Der letzte Patriarch (TV-Zweiteiler)
Inhalt
Aus gesundheitlichen Gründen übergibt der renommierte Schokoladenfabrikant Konrad Hansen sein Imperium an den Nachwuchs. Er kann es sich jedoch nicht nehmen lassen, an einem letzten Besuch in China zwecks Neueröffnung einer neuen Fabrik teilzunehmen. Dort angekommen wird er zunächst mit einer alten Liebschaft und dann auch noch unschöner Produktpiraterie konfrontiert…
Fazit
Normalerweise stehen solche Fernsehfilme ja weniger in meinem Fokus, aber aufgrund des kürzlichen Todes von Mario Adorf wollte ich noch ein paar seiner Klassiker nachholen und wurde zuletzt in der Mediathek von 3sat fündig.
Keine Rolle wurde so gut auf seinen Hauptdarsteller zugeschnitten, wie die von Konrad Hansen. Ohne sich tiefergehend mit der Biografie von Adorf zu beschäftigen, liegen einige denkbare Parallelen sichtlich auf der Hand und so sorgte manche Szene für leichte Gänsehaut. Mit enormen Charisma spielt er den knallharten Geschäftsmann, der in seinem Leben nie etwas anbrennen ließ. Mit Gänsehaut saß man stellenweise vor dem Schirm, konnte sich seine dargebotene Art bildlich vorstellen.
Obwohl schon ein paar Jahre auf dem Buckel, hat die Geschichte nichts von ihrer Brisanz verloren. Sowohl das Thema rund um die Übergabe einer Firma, als auch die Thematik mit der Produktpiraterie ist nicht vom Tisch. Sicherlich wurde hier alles weniger tiefgründig und komplex abgehandelt, aber es musste ein guter Kompromiss aus Tiefgang und kurzweiliger Unterhaltung gefunden werden – was den Machern in dieser Form auf jeden Fall gelang.
Kritik gab es höchstens an dem zu sehr auf “happy End” getrimmten Finale (keine Spoiler!), welches die zuvor gezeigten Ereignisse leicht verwässerte. Hier wollte man das Publikum nach einigen mehr oder weniger aufregenden Passagen locker in den wohl verdienten Schlaf entlassen und um jeden Preis für einen versöhnlichen Ausgang sorgen – was doch ein bisschen Schade war und Dramaturgie entnahm.
Adorf war gewohnt klasse, der Rest eben hart auf seichte TV-Unterhaltung zugeschnitten und leicht oberflächlich gemacht. Dennoch hielt dieser Zweiteiler überraschend gut bei Laune und hielt sogar durchwegs einen angenehmen Spannungsbogen aufrecht. Wer sich mit solcher Kost abfinden kann, darf also gerne mal einen kleinen Blick riskieren – so ganz unrealistisch war das meiste hier gebotene wahrlich nicht.
7/10
Fotocopyright: Pidax Film- und Hörspielverlag


