Filmbesprechungen

Chocolate: Süss und Tödlich

Aufgrund aktueller Sichtung wurde dieses Review aus dem Archiv übernommen und hier sauber formatiert. Möglichweise wurden einige Passagen überarbeitet und die Wertung nach aktuellen Maßstäben noch einmal korrigiert.

Inhalt

Ein Mitglied der thailändischen Mafia verliebt sich in einen Anführer der japanischen Yakuza. Ärger ist damit vorprogrammiert, und dunkle Wolken ziehen auf. Um das Leben ihres gemeinsamen Kindes nicht zu gefährden, trennen sich schließlich ihre Wege.

Die kleine Tochter der beiden, wächst bei ihrer Mutter auf – führt jedoch kein normales Leben. Sie ist autistisch veranlagt und grenzt sich stark von anderen ab. Stattdessen verbringt sie viel Zeit damit, sich selbst Kampfsporttechniken anzueignen, und entwickelt sich zu einer wahren Elitekämpferin.

Eines Tages erkrankt ihre Mutter an Krebs, doch das Geld für die teure Behandlung fehlt. Eine alte Mafialiste scheint die Lösung zu sein: Darauf sind all jene verzeichnet, die der Mutter aus früheren Zeiten noch Geld schulden. Die Kleine beginnt daraufhin, das Geld auf rabiate Weise einzutreiben. Durch ihr Vorgehen werden jedoch auch verschiedene Mafiaorganisationen auf sie aufmerksam…

Fazit

Die Handschrift des Ong-Bak-Machers ist hier nicht zu übersehen. Chocolate setzt – wie seine „Vorgänger“ – stark auf Action und nutzt die Handlung eher als passenden Rahmen. Allerdings gefällt mir dieses Werk deutlich besser, da es endlich wie ein richtiger Spielfilm wirkt und nicht wie ein reines Stuntman-Bewerbungsvideo.

Das mag vielleicht etwas hart klingen, aber Filme wie Born to Fight und ähnliche Vertreter wirkten auf mich genau so. Es mag Fans dieser Machart geben, doch ich empfand diese Streifen oft als ermüdend. Es gibt mir einfach nicht viel, denselben Stunt aus 20 Perspektiven zu sehen. Umso erfreulicher ist es, dass hier ein rundes Gesamtwerk ohne diese störenden Elemente abgeliefert wurde.

Chocolate ist, wie gesagt, anders. Die Optik überzeugt, und der stimmige Soundtrack passt gut zum Geschehen. Man findet schnell in die Handlung hinein und wird durchgehend gut unterhalten. Zwar bleibt die Spannung aufgrund der recht vorhersehbaren Story begrenzt, dennoch ist der Filmverlauf insgesamt kurzweilig.

Die weibliche Hauptfigur ist sympathisch und macht ihre Sache überzeugend. Auch die Nebenfiguren fügen sich gut ins Gesamtbild ein, ohne negativ aufzufallen.

Das Hauptaugenmerk liegt natürlich auf der Action – und die hat es in sich. Hier wurde nicht gespart, und dank der verbesserten Inszenierung wird man nicht enttäuscht. Die Kämpfe sind dynamisch, gut choreografiert und fügen sich nahtlos in den Film ein – ein klarer Pluspunkt.

Nicht alle Kampffilme aus Thailand sind eintönig. Chocolate ist zwar kein Meisterwerk, überzeugt aber durch schnörkellose Technik und solide Inszenierung. Der Regisseur hat dazugelernt und liefert einen rundum sehenswerten Actionfilm ab. Wer das Genre mag, sollte definitiv einen Blick wagen. Fans der Vorgänger werden hier ebenfalls auf ihre Kosten kommen.

Für Genre-Fans empfehlenswert – und diesen dürfte der Film sogar richtig gut gefallen.

6,5/10

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