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Schlagwort: Horror (Seite 1 von 32)

Imaginary

Inhalt

Mit dem Einzug in das Elternhaus beginnt für Jessica und ihre Familie ein neuer Lebensabschnitt. Während die Erwachsenen mit dem Einrichten beschäftigt sind, findet Tochter Alice im Keller einen alten Teddybären und gibt ihn fortan nicht mehr aus der Hand. Am Anfang belächelt Jessica die innige Bindung zu dem neuen Plüschtier, doch schon bald nimmt die neue Liebe seltsame Züge an…

Fazit

Ein nettes Coverbild und das Blumhouse-Logo ließen mich freudig auf diesen Film einstimmen, doch die Freude währte nur von kurzer Dauer. Zwar habe ich beim kurzen Überfliegen der Inhaltsangabe kein Innovationswunder erwartet, mich dennoch auf einen unterhaltsamen Grusel gefreut. War man zu Beginn auch noch frohes Mutes, kehrte mit fortscheitender Spielzeit die große Ernüchterung ein.

Die Leistungen der Darsteller gingen in Ordnung und auch die technische Seite gab sich keine größeren Blöße, doch letztlich konnte der eigentliche Inhalt und dessen brutal langsame Erzählweise nicht überzeugen. Man hat alles schon einmal irgendwo anders gesehen – und dies zumeist etwas packender, temporeicher oder zumindest ein bisschen blutiger.

Über weite Teile war „Imaginary“ einfach zu Handzahm, bot wenig Schreckmomente und plätscherte vor sich hin. Man hätte viel früher in die Offensive gehen, die Katze aus dem Sack lassen müssen und den Zuschauer nicht ewig mit einem unbeweglichen Teddybären auf die Folter spannen sollten. Dazu gaselten sich einige Shock-Momente, die weniger meist gar nicht aufzugehen vermochten und höchstens ein kleines Lächeln abgerungen haben.

Nichts gegen eine unterschwellige und sich langsam entfaltende Spannungskurve, doch hier zerrte das lahme „Vorspiel“ bereits nach wenigen Minuten gehörig an den Nerven und man wollte am liebsten vorspulen. Es passierte einfach zu wenig auf dem Schirm und selbst beim Finale (so viel sei verraten) wurde es nicht besser. Mit ein paar kleineren Story-Twists versucht man hier die schwachen Effekte zu kaschieren und den Zuschauer wieder auf Kurs zu bringen – mehr als ein müdes Lächeln gab es dafür aber nicht.

Die Filme unter dem „Blumhouse“-Label waren nicht immer die eindrucksvollsten Granaten, hielten aber eigentlich immer recht passabel bei Laune. Sicherlich war ich bei der Sichtung von „Imaginary“ etwas müde, doch selbst bei vollster Konzentration hätte mich das Geschehen zum Schlaf bewogen. Bis zur letzten Minute kam das Ding nicht in die Pötte und begeisterte schon gar nicht mit innovativen Ideen oder unfassbar gut funktionierenden Momenten. Für mich ein unterdurchschnittlicher Genrebeitrag, der leider keine uneingeschränkte Empfehlung verdient hat.

Fotocopyright: LEONINE

Angriff aus der Tiefe

Inhalt

Eine angehende Meeresbiologin heuert zur Vertiefung ihrer Praxiserfahrung auf einem Schiffskutter an und unterstützt die Crew nach allen Kräften. Als das Boot auf hoher See plötzlich stehen bleibt, gehen sie der Sache natürlich auf den Grund und müssen schon bald feststellen, wer oder was für den Stopp der Maschinen verantwortlich ist…

Fazit

Eher selten bin ich in den Mediatheken unterwegs, aber manchmal kann man dabei auch kleine Perlen finden. „Angriff aus der Tiefe“ klang zumindest beim ersten Überfliegen der Inhaltsangabe noch recht verlockend und begann durchaus solide, dümpelte dann aber irgendwann ziemlich uninteressant vor sich hin.

