Filmbesprechungen

Weapons – Die Stunde des Verschwindens

Inhalt

Ein Junge sitzt allein in seiner Schulklasse und seine Lehrerin ist verwirrt. In der Nacht zuvor sind 17 seiner Mitschüler aus ihren Betten verschwunden, die örtliche Polizei und selbst das FBI können sich keinen Reim daraus machen. Laut Kameraaufzeichnungen und Alarmanlagen-Protokollen sind die Kids alle um die selbe Uhrzeit aufgebrochen – doch was war ihr Ziel und wer hat sie dazu angestiftet?

Fazit

Ich habe schon mehrfach erwähnt, dass es neben viel Einheitsbrei doch noch ein paar Filme mit wirklich innovativen Ideen gibt und “Weapons” ist sicherlich einer davon. Die bereits zu Anfang aufgespannte Prämisse war interessant und durch seine geschickte Erzählweise brach die Aufmerksamkeit während der knappen zwei Stunden nie ab.

Die Macher präsentierten uns erst einmal ihre verrückte Ausgangslage, um sich dann aus Sicht von einzelnen Figuren langsam an das Ziel heran zu tasten. Da die Ansichten und Empfindungen wiederum stark variierten, ergab sich ein vielseitiger und vor allem unterhaltsamer Blick auf die Ereignisse. Natürlich gab es hierbei schon früh einige entscheidende Hinweis auf den Ausgang – doch zum frühen Zeitpunkt konnten diese einfach noch nicht richtig interpretiert werden.

Die einzelnen Episoden machten auch deshalb Laune, da sie mit charismatischen Darstellern besetzt wurden und viele glaubwürdige Emotionen zum Tragen kamen. Man konnte sich hervorragend in die Köpfe von Julia Garner oder Josh Brolin hineindenken, deren vermeintliche Lösungsansätze (und vor allem deren Sorgen) gedanklich absolut nachvollziehen. Sie waren keine Superhelden, sondern besorgte Persönlichkeiten mit nachvollziehbaren Handlungsweisen.

Die Auflösung (keine Spoiler!) war zunächst etwas schwierig zu interpretieren und bedurfte ein wenig Hirnschmalz zur halbwegs schlüssigen Begründung, doch einige Detailfragen blieben (zumindest bei mir) weiterhin offen. Mir fehlte es ein wenig an Zeichnung einzelner Figuren, um deren Fähigkeiten zu begründen und das Gesamtpaket als etwas runder zu betrachten. Dies kostete dann mindestens einen halben Punkt auf der Wertungsskala, gut war das Ergebnis aber trotzdem.

Wer Filme von beispielsweise M. Night Shyamalan (u.A. The Sixth Sense) kennt und vor allem auch mag, wird dieses Werk wahrscheinlich ebenfalls zu schätzen wissen. “Weapons” kommt mit einer ähnlich unheil-geschwängerten Atmosphäre daher und gab sich bis zur letzten Minute angenehm “anders”. Auf der Zielgeraden schwankte dieser Titel zwar ganz leicht, aber eine Empfehlung für Freunde gepflegter Mystery-Kost gibt es unbedingt.

7,5/10

Fotocopyright: Warner

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