Kamasutra – Lust und Rache
Inhalt
Der König ist träge geworden und das Reich kurz vor dem Zerfall. Kurzerhand beraumt seine Familie ein großes Schachtunier an und versucht damit neues Geld in die Kassen zu spülen. Jeder Teilnehmer muss es dabei mit der exzellent spielenden Prinzessin aufnehmen, doch bei einem Herausforderer hat die Dame Pech. Sie verliert und muss sich auf die Reise zu seinem Reich machen und sich währenddessen auf die Vermählung vorbereiten…
Fazit
Die Werbetexte versprachen nicht weniger, als den erotischsten indischen Film aller Zeiten – was im Anbetracht des verheißungsvollen Titels durchaus zu erwarten gewesen wäre. Abgeliefert haben die Macher jedoch nur einen unausgegorenen Bollywood-Kitsch, der sich nie für eine Seite entscheiden konnte und viel Fragezeichen zurückgelassen hat.
Angefangen bei der seltsamen Erzählweise, bis hin zu fragwürdigen Bildern mit noch fragwürdigeren Figuren. Alles wirkte unfreiwillig komisch und leider auch irgendwie arg billig gemacht. Die Aufnahmen waren nur selten scharf, die Optik schien wie aus dem letzten Jahrhundert.
Die Grundgeschichte war irgendwo klar, doch ihre seltsame Erzählweise mit Fragen bestückt und nicht immer gut nachvollziehbar. Plötzlich gab es bizarre Tanzeinlagen und offenkundige Lücken in der Handlung – die nicht einmal durch im Ansatz erotische Szenen übertüncht werden konnten.
Abgesehen von ein paar blanken Brüsten ging es hier erschreckend unerotisch zur Sache. Normalerweise mag dies kein entscheidendes Kriterium sein, doch bei einem Film, der sich “Kamasutra” nennt, hätte es schon ein wenig heißer zur Sache gehen dürfen. Bestenfalls kleine Anspielungen aus der berühmten Vorlage waren zugegen.
Apropos Erotik. Während die meisten weiblichen Darsteller noch recht hübsch daher kamen, hat man bei deren männlichen Gegenübern das Ziel bei Weitem verfehlt. Hässliche, teils enorm untrainierte Figuren hampelten oder kämpften auf der Bildfläche umher – das Fremdschämen dabei nicht weit. Billige Kostüme, schreckliche Gesänge und offenkundige Spielzeugwaffen mal ausgenommen.
Billiges Theaterstück oder ernsthafter Spielfilm? Abgesehen von einer sich stets geheimnisvoll räkelnden Erzählerin in fragwürdigen Posen, hatte der Streifen nicht viel zu bieten. Selbst hartgesottene Bollywood-Fans dürften dem schrillen Treiben kaum etwas abgewinnen und sollten sich lieber erneut alten Klassikern des Genres zuwenden.
3/10
Fotocopyright: Busch Media Group


