Filmbesprechungen

Auferstanden

Aufgrund aktueller Sichtung wurde dieses Review aus dem Archiv übernommen und hier sauber formatiert. Möglichweise wurden einige Passagen überarbeitet und die Wertung nach aktuellen Maßstäben noch einmal korrigiert.

Inhalt

Militärtribun Clavius erhält den Auftrag, die Kreuzigung dreier Männer zu überwachen. Einer von ihnen trägt eine Dornenkrone und sorgt bei den Römern für großes Unbehagen. Es heißt, dieser Mann werde nach seinem Tod auferstehen und damit einen gewaltigen Volksaufstand auslösen.

Clavius wird damit beauftragt, die Leiche zu bewachen und sicherzustellen, dass sie nicht verschwindet. Er darf seinen „Schützling“ unter keinen Umständen aus den Augen verlieren…

Kritik

Was Regisseur Kevin Reynolds hier geschaffen hat, ist mehr als beachtlich. Ich bin weder besonders religiös noch ein großer Fan von Bibelverfilmungen – doch dieser Film hat mich von Anfang bis Ende gefesselt und einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Besonders hervorzuheben ist die visuelle Umsetzung: Beeindruckende Landschaftsaufnahmen, starke Kamerafahrten und eine insgesamt sehr stimmige Bildsprache sorgen dafür, dass man sich mitten ins Geschehen versetzt fühlt. Kostüme und Kulissen sind hervorragend gestaltet und wirken durchweg authentisch – nichts erinnert an künstliche Studioaufbauten. Auch das Tempo stimmt: Der Film ist weder hektisch noch langatmig, sondern findet genau die richtige Balance. Technisch gibt es hier kaum etwas zu kritisieren.

Joseph Fiennes liefert eine beeindruckende schauspielerische Leistung ab. Seine Charakterentwicklung gehört zu den größten Stärken des Films. Anfangs wirkt seine Figur eher unsympathisch – wenn auch nachvollziehbar in ihrem Handeln. Im Verlauf der Geschichte durchlebt er jedoch eine tiefgreifende Wandlung, die überzeugend und glaubwürdig dargestellt wird. Diese Entwicklung ist gut aufgebaut, überraschend, aber im Kontext der Handlung absolut schlüssig.

Obwohl die groben Züge der Geschichte bekannt sein dürften, gelingt es Reynolds, mit seiner Interpretation neue Akzente zu setzen. Vor allem visuell hebt sich der Film deutlich von klassischen Bibelverfilmungen ab. Die Handlung ist zwar überschaubar, wird jedoch durch starke Dialoge und eine gelungene Dramaturgie aufgewertet. Dadurch entsteht eine Spannung, die man im Vorfeld vielleicht gar nicht erwartet hätte – sei es aufgrund der Thematik oder weil man glaubt, die Geschichte bereits zu kennen.

Auferstanden ist eindrucksvolles Kino, das weit über ein klassisches Bibeldrama hinausgeht. Eine hochwertige Inszenierung, überzeugende Darsteller und eine überraschend packende Umsetzung machen den Film zu einer klaren Empfehlung – auch für Zuschauer, die mit religiösen Themen sonst wenig anfangen können.

Anfangs hatte ich meine Zweifel, doch der Film hat mich positiv überrascht. Wer sich darauf einlässt, bekommt ein atmosphärisch dichtes und visuell starkes Werk geboten. Auch wenn die Thematik nicht jeden anspricht, lohnt sich ein Blick auf jeden Fall.

8/10

Fotocopyright: Sony Pictures Entertainment (PLAION PICTURES)

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