(Asien-)Filme, Serien, Videospiele, Fotografie

Schlagwort: Drama (Seite 2 von 71)

The Witch -Part 2: The Other One

Inhalt

Nach einem blutigen Zwischenfall in einem Forschungskomplex, gelingt einem jungen Mädchen die Flucht und sie lernt zum ersten Mal die Welt außerhalb der Mauern kennen. Über einen kleinen und nicht minder blutigen Umweg landet sie bei Kyung-hee und ihrem Bruder, die sie fürsorglich aufnehmen. Der neue Frieden ist jedoch nur von kurzer Dauer, denn die Jagd nach der Flüchtigen hat bereits begonnen…

Fazit

Der Vorgänger hat die Messlatte extrem hoch gelegt und entsprechend die Erwartungen an dessen Fortsetzung. Vorweg sei bereits verraten: an die Klasse von „Subversion“ kommt „The Other One“ zwar nicht ganz heran – trotzdem servieren uns die Koreaner einen Actionstreifen, der sich sehen lassen kann und das Heimkino mit furiosen Gefechten erneut zum Beben bringt.

Die Sicherung des Erstlings mag zum besseren Verständnis sicherlich zum Vorteil sein, ist aber kein unbedingtes Muss. Man findet sich in der Geschichte prima zurecht, auch wenn die Erzählstruktur am Anfang noch leicht fragmentiert wirkt und sich erst nach und nach ein wenig lichtet. Immerhin erhöht dies direkt die Aufmerksamkeit und irgendwann ist man problemlos >drin< und setzt die Mosaikstücke mühelos zusammen.

Der Erzählfluss war sehr gut. Ruhigere und hektischere Passagen wechselten sich wieder in einem angenehmen Tempo ab, hielten den Zuschauer stets bei der Stange. Diesmal hat man sogar ein wenig Humor einfließen lassen – welcher zum Glück richtig dosiert wurde und die insgesamt eher ernste Gangart nicht verwässerte. Die Macher hatten ein ausgezeichnetes Gespür, um auch hier die Balance zu halten und den Bogen in keiner Richtung zu überspannen – abgesehen von krassen Finale, bei dem alle Dämme brechen und das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht zu bekommen war.

Die Gefechte waren dann wieder mal mein persönliches Highlight. So genial erdachte und optisch beachtlich inszenierte Duelle bekommt man nur selten zu Gesicht und umso größer die Freude hierrüber. Wenn es bei diesem Streifen zur Sache ging, dann aber richtig und nicht gerade zimperlich. Hier lässt sich die Handschrift der Macher (Studiowechsel hin oder her) nicht verleugnen – und das war auch gut so.

Obwohl die Darsteller nahezu komplett ausgetauscht wurden und der Fokus nun auf einer neuen Figur lag, hatte dies keine Auswirkung auf das Gelingen des Projektes. Die neuen Gesichter haben durch die Bank weg überzeugt und standen ihren Kollegen leitungstechnisch in Nichts nach. Es gelang sogar eine annähernd großartig agierende Hauptrolle zu besetzen und alle Sympathien – egal in welcher Lage – auf sie zu lenken. Park Eun-bin konnte Drama genauso gut wie abgebrühte Action und dazwischen drollig durch den Supermarkt schlendern, um mit wilden Fressattacken zum Lachen zu animieren.

Bei einem koreanischen Film muss man wohl kaum noch über Technik sprechen und deshalb sei dies hier nur am Rande erwähnt. Ich schreibe immer so gerne über die markante „Korea-Optik“ oder den unverwechselbaren „Korea-Look“, der natürlich auch hier wieder präsent war und mit hochwertigen Bildern bestach. Für mich da eher erwähnenswert die erneut lobenswertige deutsche Synchronisation, die uns gar nicht erst auf die Idee zum Wechsel auf den O-Ton mit Untertiteln brachte und den Film ohne Hürden genießen ließ.

Wer „Subversion“ mochte, wird auch „The Other One“ direkt ins Herz schließen. Der Fortsetzung fehlt es vielleicht an Überraschungsmomenten, die dem Vorgänger aufgrund seiner damals noch sehr frischen Handlung vorbehalten waren, doch das ist Meckern auf hohem Niveau. Erneut garniert man uns perfekt choreografierte, wuchtige Action – die Hand in Hand mit „normalem“ mit nicht minder spannenden Spielfilmelementen einher ging und sogar etwas Witz mit sich brachte. Im tollen Beiheft des Mediabooks habe ich mehr über die komplizierte Entstehungsgeschichte des Filmes erfahren – würde mich aber dennoch freuen, wenn man sogar noch einen dritten Teil herausbringen würde. Vielleicht kann man hier die Geschichten der Charaktere ja irgendwie sinnig und gewohnt brachial überschneiden lassen…

8,5/10

Das Testexemplar wurde freundlicherweise von Alpha Film bzw. mediabook.shop zur Verfügung gestellt! Vielen Dank!

Weitere Infos & Bestellung unter:
https://mediabook.shop/news/alpha-film-the-witch

The Witch – Part 1: Subversion

Inhalt

Die junge Koo Ja-yoon lebt als Adoptivtochter bei leben Pflegeeltern in recht einfachen Verhältnissen. Um die finanzielle Lage der Familie zu verbessern meldet sie sich bei einer Talentshow im Fernsehen an und hat mit ihren beeindruckenden Zaubertricks tatsächlich gute Aussichten auf einen lukrativen Erfolg. Leider werden mit diesem Auftritt auch finstere Gestalten aus ihrer Vergangenheit auf sie aufmerksam und kreuzen alsbald ihren Weg…

Fazit

Wieder einmal gilt der alte Spruch: besser spät, als nie.

Vielleicht wurde damals etwas unglücklich kommuniziert oder besser besagt betitelt, dass es sich bei „The Witch: Subversion“ um den Auftakt einer Reihe handelt (zumindest ließ es der Hinweis „Part 1“ vermuten) und ich deshalb erst bis zu einer Fortsetzung warten wollte – um nicht mittendrin und vielleicht ohne befriedigenden Abschluss wortwörtlich in die berühmte Röhre schauen zu müssen.

Zunächst sei gesagt, dass die „Angst“ zum Glück völlig unbegründet war. Für sich allein ergab der Film bereits Sinn, wirkte absolut rund und wurde vor allem vernünftig zu Ende erzählt. Zwar ließ man sich aufgrund der durchaus komplexen Handlung ein Fenster zum weiteren Ausbau offen, aber mit dem gebotenen Finale hätte man bereits gut leben können.

„Subversion“ war ein Werk, welches sich zu Beginn ein wenig Zeit ließ und ganz behutsam den Adrenalinpegel nach oben schraubt. Besonders das letzte Drittel stand in einem krassen Kontrast zum Rest und lieferte dann ein Dauerfeuer aus harter Action, irren Storywendungen und coolen Figuren in geballter Form. Alles was sich im Vorfeld aufgestaut hatte, wurde nun von der Leine gelassen und ließ den Zuschauer mit heruntergeklappter Kinnlade vor dem Schirm (oder in meinem Falle: der Leinwand) erstaunen.

Die Mischung aus eben diesem ruhigen Auftakt mit ausführlicher Zeichnung seiner Charaktere und dem kompromisslosen Aufeinandertreffen selbiger im Finale war einfach genial und harmonierte super miteinander. Kein Part war langweilig und kein Part war im Gesamtbild zu lang oder zu kurz geraten. Es fühlte sich manchmal beinahe so an, als würde man zwei grundverschiedene Filme schauen – die dann doch miteinander schlüssig verwoben wurden und sich prima ergänzten.

Streng genommen war die Grundgeschichte nicht unbedingt ein Musterbeispiel für Originalität, aber ihre Erzählstruktur kaschierte dies hervorragend und verdient dafür schon wieder großes Lob. Durch seine zunächst beschauliche „Teenie-Handlung“ führte uns der Titel über weite Strecken aufs Glatteis, bzw. lenkte von seinen eigentlichen Intentionen ab – weshalb er uns mit seinen kleineren (und später auch größeren) Gewaltspitzen immer wieder angenehm überraschen konnte.

Sensationell agierte Hauptdarstellerin Kim Da-mi, die mit einem großen Fundus an Mimiken daher kam und die enorm unterschiedlichen Züge ihrer Figur überzeugend zum Besten gab. Sie ging in Ihrer Rolle auf, stahl allen anderen – ebenfalls enorm gut aufgelegten – Kollegen die Schau und sorgte oft für großartige Gänsehautmomente.

Technisch zeigte sich der Streifen von seiner besten Seiten und leistete sich keine Schwächen. Das Geschehen kam in einen gewohnt hochwertigen „Korea-Look“ daher und lud ab der ersten Sekunde zum Abtauchen ein. Die brachiale Sound-Abschmischung ließ beim Schlusspart so richtig die Muckis spielen und schüttelte das Heimkino mit jedem Schlag der sich beharkenden Akteure ordentlich durch. Das Grinsen wurde von Sekunde zu Sekunde breiter und eine Wertung im hohen Punktebereich für mich immer gewisser.

„The Witch: Subversion“ ist koreanisches Unterhaltungskino in nahezu perfekter Form. Audiovisuell beeindruckend, von der Handlung her extrem spannend gemacht und von allen Beteiligten erstklassig gespielt. Langweile hatte trotz vieler ruhiger Momente keine Chance und spätestens beim derben Finale blieb man kaum mehr ruhig auf dem Sofa hocken. Man fühlte sich wie in einem Rausch aus Blut und ästhetischen Aufnahmen, wollte noch lange nicht den drohenden Abspann erblicken und mehr Zeit mit seinen Bildschirmhelden verbringen. Dankenswerterweise fuhr man hiervor noch einmal den Puls herunter und stimmte uns auf den Fortgang der packenden Handlung ein – auf den ich nun natürlich extrem gespannt bin. Für mich ist diese >Hexe< definitiv ein Überraschungstitel und auf jeden Fall mehr als nur eine warme Empfehlung wert!

9/10

Fotocopyright: Alpha Film

Das Testexemplar wurde freundlicherweise von Alpha Film bzw. mediabook.shop zur Verfügung gestellt! Vielen Dank!

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Heavy Rain (Playstation 4)

Inhalt

Der so genannte „Origami-Killer“ treibt sein Unwesen und hält die Stadt in Atem. Vermisste Kinder werden nach einigen Tagen nur noch tot aufgefunden und die Polizei tappt im Dunkeln. Der Spieler schlüpft nun in die Rolle von mehreren Personen und erlebt die Geschichte rund um die schwierigen Ermittlungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln…

Gameplay

Mit „Heavy Rain“ gingen die Programmierer von „Quantic Dream“ damals (ursprünglich auf der Playstation 3) in großen Schritten in die Richtung, die sie später mit „Detroit became Human“ beinahe perfektioniert hatten. Statt auf reale Filmsequenzen zu setzen, bewegt sich der Spieler in einer realistisch nachgebildete 3D-Umgebungen und manövriert seine Figuren aus der Third-Person-Perspektive.

Es gilt Indizien zu untersuchen, mit Figuren zu sprechen oder schlichtweg seine auf Knopfdruck eingeblendeten Gedankengänge abzuarbeiten. An bestimmten Stellen werden die passenden Tasten bzw. Bewegungen eingeblendet und der Spieler muss diese entsprechend korrekt arbeiten. Diese Aktionen sind überwiegend ruhig und verzeihen Fehleingaben, hin und wieder gibt es jedoch ein paar hektischere Quicktime-Events – die durchaus über Leben und Tod entscheiden.

Überhaupt gibt es meist verschiedene Handlungsweisen oder Dialogentscheidungen, die den Fortgang der Geschichte beeinflussen. So ergibt sich bei Bedarf ein relativ hoher Wiederspielwert, da verschiedene Varianten ausprobiert werden können.

Spielzeit

Auch dieser Titel lebt – wie beim Gameplay bereits angesprochen – von unterschiedlichen Herangehensweisen bzw. Entscheidungen, die zu den unterschiedlichen Enden führen. Für einen einfachen Durchgang habe ich zirka 10 Stunden benötigt.

Präsentation

Optisch war „Heavy Rain“ bei seinem Debüt auf der Playstation 3 ein echter Hingucker, doch selbst zu seinem Re-Release auf der Playstation 4 nur noch „in Ordnung“. Die Figuren schauen manchmal etwas seltsam aus und vor allem die Größenverhältnisse gegenüber Gegenständen sind nicht immer optimal eingefangen – trotzdem kann man es noch einigermaßen gut anschauen.

Probleme bzw. Bugs hatte ich dagegen beim Sound. Die Sprachausgabe war teilweise extrem leise, hallig und kratzig. Ein Verstellen in den Einstellen wurde schlichtweg gar nicht übernommen und bei jedem neuen Programmstart waren zudem stets englische Untertitel aktiviert. Ansonsten waren die Sprecher insgesamt durchschnittlich und die Musik zuweilen etwas nervig.

Positiv

  • interessante Geschichte
  • unterschiedliche Sichtweisen
  • variabler Handlungsverlauf (Wiederspielwert)
  • angenehm düstere Grundstimmung
  • gut geschriebene Charaktere

Neutral

  • leicht angestaube Technik
  • mittelprächtige Sprecher
  • Storytechnisch manchmal etwas Leerlauf

Negativ

  • frustrierende Steuerung
  • technische Macken

Fazit

„Heavy Rain“ war für mich keine leichte Kost. Das Gameplay an sich geht in Ordnung, doch die verkorkste Steuerung hätte mich nach wenigen Minuten schon fast wieder zum erneuten Abbruch bewegt. Interaktive Filme (so nenne ich das Ganze einfach mal) möchte ich relativ unkompliziert genießen, die Story einatmen und mich nicht ständig über mangelnde Kontrolle der Figuren aufregen.

Wie dem auch sei. Wer ein wenig frustresident ist und spannende Geschichten trotz kleiner erzählerischer Längen zu schätzen weiß, kommt hier definitiv auf seine Kosten. Das Spiel wirkt aufgrund seiner Technik zwar etwas Eckig und Kantig, besitzt aber durchaus Charme und verdient es noch heute gespielt zu werden. Wenn man grade frisch von „Detroit become Human“ kommt, ist der Rückschritt zwar schwer, doch die lobenswerten Ansätze durchaus zu erkennen.

„Heavy Rain“ ist ein solides Adventure mit erzählerischen Höhen, aber technischen Tiefen. Falls Ihr es noch nicht kennt, schaut mal kurz in Gameplay-Videos rein und entscheidet, ob ihr euch hierauf einlassen möchtet. Ich fand den Titel solide – aber mittlerweile nicht mehr so überragend, wie die Fachpresse ihn einst gefeiert hat.

Grafik: 7/10
Sound: 5/10
Gameplay: 5/10
Gesamt: 6,5/10

Fotocopyright: Quantic Dream/Sony Interactive Entertainment

Along the Edge (Nintendo Switch)

Inhalt

Eine junge Dame erbt das Haus ihrer bis dato relativ relativ unbekannten Großmutter und bricht umgehend alle Zelte ab, um dort hinzuziehen. Nach ihrer Ankunft findet sie nicht nur ein riesiges Anwesen mit verschlossenen Räumlichkeiten vor, sondern erlebt auch eine ablehnende Haltung der Dorfbewohner…

Gameplay

„Along the Edge“ ist ein so genannter „Visual Novell“, bei dem der Fokus auf dem Lesen von Texten und dem Abtauchen in der Geschichte liegt. Es handelt sich quasi um einen digitalen Roman mit vielen Illustrationen, den man im eigenen Tempo durchklicken darf.

Hin und wieder stellt uns das „Spiel“ dabei vor die Wahl, beispielweise in welcher Reihenfolge etwas abgearbeitet werden soll oder wohin das nächste Gespräch gelenkt wird. Dabei kamen mir manche Entscheidungen allerdings wie Augenwischerei vor – denn letztlich veränderte sich nur die Reihenfolge und am Ende wurden sowieso alle Punkte durchgegangen.

Etwas hakelig war die Steuerung. Ein leichter Tastendruck genügte oft, um ausersehen gleich mehrere Sätze zu überspringen – doch zum Glück gab es eine Gesprächshistorie, um alles noch einmal nachzulesen. Das war schon etwas nervig, aber machbar.

Spielzeit

Ich habe die Switch immer mal wieder Zwischendurch (Werbepausen im TV, etc.) in die Hand genommen und die reine Zeit nicht gestoppt. Einige Webseiten berichten von rund vier bis fünf Stunden – was ungefähr passen dürfte und sich irgendwo ja auch an der eigenen Lesegeschwindigkeit orientiert.

Präsentation

Die Geschichte war hübsch illustriert und komplett in Standbildern erzählt – was eine Bewertung der allgemeinen Optik entsprechend schwer macht. Der Stil der Zeichnungen war schön, die Präsentation (wie gesagt nur im niedrig aufgelösten Handheld-Modus gespielt) doch ein wenig pixelig.

Es gab keinerlei Sprachausgabe und die Musik hielt sich extrem unauffälig im Hintergrund – was so wenigstens nicht beim Lesen störte.

Positiv

  • digitaler Roman zum selber lesen
  • spannende Geschichte
  • schöne Illustrationen
  • schneller Einstieg & prima für Zwischendurch

Neutral

  • überschaubare Spielzeit
  • wenige Animationen
  • „hakelige Steuerung“

Negativ

  • keine Sprachausgabe
  • recht kleine Untertitel (Handheld-Modus)
  • manche Entscheidungen gefühlt ohne größere Konsequenzen oder Reihenfolge gleichgültig

Fazit

Richtige Bücher kann „Along the Edge“ nicht ersetzen, jedoch als nette Alternative zum klassischen Lesen angesehen werden. Dank hübscher Bilder gab es neben den vielen Texten auch was für das Auge und die kleinen eingebauten Auswahlmöglichkeiten geben immerhin ein wenig Gefühl von Interaktion.

Unterm Strich punktet das Werk aber sowieso weniger mit Gameplay und Präsentation, sondern vielmehr mit seiner Geschichte. Diese war nett präsentiert, durchwegs interessant erzählt und recht kurzweilig gestaltet. Wer sich mit dieser Art von Spiel anfreunden kann – und vielleicht auch eine Alternative zu den üblichen Anime-Vertretern auf diesem Sektor sucht – darf gerne mal einen Blick riskieren. Obwohl die Story gut war und das Lesen ordentlich bei Laune hielt, ist unterm Strich für das eigentliche „Spiel“ allerdings keine höhere Wertung drin.

Grafik: 6/10
Sound: 3/10
Gameplay: 3/10
Gesamt: 6/10

Fotocopyright: Nova-box

The Chaser – Die Jagd kann beginnen!

Aufgrund aktueller Sichtung wurde dieses Review aus dem Archiv übernommen und hier sauber formatiert.

Inhalt

Die Geschäfte des Zuhälters Jung-ho laufen schlecht. Immer mehr seiner Mädchen springen ab und erscheinen nicht mehr zur Arbeit. Entweder haben sie wohl keine Lust mehr auf den Job oder sind möglicherweise weiterverkauft worden. Obwohl Jung-ho früher selbst Polizist war, scheut er doch diese zu Verständigen.

Er selbst forscht ein wenig nach und findet heraus, dass all die verschwundenen Damen und ein und derselben Rufnummer bestellt wurden. Zu allem Überfluss hat er kürzlich die kranke, allein erziehende Mi-jin zum ihm geschickt. Nun versucht er die beiden auszuspüren, bevor noch ein weiteres Unglück stattfindet…

Fazit

Erstmal vornweg: ich freue mich, dass es mit The Chaser endlich mal wieder ein koreanischer Film in die deutschen Lichtspielhäuser geschafft hat. Zwar lief er in keinem Kino in meiner Nähe, doch die schnelle DVD- Veröffentlichung bügelt dies locker wieder aus und im Heimkino ist es sowieso viel gemütlicher.

Laut diversen Webseiten war das Werk in Korea wohl ein großer Erfolg und meine Erwartungen hierdurch entsprechend hoch. Im ersten Moment stimmt auch so ziemlich alles, da Schauspieler, Technik und Geschichte vollends überzeugen können – doch leider gibt es auch bei dieser Hatz ein paar kleinere Mängel. Das Szenario an sich ist interessant und größtenteils sehr spannend, doch leider schleichen sich gelegentlich ein paar kleinere Längen ein. Der rote Handlungsfaden geht zwar nie gänzlich verloren, eine straffere Erzählweise hätte aber gut getan. Manchmal glaube ich, die Koreaner wollen keine Werke unter 2 Stunden abliefern. Klingt komisch, aber die Spielzeit scheint dort normal zu sein und wurde schon öfters zum Fallstrick.

Abgesehen von den minimalen Durchhängern gibt es aber sonst nichts anzukreiden. Wie gesagt sind die Schauspieler hervorragend und die Technik gewohnt erstklassig. Die Rolle des ungewollten Helden hätte besser nicht besetzt und die Figur des Antagonisten besser nicht gespielt werden können. Das Katz und Mausspiel der Beiden ist sehenswert und stimmig gemacht. Obwohl die Beiden schon früh aufeinandertreffen, steigert sich das schonungslose Duell mit laufender Zeit.

Vieles an The Chaser ist gelungen, doch vermag ich keine höhere Wertung abzugeben. Ich wurde wunderbar bei Laune gehalten, doch hätte ich mir eine straffere Inszenierung gewünscht. Die Technik ist zwar brillant, das Tempo hätte manchmal eine Ticken höher sein können. Unterm Strich bleibt dennoch ein empfehlenswerter Thriller, der eben etwas Potential verschenkt hat.

7/10

Fotocopyright: Alive

Revenge: A Love Story

Aufgrund aktueller Sichtung wurde dieses Review aus dem Archiv übernommen und hier sauber formatiert.

Inhalt

Die Polizei von Hongkong fandet verzweifelt nach einem brutalen Serienkiller, der Hatz auf schwangere Frauen macht und ihnen die ungeborenen Kinder aus dem Leib schneidet. In den Medien ist das Thema allgegenwärtig und der Druck auf die Beamten wächst von Mord zu Mord.
Nach harter Recherche haben die Ermittler dann endlich einen Verdächtigen auf dem Revier, doch dieser hat einen ganz eigenen Plan…

Fazit

Zeitgleich mit dem Release der (leider geschnittenen) deutschen Fassung, ist auch meine Importscheibe zur Besprechung eingetrudelt und wurde sogleich am gestrigen Abend gesichtet. Rachegeschichten sind ja gerade im asiatischen Bereich keine Seltenheit und manch Filmfreund wird trotz sonst eigentlich immer ganz passabler Qualität die Augen verrollen – doch hier gibt es wenigstens ein paar neue Ansätze.

Zunächst besteht die Riege der Hauptfiguren aus eher schlichten Personen, die geistig nicht auf dem Stand ihrer Widersacher sind. Sie werden quasi zur Vergeltung getrieben – was sich dann aus deren Sicht auch ganz Anders, als bei manchem Konkurrenten anfühlt. Es ist vor allem die geschickte Erzählstruktur, die besonders gefiel. Erst beginnt das Szenario mit grausamen Taten und erst im Nachgang wird die Vorgeschichte dazu erläutert. Zunächst ist man geschockt, später empfindet man so etwas wie Verständnis für den Täter.

Das Tempo war angenehm, trotz ruhiger Momente kam keine Langweile auf. Die Optik bestach mit blassen Farben, knackiger Schärfe und einem durchwegs hochwertigen Look. Der Härtegrad war recht hoch, allerdings nicht übertrieben brutal. Im Kontext wirkt manche Szene schon heftig, obwohl sie grafisch nicht so eindeutig wie bei anderen Werken sind.

Mit rund 90 Minuten liefern uns die Chinesen einen relativ kompakten, unentwegt spannenden und gut gemachten Rachetrip ab. Der Aufbau passt, die Geschichte spricht an und die Darsteller machen ihre Sache sehr gut. Nach einer kleinen Durchstrecke im asiatischen Lager, wurde ich jedenfalls mit einem nett gemachten Thriller belohnt und kann nur sagen, dass sich der Import gelohnt hat. Die Koreaner machen es vielleicht noch einen Ticken cooler, doch unterm Strich gab es hier nix zum Meckern.

7,5/10

Fotocopyright:I-ON New Media

Die Spur der Knochen

Inhalt

Mario ist nach eigener Aussage nur ein kleiner Beamter und arbeitet in einem Fundbüro. Er mag seinen Job, stöbert gerne in den Fundsachen und repariert diese sogar hin und wieder.

Eines Tages wird ein Fluss trocken gelegt und darin geborgene Gegenstände bei ihm abgegeben. Darunter befindet sich ein Koffer, der Knochen beinhaltet. Da die Polizei dieser Spur jedoch nicht sonderlich intensiv nachgehen möchte, macht sich Mario selbst an die Ermittlungen…

Fazit

Wer beschauliche Krimis im „Tatort-Format“ liebt, wird auch mit diesem Titel seine Freude haben. „Die Spur der Knochen“ erfindet das Rad nicht neu, liefert uns keine schweißtreibende Action, aber Unterhaltung auf ordentlichem Genre-Niveau.

Die Darsteller haben ihre Sache gut gemacht, vor allem anschaulich miteinander harmoniert. Hauptfigur Mario bot genug Facetten, um seine Motivationen nach und nach begreiflich zu machen und sogar die ein oder andere Überraschung abzuliefern. Man gab sich Mühe, die Figuren greifbar und nicht unglaubwürdig zu zeichnen – so ein schönes Mitfühl-Erlebnis zu bieten.

Die Geschichte war insgesamt in Ordnung. Während der Anfang etwas gemächlich vor sich hinplätscherte, entwickelte sich nach rund 20 Minuten eine angenehme Spannungskurve, die bis zum Ende beibehalten werden konnte. Das Konstrukt war glücklicherweise nicht allzu weit her geholt, auch wenn einige Elemente dem Erzählfluss zuliebe zurechtgebogen wurden und mit einem gewissen Zufallsfaktor daher kamen.

Das Ergebnis war in sich rund und weitestgehend schlüssig. Gut hat mir auch der – ab einem gewissen Zeitpunkt leicht vorhersehbare – Schlusspart gefallen, auch wenn er ruhig 1-2 Minuten früher hätte enden können. Man zog die Ereignisse nach ihrem eigentlichen Ende noch etwas in die Länge, was allerdings nicht zu einer Abwertung führt. Es fühlte sich lediglich etwas unnötig an – wobei man so dem Zuschauer auch die Chance zu einem ruhigen Ausklang bot und den zuvor leicht erhöhten Puls wieder herunterfährt.

Technisch gab es nichts zu Mäkeln. Die überwiegend warmen und auf Hochglanz polierten Bilder sorgten für einen gefälligen Look, Soundtrack und Synchronisation waren unauffällig – was bei mir eher positiv aufzunehmen ist. Man konnte schnell abtauchen und die teils wirklich schönen Kulissen (vor allem im letzten Drittel) genießen.

Nichts übermäßig Aufregendes, aber auch kein Rohrkrepierer. „Die Spur der Knochen“ war grundsolide Krimikost mit ausreichendem Tiefgang und vor allem fast durchwegs hoher Spannung. Man fühlte sich sofort wohl, konnte die meisten Dinge problemlos nachvollziehen und mit den toll geschriebenen Figuren mitfiebern. Unterm Strich also ein guter spanischer Film.

7/10

Fotocoyright: Capelight Pictures

The Last of Us – Episode 1

Inhalt

Eine schlimme Seuche hat die Menschheit befallen und viele von Ihnen zu wahren Bestien mutieren lassen. Überlebende haben sich in den Überresten von ehemals großen Städten verschanzt und versuchen innerhalb der bewachten Mauern ein halbwegs erträgliches Leben zu führen.

Einer von Ihnen ist Joel, der zu Beginn des Ausbruchs vor 20 Jahren seine Tochter verloren hat und sich mit Tagelöhner-Jobs und kleineren Schmuggeleien über Wasser hält. Eigentlich wollte er sich auf die Suche nach seinem bereits seit drei Wochen verschwundenen Bruder machen, doch bekommt ganz unverhofft einen ganz speziellen Auftrag zugeschanzt…

Fazit

Normalerweise bespreche ich keine einzelnen Serienfolgen und habe es auch in Zukunft nicht wirklich vor. „The Last of Us“ jedoch hat aufgrund der von mir heiß und innig geliebten Spiele und dem enormen Medien-Hype eine gewisse Sonderstellung, weshalb ich jetzt bereits ein paar Worte zum Auftakt verlieren wollte. Ein ausführliches Review gibt es dann in ein paar Wochen – nachdem die Staffel komplett ausgestrahlt wurde.

Fangen wir mal bei den positiven Dingen an. Das Skript hielt sich bislang sehr eng an das Spiel, liefert uns sogar ein paar zusätzliche Szenen und macht das ein- oder andere Event hierdurch ein wenig runder. Man hatte dabei noch nicht das Gefühl von unnötigen Streckungen, vielmehr verständlicher Ausformulierung und Tiefe – eben eine gute Adaption für das Serienformat.

Die Atmosphäre war insgesamt sehr gut gelungen und fängt die Stimmung der Spiele bis dato prima ein. Pedro Pascal verkörpert Joel sehr gut, während ich mit Bella Ramsey als Elli noch nicht ganz warm geworden bin. Sie wurde optisch nicht so hervorragend getroffen, wirkt viel zu jung und noch zu übertrieben trotzig. Das mag zwar auch alles irgendwo passen und seine Berechtigung haben – weicht für mich allerdings noch viel zu arg von der Vorlage ab. Hier hatte die Figur wesentlich mehr Charme und war wesentlich hübscher.

Zu den Effekten gibt es im Moment noch nicht allzu viel zu berichten. Bislang gab es nur ein paar betrübliche Endzeit-Kulissen und einen nett inszenierten Flugzeugabsturz, doch noch nicht viel in Richtung Zombies und deren Maske. Hier bin ich aber optimistisch, da erste Bilder und Trailer hier schon einen ausgezeichneten Eindruck hinterließen und HBO hier bestimmt nicht lächerlich dastehen will. Schwach hingegen die deutsche Synchronisation und die mäßige Stereo-Abmischung, die auf der dicken Soundbar noch keine große Dynamik erkennen ließ. Hier sind andere Serien weiter vorne.

Nach einer einzigen Episode lässt sich noch nicht viel sagen, aber die Richtung scheint bis dato zu stimmen. Ich bleibe jedenfalls mit Spannung an der Sache dran und hoffe mit der „anderen“ Ellie noch ein wenig wärmer zu werden. Sie bzw. ihre Verhaltensweise ist aktuell mein größer Kritikpunkt an der Serie, doch bei Weitem kein Grund zum Abschalten. Noch kann ich den allgemeinen Wertungs-Hype noch nicht ganz nachvollziehen, gebe aber einen Daumen nach oben!

7/10

Fotocopyright: Sky / WOW

20th Century Girl

Inhalt

Südkorea, im Jahre 1999. Wegen einer wichtigen Herzoperation müssen sich zwei beste Freundinnen für einen gewissen Zeitraum voneinander trennen. Doch während die Eine in Amerika unter dem Messer liegt und sich erholen muss, soll die Andere ihren Schwarm auf der Schule beobachten und regelmäßig Bericht über seine Tätigkeiten abliefern. Dumm nur, dass die Beiden sich beim Nachspionieren näher kommen…

Fazit

Manchmal gibt es Filme, bei denen das Finale alles versaut oder zumindest den bis dato guten Eindruck erheblich mindern – und das bei bei diesem Titel für mich leider der Fall.

Ich möchte nicht behaupten, dass „20th Century Girl“ richtig genial gewesen wäre, doch ein paar erzählerische Macken – eben grade im besagten Schlusspart – haben dem durchaus soliden Auftritt ein wenig geschadet und für mindestens einen halben Punkt Abzug in der persönlichen Gesamtwertung geführt. Ich möchte nicht spoilern, es sei soviel gesagt, dass man uns eine Auflösung servierte – die der Hauptperson über gar nicht mal große Umwege schon längst hätte bekannt sein sollen und es am Ende gar keinen solchen Knall hätte geben müssen.

Die Grundgeschichte war weder neu, noch an sich sonderlich originell, aber dank sympathischer und gut agierende Schauspieler überwiegend sehenswert und unterhaltsam gestaltet. Es gab zwar ein paar kleinere Längen, doch riss die Aufmerksamkeit trotz kurzer Augenverdreher nicht ab. Ich würde sagen von seiner allgemeinen Erzählweise hält er sich an typische Muster und hakt einen erwarteten Punkt nach dem Nächsten von der Liste ab. Nichts fällt aus dem Rahmen, die Romanze wird nach üblichen Strukturen abgehandelt.

Technisch war der Streifen absolut hochwertig. Sicherlich wurde uns keine knallharte Action oder übertriebene CGI-Zerstörungsorgien vorgesetzt, doch die ruhigen Bilder waren gestochen scharf, lebhaft und mit gewohnter „Korea-Ästhetik“ inszeniert. Das Abtauchen gelang sofort und ohne größere Hürden. Der Soundtrack war ebenfalls ganz nett und stach mit einen auffälligeren Stücken zur rechten Zeit angenehm hervor. Die Schauspieler waren wie bereits erwähnt sehr sympathisch und dem Thema bzw. dem Publikum entsprechend gecastet, also hübsch und drollig dreinblickend.

Ketzerisch könnte man sagen, dass „20th Century Girl“ lediglich Standard-Kost aus Südkorea und somit kaum etwas Besonders ist. Erwähnen möchte ich jedoch unbedingt, dass diese „Standard-Kost“ ein hohes Niveau besitzt und bessere Werke aus anderen Ländern locker aussticht und keineswegs als schwach abgestempelt werden sollte. Sicherlich kommt der Film nicht an die ganz großen Klassiker des Landes heran, aber Genreliebhaber erhalten einen ordentlichen Vertreter, den man sich bei Bedarf ruhig mal anschauen kann.

6/10

Fotocopyright: Netflix

Detroit: Become Human (Playstation 4)

Inhalt

In der Zukunft haben Androiden ihren festen Platz in der Gesellschaft eingenommen und sind wichtige Alltagshelfer geworden. Hin und wieder wieder gibt es aber so genannte „Abweichler“ mit seltsamen Fehlfunktionen, wie beispielsweise eigenmächtigen Handeln oder dem scheinbaren Entwickeln von Gefühlen. Das Spiel gibt uns Einblick in mehrere kleine Geschichten, die im großen Ganzen miteinander verwoben sind…

Gameplay

Mit „Detroit“ blieben sich die Macher von „Heay Rain“ und „Beyond Two Souls“ vom Gameplay her weitestgehend treu. Der Spieler schlüpft abwechselnd in die Rolle unterschiedlicher Figuren, die er aus der Third-Person-Perspektive durch detailreich gestalteten Schauplätze manövriert und den Kern – also das Erzählen einer Geschichte – munter vorantreibt.

