War Machine
Inhalt
Eigentlich war es nicht sein Traum, doch nach dem Tod des Bruders bewirbt sich ein noch recht traumatischer Soldat bei den Rangern. Allen Widrigkeiten zum Trotze gelangt er sogar in die letzte Runde des Auswahlverfahrens – wo er und die anderen Kandidaten im freien Feld abgesetzt werden und es plötzlich mit übernatürlichen Feinden zu tun haben…
Fazit
Die Logik ist manchmal ein hartes Schwert und sie trifft trotz eigentlich recht unerwartet guter Performance leider auch diesen Titel. Konnte man bei der austauschbaren – aber immerhin spannend erzählten – Geschichte noch ein Auge zudrücken, schmerzt eine Prämisse, oder besser gesagt: die Aufklärung da umso mehr.
Bevor meine Kritik jedoch zu harsche Züge erhält, seien die positiven Eigenschaften dieser Netflix-Produktion erst einmal hervorgehoben. Muskelpaket Alan Ritchson (“Preacher”) hat eine überrascht intensive schauspielerische Leistung an den Tag gelegt, konnte in vielen Momenten seine Emotionen glaubhaft an den Zuschauer bringen.
Sicherlich hat man hier und da ein bisschen dick aufgetragen, doch das Geschehen verlor sich nie in pathetischen Phrasen und blieb kurzweilig. Sowohl die einstimmenden Ausbildungselemente, als auch die Passagen im Kampf waren unterhaltsam gemacht und vor allem hübsch choreografiert.
Die gesamte Inszenierung war hochwertig und muss sich nicht vor “echten” Kino-Blockbustern verstecken. Es gab ein paar famose gemachte Kameraaufnahmen (fliegende Hubschrauber durch Bergschluchten) und eine tolle Optik, die mich ein wenig an die “Halo”-Videospielreihe erinnerte.
Die Computereffekte entsprachen den Stand der Dinge und die nahezu perfekt animierten “Läufer” fügten sich nahtlos ins Gesamtbild ein. Auch beim Sound gab es nichts zu kritisieren – der Subwoofer hatte stets viel zu tun und die Action kam angenehm brachial rüber.
Wie Eingangs bereits erwähnt, zieht die vermeintliche Auflösung (keine Spoiler) die Wertung einen Hauch nach unten. Das uns ein “normaler” Soldat plötzlich so weltbewegende Erkenntnisse über den Feind schildern konnte, ließ am Hirn der eingesetzten Wissenschaftler zweifeln.
Schlussminuten hin oder her. “War Machine” war großartiges Unterhaltungskino, wie es nach einem langen Arbeitstag gerade recht kam. Auf Seiten der Technik makellos, von den Akteuren her prima gespielt und vom “Krawum-Faktor” ziemlich spaßig. Also unterm Strich ein gelungener Action-Snack für Zwischendurch und Genrefans mit Netflix-Abo durchaus ans Herz gelegt.
7,5/10
Fotocopyright: Netflix


