Inhalt

Nach einem mehrjährigen Gefängnisaufenthalt kommt Palmer bei seiner Großmutter in der alten Heimat unter und versucht ein anständiges Leben zu führen. Er bekommt einen Job als Hausmeister und hilft bei der Betreuung des Nachbarkindes. Als seine Oma jedoch verstirbt, ist Palmer auf sich gestellt und nimmt das Kind komplett unter seine Fittiche…

Fazit

In meinen Augen hat sich Justin Timberlake schon längst als hervorragender Schauspieler etabliert und Filme wie diese unterstreichen seinen guten Ruf immens. „Palmer“ ist ein Werk mit viel Herz und fesselt auf seine ganz eigene Weise bis zum aufwühlenden Finale.

Der junge Filmpartner raubt dem großen Star dabei fest die Schau – denn so locker und unbeschwert wie dieser hier agiert, ist sagenhaft. Der Kleine hat seinen eigenen Kopf und trägt seine ihm auferlegten Kostüme mit unvergleichbarer Würde. In Kombination mit Timberlake ergaben sich Dialoge, die an Tiefgründigkeit und feinem Humor kaum zu übertreffen waren.

Die Geschichte war authentisch und absolut wie aus dem Leben gegriffen. Gerade die Entwicklung unserer Hauptfigur wurde nachvollziehbar und verständlich präsentiert und ließ keine Fragen offen. Die Beziehung zu seinem Pflegekind wurde so behutsam wie glaubwürdig konstruiert, dass seine Wandlung nun wirklich nicht unrealistisch ausfiel.

Obwohl es überwiegend ruhig zur Sache ging, blieb man durchwegs interessiert am Ball und wollte der Handlung fortwährend folgen. Das Geschehen baute seinen eigenen Charme auf und lud zum Anfreunden mit seinen Charakteren ein – was der Dramatik, besonders zum Ende hin, deutliche Intensität bescherte. Man spürte die Ohnmacht von Palmer gegenüber dem System und war innerlich ebenfalls im Zwiespalt.

Man sollte „Palmer“ allerdings nicht für einen simplen Familienfilm halten, denn immerhin hat er bei den Amerikanern eine „R“-Freigabe (ab 17 Jahren) bekommen. Die Sprache ist oft ungeschliffen und man nimmt kein Blatt vor den Mund. Dialoge wirken somit weitaus realistischer und alles fühlt sich nicht so sehr auf „heile Welt“ gebürstet an. Auch wird das Thema Mobbing weitaus direkter als bei der Konkurrenz angegangen. Es wird nicht stundenlang herumgeredet, sondern offene Worte – auch gegenüber Erwachsenen – ausgesprochen und manch Wutausbruch war da durchaus verständlich.

Mit „Palmer“ hat Apple einen richtig überzeugenden, rundherum gelungenen Titel am Start – der eine heiße Empfehlung unbedingt verdient und hoffentlich nicht beim breiteren Publikum untergehen wird. Timberlake übertrifft sich selbst und die Handlung weiß bis zum Ende packend bei der Stange zu halten. Eine so hohe Altersfreigabe wie in anderen Ländern würde ich jedoch nicht unbedingt befürworten, wohl aber auf seine stellenweise raue und charmante Art hinweisen wollen. Ein sehenswerter Film!

8/10

Fotocopyright: Apple