wenig ausbauen können – was höchstwahrscheinlich eine Frage des Budgets gewesen sein mag. Gerne hätte ich ein bisschen mehr an Action gesehen – den hier lag eine große Stärke des Streifens.

Die Schusswechsel und Keilereien waren sehr hübsch choreografiert und mit hervorragender Situationskomik verbunden. Der Titel bewahrte einen ernsteren Grundton, kam trotzdem recht locker und gut bekömmlich daher. Man bewies Geschick für Selbstironie und schwarzen Humor.

Die Darsteller haben ihre Sache – im gegebenen Rahmen – solide und ohne Mäkel absolviert. Der damals noch relativ unbekannte Norman Reedus kam schon mit bekannt-markanter und Mine daher, stand allerdings etwas im Schatten einen gewohnt schrägen William Dafoe, der für solche Auftritte einfach wie geschaffen ist.

Ob der vermeintliche Kultstatus gerechtfertigt ist, vermag ich nicht zu sagen. Fakt ist, dass er im Laufe der Jahre gehörig in meiner Gunst gestiegen ist, trotzdem aber noch nicht zur Speerspitze des Genres gehört und eine Empfehlung nur eingeschränkt ausgesprochen werden kann. Der Film hat seine wirklich guten Momente (und einen tollen Dafoe), überzeugt aber nicht überall zu hundertprozentig. Interessierte sollten sich auf jeden Fall einfach mal selbst ein Bild machen – mit knappen 1,5 Stunden wäre im Notfall auch nicht zu viel Zeit verschwendet.

Fotocopyright: Alive AG

Careful What You Wish For

Inhalt

Wie jeden Sommer verbringt Doug seine Ferien mit den Eltern in ihrem Haus am See. Diesmal allerdings sind neue Nachbarn eingezogen und die Ehefrau des wohlhabenden Investmentbankers verdreht dem Jugendlichen gehörig den Kopf, überredet ihn zu einer unmöglichen Tat…

Fazit

Zufällig bin ich bei Prime auf diesen Titel gestolpert und war am Ende auch froh, kein großartiges Geld hierfür auf den Kopf gehauen zu haben. Der Film an sich war zwar nicht unbedingt schlecht und unterhielt (nicht zuletzt auch wegen seiner kompakten Spielzeit) recht gut, doch er erfand das berühmte Rad einfach nicht neu und lieferte keinerlei überraschenden Wendungen.

Die Geschichte verlief nach bewährtem Schema und versuchte immerhin mit einer bezaubernden Hauptdarstellerin ein wenig von den ausgetrampelten Pfaden abzulenken, möglicherweise auf kleinere Varianten der allseits bekannten Handlung aufzuzeigen. Leider blieb es hier beim Versuchen und die Macher haben sich um keinerlei neue Impulse bemüht, waren durchwegs auf „Nummer sicher“ erpicht.

Für mein Empfinden hat die Chemie der Darsteller nicht so ganz gepasst. Allesamt lieferten eine solide Vorstellung ab, doch deren Zusammenspiel hätte ein wenig runder sein dürfen. Sicherlich beruhte das Konzept auf unterschiedlichen Figuren in möglicherweise auch unrealistischeren Konstellationen, doch irgendwie wollte der Funke bei mir nicht überspringen.

Nicht wirklich schlecht, aber auch nicht wirklich gut. Für einen kurzweiligen Abend taugt der Streifen zwar schon, auf mangelnde Innovationen und nicht immer perfekt miteinander harmonierende Figuren sollte man dabei aber vorbereitet sein. Zum einmaligen Anschauen geht der Titel klar, trotzdem bot man uns streng genommen nur substanzlose Durchschnittsware an.

Fotocopyright: LEONINE

Mickey 17

Inhalt

Auf der Flucht vor brutalen Geldhaien schreibt sich Mickey bei einem Kolonialisierungsprojekt ein und verlässt mit einem großen Raumschiff die Erde gen Planeten Niflheim. Er stellt sich dabei als äußerst nützliches Crewmitglied heraus, muss er doch durch diverse Tests regelmäßig sterben und wird danach einfach neu ausgedruckt…

Fazit

Die Story klingt etwas verrückt und der Film ist es auch – was allerdings in einem völlig positiven Kontext zu werten ist und Lob in jedweder Beziehung verdient. Nach einem Titel wie Tenet hat sich Pattinson erneut in einem ungewöhnlichen Sci-Fi-Streifen verirrt und sich dabei erneut von seiner besten bzw. seinen besten Seiten (in mehrfacher Hinsicht) gezeigt.