Am Anfang hat der Titel noch an Klassiker wie „Das Ding“ von Horrormeister Carpenter erinnert, doch mehr als eine diesbezüglich gut gemeinte Hommage ist es am Ende dann leider nicht geworden. Die Geschichte besaß durchaus kleinere Spannungsspitzen, war aber gesamt betrachtet eher etwas schleppend und zu wenig mitreißend erzählt worden.

Hoch rechne ich den Machern die durchaus realistische Herangehensweise an die Thematik an. Der Film geht die Dinge eher nüchtern und mit wenig Effekthascherei an – was ihn vielleicht auch hierdurch nicht ganz so kurzweilig wie manch Mitbewerber auftreten ließ. Das Ganze erinnerte eher an eine durchschnittliche Folge von Akte X, denn einen „lauteren“ Creature-Horror und so saß man am Ende ein wenig zwischen den Stühlen.

Die ruhige Erzählweise sorgte für eine nette Immersion, der langatmige Verlauf hingegen für schleppende Unterhaltung. Schade, denn die Darsteller wirkten wie aus dem Leben gegriffen und handelten weitestgehend nachvollziehbar, fügten sich prima in das authentisch angelegte Szenario ein.

Immerhin optisch hatte der Streifen Einiges auf dem Kasten. Das Setting auf hoher See kam mit hochwertigen Bildern und Kameraeinstellungen sehr hübsch rüber und die (kleinen) Effekte waren einwandfrei. Die Immersion war hierdurch schon sehr gut, die Atmosphäre stellenweise durchaus dicht.

„Angriff aus Tiefe“ hatte Potential, scheiterte dann aber vielleicht auch ein wenig an seinem Budget. Obwohl der Titel einen ansprechenden Look und schöne Effekte vorzuweisen hatte, wäre hier noch mehr drin gewesen und so hätte man sich besser an vermeintlichen Vorbildern angleichen können. So bleibt unterm Strich ein passables Fernsehevent für Zwischendurch – aber Nichts, was man jetzt unbedingt auf Scheibe in der Sammlung haben müsste.

Fotocopyright: 3sat

Doomsday – Tag der Rache

Inhalt

Eine schlimme Seuche hat die britische Regierung zu drastischen Maßnahmen greifen lassen. Die obere Hälfte des Landes wurde mit einer Mauer abgetrennt und die Einwohner ihrem tragischen Schicksal überlassen. Das Problem schien behoben, der Virus eingedämmt. Jahre später jedoch gibt es in der Hauptstadt erste Anzeichen für einen neuen Ausbruch und die Blicke gehen in den isolierten Norden. Laut Drohnenaufnahmen gibt es dort ein paar Überlebende – und möglicherweise auch ein Impfstoff zur Rettung der aktuellen Gefährdungslage…

Fazit

Schon bei seiner damaligen Veröffentlichung war „Doomsday“ ein echtes Brett und selbst nach einer realen Epidemie hat der Streifen nichts von seiner Faszination und interessanten Zukunftsvision eingebüßt.

Bereits ab der ersten Minute wird eine tolle Spannungskurve aufgebaut. Ein Gänsehaut-erregender Sprecher führt uns in die Ereignisse ein und ein paar wirklich gut gemachte Aufnahmen lassen uns problemlos im Geschehen versinken. Die Optik war dabei hochwertig und erinnerte eher an teure Blockbuster, den eine einstige Direct-to-Video-Produktion.

Der Film besaß ein außerordentlich gutes Pacing und ließ keine Langeweile aufkeimen. Zwar wurde es nach einen aufregenden Start wieder etwas ruhiger, doch hat man diese Passagen für ein stimmiges Storytelling und den Aufbau einer grandiosen Atmosphäre genutzt. Sicherlich mag das Setting insgesamt etwas übertrieben, teils annähernd trashig erscheinen – doch macht dies vielleicht auch gerade den größten Reiz an dieser Produktion aus.

