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Tyler Perry’s Divorce in the Black

Inhalt

Schon viel zu lange hat sich Ava von ihrem Ehemann unterdrücken lassen und zieht nun endlich einen Schlussstrich. Auf den ersten Blick scheint der Gatte ebenfalls von einer Scheidung überzeugt zu sein, doch schnell schlägt der angestrebte Neuanfang für Ava zu einem Albtraum um…

Fazit

Es gibt Filme, bei denen ein gewisses Durchhaltevermögen gefragt ist und „Divorce in the Black“ war solch eine Geduldprobe für mich. Im ersten Drittel plätscherte das Geschehen arg vor sich hin und wurde dann zusätzlich von einer äußerst mittelprächtigen deutschen Synchronisation torpediert. Trotzdem hat sich das Durchhalten gelohnt – denn ab einem gewissen Punkt zog die Spannungskurve an und man befand sich inmitten einer packenden Soap-Opera.

Die Geschichte erfand das Rad nicht unbedingt neu, bot aber realistische Züge und wirkte (mal abgesehen von einer viel zu stark auf Hochglanz getrimmten Präsentation) fast wie aus dem Leben gegriffen. Man konnte sich gut in die Köpfe aller Beteiligten hineinversetzen und ordentlich mitfiebern – wie gesagt, alles nachdem der zähe Auftakt einmal überwunden war und die Hintergründe der Figuren soweit durchschaut wurden.

Die Darsteller haben ihre Sache allesamt sehr gut gemacht und hervorragend miteinander harmoniert, wobei man hier Zugeständnisse zur Inszenierung machen musste. Die Akteure waren allesamt wunderhübsch und stets perfekt gestylt – was in Kombination mit knalligen Farben und krassen Kontrasten den „Soap“-Eindruck weiter unterstrich. Man fühlte sich hierdurch wirklich wie in der Welt „der Schönen und Reichen“, wobei hier eigentlich nur die wenigsten Charaktere etwas gut situierter erschienen.

Eigentlich hätte der Streifen mehr als eine gute 7 von 10 verdient, doch der lahme Auftakt lässt mich bei genauerem Überlegen einfach keine höhere Punktzahl unter dieses kleine Review schreiben. Thrillerfreunde kommen mit etwas Geduld jedenfalls prächtig auf ihre Kosten und schauen dann auch ein wenig über die letzten arg vorherschaubaren Minuten hinweg.

Fotocopyright: Amazon Studios

The Underdoggs

Inhalt

Der ehemalige Football-Star Jaycen „Two J’s“ Jennings hat sein Leben nicht mehr im Griff und wird aufgrund seiner Eskapaden zu Sozialstunden in der früheren Heimat verdonnert. Kaum dort angekommen, trifft er auf ehemalige Freunde, eine alte Liebe und ein Nachwuchs-Footballteam mit Potential…

Fazit

Der diesjährige Superbowl ist zwar vorbei, aber dennoch kam dieser Streifen auf Prime zum Ausklang der Session gerade recht. Viel erwartet habe ich im Anbetracht der austauschbaren Inhaltsangabe eigentlich nicht, serviert wurde immerhin eine solide Sportkomödie mit überraschend derben Umgangston.

Es war von Anfang an klar, dass die Macher das berühmte Rad nicht neu erfinden und sich an ausgebauchten Schemas bedienten – was insoweit in Ordnung geht, da man sich mit ein paar anderen Dingen dennoch vom restlichen Markt unterschied. Dies war stellenweise durchaus als positiv, manchmal aber auch als weniger optimal anzusehen.

Auffällig waren beispielsweise die schroffen Dialoge, die trotz junger Darsteller definitiv nichts für Kinderohren waren. So wurde stets geflucht, beleidigt oder über die Mütter der anderen Spieler hergezogen. War stellenweise durchaus witzig, manchmal aber auch irgendwie seltsam – schließlich passte das nicht so recht ins Bild mit den kleinen Knaben.

Der Erzählfluss war großenteils sehr kurzweilig und angenehm. Obwohl sich die meisten Dinge sehr vertraut anfühlten und echte Überraschungen ausblieben, konnte man das Treiben entspannt genießen und einfach mal innerlich abschalten. Alles lief nach bewährten Mustern, brach nicht mit unseren reduzierten Erwartungen und hielt insgesamt passabel bei Laune.