Es gab durchaus gewisse Erwartungen an Bong Joon-ho, der mit Parasite diverse Auszeichnungen (u.A. den Oscar für den besten internationalen Film) einheimsen konnte und grundsätzlich bereits in früherer Vergangenheit mit Werken wie „The Host“, „Memories of Murder“ oder „Snowpiercer“ ein Gespür für fantastisches Kino beweisen konnte. Aus meiner Sicht war „Mickey 17“ nun ebenso ein Glücksgriff, lieferte er doch erneut erfrischende und unterhaltsame Kost ab.

Bereits nach wenigen Minuten war man voll im abgedrehten Szenario versunken, brachte die ersten Lacher, aber auch die ersten faszinierten Blicke hervor. Die futuristische Welt wurde kühl, aber sehr ansprechend und meines Empfindens auch gar nicht mal so abwegig konstruiert. Alles wirkte in sich stimmig, selbst die Idee mit dem 3D-Drucker, aus dem unsere Hauptfigur mit schöner Regelmäßigkeit ausgeworfen wurde. Glücklicherweise war diese Darstellung aber durchaus mit einem gewissen Sarkasmus garniert, so dass moralische Bedenken diesbezüglich eher hinten angestellt wurden.

Trotz einer Laufzeit von über zwei Stunden blieb das Geschehen jederzeit angenehm kurzweilig und packend. Einige Dialoge waren etwas ausschweifender, trotzdem nie zu lang ausgefallen. Man hat immer zum richtigen Zeitpunkt den Absprung gefunden, den Zuschauer nicht unnötig vollgelabert. Überdies war die Inszenierung mit ihren kühlen, aber auf Hochglanz polierten Bildern sehr schön und ein eher unauffälliger Soundtrack fiel nicht negativ ins Gewicht. Die Computereffekte wirkten meist dezent, das Design der Außerirdischen war grandios.

Vielleicht war die überzeichnete Darstellung der Figur von Mark Ruffalo nicht unbedingt der Hit und an präziser Logik sollte man auch nicht unbedingt festhalten – dann klappt es aber mit dem spaßigen Tripp nach Niflheim. Mir hat der Titel von Anfang bis Ende sehr gut gefallen und gebe für aufgeschlossene Filmfreunde gerne eine heiße Empfehlung ab. Bis dato einer der besten Streifen des Jahres und ein Anwärter auf einen Day-One-Kauf für das Heimkino. Ich freue mich auf eine erneute Sichtung!

Fotocopyright: Warner Bros (Universal Pictures)

Fargo

Inhalt

Ein Geschäftsmann steckt in einer finanziellen Klemme und schmiedet einen perfiden Plan. Ein paar Kleinkrimielle sollen seine Frau entführen und der Schwiegerpapa soll das geforderte Lösegeld zusammenkratzen. Am Ende möchte man sich dann die Beute aufteilen, doch natürlich nimmt das Schicksal einen anderen Verlauf…

Fazit

„Fargo“ ist Kult, der es mit seiner abstrusen (aber wahren) Geschichte sogar zu einer hervorragenden Serie gebracht hat. Mit viel Fingerspitzengefühl und einem hervorragenden Gespür für schräge Charaktere haben die Coen-Brüder anno 1997 mal so richtig abgeliefert, ein Werk mit hohem Wiederschauwert geschaffen.

Schon bei seiner damaligen Veröffentlichung war die Handlung und deren durchaus absehbaren Verlauf nicht gerade neu, doch die markante Umsetzung stach bis dato hervor. Jede noch so kleine Rolle wurde mit tollen Schauspielern besetzt, die ihren Figuren Tiefe und ein gewisses „Etwas“ verliehen. Witzige Dialoge und das Spiel mit eigenwilligen Akzenten trugen dann den Rest zum Gelingen bei.

Der Streifen war jederzeit angenehm locker und kurzweilig erzählt, kam quasi ohne nennenswerte Längen daher. Jeder Part war genau richtig ausgelotet, jede Figur bekam ihre angemessene Bühne. Es machte stets Spaß dem Treiben zu folgen und Kurzweil wurde ganz groß geschrieben. Eine hübsche (und durch ihre „Grobkörnigkeit“ cineastische) Inszenierung mit einem eingängigen Soundtrack sorgten für den Rest.

Frances McDormat agierte wirklich genial, wobei großes Lob eigentlich auch an den kompletten Rest geht. William Macy legte ein ebenso tolles Spiel an den Tag wie beispielsweise Steve Buscemi oder Peter Stormare, die ein sympathisches Gangster-Pärchen verkörperten.