Die Action ist richtig gut choreografiert und ließ kein Auge trocken. Hie ließ man ordentlich die Fetzen (oder Körperteile) fliegen und lieferte eine sehenswerte Stuntshow nach der nächsten. Scheinbar wurden viele Effekte noch mühevoll per Hand generiert – weshalb das Treiben so stimmig und noch immer nicht angestaubt daher kommt.

Die Darsteller haben ihre Sache im gegebenen Rahmen sehr gut gemacht und gaben keinen Grund zur Klage. Vor allem die bezaubernde Rhona Mitra hat sich als „Heldin“ prima geschlagen und sah sich teils herrlich verrückten Bösewichtern gegenüber. Der kleine Gastauftritt von Bob Hoskins war ebenfalls ein Lichtblick und machte Laune.

„Doomsday“ gelang der Spagat aus halbwegs glaubhaften Endzeitszenario, einem Hauch von Trash, cooler Action und durchgängiger Unterhaltung auf hohem Niveau. Der Titel macht von Anfang bis Ende riesigen Spaß und sei allen Fans von „Mad Max“, „Der Klapperschlange“ und Konsorten wärmstens an Herz gelegt. Achtet allerdings darauf, dass Ihr idealerweise direkt zur ungeschnittenen Fassung greift. Die „normale“ deutsche FSK18 Blu-Ray ist nämlich in einigen Szenen spürbar entschärft worden – und schließlich ist der Splatter-Faktor ein essentieller Bestandteil dieses kurzweiligen Endzeit-Events.

Fotocopyright: Concorde Video

Baghead

Inhalt

Völlig überraschend erbt die junge Iris eine Kneipe mitten in Berlin. Schon lange hatte sie keinen Kontakt zum verstorbenen Vater, aber rasch verlässt sie England um das Geschenk zu begutachten. Mit der Unterzeichnung beim Notar ahnt sie noch nicht, dass sie weitaus mehr als nur das Gebäude erhalten sollte…

Fazit

Mit der Beurteilung von „Baghead“ tue ich mir etwas schwer. Der Film begann wirklich gut, bot eine tolle Inszenierung und eine spannende Handlung – verschenkte aber auf den letzten Metern enorm an Potential.

Bereits nach wenigen Minuten hatte das Geschehen voll am Haken. Die ungewöhnliche Geschichte stach schnell aus der breiten Maße heraus und der Spannungsbogen stieg rapide an. Man wurde vollkommen ins Geschehen eingesaugt, stellte im Kopf eigene Theorien auf und hatte wirklich Spaß am undurchsichtigen Treiben.

Leider schwächelte der Titel auf der Zielgeraden. Im letzten Drittel hing die interessante Handlung durch, brachte ein paar weniger gelungene Aspekte und Wendungen ein – machte den bis dato so packenden Verlauf ein wenig madig. Plötzlich verflog die gewisse Magie und das Teil ging einfach zu bodenständig und vorherschaubar zu Ende.

Die überschaubare Anzahl an Darstellern hat ihre Sache gut und ohne nennenswerte Makel gemacht. Sie waren allesamt sehr symphytisch und verkörperten ihre Rollen soweit glaubwürdig. Richtig stark war jedoch die technische Seite, die mit glasklaren Hochglanzbildern und einem gänsehauterregenden Sound auftrumpfen konnte.

„Baghead“ begann klasse und endete im Mittelmaß. Grundidee, Technik und Darsteller verdienen großes Lob, der eher lauwarme Ausklang eher enttäuschte Blicke. Unterm Strich ein solider Thrill, der weitaus besser hätte performen und zu einem echten Geheimtipp hätte avancieren können.

Fotocopyright: STUDIOCANAL

Halloween Park

Inhalt

Eine Gruppe junger Menschen gewinnt eine exklusive Nacht in einem Freizeitpark und ist schon völlig aufgedreht. Als wäre deren gemeinsame Konstellation allerdings nicht schon Zufall genug, leitet sogar eine alte Schulfreundin den Laden und freut immens sich auf das lang erhoffte Wiedersehen…

Fazit

Schon die kurze Inhaltsangabe lässt erahnen, wie der Hase läuft und leider haben die Autoren dem recht vorherschaubaren Treiben dann auch relativ wenig entgegenzusetzen gehabt. Kurz gesagt ist „Halloween Park“ ein weiterer durchschnittlicher Genrebeitrag, aber immerhin punktet er mit hochwertiger Inszenierung und unverbrauchten Darstellern.

