Filmbesprechungen

Marco

Inhalt

Marco ist Teil einer Gangsterfamilie und kann ordentlich austeilen. Als sein Bruder ermordet wird, kennt er nur noch unerbittliche Rache und metzelt sich durch die Horden der Feinde…

Fazit

“Der brutalste indische Film aller Zeiten” hätte zum Jahresende noch einmal ein richtiger Knaller im Heimkino sein können, doch bereits nach wenigen Minuten war sein erhoffter Mythos verloren. Eine eher günstig wirkende Inszenierung, mäßige Darsteller und eine noch mäßigere Synchronisation schlugen aufs Gemüt – da konnten auch die zuweilen recht eindrucksvollen und abgedrehten Kampfszenen nicht viel retten.

Mit rund 2,5 Stunden war das Werk – typisch indisch – recht lang, aber nicht unbedingt hochgradig unterhaltsam. Die gut choreografierte Action machte Spaß, bei den übermäßig auf “Cool” getrimmten Dialogen verdrehte man hingegen schnell die Augen. Die Handlung war zwar nicht unbedingt der Rede wert, doch unsere stets perfekt gestylten (und überwiegend bärtigen) Figuren wollten dennoch eine ernste Angelegenheit daraus machen.

Die ungewohnten Kulissen und die erst recht ziemlich ungewöhnlichen Charaktere schufen eine angenehme Immersion, die – wie bereits erwähnt – durch ihre stets recht billig auf Hochglanz getrimmte Optik und die schwache Synchronisation nicht immer vollends munden wollte. Der Streifen sah stets wie ein glatt geleckter TV-Film aus, bei dem man für den Kino-Look einfach ein paar schwarze Balken am oberen und unteren Bildrand hinzugefügt hat.

Die Effekte waren leider auch nicht immer das Gelbe von Ei, aber immerhin recht originell gestaltet. Es gab ein paar wilde Ballereien oder Messerattacken, die man so noch nicht gesehen hat – zwar brutal ausgeführt, aber immer ein wenig übertrieben, so dass es durchaus (unfreiwillig) humoristisch zur Sache ging. Ein paar Anleihen an echte Skandalfilme konnte man sich dabei nicht verkneifen.

In meinen Augen war “Marco” zwar nicht megagut, doch immerhin recht unterhaltsam. Er bot ein paar abstruse Momente, die sich irgendwo zwischen Fremdschämen und lauthals Lachen einreihten – daneben leider ein paar nichtige Dialogszenen ohne echte Substanz. Ich sehe hier Steigerungspotential, wäre aber bei weiteren Werken solches Kalibers wohl dennoch wieder an Board. Die Inder sind definitiv auf dem richtigen Weg.

6/10

Fotocopyright: Busch Media Group

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