Filmbesprechungen

District 9

Aufgrund aktueller Sichtung wurde dieses Review aus dem Archiv übernommen und hier sauber formatiert. Möglichweise wurden einige Passagen überarbeitet und die Wertung nach aktuellen Maßstäben noch einmal korrigiert.

Inhalt

Vor knapp 20 Jahren ist ein unbekanntes Flugobjekt zur Erde gekommen und hat über der südafrikanischen Stadt St. Petersburg Halt gemacht. Zunächst wusste man nicht, welche Absicht hinter dem Besuch steckt, doch schon bald wird klar, dass es sich um ein Flüchtlingsschiff handelt.

Die gestrandeten Außerirdischen werden zu Boden gebracht und fortan in Ghettos eingefercht. Sie leben getrennt von den Menschen, und ein eigener Stadtteil mit Kriminalität und allem Drum und Dran entsteht.

Da der Druck aus der Bevölkerung immer größer wird, sollen die Fremdlinge in ein neues Heim außerhalb der Stadt umquartiert werden. Natürlich geht man dabei streng bürokratisch vor und entsendet eine eigene Einheit, die Unterschriften für Einwilligungen sammeln soll – und dabei in ungeahnte Schwierigkeiten gerät…

Fazit

Würde ich in diesem Jahr einen Innovationspreis verleihen, wäre „District 9“ mit seiner ungewöhnlichen Aufmachung sicherlich ein ganz heißer Kandidat auf den Titel. Die Thematik ist zwar nicht völlig neu, wirkt aber dennoch unverbraucht und sehr ansprechend.

Wichtige gesellschaftliche Themen wie Rassismus und Vorurteile wurden zu einem launigen Spielfilm mit besonders sehenswerten Effekten verarbeitet. Gefällig ist dabei auch die Erzählweise, die zuweilen an eine Dokumentation erinnert und das Geschehen dadurch noch intensiver wirken lässt.

Die Außerirdischen erinnern ein wenig an Zoidberg aus Futurama, sind jedoch erstklassig animiert und fügen sich überzeugend in ihre Umgebung ein. Auch ohne klassische Sympathieträger zu sein, ist ihre Lage nachvollziehbar und im gegebenen Rahmen sogar glaubhaft inszeniert.

Der Zuschauer kann richtig mitfiebern und fühlt sich dank der starken Kameraarbeit mitten ins Geschehen versetzt. Die Atmosphäre ist unglaublich dicht, und das Szenario bleibt weitgehend unvorhersehbar. Man weiß nie genau, wie die Fremdlinge reagieren oder was die Menschen als Nächstes tun werden. Der daraus entstehende Konflikt erfordert Fingerspitzengefühl und wurde sehr unterhaltsam umgesetzt.

Da die Geschichte größtenteils kurzweilig und ohne größere Längen voranschreitet, fällt das Gesamtresultat sehr positiv aus. Auch wenn zum absoluten Kultstatus noch etwas fehlt, ist dies definitiv kein Film, bei dem man seine Zeit vergeudet.

Der Film ist durchweg unterhaltsam, steigert sich behutsam und erreicht eine starke Dynamik, auch wenn das Finale nicht ganz mit dem furiosen Auftakt mithalten kann. Dafür gibt es einen halben Punkt Abzug in der Gesamtwertung – dennoch bleibt eine klare Empfehlung.

Ich persönlich wäre einer Fortsetzung jedenfalls nicht abgeneigt und freue mich über das vorliegende Ergebnis.

7,5/10

Fotocopyright: Sony Pictures Home Entertainment

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