Die deutsche Synchronisation hätte besser ausfallen können, doch technisch gab man sich ansonsten keine Patzer zu verzeichnen. Die überwiegend dunklen Bilder wurden erstklassig in Szene gesetzt und der Streifen wirkte wie eine recht kostspielige Produktion aus Hollywood.

Die – für unsere Verhältnisse – eher unbekannten Akteure haben ihre Sache sehr fein erledigt, überzeugten in erster Linie mit ihrer natürlichen und glaubhaften Art. Sie waren nicht allzu überzeichnet dargestellt, gaben halbwegs solide Identifikationsmöglichkeiten mit ihren Figuren – sofern man dies aufgrund der Filmart und der kompakten Laufzeit überhaupt vermelden konnte.

Auch wenn es in Sachen Storytelling nichts weltbewegend Neues aus dem Norden gab, hat man die bewährten Elemente immerhin unterhaltsam aufbereitet. Es gab – nicht zuletzt wegen der bereits erwähnten kurzen Spieldauer von knapp 80 Minuten – keine Leerläufe und das Tempo war stets angenehm hoch. Sicherlich benötigte man zu Beginn ein paar Minuten zur Einführung der Charaktere, kurz nach Ankunft im Park ging es jedoch ganz ordentlich ab und Kurzweil wurde groß geschrieben.

„Slasher“-Filme gibt es wie Sand am Meer und leider haben die Schweden abseits eines ausgefallenen Szenarios wenig an neuen Impulsen einzubringen. Zwar hat die technische Seite und die symphytischen Darsteller echt gut gefallen, der Rest entsprach aber eher den üblichen Genrestandards und ließ uns bereits nach kurzer Zeit die vermeintliche Auflösung zielstrebig erahnen. Für seinen durchaus vorhandenen Unterhaltungswert gibt es für Liebhaber solcher Titel trotzdem eine kleine Empfehlung – denn mit den passenden Erwartungen ist „Halloween Park“ ganz ordentlich.

Fotocopyright: Splendid Film/WVG

Dämonisch

Inhalt

Ein Mann kreuzt beim FBI auf und möchte eine Aussage machen. Er behauptet, dass sein Bruder ein gesuchter Serienkiller sei und er den Beamten alle Details zu Tathergängen und Motiven machen könne. Noch ist der abgestellte Agent kritisch, doch er hört sich die unglaubliche Geschichte des Unbekannten an…

Fazit

Schon länger habe ich nicht mehr geschrieben, wie sehr ich effiziente Filme schätze und schon zu seinem damaligen Release zählt „Dämonisch“ für mich zweifelsohne dazu. Der Streifen kam mit wenigen Darstellern, überschaubaren Schauspielern und Effekten aus – generierte dabei aber eine unglaublich gute Immersion und blieb spannend bis zum bitteren Ende.

Die Geschichte mag man im ersten Zuge vielleicht als ein wenig belanglos bzw. mehr oder weniger selbsterklärend abtun. Man hielt das Familienoberhaupt einfach für einen Spinner und fand zunächst die passende Lösung für dessen Verhaltensweisen. Erst im Laufe der weiteren Spielzeit öffnet sich jedoch eine weitere Ebene und die Handlung nimmt tiefgreifendere und nicht minder packende Züge an.

Die Autoren haben geschafft, dass das Geschehen bis zur aller letzten Minuten hochgradig interessant blieb und selbst auf den aller letzten Zügen noch ein paar krasse Wendungen zum Besten gegeben werden. Durch seine Unvorhersehbarkeit und der ungemütlichen Grundstimmung blieb man vorm Bildschirm kleben, harrte der Dinge und wurde trotz einfacher Mittel immer wieder schaurig überrascht.