Snoop bekam seine Rolle auf den Leib geschneidert, da auch nicht mit Anspielungen auf sein wahres (Geschäfts-)Leben gespart wurde. Man konnte ihn sich gut als Trainer mit unkonventionellen Übungen und noch unkonventionelleren Sprüchen vorstellen, war mit seiner Leistung mehr als zufrieden. Leider war die deutsche Synchronisation nicht ganz optimal, aber Punktabzug möchte ich für diese Lappalie dennoch nicht vergeben.

Manchmal lud „The Underdoggs“ zum Fremdschämen ein und wirkte aufgrund seiner Gossensprache ein wenig befremdlich, doch unterm Strich unterhielt das Werk doch ganz passabel. Trotz aller widrigen Bedingungen konnte eine kleine Message herausgezogen werden und ein paar gelungene Schenkelklopfer sorgten für einen unterhaltsamen Abend, bei dem es nicht auf Tiefgang ankam.

Fotocopyright: Amazon

In the Land of Saints and Sinners

Inhalt

Irland im Jahre 1974. Finbar Murphy lebt in einer kleinen Küstenstadt und verdient sich seinen Lebensunterhalt mit Auftragsmorden. Seit dem Tod seiner geliebten Frau hat er mit der Gesellschaft weitestgehend abgeschlossen und ist stark in sich gekehrt. Als er jedoch einer Exekution in eigener Sache nachgeht, löst er damit eine unschöne Kettenreaktion aus…

Fazit

Bekannterweise gehen ja Filme mit Liam Neeson immer und so habe ich nicht lange mit Sichtung dieser Neuerscheinung auf Amazon Prime gezögert. Obwohl mich das Setting beim ersten Überfliegen der Inhaltsangabe noch nicht so recht von sich überzeugt hat, war ich bereits nach wenigen Minuten voll und ganz im Thema versunken, befand mich im Kopf im Irland der 70iger Jahre.

Obwohl Neeson hier einen Killer spielt, gab er seiner Figur eine Menge Charisma und Kontur. Finbar war der freundliche Nachbar von Nebenan und Abseits seiner schlimmen Tätigkeit eine liebenswerte Persönlichkeit, die gerne mal zum Essen bei der Nachbarin vorbeischaut oder mit dem Chef der Polizei auf Dosen ballert.

Die Geschichte mag stark von Zufällen geprägt sein, war in sich aber stimmig gestaltet und vor allem spannend erzählt. Selbst in ruhigeren Passagen keimte keinerlei Langeweile auf und man konnte so nebenbei auch prima die prächtigen Kulissen Irlands genießen.

Das Werk besaß eine einzigartige Grundstimmung, die irgendwo zwischen Melancholie und Hoffnung schwankte, hin und wieder mit trockenen Actionpassagen überraschen konnte. Das war alles perfekt ausgelotet und sorgte für einen sehr runden Gesamteindruck.

Ihren Teil zu diesem Gelingen trugen aber auch die anderen Darsteller abseits von Neeson bei. Jede noch so kleine Rolle wurde hochwertig besetzt und überzeugend gespielt. Alles harmonierte einwandfrei miteinander und das Zuschauen war eine echte Freude. Seien es befreundete Auftragsmörder oder gar der Chef der Polizei – alle Akteure wurde mit Bedacht gewählt und auf stimmiges Miteinander geachtet.

Filme wie „In the Land of Saints and Sinners“ sind für mich wie ein kleiner Urlaub. Er war überwiegend ruhig, zog aber mit interessanten Figuren und wunderhübschen Landschaften auf eigene Weise in den Bann, ließ die Zeit fast wie im Flug vergehen. Optisch und vom Alter hat Neeson wunderbar in die Haut von Finbar gepasst, trug das Geschehen mit seiner charismatischen Art fast von allein. Unterm Strich ein schöner Titel mit Tiefgang, Herz und hohem Unterhaltungswert.

