Gone Baby Gone – Kein Kinderspiel
Inhalt
Ein kleines Mädchen wird vermisst und die Familie besitzt nicht das größte Vertrauen in die Polizei. Sie heuern einen Privatdetektiv aus dem Viertel an und hoffen, dass er mit seiner Art und Verbindungen etwas mehr als die Uniformträger in Erfahrung bringen kann…
Fazit
Die Buchvorlage soll grandios sein, doch ein Vergleich hierzu kann ich leider nicht erbringen. Ich persönlich jedoch ziehe vor dem Regiedebüt von Ben Affleck dennoch meinen virtuellen Hut und spende innerlich eine Menge an Beifall. Mittlerweile habe ich den Streifen drei mal gesehen und die gestrige Sichtung wird sicherlich auch nicht die Letzte gewesen sein.
An diesem Werk ist beinahe alles rund und jedes kleine Zahnrädchen spielt perfekt ineinander. Angefangen bei der hervorragenden Zeichnung aller Charaktere, bis hin zu den sehenswerten Schauplätzen, die einen ganz eigenen Charme versprühen und uns gnadenlos in eine ungeschönte Welt Einblick gewährten. Dazu gesellen sich grandiose Darsteller, deren Emotionen so greifbar wie mitreißend rüber kamen und mit ihren Ansichten für Material im Hirn sorgten.
Egal ob es nun Casey Affleck oder Ed Harris waren – man konnte sich gut in die Köpfe der Beteiligten hineindenken und vor allem die vielen moralischen Fragen mit ihnen gemeinsam abarbeiten. Dabei nahm Regisseur Affleck nie Stellung ein und überließ dem Zuschauer seine Entscheidung. Es gab hervorragende Argumentationen auf allen Seiten, jedoch nie den erhobenen Zeigefinger.
Die Handlung war spannend bis zur letzten Minute – und das sogar bei sich abzeichnenden Finale oder der mehrfachen Begutachtung. Setting und Geschichte luden zum intensiven Abtauchen, aber auch zum fleißigen Mitdenken ein – und das jedes Mal aufs Neue. Zwar war die Auflösung (nach der das Geschehen noch nicht zu Ende war und eine innerliche Zerrissenheit größer wurde) eher simpel, der Weg dorthin aber komplex erwirtschaftet.
Mit “Gone Baby Gone” haben die Affleck-Brüder eindrucksvoll abgeliefert. Während der Eine ein Händchen für die tolle Erzählung und grandiose audiovisuelle Umsetzung hatte, spielte der Andere eindrucksvoll und stellenweise fast schon schmerzhaft gut. Freunde dichter Thriller mit einem gewissen Anspruch kommen hier jedenfalls voll auf Ihre Kosten!
8,5/10
Fotocopyright: STUDIOCANAL


