Drive-Away Dolls
Inhalt
Frisch nach der letzten Trennung begibt sich Jamie auf einen Roadtrip mit einer guten Freundin. Eigentlich wollten sie nur einen Wagen nach Tallahassee überführen und die dortige Verwandtschaft besuchen, doch plötzlich sind zwielichtige Gestalten hinter ihnen her…
Fazit
Am Anfang fühlte sich “Drive-Away Dolls” wie ein Unfall an – das Gebotene war irgendwie nicht sonderlich schön, aber irgendwie konnte man auch nicht wegschauen. Das Charakterdesign war schräg, die Inszenierung überraschend unkonventionell und geradeaus, also alles ein wenig gewöhnungsbedürftig.
Die Geschichte war im Grunde recht einfach gestrickt und schon dutzende Male gesehen, doch dank einiger schräger Elemente erstaunlich frisch und irgendwie nicht so ganz vorherschaubar. Möglicherweise haben uns die Macher mit bizarren und seltsamen Momenten auch immer mal wieder aus der Bahn geworfen und somit den inneren Kompass verstellt, den Unterhaltungswert stets auf andere Weise befeuert.
Neben einigen lesbisch angehauchten (und gut gefilmten) Szenen gab es auch ein paar wilde Abschnitte, die an kleinere Drogen-Tripps erinnerten und fast schon Vibes von “Fear and Loathing in Las Vegas” aufkeimen ließen – natürlich ohne ganz dessen großartige Klasse zu erreichen oder diese Momente ähnlich ausgiebig auszubauen.
Die Hauptdarstellerinnen Margaret Qualley und Geraldine Viswanathan überzeugten auf ganzer Linie und gaben ein tolles, ungleiches Paar ab, welches auch Gaststars wie Pedro Pascal oder Matt Damon locker an die Wand spielte. Technisch war alles im grünen Bereich und es gab nichts zu bemängeln. Die Optik war hochwertig, die Audio-Abmischung stellenweise extrem gut und die Synchronisation ging in Ordnung.
Die Coen-Brüder sind für schräge Machwerke bekannt und hier blieb sich zumindest einer von Ihnen (Ethan) treu. Eigentlich war “Drive-Away Dolls” gar nicht so prickelnd, doch irgendwie blieb man stets am Ball und wurde durchwegs prima bei Laune gehalten. Freunde ungewöhnlicher (Road-)Movies dürfen also gerne mal einen genaueren Blick riskieren.
7/10
Fotocopyright: LS8ZF