Fotocopyright: Amazon

Reacher – Staffel 1

Inhalt

Ein Unbekannter erreicht die verschlafene Kleinstadt Margrave und plötzlich häufen sich die Morde. Die Polizei stellt zwar schnell einen Zusammenhang fest, kann aber keine eindeutigen Beweise für seine Beteiligung offenbaren. Schnell bringt sich der neue Besucher allerdings in deren Arbeit ein und möchte beim Lüften einer groß angelegten Verschwörung behilflich sein…

Fazit

In der letzten Zeit wusste ich inmitten des dichten Seriendschungels gar nicht mehr, was sich diesbezüglich überhaupt noch lohnt zu schauen und nicht sogar Opfer einer unvollendeten Absetzung zu werden droht. Bereits am Rande (durch den Start der zweiten Staffel) habe ich vernommen, dass „Reacher“ eine recht gute Produktion sein sollte und so habe ich mich – trotz aller aktuellen „Serienbedenken“ – mal darauf eingelassen.

Es dauerte nicht lange und dann hatte mich das Geschehen am Haken. Bereits nach wenigen Minuten erweckte der zunächst befremdlich wirkende Auftritt des titelgebenden Hühnen großes Interesse und zack war man voll „Suchtmodus“.

Mit vergleichsweise einfachen Mitteln – und einer sogar recht austauschbaren Rahmenhandlung – hielten die Macher hier unglaublich gut bei Laune und konnten das ein oder andere Lächeln abringen. Im Grunde erzählt die Serie nicht viel Neues, schmückt seinen grundsätzlich eher halbgaren Inhalt mit symphatischen Figuren und erinnerungswürdigen Aktionen aus.

Die Chemie aller Beteiligten hat wunderbar gepasst. Man nahm sich auch stets die Zeit zum Ausbau seiner Hauptfiguren, weshalb sie neue Einblicke gewährten ungemein ans Herz wuchsen. Klar könnte man hier leichte Oberflächlichkeit bescheinigen, doch die Reduzierung auf das Nötigste war genau richtig und zerrte nicht an der Kurzweil.

Die Mischung aus Krimi und Action war ebenfalls genau passend und ließ keine Langeweile aufkommen. Nach ruhigeren oftmals sehr spitzfindigen Dialogen flogen schnell wieder die Fäuste und die „Maschine“ Alan Ritchson konnte beweisen, was Sie kann. Abseits der Action gefiel der Riese jedoch mit pfiffigen Anmerkungen und interessanter Kombinationsgabe.

Inmitten blutrünstiger und vor CGI strotzenden Mitbewerbern, kommt ein bodenständiger „Reacher“ genau richtig. Eine simple Storyline wurde hier mit vielen kleinen Details und vor allem hervorragendem Charakterdesign ausgeschmückt, dass allgemeine Pacing war nahezu perfekt. Ich hoffe, dass diese Serie im Vergleich halbwegs günstig produziert werden konnte und eine breite Fanbase den Streamingdienst erst recht zur Fortsetzung animieren. Staffel Zwei ist nun jedenfalls Pflichtprogramm!

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Silber und das Buch der Träume

Inhalt

Ihrer Mutter wegen muss die junge Liv nach London ziehen und ist von ihrer neuen Heimat zunächst gar nicht angetan. Bei ihrem neuen Stiefbruder hat sie ein komisches Gefühl und als sie ihm dann noch in den Träumen begegnet, wird die Sache immer mysteriöser…

Fazit

Die scheinbar sehr beliebten Jugendbücher habe ich nie gelesen und bin von daher recht unbefangen an diesen Film herangegangen. Auch wenn die teils arg vernichtenden Kritiken keine große Hoffnung erweckten, wollte ich mich ohne Vorbehalte und Vergleiche berieseln lassen – und selbst das gelang auch nur bedingt.

Ganze zwei Anläufe habe ich für diesen Titel benötigt. Zwar hat mich die Thematik rund ums Kontrollieren von Träumen durchaus angesprochen, doch die Umsetzung war schleppend und teils arg langweilig ausgefallen. Fing der Streifen zunächst noch recht interessant an, verliert er sich immer weiter in ausschweifenden Dialogen und Nichtigkeiten. Der rote Faden ging irgendwann verloren und zu sehr stand das Erwachsenwerden im Vordergrund. Die originelle Grundidee wurde vollkommen in den Hintergrund geschoben und sich zu sehr auf bodenständige „normalere“ Dinge verlassen.

