Howling – Der Killer in Dir
Aufgrund aktueller Sichtung wurde dieses Review aus dem Archiv übernommen und hier sauber formatiert. Möglichweise wurden einige Passagen überarbeitet und die Wertung nach aktuellen Maßstäben noch einmal korrigiert.
Inhalt
Die koreanische Polizei steht vor einem Rätsel:
Ein Mann ist auf brutale Weise in seinem Fahrzeug verbrannt, und gezielte Fremdeinwirkung ist nicht auszuschließen. Besonders auffällig sind jedoch Bissspuren, die inzwischen auch bei weiteren Leichen festgestellt wurden.
Der abgebrühte Polizist Sang-gil wird mit dem Fall betraut und erhält zu seiner Ernüchterung eine neue Partnerin an die Seite gestellt. Gemeinsam untersuchen sie die mysteriösen Ereignisse und stoßen schon bald auf einen Menschenhändlerring – sowie auf eine scheinbar wilde Bestie…
Fazit
Beim Namen „Howling“ musste ich zunächst unweigerlich an die bekannte Horrorfilm-Reihe denken und hatte selbst nach den ersten Bildern noch diese Assoziation im Kopf. Statt eines übernatürlichen Fantasy-Grusels wurde jedoch überraschend bodenständige Thrillerarbeit aus meinem Lieblings-Kinoland abgeliefert – und unterm Strich fährt das Resultat damit sehr gut.
Schon zu Beginn zieht die knisternde Atmosphäre mit ihren herrlich düsteren, aber dennoch auf Hochglanz getrimmten Bildern in den Bann. Man fühlt sich sofort zu Hause und taucht tief in die Handlung ein. Die sympathischen Hauptdarsteller Lee Na-young und Song Kang-ho (u. a. bekannt aus The Host) harmonieren hervorragend miteinander und bilden ein ausgesprochen starkes Team. Sie – und ihre geschickt eingefangenen Ermittlungsarbeiten – sorgen für ein stimmiges und größtenteils glaubhaftes Gesamtbild.
Die Geschichte fühlt sich trotz zunächst etwas übernatürlich anmutender Elemente sehr „echt“ und nachvollziehbar an. Stellenweise fühlt man sich wie in einer guten Tatort-Episode, denn das Gezeigte animiert durchaus zum Miträtseln bei der Tätersuche.
Ungewöhnlich auffällig ist der Soundtrack. Normalerweise achte ich weniger auf die akustische Untermalung von Filmen, doch der Score ging hier richtig ins Ohr und sorgte stellenweise für Gänsehaut. Er passte wie die Faust aufs Auge und verstärkte den teils beklemmenden Grundton enorm.
Auch visuell überzeugt der Film: blasse Farben, viele dunkle Momente und dennoch eine glasklare Optik, die besonders in HD hervorragend zur Geltung kommt.
Technisch gewohnt perfekt, schauspielerisch stark besetzt und von der Story her hochinteressant sowie packend inszeniert: „Howling“ ist ein sehr guter Thriller, der knapp zwei Stunden an den Bildschirm fesselt und eine klare Empfehlung verdient. Gerade weil es in letzter Zeit – insbesondere bei deutschen Veröffentlichungen dieses Genres – eher rar geworden ist, freut man sich umso mehr über solche Perlen.
8/10
Fotocopyright: Splendid Film/WVG


