Filmbesprechungen

Babylon A.D.

Aufgrund aktueller Sichtung wurde dieses Review aus dem Archiv übernommen und hier sauber formatiert. Möglichweise wurden einige Passagen überarbeitet und die Wertung nach aktuellen Maßstäben noch einmal korrigiert.

Inhalt

Toorop ist ein Söldner und schlägt sich in einem von Chaos und Verfall geprägten Europa durch. Mit zwielichtigen Jobs hält er sich über Wasser und träumt davon, nach Amerika zu fliehen. Schließlich bietet sich ihm eine Gelegenheit: Er soll ein junges Mädchen zusammen mit ihrer Aufpasserin sicher in die USA bringen – gegen eine ordentliche Bezahlung.

Was zunächst nach einem machbaren Auftrag klingt, entwickelt sich schnell zu einer gefährlichen Verfolgungsjagd quer durch verschiedene Länder. Offenbar verbirgt das Mädchen ein großes Geheimnis, denn plötzlich interessieren sich immer mehr Parteien für ihren Transport…

Fazit

Mit Pitch Black und Riddick hat sich Vin Diesel als solider Sci-Fi-Darsteller etabliert. Mit Babylon A.D. versucht er, diesen Ruf weiter auszubauen. Nach zwei Sichtungen – zuletzt auf Blu-ray – bleibt ein insgesamt ordentlicher Eindruck.

Die Story bedient sich zwar deutlich bei bekannten Genrevertretern, kann aber durch ihre dichte Atmosphäre dennoch Eigenständigkeit entwickeln. Die düsteren Schauplätze und die allgegenwärtige, bedrückende Stimmung sind gelungen umgesetzt und erschaffen eine glaubwürdige, trostlose Zukunftswelt. Am ehesten lässt sich ein Vergleich zu Children of Men ziehen, auch wenn dieser filmisch noch etwas ausgefeilter wirkt.

Der Erzählfluss ist insgesamt solide: nicht herausragend, aber auch selten wirklich langweilig. Einige Längen und verzichtbare Szenen sind vorhanden, doch der rote Faden bleibt stets erkennbar. Vin Diesel bleibt dabei erwartungsgemäß in seiner Komfortzone – physisch präsent, aber schauspielerisch eher zurückhaltend. Große Überraschungen sollte man hier nicht erwarten. Positiv fallen hingegen die Nebenrollen auf, insbesondere Auftritte von Gérard Depardieu und Charlotte Rampling.

Das Produktionsdesign schwankt zwischen originell und funktional. Die Drehorte hingegen wissen zu überzeugen und sorgen für eine stimmige visuelle Wirkung. Die Action ist solide inszeniert und erfüllt ihren Zweck. Die CGI-Effekte wirken stellenweise etwas unausgereift, fügen sich insgesamt aber noch akzeptabel ins Gesamtbild ein – deutlich über dem Niveau typischer TV-Produktionen.

Babylon A.D. ist vor allem visuell interessant, erreicht jedoch nie mehr als gehobenes Mittelmaß. Der Film unterhält über weite Strecken ordentlich, ohne echte Begeisterung auszulösen. Vin Diesel bleibt hinter seinen Möglichkeiten, während der Rest des Casts solide abliefert.

Trotz einiger Schwächen bietet der Film kurzweilige Sci-Fi-Unterhaltung und ist für Genre-Fans einen Blick wert.

6,5/10

Fotocopyright: LEONINE

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