Die jungen Darsteller haben ihre Sache relativ gut, aber keineswegs überwältigend erledigt. Der Streifen fühlte sich auch hierdurch mehr wie eine TV-Produktion, denn ein teurer Blockbuster an. Der weichgezeichnete Look war zwar nicht schlecht, erinnerte aber zu sehr an andere Jugendfilme und erweckte kaum richtige „Fantasy-Vibes“. Auch die vergleichsweise kompakte Laufzeit von rund 90 Minuten sprach nicht unbedingt für ein vermeintliches Epos, aber dies vermag ich gar nicht zu kritisieren.

Die Prämisse von „Silber“ klang vielversprechend, auch wenn die Erwartung nach ersten Unkenrufen eher gedämmt daher kam. Statt origineller Fantasy habe ich dann tatsächlich eher biederes KiKa-Mittagsprogramm bekommen und musste nach kurzer Zeit feststellen, dass ich nicht unbedingt zur anvisierten Zielgruppe gehöre. Auch ohne Vergleich zu den Büchern präsentierte sich mir ein eher langweiliges Spektakel für das ich leider keine Empfehlung aussprechen möchte.

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Candy Cane Lane

Inhalt

Kurz vor Weihnachten verliert Familienvater Chris seinen Job und die Zukunftsängste sind groß. Zum Glück veranstaltet das lokale Fernsehen einen Wettbewerb für das am schönsten dekorierte Haus und er könnte die hohe Gewinnsumme gut gebrauchen. Der bereits mehrfach ausgezeichnete Weihnachtsfan lässt sich nicht lumpen und stößt bei seiner Suche nach neuen Ideen auf ein dubioses Geschäft mit tollen Artikeln und einer mehr als verrückten Inhaberin…

Fazit

„Candy Cane Lane“ bildet den Auftakt zur diesjährigen Session der Weihnachtsfilme und hat seinen Job zu meiner vollsten Zufriedenheit erledigt. Auch wenn die Geschichte in Grundzügen nicht unbedingt sonderlich originell erschien, wurde sie mit frischen und zum Glück nicht minder witzigen Elementen bereichert.

Der Film lebte in erster Linie von seinen großartigen Schauwerten. Ob es nun die tollen Lichteffekte bei den Dekorationen der Häuser waren oder die Animation der kleinen Holzfigürchen. Alles war wie aus einem Guss und vor allem wirkte der Streifen damit zeitgemäß und im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern auch angenehm modern.

Mit knapp zwei Stunden war der Film vielleicht einen Ticken zu lang, auch wenn sich die Längen in Grenzen hielten. Vielleicht hätte man ein oder zwei Szenen etwas einkürzen können, aber das ist Kritik auf hohem Niveau. Die meiste Zeit freute man sich sowieso über die hervorragende Leistung von Eddie Murphy, der Erinnerungen an Komödien aus der der Kindheit erweckte und oftmals allein mit seiner puren Präsenz für kleinere Lacher sorgte.

Die Handlung und der Humor waren familiengerecht, obwohl den Machern hin und wieder ein Gag für Erwachsene dazwischen rutschte – was mir echt gut gefiel. Man konnte das Werk ruhig mit seinen Kindern schauen, als älteres Semester allerdings auch mal zusätzlich schmunzeln. Neben Murphy hat der Rest (vor allem seine kleine Filmtochter) ebenfalls prima performt und keinen Grund zur Klage geben. Selbst die böse „Hexe“ oder die nervigen Nachbaren haben gefallen.

Der Trailer versprach einen unterhaltsames Event und das fertige Produkt konnte diesen Erwartungen absolut gerecht werden. Inmitten unzähliger Genrevertreter brachte „Candy Cane Lane“ sogar ein paar neue Ideen und überzeugte vor allem mit einem gut aufgelegten Murphy. Es gab viel zu sehen und viel zu Lachen – eben das, was einen guten Film des Genres auszeichnet und ihn somit zu einer Empfehlung für die Weihnachtstage macht. Amazon hat prima vorgelegt und nun müssen die anderen Streaming-Anbieter zeigen, was sie in diesem Jahr auf Lager haben.