„Fargo“ schafft, was nicht allen Titeln gelang. Trotz starkem Fokus auf eine spezielle Region und deren Charakteren und Akzenten kommen Wortspiele und Verhaltensweisen problemlos zu uns rüber, bilden am Ende sogar ein mehr als nur stimmiges Gesamtbild. Wer schwarzen Humor und schrullige Figuren mag, liegt hier jedenfalls goldrichtig.

Fotocopyright: Twentieth Century Fox

The Front Room

Inhalt

Kurz vor der Geburt des ersten Kindes, sieht sich ein junges Paar zur Aufnahme der Schwiegermutter genötigt. Während die ersten Tage eigentlich noch recht reibungslos verlaufen, wird der häusliche Frieden schon bald auf eine harte Probe gestellt…

Fazit

„The Front Room“ reiht sich irgendwo zwischen Thriller und Horror ein, geht dabei im Vergleich zu ähnlichen Titeln durchaus eigene Wege und wusste unterm Strich überraschend gut zu unterhalten.

Der Streifen benötigt einige Minuten, um so richtig in Fahrt zu kommen – behielt dann aber bis zum bitteren Ende eine ausgezeichnete Spannungskurve bei. Im ersten Moment hat mich die zu Grunde liegende Thematik noch nicht vollends von sich überzeugt, die Umsetzung dann aber unverhofft in ihren Bann gezogen.

Gründe für den gelungenen Spannungsaufbau lagen dabei auf der Hand. Der hier geschilderte Grusel wirkte trotz einiger absurder Momente durchaus greifbar und hielt sich mit übernatürlichen Elementen angenehm zurück. Viele Dinge wurden angedeutet (und auf Traumsequenzen umgelegt), so dass man nie mit zu abstrakten Einfällen den Bezug zur Realität verlor.

Man konnte sich gut in die Figuren hineindenken, ja selbst in die des neuen Haustyrannen. Alle Vorgänge bzw. Personen hatten ihre Motivationen und das Spiel unserer hervorragend miteinander harmonierenden Darsteller hat gepasst. Nach „Ich weiss noch immer, was du letzten Sommer getan hast“ hatte ich Sängerin Brandy etwas aus den Augen verloren, dafür brillierte sie hier als besorgte Mutter, die für das Wohlergehen ihres Nachwuchses kämpft.

„The Front Room“ ist ein Titel, der beim geeigneten Betrachter zünden muss – ansonsten könnte er höchstwahrscheinlich ein wenig langweilig erscheinen. Wie bereits erwähnt konnte ich jedoch nach einer kurzen Aufwärmzeit hervorragend abtauchen und den greifbaren Horror mühelos nachverfolgen. Sofern euch die Thematik zusagt, schaut ruhig mal rein – beispielsweise wenn er sich mal kostenfrei bei einem eurer abonnierten Streaming-Anbieter im Sortiment befindet.

Fotocopyright: A24

Eyes Wide Shut

Inhalt

Auf den ersten Blick sind Bill und Alice ein echtes Traumpaar, dem es an nichts mangelt. Sie sind hübsch, haben eine liebenswerte Tochter, besitzen eine luxuriöse Wohnung im Herzen New Yorks und zumindest bei ihm ist das Einkommen als Arzt gesichert. Hinter der Fassade bröckelt es jedoch gewaltig und als Alice ihrem Gatten ein paar heiße Details aus ihren Träumen verrat, flieht dieser auf die Straße und sucht die Abenteuer der Nacht…

Fazit

„Eyes Wide Shut“ fügte sich bereits bei seinem damaligen Release wunderbar in die Riege der speziellen Werke von Kubrik ein und hat auch heute nichts von seiner polarisierenden Wirkung verloren. Ich kann mich noch gut an den einstigen Werkerummel erinnern – und wie ratlos ich damals den Kinosaal vor knapp 25 Jahren auch wieder verlassen habe.

Der Meister greift Motive klassischer Geschichten (u.A. „Die Traumnovelle“) auf, versetzt sie allerdings in die heutige Zeit und passt sie aktuellen Gegebenheiten an. Herausgekommen ist dabei ein leicht verworrener Film, der stets eine gewisse Grundspannung aufrecht erhalten konnte, gelegentlich allerdings auch ein paar Längen zu verzeichnen hatte.

Einige Dialoge waren zu ausufernd, während andere genau das richtige Maß gefunden haben. Manchmal schoss der Meister über das Ziel heraus, manchmal traf er genau den richtigen Nerv. Stellenweise klebt man an den Lippen der durchwegs hervorragend agierenden Darsteller, manchmal verrollt man gelangweilt die Augen. Vielleicht war dies auch so gewollt, vielleicht eine weniger gelungene Einschätzung der Dinge.

