Spielebesprechung

Gears of War Reloaded (PC)

Inhalt

Der Spieler schlüpft in die Rolle von Marcus Fenix, der von seinem Kameraden aus dem Gefängnis befreit wird und sogleich bei der Einhaltung einer Alien-Invasion behilflich sein muss…

Gameplay

“Gears of War” war seinerzeit vielleicht nicht der erste, aber zumindest der für mich am besten funktionierende Deckung-Shooter überhaupt.

Ihr steuert eure bullige Hauptfigur aus der Third-Person-Perspektive durch gradlinig gestaltete Levelabschnitte, sucht bei der Konfrontation mit den Gegnern am besten schnell die Deckung und ballert aus sicherer Distanz. Lässt sich ein Nahkampf allerdings nicht vermeiden, darf dabei gerne die im Maschinengewehr integrierte Kettensäge zum Zuge kommen und kurzen Prozess mit den Feinden machen.

Hin und wieder dürfen wir größere Geschützstellungen kapern oder kurzzeitig in Fahrzeugen Platz nehmen, meist sind wir jedoch zu Fuß unterwegs und werden durch unsere KI-Begleiter mehr oder weniger gut bei den Gefechten unterstützt. Oftmals hat man den Eindruck, dass man alles allein erledigen muss (selbst bei der Steuerung von Fahrzeugen, wo man am besten gleichzeitig fährt und ballert) und die Kumpanen nur Fassade sind.

Rätsel gibt es dagegen keine. Im Prinzip lauft ihr nur durch schlauchförmig gestaltete Areale und killt alle Gegner, bis sich wieder eine Tür zum weiteren Voranschreiten öffnet. Etwas nervig ist hierbei die Intelligenz eurer Widersacher – die euch manchmal einfach ignorieren oder planlos in der Gegend herumlaufen und erstmal gefunden werden müssen. Ist ja wichtig, da sich sonst besagte Tür zum nächsten Levelabschnitt nicht öffnet.

Spielzeit

Nach rund 8 bis 9 Stunden könnt Ihr mit dem Abspann der in 5 Kapitel unterteilten Hauptkampagne rechnen.

Präsentation

Die technische Seite wurde in einigen Reviews kritisiert, doch ich habe hier eigentlich nur wenig zu Meckern. Die verwendete Version der Unreal Engine (in diesem Falle Version 3) mag sicherlich nicht mehr die taufrischeste sein, dafür schaut das Spiel aber immer noch recht gut aus und performt vor allem auf schwächeren Systemen (in meinen Fall dem ROG Ally) sehr gut. Ich konnte das Spiel in Full-HD mit angepassten mittleren Settings sehr flüßig genießen und hatte nur 1 oder 2 mal kurze Frameeinbrüche, die zum Glück nicht kriegsentscheidend waren.

Der Sound klang – gemessen an den wuchtigen Waffen – leider etwas flach und hätte deutlich mehr “Bums” vertragen können. Die deutsche Sprachausgabe wirkte mit ihren witzigen Synchronsprechern (ich kam mir oft vor wie in einer Folge der Simpsons) und noch witzigeren Sprüchen ziemlich bizarr, nahm dem Treiben aber etwas an Härte und unterstrich einen gewissen Comic-Charakter, den die bulligen Figuren sowieso schon suggerierten.

Positiv

  • zeitloses Deckungs-Shooter-Gameplay
  • schneller Spieleinstieg
  • spaßige Ballereien
  • hübsche Grafik
  • witzige Sprachausgabe
  • ausgezeichnete Performance auf kleineren Systemen

Neutral

  • minimale, kurze Frameeinbrüche
  • wenig abwechslungsreiches Gegnerdesign

Negativ

  • KI der Gegner nicht sonderlich schlau
  • keinerlei Rätsel oder sonstige Abwechslung (bis auf kurze Fahrabschnitte)
  • eigene KI Kumpanen nicht sonderlich hilfreich

Fazit

Playstation-Jünger jubeln, der Rest schaut ein wenig resigniert in die Röhre. Vom eigentlichen Spielprinzip macht auch die aktuelle Auflage von “Gears” noch eine Menge Spaß, doch XBOX- und PC-Zocker hatten bereits vor Jahren die Möglichkeit zum Nachholen dieser Perle – und dabei (zumindest was man im Netz so liest) weniger mit technischen Problemen zu kämpfen.

Obwohl ich das Game für die Microsoft-Konsole bereits im Original und Remake von 2016 habe, bin ich nun erneut auf dem Ally erneut auf Alien-Hatz gegangen und habe das unkomplizierte Gameplay vor allem auf den Zugfahrten zur Arbeit sehr genossen. Das prächtig funktionierende Deckungs- bzw. Ballersystem machte nachwievor großen Spaß und überbrückte die Zeit im Abteil mit viel Kurzweil – doch mehr als ein launiger Snack ists eben für mich nicht (mehr) gewesen.

Ihr müsst natürlich selbst entscheiden, ob Ihr erneut oder zum ersten Mal in die Welt von “Gears” abtauchen wollt – einen Blick ist dieses Kultspiel irgendwo schon noch wert, nur sollte es vor allem beim Spieldesign nicht mit brandaktuellen Produktionen verglichen werden. Es hat Ecken und Kanten, die Spielbarkeit geht aber noch voll in Ordnung.

Grafik: 8/10 | Sound: 7/10 | Gameplay: 5/10 | Gesamt: 7/10

Fotocopyright: Xbox Game Studios

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