Aufgrund aktueller Sichtung wurde dieses Review aus dem Archiv übernommen und hier sauber formatiert. Möglichweise wurden einige Passagen überarbeitet und die Wertung nach aktuellen Maßstäben noch einmal korrigiert.

Inhalt

Techniker Jack und seine Kollegin sind zwecks Forschungsarbeiten auf der zerstörten Erde stationiert. Der Planet wurde vor Jahren von den sogenannten „Plünderern“ überfallen und nach einem heftigen Krieg fast unbewohnbar gemacht. Man kann sich gar nicht mehr wirklich an die Zeit vor der verheerenden Schlacht erinnern und man versucht das Beste aus dieser tragischen Situation zu machen.

Jack ist allerdings etwas unbeugsam, eignet sich heimlich alte Bücher an und stöbert in der Vergangenheit. Stets wird er von merkwürdigen Träumen – scheinbar Erinnerungen aus alten Tagen – geplagt und eines Tages birgt er eine Rettungskapsel mit der Frau seiner Visionen darin…

Fazit

Da dieser Film von härtesten Kritikern (unter Anderem auch einigen meiner Arbeitskollegen) so hoch gelobt wurde, hatte ich seinerzeit sogar einen Import gewagt und konnte mich zumindest einige Tage vor hiesigem Release auf die Sichtung der Scheibe freuen. Was sich dann auf die Bildschirm bot, war eine blitzsaubere Optik, ein brachialer Sound und so ganz nebenbei eine recht interessante Geschichte.

Die zerstörte Erde bzw. das Endzeitszenario an sich ist wirklich nichts Neues. Innovativ allerdings hier die faszinierenden Bilder, die im Gegensatz zu anderen Genrekollegen wirklich für offene Augen und ein merkwürdiges Gefühl in der Magengegend sorgten. Bewusst wurde auf allzu dunkle Aufnahmen verzichtet, trostlose – aber klare und helle – Eindrücke prasseln auf den Betrachter nieder. Man kann die Einsamkeit und Sehnsüchte der Protagonisten greifen und ich sehr gut mit Jack identifizieren. Die Sache mit dem Auffinden alter Schrift- oder Musikstücke ist ebenfalls nicht taufrisch, aber gut integriert worden.

Die knappen zwei Stunden vergingen überwiegend unterhaltsam und einigermaßen frei von Längen. Hin und wieder hätte man die ein oder andere Szene etwas straffen können, unterm Strich blieb man jedoch durchwegs am Ball und starrte nicht die Zimmerdecke an. Ironischerweise haben die ruhigeren Momente aufgrund der starken visuellen Umsetzung oftmals besser als die Actionanteile gefallen. Meist ist ja gerade anders herum.

Man kann Tom Cruise hassen oder auch nicht. Ich sehe ihn jedenfalls immer wieder gerne und schätze die überwiegend hohe Qualität seiner Filme. Er macht auch in diesem Epos eine hervorragende Figur und gab keinen Grund zur Klage. Seine beiden Filmpartnerinnen reichen nicht ganz an seine Hingabe heran, sind aber weitaus mehr als nur hübsches Beiwerk. Der Gastauftritt von Morgan Freeman war leider recht kurz, aber immerhin gut gelungen. Er ist eben auch ein vielseitiger Schauspieler, der sich im Alter noch auf ausgefallene Rollen einlässt.

Aktuelle Sci-Filme mit Anspruch sind rar gesät. „Oblivion“ setzt eher auf reizvolle Bilder und Tiefgang, statt auf dumpfe Action. Das Konzept geht weitestgehend auf und bereitet einen vergnüglichen Abend. Den hohen Erwartungen meinerseits konnte das Teil allerdings nur „gerade so“ gerecht werden und sie leider nicht überbieten. Weitere Sichtungen sind jedoch nicht ausgeschlossen und so ergeben sich knappe 8 von 10 auf dem persönlichen Wertungskonto. Mittlerweile hat sich dies auch bei wiederholter Sichtung bestätigt und allein wegen der tollen Optik sollte man dem Ding eine Chance geben.

8/10

Fotocopyright: Universal Pictures Germany GmbH