Slither – Voll auf den Schleim gegangen
Aufgrund aktueller Sichtung wurde dieses Review aus dem Archiv übernommen und hier sauber formatiert. Möglichweise wurden einige Passagen überarbeitet und die Wertung nach aktuellen Maßstäben noch einmal korrigiert.
Inhalt
Eines Nachts stürzt ein unbekanntes Flugobjekt in der Nähe des kleinen Ortes Wheelsy ab. An Bord befinden sich seltsame wurmartige Kreaturen, die zunächst Besitz von dem unsympathischen Mr. Grant ergreifen. Sie nisten sich in seinem Körper ein, übernehmen die Kontrolle über sein Verhalten und steigern vor allem seinen unstillbaren Appetit.
Seine Frau bemerkt schnell, dass mit ihm etwas nicht stimmt. Doch bevor sie den Sheriff und die übrigen Bewohner überzeugen kann, ist es beinahe zu spät: Ein Großteil der Stadt hat sich bereits in zombieartige Wesen verwandelt, die nur noch eines wollen – Fleisch…
Kritik
Slither ist so etwas wie ein moderner Genre-Klassiker – oder zumindest auf dem besten Weg dorthin. Noch fehlt ihm vielleicht der endgültige Kultstatus, doch er trägt die DNA der großen Vorbilder in jeder Szene.
Der Film bedient sich unverblümt bei Klassikern wie Die Nacht der Creeps und ähnlichen Horrorstreifen, wirkt dabei aber erstaunlich frisch und unterhaltsam. Statt wie ein liebloser Abklatsch daherzukommen, präsentiert sich das Ganze als liebevolle Hommage, die sich selbst nicht zu ernst nimmt – und genau darin liegt ihre Stärke.
Genre-Fans fühlen sich sofort heimisch: Kulissen, Handlung und Figuren sind zwar nicht neu, aber gekonnt kombiniert und modern inszeniert. Die Effekte sind deutlich hochwertiger als bei vielen älteren Vorbildern, ohne dabei den Charme klassischer Handarbeit zu verlieren. Man merkt dem Film an, wie viel Herzblut in ihm steckt.
Was auf den ersten Blick wie ein einfacher Horrorfilm wirkt, entpuppt sich als detailreiche Mischung aus Anspielungen, Humor und Genre-Referenzen. Viele dieser Feinheiten erschließen sich erst bei mehrmaligem Sehen. Die Dialoge sind pointiert und nehmen das Genre gekonnt auf die Schippe, ohne es dabei lächerlich zu machen. Trotz aller Ironie bleibt die Handlung nachvollziehbar und behält eine gewisse Ernsthaftigkeit.
Auch der Cast überzeugt: Mit Nathan Fillion (Firefly, Castle) und Michael Rooker (Mississippi Burning, Mallrats) stehen zwar keine typischen Blockbuster-Stars vor der Kamera, dafür aber Darsteller mit viel Charisma und Kultstatus. Elizabeth Banks ergänzt das Ensemble überzeugend und fügt sich gut ins Gesamtbild ein.
Im Vergleich zu Filmen wie Scary Movie, die stark auf überzogene Parodie setzen, geht Slither einen deutlich stilvolleren Weg. Der Humor ist subtiler, die Verneigung vor den Klassikern spürbar ehrlicher. Trotz aller Gags bleibt der Film spannend und entwickelt eine eigene Identität.
Slither ist eine unterhaltsame, charmante Hommage an das Horror-Genre, die gekonnt Humor und Spannung verbindet. Zwar reicht es nicht ganz zum absoluten Kultfilm, doch als kurzweiliger und liebevoll gemachter Zeitvertreib funktioniert er hervorragend.
Ein Film, der sich besonders für Fans klassischer Horrorstreifen lohnt – und definitiv einen Platz in der Sammlung verdient, gerade in der HD-Version.
7/10
Fotocopyright: Plaion Pictures


