Filmbesprechungen

Resident Evil (Film, 2002)

Inhalt

Ein Notruf führt eine Truppe von Soldaten zu einem unterirdischen Labor des weltumspannenden Umbrella-Konzerns. Scheinbar fand hier ein Einbruch statt und unglücklicherweise wurde dabei ein verehrender Virus freigesetzt…

Fazit

Es ist schon witzig, aber ähnlich wie beim zuletzt besprochenen “Evolution” von Ian Reitman besteht auch zum ersten “Resident Evil” ein gespaltenes Verhältnis meinerseits. Auch dieser Titel enttäuschte bei seiner ersten Sichtung enorm und ist auch über die Jahre kein richtig guter Film geworden – trotzdem habe ich ihn mittlerweile schon unzählige Male gesehen, kann sogar einige Dialoge im Schlaf mitsprechen.

Das erste Spiel war seinerzeit ein echter Knaller und wanderte direkt ab dem ersten Tag in meine (damals noch recht überschaubare) Playstation-Sammlung. Bereits nach wenigen Sekunden war ich vom düsteren Szenario gepackt und bereits nach kurzer Zeit wurde eine filmische Adaption herbeigesehnt. Statt einer Umsetzung von Meister Romero gab es dann dieses Werk aus dem Hause Eichinger/Constantin und meine Gesichtszüge waren bei der damaligen Erstsichtung alles andere als begeistert.

Das Werk stützt sich mehr oder weniger lose auf den ersten Teil des Videospiels und traf bei seiner Umsetzung immer wieder fragwürdige Designentscheidungen. Es gab nicht nur andere Figuren, sondern auch so verfremdete Kulissen – die kaum noch an die Vorlage erinnerten und so ein unbeschwertes Abtauchen deutlich erschwerten. Alles fühlte sich ungewohnt, anders und trotz der Verwendung von Zombies (und eines Monsterchens) kaum nach “Resident Evil” an.

Der Erzählfluss war okay, aber nie so richtig packend oder übermäßig kurzweilig. Erklärende Dialoge (für die Spiel-Unkundigen) waren teilweise zu lang, die zum Ausgleich gezeigten Actionszenen dagegen teilweise unausgegoren. Einige Ballereien waren ganz nett inszeniert, andere wirkten schon fast wie ein Laientheater, woran manch peinliche Dialoge und Momente voller Pathos nur unliebsam beitrugen.

Etwas angestaubt sind die Computereffekte, obwohl einige dennoch ganz passabel ausschauten. Auch sie zerren mittlerweile aber etwas stärker an der Immersion – und so hätte man im Nachhinein betrachtet zumindest bei den Schießereien besser auf komplette Handarbeit, statt auf mäßig ausschauendes CGI-Blut gesetzt. Allgemein hätte der Härtegrad etwas höher ausfallen, die Altersfreigabe gerne höher angesiedelt werden.

Eine Variante von Romero werden wir leider nicht mehr erleben, dürfen uns aber trotzdem noch auf weitere Fortsetzungen bzw. Reboots des Franchise freuen. “Welcome to Raccoon City” ging für meinen Geschmack schon in die richtigere Richtung (mittlerweile mag ich diesen Film sehr!) und von daher ist nicht alles verloren. Dieses Werk von 2002 machte halt sein eigenes Ding und der Erfolg gab den Machern letztlich recht – Erwartungen von Fans hin oder her. Dieser “Resident Evil” ist auf jeden Fall anschaubar, obgleich er den immensen Erwartungen durch die grandiose Vorlage nie gerecht werden konnte.

6,5/10

Fotocopyright: Constantin Film (Universal Pictures)

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