Fotocopyright: Amazon

Air: Der große Wurf

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Der Nike-Konzern hat ein großes Problem. Während ihre Laufschuhe recht gut laufen, sehen wie im Bereich des Basketball einfach kein Land gegenüber der etablierten Konkurrenz. Ein paar findige Experten versuchen nun ihren Chef von einem größeren Invest zu überzeugen und einen angehenden Superstar wie Michael Jordan für ihr Unternehmen zu gewinnen…

Fazit

Das Leben schreibt einfach die besten Geschichten – und so auch hier. Was sich im ersten Moment zugegebenermaßen recht unspektakulär anhört, wurde absolut unterhaltsam und vor allem herrlich charmant in Szene gesetzt.

Bei diesem Film spürt man, dass die Darsteller wohl jede Menge Freude bei ihrer Arbeit hatten und dies kommt beim Zuschauer zu jeder Minute an. Es macht durchwegs Spaß dem überraschend prominienten Cast bei ihrem exzellenten Spiel beizuwohnen und man fühlt außerdem, dass dies Grundthema anscheinend auch jedem Beteiligten am Herzen lag und das Mitwirken irgendwo zur Ehrensache (Hommage an den Spitzensportler) gewesen ist.

Von Jordan selbst gab es zwar (erwartungsgemäß) wenig zu sehen, aber das war nicht weiter schlimm. Das „Drumherum“ war hier einfach das Entscheidende und der Weg somit das Ziel. Man lieferte einen interessanten und – hier mal recht unerwarteten – kurzweiligen Einblick in Konzernstrukturen, Denkweisen und das aufopfernde Arbeiten von engagierten Mitarbeitern. Klar kratzt das Geschehen nur an der Oberfläche und versucht auf breiter Ebene verständlich zu bleiben, dennoch bildete man diverse Prozesse glaubwürdig und (zumindest für mich) absolut ausreichend ab.

Die Inszenierung war ein weiteres Highlight für sich und schrieb Understatement ganz groß. Auf den ersten Blick gab das nüchterne Treiben eigentlich nicht viel her, doch bei genauerem Hinschauen fielen die vielen kleinen, liebevollen Details ins Auge. Ausstattung, Musik und natürlich die Kleidung und Frisuren unserer Akteure waren der Epoche entsprechend und stellenweise eher so beiläufig „dabei“, während andere stets mit dem Holzhammer auf ihren Retro-Charme aufmerksam machen wollen und dabei den Bogen oft überspannen (gutes Beispiel: die erste Staffel von „Stranger Things“).

Nach vielen positiven Meldungen habe ich einen durchaus soliden Film erwartet, wurde aber dennoch äußerst angenehm überrascht und bekam einen echt sehenswertes Ereignis, welches sich selbst vor Preisträgern wie „Argo“ (ist mir wegen Affleck spontan in den Kopf gekommen) nicht verstecken muss. Wer sich mit dem Thema auch nur ansatzweise anfreunden kann und ein Prime-Abo sowieso schon sein eigen nennt, macht hier garantiert nichts falsch und sollte unbedingt mal reinzappen. „Air“ macht auch ohne Action, auch ohne spektakuläre Szenen aus der Welt des Basketball (auf die hätte man ja evtl. auch hoffen können) so richtig gute Laune und dies ist natürlich in großen Teilen den wirklich perfekt miteinander harmonierenden Stars zu verdanken. Für mich ein richtig schöner „Sportfilm“, der eben mal eine andere Perspektive widerspiegelt und sich somit angenehm vom sonstigen Rest abhebt.

8/10

Fotocopyright: Amazon

Der Herr der Ringe – Die Ringe der Macht – Staffel 1

Inhalt

Das Böse erwacht und unheilvolle Dinge spielen sich ab. Ein Mann fällt vom Himmel und Elfen suchen bei anderen Völkern um Rat. Die Lage in Mittelerde spitzt sich zu…

Fazit

Im Vorfeld wurde heiß über dieses Projekt diskutiert. Vor allem das riesige Budget war immer wieder ein Aufhänger, doch Entwarnung gab es hier schon früh. Bereits nach wenigen Sekunden ist der horrende Invest sichtbar und die fantastische Welt überzeugt zumindest technisch an allen Ecken und Enden.