Einen ganz großen Teil zum Gelingen trugen natürlich die Schauspieler bei, von denen grade die ganz jungen richtig gute Arbeit geliefert haben – und wohl mitunter auch für die hohe Freigabe verantwortlich sind. Grade wegen ihres Alters wirken einige Szenen so unbequem, gar mitunter schockierend und deshalb verfehlt der Grusel seine Wirkung nicht. Obwohl die Kamera in letzter Sekunde abdreht, gehen die Eindrücke unter die Haut.

„Dämonisch“ ist ein schöner Ausnahmetitel, der uns eindrucksvoll und hochgradig unterhaltsam in seine gestörte Welt hineinversetzt und bis zum Ende nicht mehr von Haken ließ. Die ungewöhnliche Story, der geschmeidige Erzählfluss und die grandiosen Darsteller sorgen für eine echte Empfehlung meinerseits. Ein ungewöhnlicher und sehr guter Film mit wirklich neuen Impulsen.

Fotocopyright: PLAION PICTURES

The Crow – Die Rache der Krähe

Inhalt

Ein Mann und sein Sohn werden Zeuge eines Mordes und landen daraufhin wortwörtlich selbst bei den Fischen. Eine Krähe jedoch verhilft dem toten Vater zur Reinkarnation und gibt ihm die Möglichkeit, sich an den Peinigern zu rächen. Er durchstreift die verruchten Straßen der heruntergekommenen Stadt der Engel und sucht einen Täter nach dem Anderen auf…

Fazit

Der erste Teil von „The Crow“ ist definitiv Kult und aus Sicht der Studios waren günstige (Videotheken-)Ableger anscheinend sehr rentabel. Bis dato gab es drei Fortsetzung – von denen mir der Zweite noch immer am Besten gefallen hat.

Qualitativ waren in allen Bereiche gewisse Abstriche zu verzeichnen, die jedoch halbwegs gut durch die insgesamt sehr düstere Grundstimmung und die schrägen Charaktere ausgeglichen werden konnten. So wirkt das gesamte Geschehen nicht mehr so hochwertig und aufwendig inszeniert, behielt aber in schlichterer Form eine interessante Optik, einen treibenden Soundtrack und das Recyling kaputter Bösewichte bei.

Auch wenn die Ausgangslage minimal anders erschien, verlief die Handlung (wie erwartet) auf bekannten Pfaden und erfand das Rad nicht neu. Obwohl die Ähnlichkeit zum Original extrem groß erschien, hat sich das Gesehen aber zum Glück noch nie wie ein dumpfes Remake angefühlt und der Unterhaltungswert war jederzeit absolut gegeben. Man gab uns mehr vom Gewünschten – zu einer Zeit, wo man noch nicht übersättigt von der Thematik war.

Die Optik hat gefallen, die Darsteller waren in Ordnung, die Inszenierung gefällig und die tolle Grundidee noch nicht abgenutzt. „City of Angels“ kam zwar nie an das imposante Original heran, lieferte uns aber grundsolide Kost in gleichem Fahrwasser. Damals war ich sogar recht begeistert, mittlerweile ists einfach nur einem „noch immer recht guten Eindruck“ gewichen. Eine Empfehlung für Fans des Franchise ist trotzdem auf jeden Fall drin.

Fotocopyright: STUDIOCANAL

Wicker Man – Ritual des Bösen

Inhalt

Nach einem traumatischen Ereignis braucht Police Officer Edward Malus erst einmal eine Auszeit und da kommt ihm die Bitte einer alten Liebe gerade recht. Er soll zu ihr auf eine kleine, abgeschiedene Insel reisen und bei der Suche nach ihrer verschollenen Tochter behilflich sein. Ergriffen lässt sich dies unser Gesetzeshüter nicht zweimal sagen und das Abenteuer beginnt…

Fazit

Das Original kannte ich immer nur vom Namen und sah mangels Interesse immer von einer Sichtung ab. Da die 2006er Neuauflage immerhin mit Nicolas Cage aufwarten konnte, griff ich damals in der Videothek und später auch mal günstig auf dem Flohmarkt zu. Gestern habe ich mir den Titel nach etlichen Jahren erneut zu Gemüte geführt und leider fällt das Urteil trotz gefälligem Hauptdarsteller weiterhin mäßig aus.

