Filmbesprechungen

Dead Presidents

Aufgrund aktueller Sichtung wurde dieses Review aus dem Archiv übernommen und hier sauber formatiert. Möglichweise wurden einige Passagen überarbeitet und die Wertung nach aktuellen Maßstäben noch einmal korrigiert.

Inhalt

Die Schulzeit ist vorbei, und für eine Gruppe von Freunden beginnt der Ernst des Lebens. Anthony träumt davon, zum Militär zu gehen und „ein richtiger Mann“ zu werden, während die anderen noch keine klaren Pläne für ihre Zukunft haben.

Schließlich landen sie alle im Vietnamkrieg, wo sie sich in einer Spezialeinheit behaupten. Nach ihrer Rückkehr erwarten sie Anerkennung und ein besseres Leben – doch die Realität sieht anders aus. Die Stimmung in der Heimat hat sich gewandelt, und statt als Helden gefeiert zu werden, stoßen sie auf Ablehnung. Auch beruflich stehen sie vor dem Nichts: Gute Jobs sind rar, und ihre militärischen Auszeichnungen helfen ihnen kaum weiter.

Vom Leben enttäuscht und zunehmend verzweifelt, sehen Anthony und seine Freunde schließlich keinen anderen Ausweg mehr und planen einen Banküberfall – eine Entscheidung mit fatalen Konsequenzen…

Fazit

Einen Preis für große Originalität gewinnt Dead Presidents sicherlich nicht, doch die stimmige Umsetzung und die starken Charaktere machen das mehr als wett. Schon nach kurzer Zeit wird man in die Geschichte hineingezogen und kann die Sorgen und Nöte der Figuren gut nachvollziehen. Viele ihrer Entscheidungen wirken – so drastisch sie auch sein mögen – verständlich und nachvollziehbar.

Die Darsteller überzeugen auf ganzer Linie. Ihre Leistungen sind intensiv, glaubwürdig und durchgehend stark. Besonders überraschend ist Chris Tucker, den man eher aus komödiantischen Rollen wie in Rush Hour kennt – hier zeigt er eine ganz andere Seite. Auch die Nebenrollen sind hervorragend besetzt und tragen zur dichten Atmosphäre bei. Larenz Tate liefert als Hauptdarsteller eine beeindruckende und vielschichtige Performance ab.

Der Film übt deutliche Kritik an politischen und gesellschaftlichen Zuständen, zeichnet ein schonungsloses Bild des Vietnamkriegs und bleibt dabei durchgehend spannend. Die Balance zwischen kritischer Auseinandersetzung und packender Inszenierung gelingt sehr gut. Zwar bietet die Geschichte wenig wirklich Neues, doch die Art und Weise der Darstellung überzeugt.

Die Kriegsszenen sind hart und realistisch inszeniert, ohne etwas zu beschönigen. Sie verdeutlichen eindrucksvoll, welche Erfahrungen die Figuren gemacht haben, und erklären ihre spätere Verzweiflung umso nachvollziehbarer. Unterstützt wird das Ganze durch einen passenden Soundtrack und eine solide technische Umsetzung. Jeder Abschnitt des Films – vom Leben im Ghetto über den Krieg bis hin zur Rückkehr – besitzt dabei seinen eigenen, stimmigen Stil.

Vom harten Alltag im Ghetto über die brutalen Erfahrungen in Vietnam bis hin zur trostlosen Realität danach: Dead Presidents ist ein intensives und schonungsloses Porträt verzweifelter Männer, das lange nachwirkt.

Auch wenn es inhaltlich keine völlig neuen Wege geht, überzeugt der Film durch seine kraftvolle Inszenierung und seine emotionale Wucht. Eine klare Empfehlung für alle, die sich auf dieses unbequeme, aber eindringliche Thema einlassen möchten.

8,5/10

Fotocopyright: Buena Vista

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