Das Setting ist toll gestaltet und nicht nur die vertrauten Kulissen Neu Seelands spielen erneut eine große Rolle. Alles wirkt wie aus einem Guss und lädt zum Abtauchen sein. Noch nie hat eine Serie besser ausgeschaut und vor allem auf der großen Leinwand daheim eine bessere Figur gemacht. Das Auge sieht sich kaum an Details satt und die knallige Farbgestaltung passt wie die Faust aufs Auge.

Der Cast war ebenfalls ein Streit-Thema, doch auch hier habe nicht nur Positives zu vermelden. Das für Tolkien-verhältnisse bunte Aufgebot war stimmig und alle haben sich perfekt in das Gesamtbild integriert. Gut hat mir zudem die deutsche Synchronisation, die dem wuchtigen Soundtrack in Nichts nachstand.

Für mich war jedoch das Storytelling ein kleines Manko. Man wurde fast erschlagen mit Figuren, Handlungssträngen und fremden Begriffen. Bereits in der zweiten Episode ging bei mir der Überblick flöten und ich habe die wunderschönen Aufnahmen einfach auf mich wirken lassen – in der Hoffnung, dass sich die Unklarheiten im Laufe der weiteren Folgen schon lichten werden.

Leider wurde es erzählerisch für mich nicht besser und am Ende standen (wohl zum Teil auch gewollt) viele Fragen offen. Natürlich möchte man, dass der geeignete Zuschauer weiter am Ball bleibt, doch ein wenig schade finde ich das schon. So werde ich vor Beginn einer neuen Staffel noch einmal die vorherige sichten müssen, um erst recht wieder auf dem Stand zu sein.

Eigentlich mag ich längere Undurchschaubarkeit, hier hat man den Bogen jedoch etwas überspannt. Der Zuschauer wird mit Ereignissen, Figuren überhäuft und kann selbst hübsch gemachte Wendungen manchmal kaum greifen – was ihnen dann wieder viel von ihrem „Aha“ wegnimmt.

Die Serie mag mich vielleicht noch nicht vollends von Tolkiens Ideen und dessen umfangreichen Kosmos überzeugt haben, doch hat sie mein Interesse geweckt. Im Nachgang habe ich mir endlich die komplette „Hobbit“-Trilogie gegeben und sogar noch einmal die „Der Herr der Ringe“-Spielfilme drangehangen. Allein hierfür verdient das ehrgeizige Projekt schon Anerkennung. Meine Bewertung fällt zwar unterm Strich sehr verhalten aus, dennoch würde ich das reizvolle Treiben gerne weiter im Auge behalten und freue mich auf neue Staffeln.

6,5/10

Fotocopyright: Amazon

Samaritan

Inhalt

Einst kämpften zwei Brüder mit gewaltigen Kräften gegeneinander. Während der Eine Rache für den Flammentod der Eltern ausüben möchte, hat sich der Andere dem Guten verschworen. Nachdem die Beiden in einer verehrenden Schlacht starben, hat die Menschheit schnell vergessen. Jahre später glaubt ein kleiner Junge, in seinem Nachbar den ehemaligen Streiter für die Gerechtigkeit gefunden zu haben…

Fazit

Erwartet habe ich eigentlich nichts – und bekommen habe ich einen ungewöhnlichen Superheldenfilm, der mich von Anfang bis Ende richtig gut bei Laune gehalten hat. Zwar gab die Story nicht allzu viel her und vor allem war der die Wendung in der Charakterzeichnung sehr vorherschaubar, aber trotzdem hat dies der Unterhaltung keinen Abbruch getan.

„Samaritan“ setzt den Fokus weniger auf Action, vielmehr auf die Zeichnung seiner Figuren. Diese war im gegebenen Rahmen bzw. der zu Grunde liegenden kompakten Spielzeit zwar ebenfalls eher rudimentär, schlimm war dies aber nicht. Man konnte sich schnell in die Gegebenheiten hineindenken und musste sich nicht mit übertrieben komplexen Handlungssträngen herumärgern.

Stallone wirkte alt und „langsam“, was aber prima zu seiner Rolle passt und somit als Pluspunkt zu verzeichnen war. Sein junger Kollege war aufgeweckt, aber niemals nervig – während sein Antagonist (Pilou Asbæk) richtig schön fies daher kam und Spaß brachte. Klar fühlte er sich ein wenig nach einem „Bane-Verschnitt“ an, doch gejuckt hats mich nicht.