Cage machte seine Sache grundsätzlich gut und war für mich auch der größte Antrieb, um das eher langweilige Geschehen bis zum bitteren (und irgendwie wenig ansprechenden) Finale zu verfolgen. Die Geschichte war zumindest zu Beginn noch recht ansprechend und angenehm mystisch, wurde aber bereits kurz nach Erreichen unserer Hauptfigur im kleinen Dörfchen leider ziemlich träge und von Minute zu Minute weniger fesselnd.

Über weite Teile plätscherte das Geschehen vor sich hin und selbst der fortwährend auf bedrohlich getrimmte Grundton schafft es nicht den Spannungsbogen gegenüber den geneigten Zuschauer aufrecht zu erhalten. Irgendwann drehte sich das Werk immer wieder im Kreise, sparte nicht an Wiederholungen oder zu langen Ausführungen eigentlich eher kleinerer Passagen. Man hätte viele Dinge wesentlich kompakter und somit effizienter gestalten, die allgemeine Kurzweil spürbar erhöhen können.

Es klingt blöd, aber der Inhalt der Geschichte gab wenig her. Recht früh konnte man abschätzen, wie der Hase läuft und wie sich die Dinge wohl zuspitzen werden – es gab keine völlig neuen Ideen oder unerwartete Abzweigungen. Selbst der wenig befriedigende Abschluss zeichnete sich zeitig ab und gab uns am Ende (abgesehen von Kopfschütteln über den dumpfen Abgang) nichts, was uns nicht schon vorher in den Sinn gekommen wäre.

„Wicker Man“ hätte ein passabler Genre-Vertreter werden können, doch ein guter Hauptdarsteller und eine wirklich solide Inszenierung kamen einfach nicht gegen eine schleppende und mitunter stellenweise auch uninteressante Erzählstruktur an. Der Film fühlte sich in weiten Teilen arg belanglos an, lieferte keinerlei erinnerungswürdigen Momente und verdient hierdurch keine klare Empfehlung meinerseits. Im Grunde ein typisches Werk aus der „Maße, statt Klasse“-Wirkungszeit von Cage, wo er aus finanziellen Gründen wohl tatsächlich noch jede Rolle annehmen musste.

Fotocopyright: Warner

Malice

Inhalt

Ein neuer Arzt kommt in die Stadt und findet Unterschlupf bei einem alten Schulfreund und dessen Lebensgefährtin. Schnell jedoch keimt Frust über das ausschweifende Leben des neuen Mieters auf und als die Gastgeberin wegen Unterleibsschmerzen selbst auf seinem Operationstisch landet, steht alles auf einem Scheideweg…

Fazit

Schon lange bekannt, doch erst am vergangenen Wochenende zum ersten Mal gesichtet. Das Cover von „Malice“ hatte ich bereits seit Tagen der Videotheken auf dem Schirm, doch trotz prominenter Beteiligung verspürte ich nicht den Drang zum Anschauen. Nun gabs das Teil bei Prime und mangels Alternativen wurde dann endlich mal reingeschaut.

Die Rahmenhandlung erfand das berühmte Rad sicherlich nicht neu, ging aber soweit in Ordnung. Ein paar durchaus bekannte oder zumindest recht einfach ableitbare Elemente trübten nicht den Erzählfluss, leicht unausgegorene Ansätze hingegen schon. So rückt die eigentliche Prämisse mit Serienkiller (witzigerweise wie in meiner Inhaltsangabe) in den Hintergrund und die komplizierten Geflechte unserer Hauptpersonen standen präsenter im Vordergrund.

