Bodyguard von Peking
Inhalt
Die Freundin eines reichen Geschäftsmannes wird zu einer wichtigen Zeugin in einem Mafiaprozess. Um sie bis zur Gerichtsverhandlung zu schützen, wird der ehemalige Elite-Soldat Alan als Bodyguard engagiert. Schnell hat der gut ausgebildete Beschützer alle Hände voll zu tun…
Fazit
Der “Bodyguard von Peking” war seinerzeit einer meiner ersten Berührungspunkte mit Jet Li und sofort habe ich den damals noch sehr jugendlich wirkenden Akteur ins Herz geschlossen. Der Film an sich folgte zwar bewährten Mustern und ließ sich in seiner Gradlinigkeit nie vom Weg ablenken, dafür gefiel die zuweilen äußerst unkonventionelle Inszenierung – die mit blutigen Shootouts schon ein wenig mit unseren westlichen Sehgewohnheiten brach.
Die damalige Indizierung lässt sich nur schwerlich nachvollziehen. Sicherlich ging es zuweilen recht derbe zur Sache und vor allem der Abstecher ins Einkaufszentrum hinterließ mehr Leichen als dortige Besucher, aber nach heutigen Maßstäben ist die Gewaltdarstellung noch im Rahmen. Dies sah halt mal anders aus.
Jet Li gab sich wortkarg und unnahbar – was prima zu seiner Rolle passte und etwas geheimnisvolles erweckte. Der restliche Cast leistete sich allerdings auch keine Patzer und so sorgten die durchaus sehr unterschiedlichen Charaktere für ein stimmiges Miteinander. Deren zuweilen recht lockerer Umgangston sorgte für einen angenehmen Kontrast zu den krachenden Schusswechseln und nahm dem Treiben ein bisschen die Härte.
Obwohl einige Passagen vorherschaubar daher kamen, war die Kurzweil bis zum bitteren Ende gegeben. Gerade die Mischung aus Action, Gefühl und eigenwilligen Humor hielten immer wieder bei Laune und ließen selbst über die extrem schwache deutsche Synchronisation hinweg schauen. Der Streifen stammte noch aus einer Zeit, wo man sich nicht unbedingt Mühe bei der lokalen Vertonung gab und so trashig wirkt es heute aus uns.
Wem “Bodyguard” mit Whitney Houston und Kevin Costner zu weichgespült daher kommt, sollte sich diese asiatische Variante mit ähnlicher Thematik einmal genauer anschauen. Die Chinesen fuhren die Romanze deutlich zurück, servierten dafür aber ein paar sehenswerte Actioneinlagen, die zuweilen fast an die seinerzeit aktuellen Werke von Woo erinnerten. “Bodyguard von Peking” ist immer wieder kurzweilige Unterhaltung und somit eine dicke Empfehlung wert.
8/10
Fotocopyright: Splendid