Ein bisschen Zweigespalten war ich beim Überlegen, für welches Zielpublikum das Werk nun sei. Es ging überwiegend harmlos und kindgerecht daher, dennoch wiesen die unblutigen Kämpfe schon ein paar heftige Einlagen auf. Für 12jährige vielleicht zu hart – für ältere wohl insgesamt zu zahm. Überhaupt für Manche vom Pacing vielleicht auch ein wenig zu lahm – was mir allerdings gut gefiel und für Pluspunkte sorgte.

Ich kann es nur betonen, dass „Samaritan“ mir außerordentlich gut gefallen hat, auch wenn er so seine Schwächen und wenig innovativen Momente hatte. Im Gegensatz zu den großen „Marvel“-Filmen war die Action hier wesentlich angenehmer dosiert und der Grundton trotz schräger Figuren ebenfalls angenehm ernst. Es wurde nie langweilig und der simple Plot stieß nie sauer auf. Für mich ein durchaus ordentlicher Streaming-Tipp, sofern man die „Prime-Mitgliedschaft“ sowieso schon sein Eigen nennt und nicht extra Geld für diesen Titel in die Hand nehmen muss.

7,5/10

Fotocopyright: Amazon Prime

Tiefe Wasser

Inhalt

Victor und Melinda führen eine offene Ehe. Sie bringt regelmäßig Affären mit nach Hause und hat selbst auf Partys mit Bekannten keine Scheu ihre Liebhaber zu präsentieren. Niemand ahnt auch nur ansatzweise, wie sehr es in Vic brodelt und welche Konsequenzen seine Frau mit ihrem Handeln auf sich zieht…

Fazit

Bei einem Erotik-Thriller, der hierzulande ab 12 freigegeben ist, sollte man in mancher Richtung nicht allzu viel erwarten – allerdings auch nicht gleich vom Schlimmsten ausgehen. Ich habe so manche Diskussion im Netz gesehen und konnte dabei nur den Kopf schütteln. Auch wenn das Werk nicht gerade mit viel nackter Haut glänzt, überzeugt es glücklicherweise mit netter Story und ordentlichem Spannungsbogen.

Der Film an sich ist eher ruhig und baut seine Anziehungskraft sehr gemächlich auf. Das Zusammenspiel von Ben Affleck und Ana de Armas ist jederzeit sehenswert und knistert auch ohne allzu eindeutige Gegebenheiten recht gut. Die Beiden treiben sich wortwörtlich zu tollen schauspielerischen Leistungen und gaben keinen Grund zur Beschwerde. Zwar war ein deutlicher optischer Altersunterschied nicht von der Hand zu weißen, der Glaubwürdigkeit der Handlung war es eher zuträglich.

Die Geschichte an sich spiele auf angenehme Weise mit dem Betrachter. Sicherlich hat man die meisten Dinge schon einmal irgendwo gesehen und war über manch dramatisch angepriesene Wendung nicht übermäßig überrascht, aber irgendwie nahm man diese Vertrautheit bewusst in Kauf. Man wog den Zuschauer in Sicherheit – der sich dann letztlich verschiedene Auflösungs-Varianten im Kopf zusammenbastelte, aber dennoch nicht wusste, für welche Version sich die Macher am Ende entschieden haben.

Der Verlauf war nicht immer frei von kleineren Ungereimtheiten, doch zu Gunsten der guten Unterhaltung nahm man dies in Kauf. Besonders das Finale schien mit heißer Nadel zusammengestrickt worden sein und bot ein paar unglaubwürdige Einlagen – die man noch irgendwo in Kauf nehmen konnte.

„Tiefe Wasser“ hat mir gefallen. Kein Werk für das ich blind ins Kino gerannt wäre, aber für den gemütlichen Filmabend daheim mehr als perfekt geeignet. Persönlich hat mir „Gone Girl“ mit Meister Affleck noch einen Ticken besser gemundet, doch auch hier war die investierte Zeit nicht verschwendet. Der Streifen war spannend, unterhaltsam und bot ein paar durchaus heiße Momente – die locker über absurde Passagen beim Finale wegschauen lassen.

7,5/10

Fotocopyright: Amazon

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