Die Mumie (2017)
Inhalt
Per Zufall entdecken ein paar Soldaten im Irak eine Grabstätte und bergen einen geheimnisvollen Sarkophag. Noch während der Überführung nach England werden unheilvolle Kräfte erweckt und die ehemalige Prinzessin Ahmanet ist wieder auf freiem Fuß, um sich an ihren Peinigern zu rächen…
Fazit
Nett gedacht, aber von der Umsetzung nicht vollends gelungen – so war mein damaliger Eindruck nach dem Kinobesuch und so war auch der Eindruck nach der letzten Sichtung im Heimkino am vergangenen Wochenende. Grundsätzlich mag die Idee mit einem Neuaufguss bekannter Monster-Figuren nicht schlecht gedacht sein, deren moderne Variante hingegen nicht in allen Bereichen vollends geglückt.
Ein großes Problem war das Pacing. Streckenweise macht der Streifen richtig Laune, besaß ein hohes Tempo und einen netten “Zerstörungsfaktor” und an anderer Stelle sorgten langatmige Dialoge für eine Einschlaftherapie. Es war löblich, Figuren wie eben einen durchaus charismatischen Dr. Jekyll einzubauen – doch mit seinen nichtigen und viel zu ausgedehnten Monologen schwand das Interesse an seiner Figur.
Die Geschichte an sich war okay, aber nichts Besonderes. Während die technisch top gemachten Rückblenden sehr gut gefielen, blieb der wenig gehaltvolle Rest eher durchschnittlich. Die Ausrichtung der Handlung war schnell klar, Hauptpersonen und deren Einbindung lagen frühzeitig auf der Hand und echte Wendungen suchte man vergeblich.
Tom Cruise gab sich routiniert, hatte sich aber keineswegs verausgabt. Die Chemie zwischen ihm und Annabelle Wallis hat gut gepasst, während unsere attraktive Mumie (gespielt von Sofia Boutella) nicht ganz mit ihm harmonieren wollte (sowohl von der Handlung so gewollt, als auch mein optischer Eindruck von den Beiden). Crowe hat seine Rolle mit viel Geschwafel leider selbst ein wenig zerlegt.
Es hätte mit moderner Technik und großartigen Darstellern ein wirklich toller Film gelingen können, doch diese Mumien-Variante blieb weiter hinter ihren Möglichkeiten zurück. Optisch war der Titel sicherlich ansprechend und einige Passagen ließen das Kino freudig beben, doch unterm Strich blieb die Resignation. Unterhaltsam war das Gebotene zwar schon, aber es hätte einfach so viel besser sein können – hätte man vielleicht einen Ticken mehr auf Grusel und Gegröße geachtet, nicht unbedingt eine 12er Freigabe anvisiert und einen weich gespülten, laberlastigen Familienfilm abgeliefert.
6/10
Fotocopyright: Universal Pictures Germany GmbH