Über weite Teile war der Streifen kein reiner Horror, eher ein Psychothriller, dessen Spannungsbogen sich langsam entfaltete und mit soliden Kammerspieleinlagen gestärkt wurde. Viele Dinge liefen auf psychischer Ebene ab, weniger mit eindeutigen Bildern – was technisch eine überlegte Entscheidung war und auch heute noch eindringlich funktioniert.

Während die Geschichte also etwas seltsam gestrickt wirkte, machten die Darsteller indes eine gute Figur. Kidman, Pullman und Baldwin harmonierten anschaulich miteinander und gaben keinen Grund zur Klage. Sie haben ihren Rollen ordentlich Kontur und passende Doppelböden. Ihre Dialoge waren geschmeidig geschrieben und problemlos konnte man sich in sie hineinversetzen.

„Malice“ mag wohl erst spät meine Aufmerksamkeit erhaschen können, ist deswegen aber kein schlechter Film. Das Thriller-Konzept funktioniert auch heutzutage noch ziemlich gut und einige Wendungen konnten tatsächlich für verhaltene Begeisterung sorgen. Unterm Strich also ein äußerst solider Genrebeitrag, bei dem Fans der Materie wenig falsch machen.

Fotocopyright: MGM

Saw X

Inhalt

Jigsaw ist schwer an Krebs erkrankt und greift in seiner Not nach jedem Strohhalm. Eine dubioser Arzt aus Mexiko verspricht die Heilung, doch hat nicht mit der Rache seines geprellten Patienten gerechnet…

Fazit

Wo „Saw“ draufsteht, da ist auch normalerweise viel „Saw“ drin, doch bei Teil „X“ liegen die Karten ein wenig anders. Die Macher beschäftigten sich hier mit der Vorgeschichte zur Figur des „Jigsaw“ und stolperten hierbei über die Prämisse eine richtige Handlung erzählen zu wollen.

„Saw X“ kommt erst spät in die Gänge und vermag selbst dann nicht recht zu zünden. Ein paar schmerzvolle Situationen mögen zwar gewohnt deftig umgesetzt, aber im Vergleich zu den Vorgängern nicht gänzlich originell erdacht worden zu sein. Es fehlt der gewisse Kick, einfach das gewisse Etwas, welche frühere Titel der Reihe diesbezüglich erst sehenswert machten.

Wie bereits erwähnt plätschert „X“ ein wenig vor sich hin. Obwohl die Geschichte nicht grundsätzlich uninteressant erschien und sich um Motive seiner bekannten Hauptfigur bemüht, zieht sich das Geschehen wie Kaugummi. Es wirkt, als sei man Abseits von blutigen Aufnahmen einfach nicht in der Lage einen halbwegs rund erzählten Strang hinzubekommen und ein Spannungsbogen war nur im Ansatz zu erkennen.

Der Look entsprach größtenteils den direkten Vorgängern und ging soweit in Ordnung. Die Effekte waren erneut recht hübsch und besaßen gewohnten Ekel-Faktor, auch wenn deren Ideen nicht mehr ganz so taufrisch erschienen. Tobin Bell hat seinen Job natürlich wieder äußerst solide und mit der nötigen Hingabe erledigt, der Rest vom Cast rangierte von zufriedenstellend bis sichtlich bemüht.

„Saw“ ist für mich immer ein Auf und Ab der Gefühle. Die Reihe mag einen Unterhaltungswert besitzen, hatte aber filmisch und erzählerische immer ihre Höhen und Tiefen. Der aktuelle Aufguss gehört für mich jedenfalls zu den schwächeren Auskoppelungen, auch wenn sein Plot auf den ersten Blick eigentlich gar nicht mal so übel war und endlich wieder die Figur „Jigsaw“ ordentlich in den Vordergrund rückte. „X“ besaß zu wenig von der liebgewonnen Atmosphäre seiner Vorgänger und zerredete einfach zu viel. Zwar gab es gen Ende ein paar schöne Akzente, doch am eher durchschnittlichen Eindruck rettet dies leider nicht viel. Einmal schauen und vergessen, letztlich deutlich schwächer als die letzten Teile der blutigen Kultreihe.

Fotocopyright: STUDIOCANAL

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