Filmbesprechungen

Ready Player One

Aufgrund aktueller Sichtung wurde dieses Review aus dem Archiv übernommen und hier sauber formatiert. Möglichweise wurden einige Passagen überarbeitet und die Wertung nach aktuellen Maßstäben noch einmal korrigiert.

Inhalt

Die „verlorene Generation“ hat das Leben in der realen Welt fast vollständig aus den Augen verloren und verbringt den Großteil ihrer Zeit in der virtuellen Welt namens „OASIS“. Dort können sie alles tun, was ihnen in der Realität verwehrt bleibt – sei es als Superheld auf fremden Planeten zu kämpfen oder einfach dem Alltag zu entfliehen.

Als der Schöpfer dieses bahnbrechenden Systems stirbt, hinterlässt er in seinem Werk drei geheimnisvolle Schlüssel. Wer sie findet, erhält die Kontrolle über die OASIS – sowie ein gewaltiges finanzielles Erbe.

Es ist also nur logisch, dass sich sowohl Hobbyspieler als auch mächtige Unternehmen auf die Suche begeben…

Kritik

Das vielerorts hochgelobte Buch habe ich leider nicht gelesen, und nach den ersten Trailern war ich eher skeptisch. Auf den ersten Blick wirkte Ready Player One wie ein Effektfeuerwerk voller CGI, das sich stark auf Popkultur-Referenzen stützt und dabei möglicherweise wenig Eigenständigkeit bietet.

Doch bereits nach wenigen Minuten waren diese Bedenken verflogen, und ich hatte überraschend viel Spaß mit dem Film.

Die Handlung ist im Grunde solide, aber nichts wirklich Besonderes. Sie folgt bekannten Mustern und bietet kaum echte Überraschungen. Was bei anderen Filmen schnell zum Kritikpunkt wird, rückt hier jedoch in den Hintergrund. Ready Player One lebt von seinen unzähligen Referenzen aus Film- und Videospielkultur – und nutzt diese mit enorm viel Charme.

Visuell gibt es unglaublich viel zu entdecken. Bei einer ersten Sichtung kann man unmöglich alle Details erfassen. Zahlreiche bekannte Figuren und Anspielungen – etwa aus Batman, King Kong, Tron, Akira, Teenage Mutant Ninja Turtles, Street Fighter oder Mortal Kombat – sorgen für ein regelrechtes Fest für Fans.

Auch akustisch wird einiges geboten: Kultige Songs wechseln sich mit Variationen bekannter Filmsoundtracks ab und tragen maßgeblich zur Atmosphäre bei. Dieses Zusammenspiel aus Bild und Ton funktioniert hervorragend und macht den Film zu einem echten Erlebnis. Die eher einfache Handlung tritt dabei schnell in den Hintergrund, während man sich an den vielen Cameos und Eindrücken erfreut.

Die Darsteller überzeugen durchweg. Besonders hervorheben möchte ich Ben Mendelsohn, der – ähnlich wie in Rogue One – einen großartigen Bösewicht verkörpert. Seine Präsenz sorgt stets für Spannung und Unterhaltung. Aber auch die jüngeren Darsteller machen ihre Sache gut und harmonieren miteinander. Der Verzicht auf große Star-Namen erweist sich dabei als kluge Entscheidung.

Technisch ist der Film erwartungsgemäß auf höchstem Niveau. Die reale Welt wirkt glaubhaft und angenehm trostlos, während die OASIS bunt, überdreht und visuell beeindruckend daherkommt. Dieser Kontrast funktioniert hervorragend. Entgegen anfänglicher Skepsis gewöhnt man sich schnell an die CGI-Figuren und taucht problemlos in die virtuelle Welt ein.

Bei meiner abschließenden Bewertung spricht wohl eher der Cineast als der nüchterne Kritiker aus mir. Objektiv betrachtet ist Ready Player One ein solider Film – doch seine Liebe zur Popkultur hebt ihn deutlich hervor. Die Vielzahl an Referenzen wirkt nie erzwungen, sondern ist mit spürbarer Leidenschaft umgesetzt.

Zitate, Figuren und Details greifen perfekt ineinander und zeigen, dass hier echte Fans am Werk waren. Jeder Film- und Gaming-Enthusiast sollte dem Werk eine Chance geben – nicht nur wegen Spielberg, sondern wegen des einzigartigen Gesamtpakets.

8,5/10

Fotocopyright: Warner Bros (Plaion Pictures)

Betreiber von hard-boiled-movies.de

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert