Filmbesprechungen

Oldboy (2013)

Inhalt

20 Jahre lang war Joe Doucett in einem Hotelzimmer eingesperrt und befindet sich nun plötzlich wieder in Freiheit. Während seiner unfreiwilligen Auszeit haben sich viele Fragen in seinem Kopf manifestiert und glücklicherweise hat er ausgiebig für einen Rachefeldzug trainieren können. Nur muss er erstmal seine Peiniger finden und deren Motiv in Erfahrung bringen…

Fazit

Remakes mögen nicht immer den besten Ruf haben, können aber auch ein Mittel sein, um kultverdächtige Filme aus dem Ausland einem größeren Publikum zu präsentieren. “Oldboy” hatte sicherlich nicht jeder Normalo-Zuschauer auf dem Schirm – und selbst wenn das Original noch einen Ticken besser ist, hat Spike Lee hier definitiv mehr als solide abgeliefert und wenig Grund zur Kritik geliefert.

Die Handlung blieb weitestgehend gleich, obwohl in sinnvollen Nuancen kleine Abweichungen stattfanden. Man hat einige Dinge etwas ausführlicher begründet, nicht alles der Fantasie des Zuschauer überlassen. Nichtsdestotrotz hat man aber ein paar zusätzliche Aspekte eingebaut, die auch Kenner der Vorlage durchaus mal aufs Glatteis führen konnten.

Während die Kameraarbeit und Erzählweise ein wenig strukturierter und übersichtlicher wirken, nahm man es sich nicht, einige Kultszenen (z.B. das große Hammer-Gefecht) in ähnlich beeindruckender Weise abzubilden. Spätestens hier konnte der ideal besetzte Josh Brolin (“Die Goonies) voll aufdrehen und für ein breites Grinsen beim Publikum sorgen.

Gegenspieler (Sharlto Copley) mochte zunächst etwas unpassend erscheinen, hat im wilden Finale aber dennoch mit einer ebenfalls tollen Leistung begeistern können. Samuel L. Jackson war in seiner Nebenrolle sowieso wieder ein cooler Typ mit witzigem Look – dessen Figur auch ein paar neue Ideen verpasst bekommen hat.

Das Pacing war exzellent, stellenweise sogar straffer als bei den Koreanern. Sicherlich war die Anfangssequenz in Gefangenschaft recht lang, doch dank sehenswertem Brolin nicht langweilig. Man konnte sich umso besser in seine Situation hineindenken und seine Motivation besser verstehen. Ansonsten ging es schön kurzweilig zur Sache, Längen hatten auch aufgrund des hohen Spannungsbogens keine Chance.

Über Remakes lässt sich vortrefflich streiten, doch mir hat Spike Lees Variante vom koreanischen Klassiker “Oldboy” rundherum sehr gut gefallen. Trotz ausgiebiger Kenntnis des Originals saß ich jederzeit gefesselt vor dem Schirm, erfreute mich einiger leicht veränderter Elemente und vor allem an den exzellenten Darstellern. Zudem war das Werk etwas einfacher strukturiert, in seiner Bildsprache weniger künstlerisch orientiert und hierdurch leichter zugänglich – was ich durchaus zu begrüßen weiß und das Werk gerne weiterempfehle. Solltet Ihr nur einen “Oldboy” schauen wollen, könnt Ihr gern zu dieser Adaption greifen.

8/10

Fotocopyright: ‎ Universal Pictures Germany GmbH

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