American Guinea Pig: The Song of Solomon
Inhalt
Mary beginnt plötzlich mit fremden Stimmen zu sprechen und die Eltern kontaktieren daraufhin die Kirche. Diese entsendet Exorzisten zur Geisteraustreibung, doch scheinbar sind diese Experten diesem Dämon nicht gewachsen…
Fazit
Seit jeher steht die “Guinea Pig” für grausame Bilder, die sich nur an hartgesottene Gemüter richten. Bei “The Song of Solomon” habe ich dann trotz längerer Inhaltsangabe und vielversprechender Auflage auf stolzen 4 Discs irgendwie noch an eine Ausnahme geglaubt, doch bereits nach wenigen Minuten verdichtete sich der düstere Grundtenor – und auch dieser Titel ist eigentlich wie der Rest der verruchten Reihe.
Der Streifen wirkte trotz klarer (Handy-)Optik irgendwie billig produziert und kam nie sonderlich bedrohlich rüber. Schnell war hingegen klar, dass die vermeintlich an den “Exorzisten” angelehnte Handlung lediglich ein Rahmen für derbe Splatterinlagen war – bei denen sich zumindest deren Fans ordentlich die Hände reiben dürften.
Was der Story an Tiefgang, Brillanz oder Feinschliff fehlte, versuchten die blutigen Bilder auf ihre Weise zu kaschieren. Für eine “normale” 18er Freigabe (der Streifen ist frei verkäuflich, steht auch nicht unter der Ladentheke) ging es ordentlich zur Sache und das war schon ein wenig erstaunlich. Ich habe kaum normale Fotos für den Titel des Reviews finden können – selbst beim großen Versandriesen gab es nur derbe Screenshots.
Handwerklich waren die deftigen Momente immerhin hübsch gemacht. Statt großartiger und offensichtlicher Hilfe aus dem Computer, wurde noch auf echtes Handwerk gesetzt und die Freude entsprechend groß. Alles schaute – sofern man das sagen darf – nett und einigermaßen glaubwürdig aus – was den Ekelfaktor natürlich immens befeuerte.
Die Darsteller haben ihre Sache im gegebenen Rahmen so lala erledigt. Es fiel ihnen sicherlich hin und wieder schwer so richtig ernst am Ball zu bleiben und ihr Programm inmitten von Blutfontänen herunterzuspielen. Die deutsche Synchronisation war leider etwas monoton und stumpf, aber es gibt in diesem Bereich wesentlich schlimmeres. Immerhin sollte der O-Ton keine Hürde darstellen.
Fans der Reihe reiben sich die Hände, der Rest schaut entsetzt weg. Es ist schon erstaunlich, welche harte Kost man heute frei käuflich erwerben kann, aber mich als Verfechter ungeschnittener Filmkunst freut dies schon ein bisschen. Das Werk an sich konnte mich dann (inhaltlich) weniger überzeugen und eine ernste Empfehlung kann trotz günstiger 4k-Scheibe (das 4-Disc Set für 10 Euro) leider nicht aussprechen. Der mitgelieferte Soundtrack wird sicherlich noch einmal im Player landen, das Haupt-Feature an sich wohl erstmal nicht mehr. Punkte für die starken Maskenbildner, Schulterzucken für das Übrige.
4/10
Fotocopyright: mediacs