Es war schade, dass besagte Konversationen immer mal wieder aus der Immersion warfen – denn der Film besaß streckenweise eine extrem hypnotische Wirkung, wofür auch der gelungene Soundtrack seinen Teil beigetragen hat. Er vermittelte mit ruhigeren Klängen eine gewisse Harmonie, verursachte mit treibende Einlagen für eine seltsame Anspannung sorgten, die zuweilen prekäre Lage unserer Hauptfigur spürbar unterstrichen.

Das einstige Traumpaar Kidman und Cruise haben hier eindrucksvoll abgeliefert, auch wenn in meinen Augen etwas zu viel Wirbel um deren Auftritt gemacht wurde. Sie standen sich schon ebenbürtig gegenüber und gewährten freizügige Einblicke, doch es blieb alles im Rahmen und wäre keinen Skandales würdig gewesen (den es ja in übermäßiger Form auch nicht gab). Großartig allerdings auch sämtliche Nebendarsteller von Pollock bis DeMount.

Meisterwerk oder langweiliger Quatsch ohne echte Aussage? Die Wahrheit liegt wie üblich wohl irgendwo dazwischen und ich bin mir bei diesem Titel einfach nicht einig. Eine großartige audiovisuelle Inszenierung und brillante Darsteller stehen einer seltsamen Handlung mit einigen Durchhängern entgegen und am Ende bleiben viele Fragezeichen. Sicherlich bot das Gezeigte ordentlich Raum für eigene Interpretation, aber Kubrik hätte hier schon mehr an die Hand geben müssen. Unterm Strich ein bedingt empfehlenswertes Epos, welches ich trotzdem irgendwie gerne in der Sammlung habe.

p.s. im Gegensatz zur Kinovorführung und der Erstveröffentlichung auf DVD enthielt die zuletzt geschaute Blu-Ray in den Film in einem herangezoomten Bildformat, welches nun zwar den kompletten Bildschirm füllt, dafür aber Details im oberen und unteren Bereich abgeschnitten hat. Da die Optik sowieso „verwaschen“ und „körnig“ daherkommt, empfehle ich den Griff zur DVD mit korrektem Bildausschnitt.

Fotocopyright: Warner

Companion – Die Perfekte Begleitung

Inhalt

Ein entspanntes Wochenende in einem abgelegenen Haus am See wird zu einem Alptraum. Es geschieht ein Mord, der nicht spontan, sondern scheinbar von langer Hand geplant wurde – doch dann gerät das eigentlich so perfide ausgedachte Konzept völlig aus den Fugen…

Fazit

Die Kritiken zu „Companion“ waren äußerst gemischt, doch ich sehe mich hier eher auf Seiten der Fürsprecher. Auch wenn sich der Titel nach einigen Minuten als weiterer Sci-Fi-Thrill mit Androiden outet, macht er nach einem kurzen inneren Dämpfer jedoch richtig Spaß und geht zumindest etwas andere Wege als mancher Konkurrent.

Die Rahmenhandlung war nicht unbedingt neu, doch mit ein paar geschickt eingebauten Wendungen und vor allem einem durch und durch symphytischen Cast hat man viel aus den überschaubaren Gegebenheiten herausgeholt und sogar noch einige Lacher rausholen können. Das Geschehen ist stellenweise so richtig schön bitterböse, so dass kein Auge trocken blieb und dennoch ein ernsterer Grundtenor nicht vollständig verschwand.

Die Darsteller haben allesamt hervorragend miteinander agiert und ihre Motive und wahren Charakterzüge erst mit der Zeit offenbart. Man behielt stets eine gewisse Grundspannung – auch auf Seiten der Figuren – bei, verschoss nicht auf Anhieb sein gesamtes Pulver. Überdies gelang es, den Zuschauer bei jeder Sicht auf die Charaktere mitzunehmen und eine gewisse Identifikation mit ihren Taten zu liefern, selbst wenn das Szenario schon arg konstruiert wirkte.

Nachdem der Titel seine Prämisse offenbarte, ahnte ich Schlimmes und wurde mit fortscheitender Spielzeit äußerst positiv überrascht. Auch wenn sich hier im Grunde nur ein weiterer „Roboter dreht durch“-Film präsentierte, hat er mit Charme und Kurzweil an den Bildschirm fesseln können, nach gut einer halben Stunde so richtig an Fahrt aufgenommen. Erstaunlicherweise ist unter der bunten Fassade sogar noch etwas Gesellschaftskritik eingeflossen und am Ende gibt es eine Empfehlung für alle Interessierten. Ich wurde köstlich bei Laune gehalten.

Fotocopyright: Warner Bros (Universal Pictures)

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