Filmbesprechungen

Cleaner (2025)

Inhalt

Es ist kein guter Tag für Joanna. Ihr Bruder fliegt aus dem Heim, der Job steht auf der Kippe und zu allem Überfluss darf sie Überstunden während der Feier ihrer Firma schieben. Sie ist für das Putzen von Fenstern zuständig und muss dann allerdings von Außen einer Geiselnahme beiwohnen, doch kann als ehemalige Elite-Soldatin natürlich nicht tatenlos der Dinge verharren…

Fazit

Es war schon extrem “zusammenkonstruiert”, was uns bei “Cleaner” aufgetischt wurde und die offensichtlichen Vorbilder waren natürlich zu keiner Zeit von der Hand zu weisen. Richtig gut kupferte man dabei zwar leider nicht ab, für einen unterhaltsamen Abend taugte das Ding aber allemal.

Während man die Geschichte im Kopf schon frühzeitig abhaken konnte, blieb uns immerhin ein solider Erzählfluss, der uns bis zum Ende passabel bei Laune hielt und zum Glück nur zu Beginn mit kleineren Längen beschäftigte. Die Einführung der Charaktere ging ebenfalls gut über die Bühne, Hauptfigur Daisy Ridley (Rey aus “Star Wars”) erkämpfte sich schnell viele Sympathiepunkte mit ihrer leicht chaotischen Art.

Schade hingegen der eher kurze Auftritt von Clive Owen, der auf dem Cover noch recht prominent beworben wurde. Er war hier eigentlich mein echter Hoffnungsträger, erhielt aber vergleichsweise wenig Screentime und verbrachte deren Hälfte auch noch hinter einer Maske. Er hatte den wesentlich charismatischeren Bösewicht abgegeben, aber sei es drum. Immerhin gaben sich die Macher um brauchbare Motive für die Handlung unserer Gegenspieler bemüht und zu einem gewissen Teil konnte man diese auch passabel nachvollziehen.

Nicht nur die Action, auch der Rest des Streifens war hübsch in Szene gesetzt – auch wenn der Hochglanz zuweilen etwas beliebig und nicht unbedingt wie eine teure Kinoproduktion rübergekommen ist. Alles wirkte glatt gelegt, doch mir hat es irgendwie ein wenig nach Charakter – beispielsweise einem Look mit etwas Filmkorn) gefehlt. Die CGI-Effekte gingen in Ordnung, die Choreografien der Gefechte waren nicht übel.

Die Handlung bot (mal abgesehen von bereits erwähnten Motivationsgründen der Geiselnehmer) wirklich nichts Neues und enttäuschte damit schon ein wenig. Während andere Mitbewerber wenigstens ein bisschen um neue Impulse bemüht sind, gab sich “Cleaner” jederzeit einfach gestrickt und scheute dabei auch nicht vor unglaubwürdigen Momenten – und sei es einfach nur eine flüsternde Konversation durch Fenster hindurch (die wohl gemerkt in etlichen hunderten Metern Höhe stattfanden).

“Cleaner” war so etwas wie “Stirb Langsam in London”, ohne allerdings die Klasse dieses oder anderer Vorbilder in diesem Bereich zu erreichen. Das Gebotene gab sich zwar weitestgehend angenehm kurzweilig, doch manche Ungereimtheiten und Logikprobleme stellten eine kleine Herausforderung an den Betrachter. Wer das Genre liebt und mit entsprechenden Erwartungen an die Sache heran geht, erhält einen brauchbaren Vertreter – der allerdings nicht lange in Erinnerung verbleiben wird. Durchschnitt auf ganzer Linie.

6/10

Fotocopyright: SquareOne Entertainment

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