Inhalt

Während ein Vater mit seinem Kind im Zug unterwegs zur Mutter ist, bricht eine seltsame Seuche über das Land her. Menschen verwandeln sich in fleischfressende Bestien und selbst deren Transportmittel wird davon nicht verschont. Gemeinsam mit Anderen versuchen sie der Lage in den Abteilen wieder Herr zu werden und der Zugführer sucht nach einer geeigneten Haltemöglichkeit…

Fazit

Die Fortsetzung ist soeben auf Blu-Ray erschienen und das Ami-Remake in trockenen Tüchern. „Train to Busan“ befindet sich schon etwas länger in meiner Sammlung, doch bisher hatte ich noch nicht die Muse zu einer Sichtung gehabt. Am vergangenen Samstag habe ich dann einfach mal ein „Double-Feature“ auf die heimische Leinwand geworfen und möchte hier ein kleines Urteil zum Besten geben.

Im extrem breit besetzten „Zombie-Genre“ ist echte Innovation selten und genau hier macht der Titel so Einiges richtig – und für unsere Sehgewohnheiten angenehm anders. Zum Einen sind asiatische Produktionen solcher Machart doch relativ exotisch und zum Anderen bringt man mit dem Schwerpunkt der Zugfahrt einen witzigen, wie spannenden Aspekt ein.

Im Gegensatz zu vielen anderen Werken kann man sich hier äußerst gut in die Situation der Figuren hineinversetzen und bei der Suche nach einem geeigneten Ausstieg ordentlich mitfiebern. Man spürt, welchem Informationsdefizit die Reisenden ausgesetzt sind und wie ungewiss die Lage außerhalb des Zuges wohl sein mag – trotz aller Technologie, die den Koreanern eigentlich zur Verfügung steht.

Durch gelegentliche Schauplatzwechsel, der beklemmenden Atmosphäre und dem schnörkellosen Verlauf wird es nie wirklich langweilig. Das Pacing ist hervorragend und gibt zwischen hektischen Momenten immer wieder kleinere Verschnaufpausen – ohne die Zeichnung seiner Figuren zu vernachlässigen. Diese ist zwar nicht umfassend tief, für einen derartigen Genrevertreter jedoch mehr als ausreichend. Schnell wachsen Sympathien zu Figuren und schnell wird klar, wer hier in der Not nur an sich selbst denkt.

Technisch ist das Ganze – wie für ein Film aus Südkorea gewohnt – extrem hochwertig und edel. Viele Szenen spielen überwiegend am hellen Tag und geben hervorragenden Einblick auf hochwertige Masken und lässt keine Details entgehen. Beim Härtegrad kommt man völlig ohne abgetrennte Körperteile und herumfliegende Gedärme aus, ohne dabei unblutig und weniger eindringlich zu wirken.

Durch seine interessanten und vergleichsweise frischen Ideen und Gesichter, hebt sich „Train to Busan“ angenehm und lobenswert hervor. Er macht Vieles richtig und das Ergebnis überzeugt auf ganzer Linie. Zur Höchstwertung fehlt zwar noch der gewisse Kick, doch Zombie-Fans sollten sich diesen Titel unbedingt malm auf den Zettel schreiben – auch wenn er gerade in heutigen Zeiten wieder mulmige Gefühle beim Betrachter erweckt.

8/10

Fotocopyright: Splendid Film/WVG