An bestimmten Stellen ist eine Interaktion in Form von Dialog oder genauerer Betrachtung möglich, an anderer Stelle sind Hinweise zu einer Beweiskette miteinander zu kombinieren oder kurze Quicktime-Events zu bestreiten. Letztlich entscheiden wir mit unserem Erfolg im Tastenhämmern, aber auch mit der Dialogauswahl, wie sich der entsprechende Handlungsstrang weiterentwickelt – und welche Charaktere uns weiterhin begleiten dürfen.

Eingeteilt ist das Spiel in mehrere kurze Kapitel (jeweils ein paar Minuten), an deren jeweiligen Ende eine Zusammenfassung unserer Vorgehensweise präsentiert wird. Auf Wunsch können wir diesen „Zweig“ auch mit anderen Zockern vergleichen und sehen, welche Entscheidungen die populärsten sind.

Die Steuerung ist auf der einen Seite sehr simpel, auf der anderen Seite manchmal unnötig kompliziert. Anhand der leicht kryptischen Einblendungen ist nicht immer sofort ersichtlich, ob eine Taste mehrfach gedrückt oder gedrückt gehalten werden muss. Manchmal steht „mehrfach drücken“ auf dem Schirm, manchmal aber eben auch nicht.

Spielzeit

Wie gesagt, dass Spiel lebt von seinen Wendungen und dem Erleben verschiedener Handlungskonsequenzen, weshalb sich ein mehrfaches Probieren der Kapitel anbietet. Für einen einfachen Durchgang (ohne mehrfache Varianten) habe ich grob geschätzt um die 10 bis 11 Stunden benötigt.

Präsentation

Im Anbetracht, dass es sich um ein Playstation 4 Spiel handelt, macht „Detroit“ noch immer einen ganz ausgezeichneten Eindruck. Zwar wurde die imposante Optik mit kleineren Rucklern und leichten Unschärfen erkauft, dennoch überzeugt das Ergebnis selbst in heutigen Zeiten auf ganzer Linie. Die Figuren wurden fast lebensecht gezeichnet und die futuristisch angehauchten Kulissen wirken glaubhaft gestaltet. Man fühlt sich fast wie in einem auf realistisch getrimmten Animationsfilm und staunt durchaus über die authentischen Gesichter mit tollen Animationen.

Die deutsche Synchronisation war durchgehend ordentlich und mit bekannten Sprechern bestückt. Der Soundtrack hielt sich weitestgehend im Hintergrund und fiel nicht negativ auf. Während der prasselnde Regen eine angenehme Räumlichkeit aufwies, habe ich dies bei anderen Geräuschen (Züge, etc.) leider ein wenig vermisst. Das Spiel klang eher „flach“, statt mitreißend cineastisch – was hier natürlich richtig gut gepasst hätte.

Positiv

  • tolle Präsentation
  • interessante Geschichte
  • geschickte Erzählweise aus unterschiedlichen Perspektiven
  • einfacher Einstieg (Gameplaytechnisch)…

Neutral

  • … zäher Einstieg (Handlungstechnisch)
  • hin und wieder leicht ruckeling und unscharf
  • Kameraprobleme
  • Steuerung manchmal hakelig
  • lahme, undynamische Ton-Abmischung

Negativ

  • insgesamt eher seichtes Gameplay
  • kleinere Logik-Lücken
  • für mich war es schwierig Sympathie zu den Androiden herzustellen
  • bei mir hat ein Kapitel fast unspielbar geruckelt (trotz erneutem Laden)

Fazit

Wer die geistigen Vorgänger kennt, der weiß was einen hier erwartet. Die technische Seite wurde noch einmal kräftig optimiert, obgleich es bei der Steuerung zuweilen noch immer etwas hakt. Ansonsten bietet der Titel ein vertraut-simples Gameplay mit schnellem Einstieg und interessanter Story.

Durch die unterschiedlichen Sichtweisen gewann das Spiel an Tiefe, wobei mir persönlich der Zugang von den Androiden verwehrt blieb. Ich konnte bei aller Liebe in der Erzählung keine großartige Sympathie zu diesen Figuren herstellen – was man den Machern aber nicht ankreiden kann und wohl mit persönlicher Einstellung zu tun hat. Immerhin hat man so vermutlich mehr Entscheidungen gewählt, die zum Tode der selbigen geführt haben – und das ist ja auch ein Teil des vielschichtigen Konzeptes.

Unterm Strich blieb für mich eine netter Trip in ein gar nicht mal so abwegiges Zukunftsszenario, doch im Gedächtnis wird er bestimmt nicht langfristig verweilen. Ich war froh, das Spiel (welches seit Release im Regal schlummerte und bis dato nur kurz angezockt wurde) endlich nachgeholt zu haben, empfehlen kann ich es aber trotzdem nur eingeschränkt. Szenario und Machweise müssen eben gefallen. Grafisch beeindruckend und eine nette Technikdemo ist „Detroit“ aber auf jeden Fall.

Grafik: 9/10
Sound: 7,5/10
Gameplay: 6/10
Gesamt: 7/10

Fotocopyright: Quantic Dream / Sony Interactive Entertainment

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